Beiträge von dagmarjung

    Bei meiner Welpin damals hat es sich sehr bewährt, von Anfang an die Aktivitäts- und Ruhezeiten so zu legen, daß sie mit meiner späteren Arbeit = Abwesenheit übereinstimmen. So war Cara von Anfang an darauf eingestimmt, daß Spiel, Spaß und Ausflüge am Morgen und am späteren Nachmittag stattfinden und die Mitte des Tages eine Zeit ist, in der nichts los ist - auch wenn ich anwesend bin - und in der man ruht oder sich allenfalls selbst beschäftigen kann.

    Wenn es seltener wird, dann bist du ja auf gutem Wege.

    Bei mir hätte es schon lange einen Einlauf gegeben, der sich gewaschen hat, mit Griff in den Nacken.

    Ich stelle mir vor, andere Hunde regeln das auch nicht mit Abbruchwort und Ruhegriff. :D

    Aber das funktioniert natürlich nur, wenn es von innen heraus und 100% authentisch kommt: "Lass das, ich hass das!!!"

    Und es funktioniert wahrscheinlich auch nicht so gut, wenn der Hund davor schon 100 mal mit seinem Verhalten durchgekommen ist.

    Also für dich wahrscheinlich kein Tip, den du umsetzen willst oder kannst.

    Versteh mich nicht falsch, eine so drastische Strafe ist nicht mein üblicher Umgang mit dem Hund. Aber ich bin der Meinung, als super seltene Ausnahme, wenn der Hund aus pubertärem Übermut (nicht wegen echter Angst/Agressionsproblematik) so körperlich dreist wird wie du beschreibst und wenn die Beziehung grundsätzlich sehr gut ist, dann wird eine spontan heftige Reaktion richtig verstanden und beschädigt das Vertrauen in keiner Weise.

    Er und ich verteilen ca. 60-120 Min. Spaziergang auf 3 Gänge über den Tag,

    Bei 60 Minuten kommen rechnerisch gerade mal 20 Minuten auf einen Spaziergang, bei 120 Minuten 40 Minuten. 20 Minuten sind für mich Lösegassi, bei 40 Minuten hat man gerade mal ein bißchen Spaß draußen und muß dann schon wieder rein.

    Das finde ich schon ein bißchen wenig für einen Hund in dem Alter, der voller Tatendrang steckt. Wie wäre es, wenn du einen wirklich langen Ausflug pro Tag machst und ansonsten Lösegassi?

    Damit der Hund auch mal länger am Stück draußen ist und man Zeit hat für Spiel, Training und Berwegung ebenso wie für Bummeln, Schnüffeln und Pausen.

    Mit Cara war ich im selben Alter locker 2, 3 Stunden am Stück draußen, zumal bei so schönem Wetter wie jetzt. :smile:

    Und Löserunden bis 20 Minuten zähle ich gar nicht mit. (Ich gehe immer etwas längere Löserunden als nur einmal vor die Tür und zurück, um sicher zu sein, daß nicht nur gepinkelt wird, sondern auch Kot abgesetzt wird wenn nätig.)

    Er macht das auch mit anderen Hunden, genauso grob, auch im Spiel, und wird von ihnen ebenso gemassregelt.

    Wenn andere Hunde deinen Rüden für solches Verhalten maßregeln, wie tun genau sie das und haben sie Erfolg? Nimmt er sich dann zurück?

    Das "ebenso" interpretiere ich "wird von ihnen ebenso wie von mir gemaßregelt", aber du maßregelst/bestrafst ihn ja nicht, sondern arbeitest mit Auszeit (früher) und Ruhegriff (aktuell).

    Ich frage mich, ob er wirklich begriffen hat, daß er nicht so mit dir umgehen darf?

    Was genau meinst du mit Springbeißen?

    Ist das spielerisch oder nicht? Jagdverhalten?

    Wie stark beißt er zu?

    Kann es sein, daß er einfach ein junger Rüpel ist, der eine eindeutige Ansage braucht, daß Grobheiten dieser Art ein NoGo sind?

    Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, daß eine feuchte Wiese oder Matsch oder das Hintergrundrauschen einer Autobahn einen gut aufgezogenen und umweltgewöhnten Hund so an den Rand seiner Nervenkraft bringen, daß er seine Leute beißen "muß". :denker:

    Ich weiß das es lange ist aber deshalb die Frage ob ein Zweithund helfen würde und welcher am besten passen würde?

    klare Antwort auf deine Frage: Nein, ein Zweithund würde dir nicht helfen, im Gegenteil, du würdest dir damit mit hoher Wahrscheinlicheit Probleme aufbürden, die du bisher nicht hattest.

    Du weißt ja selbst, daß das lange Alleinebleiben nicht optimal ist. Holst du einen zweiten Hund dazu, dann ist es eben für 2 Hunde nicht optimal. :ka:

    Du hast ein Riesenglück, daß deine Hündin so viele Stunden lang alleine bleiben kann, das ist nicht selbstverständlich. Sei froh und dankbar, daß sie die Zeit anscheinend entspannt verschläft. Etwas besseres kann sie gar nicht tun.

    Logischerweise ist sie anschließend voller Tatendrang und ich hoffe, du erfüllst dann auch ihr Bedürfniss nach ausführlicher Bewegung und Beschäftigung.

    Hol dir bitte auf gar keinen Fall einen weiteren Hund dazu! Zwei Hunde sind nicht automatisch Freunde. Es kann sehr leicht zu Konflikten kommen und dann bist du nicht da, um einzugreifen. Auch mit zwei Hunden wäre es deine Aufgabe, nach der Arbeit stundenlang spazierenzugehen und mit den Hunden zu spielen, genau wie mit einem einzelnen Hund.

    Viele Hunde könnnen auch nicht so lange oder überhaupt alleinebleiben. Das ist ein sehr häufiger Abgabegrund.

    Sollten die Hunde sich dagegen tatsächlich in der Wohnung beschäftigen, indem sie miteinander spielen und toben, wäre das keineswegs in deinem Sinne, denn dann würden sich die Nachbarn wegen Lärm beschweren und deine Wohnung sähe auch nicht mehr so gut aus. Außedem würden die Hunde dann mit Sicherheit reinkacken, denn Bewegung regt die Verdauung an und 8 Stunden nicht rauskönnen ist sowieso grenzwertig. Das klappt nachts nur, weil da geschlafen wird.

    Ein zweiter Hund bringt also weder dir noch deiner Hündin einen Vorteil.