Beiträge von dagmarjung

    Ich kann deine Tochter sooo gut verstehen und hätte im selben Alter meine Eltern ebenso intensiv bearbeitet, wenn ich die geringste Chance auf Erfüllung meines Wunsches gewittert hätte.

    Nun, einige Jahresringe später sehe ich das etwas anders und verstehe meine Eltern besser.

    Zunächst mal: ich gehe davon aus, daß eine Fünfzehnjährige duchaus alt genug ist für einen eigenen Hund, wenn das wirklich ihr Herzenswunsch ist.

    Jetzt kommen leider einige große "Aber":

    Die wichtigste Frage: was wird in 5 Jahren sein? Ausbildung, Studium, Arbeit? Praktika, Auslandsaufenthalt? Wo wird deine Tochter leben? Wird sie dann überhaupt Zeit für einen Hund haben, ihn finanzieren können, eine Wohnung finden? (ganz wichtiger Punkt: Hund ist sehr oft ein Auschlußkriterium für Vermieter.)

    Solche Fragen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt kaum beantworten.

    Das Schicksal sehr vieler Hunde von Teenagern ist es, beim Auszug notgedrungen bei den Eltern zurückgelassen zu werden. Das heißt der Hund wäre dann den längsten Teil seines Lebens dein Hund. Willst du das? Ist dein Interesse an Hunden so groß? Mit 5 Jahren ist ein Hund im allerbesten Alter, braucht einiges an Beschäftigung und Bewegung und läuft nicht als Rentner nebenher.

    Natürlich gibt es auch junge Leute, die ihren Hund beim Auszug mitnehmen können. Aber das ist Lotterie.

    Wenn du deiner Tochter also ihren Wunsch erfüllen möchtest, ist es wichtig, daß der Hund zu dir ebenso passt wie zu ihr. Und natürlich auch zu deiner jüngeren Tochter!

    Grundvoraussetzung ist allerdings echtes Interesse am Hund von deiner Seite!

    Auf jeden Fall sind wir da keinesfalls bei großen Rassen, und ob sie Spitzohren haben oder nicht, sollte bei der Auswahl überhaupt keine Rolle spielen.

    Sportlich ist jeder gesunde Hund, der keiner Qualzuchtrasse angehört. Ein kleiner handlicher Hund bis 10 Kilo ist sportlich und im Hundesport stehen deiner Tochter damit alle Türen offen. Außerdem werden kleinere Hunde von Vermietern in aller Regel leichter akzeptiert als größere und auch sonst haben sie praktische Vorteile, wenn man zB kein eigenes Auto hat.

    Klug sind auch alle Rassen, einfach weil sie Hunde sind. Einige Rassen wie Border Collies, Schäferhunde oder Pudel gelten vor allem deshalb als besonders intelligent, weil sie sehr leicht dafür zu motivieren sind, eng mit dem Menschen zusammenzuarbeiten. Es gibt aber auch andere Arten von Intelligenz, zB das selbstständige Lösen von Problemen ohne den Menschen.

    Darf nicht jagen: Die allermeisten Hunde haben Jagdtrieb, weil sie halt Hunde sind. Ein rennendes Kaninchen erweckt da nicht nur interesseloses Wohlgefallen, sondern wird gehetzt. Ein echter Jagdgebrauchshund bringt natürlich noch einmal mehr Leidenschaft mit, aber auch die Hütehunde (Border Collie) haben Jagdtrieb. Denn das vom Menschen gewünschte Hüteverhalten = Treiben der Schafe, nicht beschützen! - ist genetisch ein Teil des Jagdverhaltens.

    Daß ein Hund Kindern nicht hinterher laufen darf, ist dagewgen Erziehungssache, und damit deine Aufgabe, da deine Tochter ja in der Schule sein wird.

    Soll beschützen: auf gar keinen Fall!!! Ende der Diskussion. Das passt so gar nicht in euer Leben.

    Meine Tochter hat sehr viel von ihrem Wissen aus TikTok.

    Dann hat sie gar keines. Hat sie denn überhaupt schon Erfahrung mit echten Hunden, vielleicht mal Nachbarshunde ausgeführt? Fall nicht, wäre das ein Argument gegen die Anschaffung eines Hundes überhaupt. Tiktok ist reine Unterhaltung. Die Realität ist Hundekotze auf dem Wohnzimmerteppich und Haare überall. Das muß man wollen.

    Ach ja, Fellpflege: Hundehaare machen immer Arbeit. Entweder, bei haarenden Rassen bei der Wohnungspflege oder bei nichthaarenden wie dem Pudel bei der Hundepflege.

    Ich denke ja, abgesehen vom Impfen nach bestmöglicher tierärztlicher Empfehlung wäre der beste Schutz gegen Parvo ein wesentlich härteres Durchgreifen gegen illegale Welpenimporte. Denn das ist doch der Klassiker; billig gekaufter Welpe aus dubioser Quelle, der die Parvovirose bereits mitbringt und bis zum Ausbruch Viren ausscheidet, an denen andere Hunde/Welpen sich anstecken können.

    Wie oft hatten wir das alleine schon hier im Forum, "Hilfe mein neuer Welpe ist krank"?

    Wobei der Weg fuer die Antikoerper ueber die Darmschleimhaut eben nach einnpaar Stunden nach der Geburt 'zu' ist.

    Also selbst wenn in der normalen Muttermilch Antikoerper waeren, koennen die nicht mehr aufgenommen werden.

    Waere es anders, waer der 'Druck' bzgl. Kolostrum voellig irrsinnig.

    Es wurde aber doch schon gesagt, daß es einen negativen Einfluß auf die Wirksamkeit der Impfung haben kann, "wenn die Hündin noch säugt". (Was so um die 8 Wochen herum nicht mehr selbstverständlich ist, aber noch vorkommt.)

    Das muß doch im Umkehrschluß bedeuten, daß Antikörper auch durch die normale Muttermilch übertragen werden.

    Ich habe dem Züchter von Zoe erzählt, dass ich Erfahrung mit Dobermännern habe und dass eine erfahrene Person auf sie aufpassen wird, während ich arbeite. Das wars. Keine dramatische Lüge, nur eben etwas schöner darstellen als es ist.

    Wow. Viel dramatischer geht's nicht.

    Das nenne ich keine kleine, sondern eine richtig, richtig große Lüge.

    Gut, daß du daraus gelernt hast und ähnliches hoffentlich nie mehr wiederholst.