Ich habe vor Jahrzehnten meinen Sheltie mit 9 Monaten direkt vom Züchter übernommen. Er war liebevoll aufgezogen worden, aber hatte zuwenig außerhalb erlebt. Da er auch noch ein sehr sensibler Hund war, hat er die Umstellung vom Züchter (älters Ehepaar, Haus und Garten, viele Shelties, ruhige Wohnlage) zu mir (Single in WG, Einzelhund, Großstadt, viele Hunde aller Größen draußen) nicht gut verkraftet. Stubenreinheit und Leinenführigkeit waren gar kein Thema, aber die vielen Eindrücke der Großstadt haben ihn überfordert. Leider verlor ich ihn schon nach einem Jahr, so daß ich nicht sagen kann, wie er sich weiter entwickelt hätte. Er war ein ängstlicher Hund, zeigte sich gehemmt und mit wenig Lebensfreude und hatte sozusagen ständig die Befürchtung, der Himmel könnte ihm auf den Kopf fallen.
Es kommt wirklich darauf an, wie der Hund im Züchterhaushalt bzw beim Vorbesitzer auf das Alltagsleben als Einzelhund vorbereitet wurde. Mit 10 Monaten ist da schon sehr viel entschieden.
Ich traf neulich auf einer großen Hundeschau eine Halbschwester meiner Cara, eine hochdekotierte Ausstellungssiegerin. Die Besitzerin hat sie mit 10 Monaten von der Züchterin übernommen. Heute ist sie 3 Jahre alt. Obwohl die Hündin sich im Ausstellungsring (im Arbeitsmodus) hervorragend zeigt, hat auch sie deutliche Defizite im Alltagsleben, die von der mangelnden Gewöhnung an das Leben außerhalb des Züchtergrundstücks herrühren.
Dagmar & Cara