Beiträge von dagmarjung

    Ich habe vor Jahrzehnten meinen Sheltie mit 9 Monaten direkt vom Züchter übernommen. Er war liebevoll aufgezogen worden, aber hatte zuwenig außerhalb erlebt. Da er auch noch ein sehr sensibler Hund war, hat er die Umstellung vom Züchter (älters Ehepaar, Haus und Garten, viele Shelties, ruhige Wohnlage) zu mir (Single in WG, Einzelhund, Großstadt, viele Hunde aller Größen draußen) nicht gut verkraftet. Stubenreinheit und Leinenführigkeit waren gar kein Thema, aber die vielen Eindrücke der Großstadt haben ihn überfordert. Leider verlor ich ihn schon nach einem Jahr, so daß ich nicht sagen kann, wie er sich weiter entwickelt hätte. Er war ein ängstlicher Hund, zeigte sich gehemmt und mit wenig Lebensfreude und hatte sozusagen ständig die Befürchtung, der Himmel könnte ihm auf den Kopf fallen.

    Es kommt wirklich darauf an, wie der Hund im Züchterhaushalt bzw beim Vorbesitzer auf das Alltagsleben als Einzelhund vorbereitet wurde. Mit 10 Monaten ist da schon sehr viel entschieden.

    Ich traf neulich auf einer großen Hundeschau eine Halbschwester meiner Cara, eine hochdekotierte Ausstellungssiegerin. Die Besitzerin hat sie mit 10 Monaten von der Züchterin übernommen. Heute ist sie 3 Jahre alt. Obwohl die Hündin sich im Ausstellungsring (im Arbeitsmodus) hervorragend zeigt, hat auch sie deutliche Defizite im Alltagsleben, die von der mangelnden Gewöhnung an das Leben außerhalb des Züchtergrundstücks herrühren.

    Dagmar & Cara

    In der Rassebeschreibung des Papillon, die vom Verband der Kleinhundezüchter (VDH) herausgegeben wird, steht das auch drin, daß diese Rasse wegen ihrer Menschenbezogenheit angeblich nicht gut allein bleiben kann. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Eine Züchterin, die ich dazu befragte meinte, das wäre genau wie bei anderen Rassen eine Frage der Erziehung und Übung.

    Sollte es aber wirklich so sein, habe ich dazu zwei mögliche Theorien:

    Stichwort Erziehung:
    gerade kleine Gesellschaftshunde werden oft von Menschen gehalten, die eine gewisse kindliche Abhängigkeit beim Hund ganz gerne mögen und die Erziehung zum Alleinbleiben, zur Frusttoleranz usw eher vernachlässigen.

    Stichwort Vererbung:
    aus dem oben genannten Grund wurden und werden kleine Gesellschaftshunde auch züchterisch in Richtung kindlich/lieb/welpenhaft-abhängig selektiert und haben dadurch möglicherweise tatsächlich mehr Schwierigkeiten beim Alleinbleiben.

    Pudeln wird das auch nachgesagt, aber zum Glück hatte meine Hündin kein besonderes Problem damit.

    Dagmar & Cara

    Ich habe gerade mal die Seite besucht von den Bulldoggenzüchtern mit der Merlefarbe. Die züchten immerhin in einem Zuchtverband, jawoll!

    Und das geht so:

    "Haustierzucht Verein Deutschland


    Wir über uns
    Angeregt durch Auseinandersetzungen und Diskussionen, über die Abläufe in vielen Zuchtverbänden, ereilte uns die Vision eines harmonischen Miteinanders gleichgesinnter Züchter."

    Das ist ja schön. Der Heilige Geist kam über sie und schenkte ihnen die Erleuchtung...


    "Dabei ist es ganz egal, welche Art Haustier Ihr Liebling ist.
    Warum in vielen verschiedenen Verbänden sein, nur weil man mehrere Tierarten züchtet oder hält? Das ist bei uns endlich Vergangenheit, denn wir akzeptieren alle Tiere!"

    Gut so! Ob Hunde, Hühner oder Hornochsen, eh alles dasselbe! Das erschließt auch für Designerkreuzungen ganz neue Perspektiven!


    "Wir sind anders!
    Bei uns handelt jeder Züchter in Eigenverantwortung! Jeder steht für das gerade, was er / sie tut!
    Wir finden, dass es in Deutschland genügend Gesetze gibt,
    die uns die Haltung unserer Lieblinge ans Herz legen."

    Über die Bedeutung des letzen Satzes kann man nur mutmaßen. Ich kenne allerhand Gesetze, die die Haltung von Tieren regeln, aber keines, daß mir irgendwas ans Herz gelegt hätte.

    "Wozu braucht es dann einen Zuchtwart?"

    Jawollja!!! Super!!! Zuchtwarte sind lästig und gehören abgeschafft!


    "Art- und rassetypsche Untersuchungen, Zuchttauglichkeitsprüfungen und alles andere kann und darf sehr gern beim vertrauten Tierarzt erledigt und bescheinigt werden! "


    Klaro, ist ja reine Schikane, daß es in anderen Vereinen anders gehandhabt wird.

    "Formulare zum Download finden Sie hier auf unserer Homepage.
    Toleranz und Respekt wird bei uns groß geschrieben.
    Wir verurteilen weder Rassen noch Farben!
    Alles ist möglich..."

    Her mit Merle - muß in jede Rasse rein! Schließlich verkaufen sich die Viecher wie geschnitten Brot.


    "Sie müssen nicht unbedingt Mitglied in unserem Verband werden, gern können Sie Ihre Tiere auch einfach nur registrieren und somit Ahnennachweise erhalten.

    Wenn man nur wüßte, was genau damit nachgewiesen wird...?


    Wir als Verband haften nicht für das Handeln unserer Mitglieder!
    Wir stellen Ahnentafeln nach Angaben unserer Züchter aus. Transparenz steht bei der Erstellung der Ahnentafel im Vordergrund."

    Wahrscheinlich werden die "Ahnentafeln" auf Transparentpapier ausgedruckt. Denn eine echte Transparenz bzw Kontrolle ist ja bäh.


    "Die Züchter stellen uns ihre Informationen / Nachweise hierfür zur Verfügung und handeln somit eigenverantwortlich."

    Eben.


    "Wer also einen toleranten Verband sucht, in dem Respekt kein Fremdwort ist, ist uns herzlich willkommen!
    Wir freuen uns auf Sie!"

    Na denn Prost!

    Dagmar & Cara

    Wenn das Tierheim das Alter des Welpen kennt bzw durch den Tierarzt gut einschätzen kann, sollte man dort auch die künftige Größe einschätzen können. Nicht auf den Zentimeter genau, aber im groben Rahmen schon. Jeder Welpe wächst in seine - zunächst übergroßen - Pfoten rein.

    Warum kann das Tierheim euch da so gar keine Auskunft geben?

    Auf den Bildern, speziell dem zweiten wirkt der Kleine auf mich deutlich jünger als 12 Wochen.

    Dagmar & Cara

    Als Kind hatte ich ein Buch mit Hundegeschichten; der Autor war Jäger und erzählte Selbsterlebtes von seinem jagdlich geführten Langhaardackel "Ratz vom Chattenbühl", der war semmelblond. Wie auch immer das aussah. Der Dackel lebte vor und während des ersten Weltkrieges. Fotos gab es in dem Buch leider nicht.
    Seither hab ich immer mal Ausschau gehalten nach semmelblonden Dackeln, aber nie einen gesehen.

    Dagmar & Cara

    Es ist völlig normal, daß dein Hund sich an dir orientiert und nicht für sich allein im Garten spielen will.
    Und wenn du eben zuhause ruhig beschäftigt bist, liegt er eben in deiner Nähe und döst. Ich finde es durchaus positiv, daß dein Tierschutzhund sich so auf dich eingestellt hat.
    Du machst ja täglich mehrere Spaziergänge mit ihm, so kommt er raus und hat dann sein Pensum an Bewegung, Schnüffeln und Erlebnissen.

    Die Erwartung, daß ein erwachsener Hund sich alleine im Garten beschäftigt, dort spielt und rennt und sich bewegt, ist nicht realistisch. Mal abgesehen von Hobbies, die uns meist weniger gefallen, wie Buddeln, Katzen jagen oder Hunde und Passanten am Zaun verbellen.

    Dagmar & Cara

    Es könnte natürlich sein, daß die Aussage des Jägers bezüglich "Gebiet der Jägerschaft" sich tatsächlich auf ein Wildschongebiet bezog. Dann wäre dort ganzjährig Leinenpflicht.
    Das läßt sich aber wie gesagt rauskriegen. Hier bei uns gibt es auch Schilder, die darauf hinweisen, allerdings nicht an jedem Weg, das kann auch schon mal übersehen werden.

    Dagmar & Cara