Beiträge von dagmarjung

    Meine Cara könnte ich an sich ohne Bedenken mit einer verständigen 10- bis 12-Jährigen losschicken. Es sind die anderen Hunde und deren Halter, weshalb das für mich nicht in Frage kommt. Fremdhunde auf Entfernung sicher einschätzen und entsprechend vorausschauend handeln stellt nochmal andere Anforderungen als der Umgang mit einem pflegeleichten Spaßpudel wie meinem.

    Dagmar & Cara

    Steht gerade ein ca. 10jähriges Mädchen vor der Tür. Sie hätte da mal ne Frage...sie würde gerne mal mit meinen Hunden Gassi gehen. Sie hätten früher auch einen großen Hund gehabt. Und eine Frau aus der Nachbarschaft hätte gesagt meine wären ganz lieb.

    Ich freu mich ja über das gute Urteil aus der Nachbarschaft, aber die Lütte hatte vielleicht die Hälfte vom Gewicht eines meiner beiden. Uff.

    Das Mädchen hätte ich sein können - vor (murmelmurmel) Jahren. Mit 10, 11, 12 Jahren fühlte ich mich allem gewachsen. Zum Glück für mich und meine Umwelt war mein erster Ausführhund dann aber ein Yorkshire Terrier. :D

    Dagmar & Cara

    Die meisten Forscher gehen heute davon aus, daß nicht der Mensch den Wolf absichtlich zu sich geholt und gezähmt hat, sondern daß einige Wölfe von sich aus die Nähe der Menschen oder besser gesagt ihrer Abfallhaufen gesucht haben und sich permanent in der Nähe der Lager herumtrieben. Und da wurden kleinere, etwas mehr als fuchsgroße Tiere sicher eher geduldet als große, die potentiell dem Menschen gefährlich werden konnten.
    Und als sie dann mal da und ein gewohnter Anblick waren, kam es auch zu engeren Kontakten, Kinder spielten mit Welpen, diese wurden dadurch zahmer usw.
    Nach dieser Theorie waren nicht Jagd oder Schlittenziehen die ersten nützlichen Funktionen des Hundes für den Menschen, sondern sehr viel prosaischer Abfall- und insbesondere Kotfressen. Das tun Hunde ja heute noch gern.
    Und danach die Wächterfunktion als aufmerksamer Alarmgeber, nicht als wehrhafter Verteidiger. Das kann ein kleinerer Wolf/Hund ebenso gut wie ein größerer.
    Ob Wölfe oder Hunde trainierbar waren oder nicht, spielte beim Erstkontakt und noch lange darüber hinaus gar keine Rolle. Erst als Hunde schon lange da waren, kamen Menschen darauf, sie für verschiedene Zwecke einzusetzen.


    Dagmar & Cara

    Einmal habe ich gelesen, daß jene Wölfe, die sich dem Menschen anschlossen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nur um die 10 bis 12 Kilo wogen, also eine kleinere Unterart waren. Das würde erklären, warum die Menschen Wölfe überhaupt in ihrer direkten Nähe duldeten. Es würde auch einen Erklärungsansatz für die durchschnittlich höhere Lebenserwartung kleiner Hunde liefern.
    Leider habe ich zu dieser These bisher keine weiteren Ausführungen gefunden.

    Was Erkenntnisse über Ursprung und Abstammung der Hunde betrifft, da ist in den letzten Jahren vieles in Fluss gekommen. Immer wieder erscheinen neue Fachartikel aus Genetik, Archäologie usw und gehen der Frage nach. Mal entstand der Hund zuerst in Asien, mal in Europa oder Afrika. Da wiederspricht sich vieles und auch die Frage, seit wann es Hunde gibt, wird nicht einheitlich beantwortet. Es bleibt spannend.

    dagmar & cara

    Ein interessantes Thema!
    Um auf alle deine Fragen zu einzugehen, müßte man mehrere lange Artikel schreiben... :smile:

    Daher nur einige kurze Antworten, die dich hoffentlich auf neue Spuren führen.

    Sehr interessante aktuelle Forschungen rund um Wolf, Hund und Mensch werden im Wolf Science Center bei Wien betrieben:
    Willkommen - Wolfsforschungszentrum
    Dort werden Wölfe und Hunde von Hand aufgezogen, in Gruppen gehalten und nehmen an diversen Experimenten zur Lern- und Verhaltensforschung teil.

    Im Mittelalter gab es Hungerzeiten, aber nicht immer und nicht überall, und selbst wenn der Bauer hungerte, galt dies noch lange nicht für den Adel.

    Geplante Hundezucht an sich ist keine Erfindung der Neuzeit. Mach zB mal eine Google-Bildersuche zum Begriff "Livre de Chasse", ein französisches Buch über die Jagd aus dem Mittelalter über die Jagd. Da findest du mehrere Hundetypen wie Windhunde und brackenartige Meutehunde abgebildet. Der Adel hatte natürlich die Mittel, viele Hunde zu halten, auf Leistung zu selektieren und zu züchten, vor allem diverse Bracken/Laufhunde, Windhunde und Saupacker/Doggenartige.
    Auch Herdenschutzhunde sind ein uralter Hundetyp mit vielen Lokalschlägen.

    Hunderassen im engeren Sinne, also mit geschlossenem Zuchtbuch und Rassestandard gibt es allerdings erst seit Ende des 18. Jahrhunderts. Das heißt aber nicht, daß zB ein Jäger in Kirgisien, der auf die Jagd mit seinen Windhunden angewiesen ist, keine Zuchtkriterien hat. Für ihn zählt die Leistung, und danach werden die Zuchttiere ausgewählt. auch das ist Rassezucht, aber eben ohne Zuchtbuch und Standard.

    Der Artikel in der "Welt" scheint mir nicht so besonders gut recherchiert und geschrieben zu sein. Einen Wolf kann man überhaupt nicht domestizieren. Man kann ihn allerdings zähmen, und das ist auch schon häufig gelungen. Domestizieren kann man nur eine Tierart, das ist ein langer Prozess, den alle heutigen Haustierarten und -rassen durchlaufen haben. Domestikation beschreibt eben den langen Weg vom Wildtier zum Haustier mit all den genetischen Veränderungen und Anpassungen an das Leben beim Menschen. Ein domestizierter Wolf ist eben ein Hund.

    Entwickeln sich Hundewelpen oder Wolfswelpen schneller? Das Institut für Haustierkunde in Kiel hat dazu viel Grundlagenforschung betrieben. Es gibt nicht "Den Wolf", sondern verschieden Unterarten und noch größer sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Hunderassen, daher läßt sich die Frage nicht pauschal beantworten.

    Dorit Feddersen-Petersen

    "a. Changes in early development:

    Heterochrony
    or developmental recombination in behaviour: Behaviour differences
    between dogs and wolves have often been explained as a slowing down of
    development, which results in juvenile traits being retained at the
    adult age. This theory predicts that in dogs traits emerge later
    (postdisplacement) and develop at a slower rate (neoteny) during
    development. Our comparative analysis of various dog breeds does not
    support this view. We found no evidence for overall neoteny or
    postdisplacement in dogs in relation to wolves. Although there was a
    clear variability among breeds, a considerable part of the traits
    showed even an earlier emergence (predisplacement). Breeds considered
    to be very similar to the wolf (Siberian husky and German shepherd)
    differed markedly in the timing of developmental events. This
    contradicts the idea that morphologically paedomorphic breeds (which
    also differ from the wolf to the greatest extent) display a slower rate
    of development (middle figure)."

    Dagmar & Cara

    Ich wohne in Hannover und kenne mich auch in Bonn gut aus, und ich empfinde Hannover als hundefreundlicher. In Bonn und Umgebung gibt es mehr Einschränkungen und Leinenpflicht, zB ist das ganze Siebengebirge Naturschutzgebiet und daher herrscht dort ausnahmslos Leinenpflicht. Auch die Initiative "Hundefreilauf Bonn eV" ist ja aus schierer Not geboren; nur weil es im weiteren Umkreis überhaupt keine Freilaufmöglichkeiten gab, gründeten Hundefreunde extra einen Verein, um ein Gelände zu pachten.
    Zwischen Bonn und Bad Godesberg gibt es genau eine offizielle Hundewiese in den Rheinauen, die ist zwar recht groß, aber schüsselförmig und nicht durch Gebüsch und Bäume strukturiert, so daß man sich bei Bedarf schlecht ausweichen kann. Im Sommer schattenlos, bei Regenwetter verschlammt, nur eine einzige Bank in der Mitte.
    Andere häufig genutzte Freilaufecken sind halb- oder illegal nach dem Motto "Hauptsache nicht erwischen lassen".
    Der Rhein ist halt sehr dicht besiedelt und Freiräume sind knapp.
    Und Bonn ist nun ja so knapp bei Kasse, deshalb wurden die Kotbeutelbehälter abmontiert. (Das ist kein Witz!)

    In Hannover gibt es Licht und Schatten. Hannover ist eine sehr grüne Stadt, Parkanlagen, ein großer Stadtwald, Grün an Flüssen und Kanal sowie Kleingartenanlagen ziehen sich durch die Stadt. Man kann in Hannover überall wohnen und ist immer schnell im Grünen. Großstadttypisch ist aber auch eine hohe Hundesteuer.

    Pro: Es gibt mehrere größere und einige kleine dezentrale Freilaufflächen, darunter einige sehr schöne und auch ausgedehntere.
    Contra: In der Brut-und Setzzeit, die sich über mehrere Monate erstreckt, fallen einige davon aus.

    Contra: In allen Hannoverschen Grünanlagen gilt Leinenpflicht, außer auf den extra freigegebenen Flächen.
    Pro: man kann in Hannover eine Gehorsamsprüfung mit dem Hund ablegen und dann eine Leinenbefreiung beantragen.
    Contra: Das kostet viel Geld und die Erlaubnis gilt nur für die eine Person, die mit dem Hund die Prüfung gemacht hat.

    Noch ein Pro für Hannover: Die Tierärztliche Hochschule und die vielen Vet-StudentInnen mit Hund fördern eine lebendige, interessante und engagierte Hundeszene in und um Hannover.

    Dagmar & Cara

    Doch, das kannst du im Welpenalter ruhig machen. Kauen beruhigt, und du schreibst ja, daß er sich ansonsten selbst etwas sucht, also gib ihm besser etwas Erlaubtes. Welpen kauen mehr als erwachsene Hunde und dürfen das auch. Es muß ja auch nicht immer kalorienreiches Kauzeug wie Rinderohren sein. Es gibt inzwischen eine große Auswahl von Kauartikeln, zB auch Geweihstücke oder Kauwurzeln.

    Empfindliche und gefährdete Sachen räumst du nach Möglichkeit weg (machst du vermutlich ohnehin schon) und alle Eßwaren sowieso.
    Der Welpe braucht auch nicht die ganze Wohnung zu seiner Verfügung, wenn er mal kurze Zeit allein bleiben soll. Es gibt im Tierfachhandel Präparate wie zB Bitter Apple Tinktur, mit denen man gefährdete Stuhlbeine usw einreiben kann, der bittere Geschmack hält vom Zerbeißen ab.

    Dagmar & Cara