Beiträge von dagmarjung

    Ich erzähle mal was zum Schipperke, weil beinahe ein Schipperke statt eines Pudels bei mir eingezogen wäre, und ich mich vorher natürlich so gut es nur ging über die Rasse informiert habe.

    Das Schipperke wird zwar im FCI als kleinster Schäferhund gelistet, schaue ich mir aber die Rassegeschichte, die Verwendung, die Wesensbeschreibung und die Hunde selbst in Bewegung und Ausdruck an, erkenne ich einen kurzhaarigen Spitz mit vermutlich etwas Hütehundeinschlag. Dazu passt, daß bei unkupierten Hunden die über den Rücken liegende Ringelrute sehr viel häufiger vorkommt als die hängende Säbelrute. (Nach einer Statistik etwa 3:1)
    (Das ist meine Meinung, die offizielle Rassebeschreibung sagt etwas anderes) :D

    Arbeitsschwerpunkt war früher das Melden und Bewachen, aber immer in enger Gemeinschaft mit dem Menschen, der kleine Hund war auch als Begleiter gefragt. Vom Hüten ist bezeichnenderweise nicht die Rede. :roll:

    Züchter und Halter, die ich gefragt habe, schildern ihre Schipperke als selbstbewußt, lebhaft, kernig, aber gut erziehbar. Nicht wenige werden im Hundesport oder ähnlichen Aktivitäten geführt. Das Schipperke gilt als Allrounder, der alles mitmacht. Es gibt aber auch Exemplare, die es lieber gemütlicher angehen. Ein Halter zweier Rüden in den besten Jahren schilderte es so: "Der eine ist der Sportler; der andere sein Manager" (und fährt lieber im Körbchen, statt neben dem Fahrrad zu traben)
    Eine Neigung zum Kläffen (Bewachen) und eine ordentliche Portion Schutztrieb soll typisch für Schipperke sein. Das Dutzend Hunde der Züchterin, die ich besuchte, war aber keineswegs lärmig. Die Hunde zeigten sich mir als einer Fremden gegenüber aufgeschlossen, sowohl im stressigen Umfeld einer großen Hundeschau als auch später bei Besuchen der Züchterfamilie.

    Gute Schipperke zeigen auffallend wenig Verzwergungsmerkmale, auf Fotos wirken sie wie weit größere Hunde. Leider gibt es in USA einen Trend zur Verniedlichung, runde Köpfe, runde Augen, spitz eingesteckte Schnäuzchen. Die Rasse ist in den USA recht beliebt, dort ist also die größte Zuchtbasis.
    Leider sieht man Schipperke hier in Deutschland nur sehr selten. Es gibt eine knappe Handvoll Züchter. Rings um uns herum von Belgien über Holland, Großbritannien bis Skandinavien sind sie aber häufiger, so daß man wohl keine Sorge haben muß, daß die hiesigen Züchter aus Not zu eng züchten. Eine Nachfrage wäre es mir aber wert.

    Würde ich heute ein Schipperke suchen, gerade im Hinblick auf Hundesport, würde ich keinen allzu winzigen Hund, sondern einen im mittleren bis oberen Maß bevorzugen. Der Standard läßt in dieser Hinsicht ja sehr viel Spielraum. (3 bis 8 Kilo)

    Stichwort Fellpflege: Das Fell ist etwa wie das eines kleinen Schlittenhundes, stockhaarig mit üppiger Halskrause und Hosen. Spitz mit kurzem Haar eben. Man sollte sich also keinen Illusionen hingeben, die haaren im Fellwechsel wie Sau! Das Fell verlangt also keine besondere Pflege, dafür mindestens zeitweise das Wohnumfeld.

    Falls nun die Frage aufkommt, warum ich doch kein Schipperke habe: Die Hündin brachte damals ihre Trächtigkeit nicht zuende, sie mußte notoperiert werden. Ich hatte meinen Urlaub schon festgelegt, eine Änderung war nicht mehr möglich. Also mußte ich nun einen Welpen suchen, der in meine Zeitplanung passte. Ein anderer Schipperkewelpe war nicht zu bekommen, ich mußte also die Rassenfrage noch einmal ganz neu überdenken.
    Was ich keinen Augenblick bereut habe, aber trotzdem freue ich mich natürlich sehr, wenn mir mal ein Schipperke über den Weg läuft! :herzen1:

    Dagmar & Cara

    Beissen: Das wird besser!
    Gib ihr ordentlich Kauzeug, wenn sie im Zahnwechsel ist, in dieser Zeit ist das Kaubedürfnis wirklich besonders groß.

    Leineziehen: Bleib dran, dann wird es besser!
    Das hat nichts mit langsam oder schnell gehen zu tun - außer daß es für Mensch und Hund leichter ist, im eigenen Wohlfühltempo zu gehen, und das ist beim Traber Hund normalerweise höher als beim Menschen.
    Es ist aber so, daß es für den Hund eine hohe Konzentrationsleistung ist, sein Tempo aufmerksam an den Menschen anzupassen. Das kann ein junger Hund nur über ganz kurze Strecken leisten.
    Ein bewährter Tip ist es, Halsband und Geschirr parallell zu verwenden, wobei der junge Hund am Geschirr ziehen darf, am Halsband wird dagegen kurz, aber konzentriert das Gehen an lockerer Leine geübt. Dann kann man die Strecke allmählich steigern.

    Schlafbedürfnis:
    Das wird häufig überschätzt. In Freilandbeobachtungen an verwilderten Hunden kamen die Forscher auf 17 Stunden Dösen und Schlafen pro Tag. Mit 17 wochen ist dein Hund ja schon ein Junghund und raus aus dem Babyalter. Es ist ganz normal, wenn er dann auch aktiver wird. Du solltest natürlich trotzdem darauf achten, daß er nicht überdreht und zur Ruhe kommt, aber mach dir keine Sorgen, wenn er das Soll der ominösen 20 Stunden nicht erfüllt.

    Eine weitere Beobachtung aus dem Freileben ist die, daß Welpen und Junghunde/Jungwölfe anfangs einem von ihren Eltern eher unabhängigen Aktivitätsrhytmus folgen. Ist ja auch klar, die Alten sind auf Futtersuche unterwegs, danach sind sie müde und ruhen sich aus. Währenddessen spielen oder schlafen die Welpen so, wie sie Lust haben.
    Später passen sich die Jungen den Älteren an. Das Rudel ruht gemeinsam oder ist gemeinsam aktiv. Das tun auch unsere Haushunde. Dieser Anpassungsprozess findet im Verlauf des ersten Jahres statt.

    dagmar & Cara

    Dass mein erster Beitrag hier landen würde, hätte ich auch nicht gedacht, aber als ich mit dem Zwerg vorhin kurz draußen war, fand folgender Dialog statt:

    "Hallo, och, der ist aber niedlich. Wie alt ist er denn?"
    "Neuneinhalb Wochen."
    "Ah, ok, dann lass ihn ruhig zu mir kommen, denn dann hat er ja noch keine Zähne" :D

    Ahja. :pfeif:

    Ich merke schon, du paßt hier richtig gut rein. Herzlich willkommen im Forum! :winken:

    Dagmar & Cara

    Hat hier jemand Lust, sich mit uns (mir und Alice) mal für ein Stündchen zu treffen?
    Es ist egal, ob Eure Hunde nett sind, oder nicht, ob sie frei laufen dürfen oder nicht, groß oder klein (vorzugsweise groß, klein kennt sie), weiß oder schwarz. Hauptsache, Alice kann sehen und lernen, dass ihr nichts passiert, egal wie die Hunde sich verhalten.


    Hallo Corrier!

    Erstmal Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Collie!

    Wir können uns sehr gerne mal wieder treffen, Cara mag zwar keine aufdringlichen größeren Welpen, aber ein zurückhaltender ist kein Problem. Am Freitag hätte ich Zeit. Wir könnten uns nachmittags treffen ab 17.00 Uhr oder, wenn das nicht geht, vormittags zwischen 9.00 und 10.00. Als Ort würde ich den Georgengarten vorschlagen, da gibt es durchaus Ecken ohne fremde Hunde.

    Gruß von Dagmar

    der steht stock steif vor meinem und knurrt ihn an? ist das nix tun?

    Nach Meinung von Tutnixhaltern kennt der Hund als solcher genau zwei Aggregatzustände, nämlich "tut was" und "tut nix".
    "Tut was" = zubeißen
    "Tut nix" = alles andere, inclusive: fixieren, sich anschleichen, jagen, heranstürmen, Weg abschneiden, rempeln, drohen, knurren, provozieren, zähnefletschen, zu Boden drücken usw...

    Nach dieser Definition hat die Joggerin also recht: wer nicht direkt zubeißt, "tut nix". :ugly:

    Dagmar & Cara

    Ich weiß nicht sicher, ob es jedesmal wegen derselben Sache war oder ob der Hund wegen verschiedener Probleme vorgestellt wurde. Aber es war jedenfalls einige Male im Verlauf weniger Wochen. Und selbst wenn es jedesmal ein anderer TA gewesen sein sollte (in der Praxis arbeiten 3 Personen), so hat doch jeder von denen dieselbe Kankenakte auf dem Bildschirm, auf der klar ersichtlich ist, wann und warum der Hund zuletzt in der Praxis war.

    Dagmar & Cara

    Gehört nicht direkt hierher und ich freue mich ebenfalls außerordentlich, dass das alles so glimpflich aubgelaufen ist.
    Aber bei dem Posting da oben... Das ist doch ein Merkmal, was man züchterisch angehen sollte und nicht bequemerweise bei Kastra gleich Magen mit fixieren! Das ist als wenn man sagt: Beim Mops wird bei der Impfung schnell mal das Gaumensegel operiert!

    Stichwort: Qualzuchtmerkmal!

    Hilft jetzt Einstein nicht wirklich, das weiß ich, aber mich stört einfach gewaltig, wenn so eine Fehlbildung als gottgegeben hingenommen wird! (Nicht von der TE, sondern von den genannten Züchtern!!!)

    Da bin ich ganz deiner Meinung!!!

    Das spiegelt natürlich die Verhältnisse in den USA wieder. Wie weit da ein Bewußtsein für solche Themen entwickelt ist, keine Ahnung. Es bleibt wohl weitgehend dem einzelnen Züchter überlassen. Es wird aber international viel mit Linien aus USA gezüchtet.

    Im zweiten Fall muß ich sagen, ich bin ebenfalls ziemlich entsetzt.
    Man muß dabei berücksichtigen, die MD tritt typischerweise im höheren Alter von 6, 7, 8 Jahren auf, also nach der Zuchtphase. Das erschwert natürlich die Bekämpfung, man kann ja nichts vor dem Zuchteinsatz überprüfen oder röntgen. Möglichkeiten gäbe es aber schon, wenn die Vereine sich wirklich engagieren würden, zB Daten über MD erheben, Rückschlüsse auf Vererber ziehen, Eingang der Daten in eine Zuchtwertschätzung. Leider sehe ich das nicht, jedenfalls nicht im DPK. Als Zuchtverein ist er absolut schlafmützig.

    Die 11 zu 33 spiegeln natürlich nicht die Verhältnisse bei Großpudeln insgesamt! Es handelt sich um eine Zucht in einer neuen, damals noch seltenen Farbe. Vermutlich also Linienzucht mit relativ nahe verwandten Tieren.
    Neben anderen Risikofaktoren wie Körperbau und Alter geht man heute auch von einer erblichen Komponente aus.

    Dagmar & Cara