Beiträge von dagmarjung

    Meint ihr mit Brackendoodles (oder Bradoodles) kann man Geld machen?
    Kenne einen jungen Großpudelrüden und Finja ist nicht kastriert

    Bestimmt. Der Hund verfolgt ausdauernd die Spur und apportiert, was er am Ende findet.
    Allerdings hatten andere Leute eine vergleichbare Idee schon lange vor dir. Das Ergebnis heißt Pudelpointer. :nicken:

    Dagmar & Cara

    Mehr fallen mir gerade nicht ein, aber es kommen schon ganz schön viele Kommandos zusammen, die so ein Hund im Laufe der Zeit verinnerlicht. Wahnsinn, was unsere Hunde da leisten. Sehr cool!

    Bei jedem normalen Familienhund, der wirklich eng mit seinem Menschen zusammenlebt, kommen eine Menge Vokabeln und Sichtzeichen zusammen, die der Hund richtig umsetzt. Deshalb glaube ich den Leuten hier nicht ganz, die schreiben, ihr Hund kennt nur drei Kommandos. (Außer er ist noch sehr jung, versteht sich.)

    Wenn man mal seinen ganzen Umgang mit dem Hund Revue passieren läßt, kommen da bestimmt noch einige mehr zusammen als die Handvoll, die man bewußt geübt hat. So vieles ergibt sich aus dem Alltag, was man gar nicht bewußt trainiert.

    Iss Müll! (Liegenlassen!)

    Das ist widersprüchlich! :lol:

    Dagmar & Cara

    Bei Cara kommt auf jeden Fall einiges mehr als 20 zusammen. Das geht schnell, wenn man außer Grundkommandos (Sitz, Hierher) und weiteren Alltagskommandos (Warte, Raus da) noch allerhand Hundesport und Hobbies mit dem Hund ausübt oder früher betrieben hat. Dummytraining, Obedience, Tricks, Dogdance, andere Such- und Apportieraufgaben, da kommt schon was zusammen im Laufe des Hundelebens. Gezählt hab ich aber nie.
    (Keine Sorge, ich bin keine Eislaufmutti - vieles haben wir nacheinander gemacht, nicht alles gleichzeitig) :D

    Dagmar & Cara

    Suchtverhalten beim Hund ist wie Glücksspielsucht, Computerspielsucht oder Kaufsucht beim Menschen, aber nicht wie Alkohol- oder Drogensucht. Echtes Suchtverhalten mit allen negativen Folgen, aber ohne daß irgendein Mittel konsumiert wird.

    Dagmar & Cara

    Ich habe das Frauchen mal drauf angesprochen und sie hat mir ganz stolz erzählt, dass sie ihren Hund ganz alleine so hinbekommen hat. Das er überall ohne Leine laufen kann, alle Menschen, Hunde und andere Tiere ignoriert. Das er nur Augen für sie hätte... Als ich vorsichtig gefragt habe, ob der Hund nicht einfach nur Augen für den Ball hat, war sie total empört... das wäre ja nur ein Spielzeug. Auf meine Frage ob sie auch manchmal ohne Ball unterwegs ist, hat sie das verneint und davon geschwärmt wie viel Spaß ihm der Ball macht.

    Du könntest sie vielleicht mal zu einem kleinen Test bewegen, indem du dir die Ballschleuder geben läßt und ihr beide in verschiedene Richtungen auseinandergeht. Wem wird der Hund dann folgen? Wird sie es schaffen, ihren Hund abzurufen?
    Vielleicht gibt ihr das dann doch zu denken.

    Bezüglich der Clicker Junkie.... ist der Trieb dann womöglich ein übertriebenes Will to please ?

    Bislang scheint der clickersüchtige Hund so eine Art Wolpertinger zu sein, den noch niemand gesehen hat. Falls doch jemand ein Beispiel kennt, nur her damit.
    Ich meine damit wirklich clickersüchtig, nicht einfach Opfer eines kontrollsüchtigen Menschen, der mit Clicker oder Dressur auf maximale und ständige Kontrolle des Hundes hinarbeitet.

    Dagmar & Cara

    Manchmal frag ich mich echt warum ich mir nicht ne Hündin zulege und fröhlich Whippetmixe produziere. Am besten mit Pudel.

    Ich kenne einen, ein ganz bezaubernder Hund. Sieht aus wie ein Mini- Deerhound. Den Pudeleinschlag sieht man wirklich nur am Haarkleid, (eben wie ein Deerhound) ansonsten 100% Windhund im Körperbau und Wesen.

    Und jetzt Mal im Ernst. Seht IHR da Sheltie in dem Spitz?

    Der Kopf und die Farbe ist vom Spitz, aber die Hängerute vom Sheltie. Ebenso das Fell, das zwar üppig ist, aber mehr hängt und nicht so absteht wie beim Spitz.

    Dagmar & Cara

    Besonders interesannt finde ich, dass es für viele ganz normal ist Hunde zum clickerjunkie zu machen.

    Das scheint volkommen legitim und gesellschaftdfähig zu sein .

    Ich habe diese Vorwurf schon öfters gehört, aber ich habe noch nie auch nur einen einzigen clickersüchtigen Hund getroffen, im Gegensatz zu Balljunkies. Und das, obwohl ich über den Hundesport und aus anderen Bereichen sehr viele Hunde kenne, die mit dem Clicker trainiert werden. Gerade in Obedience ist ja Markertraining das Mittel der Wahl.

    Es wäre auch gar nicht so einfach, einen Hund clickersüchtig zu machen, weil, wie SanSu schrieb, vor allem selbstbelohnendes Verhalten zur Sucht werden kann: Hetzen, Packen, Schnüffeln, Rammeln usw. Das Clickgeräusch ist aber zunächst mal neutral und wird erst durch Konditionierung mit Bedeutung aufgeladen. Alles in allem eine Stufe abstrakter als der direkte Reiz.
    Deshalb eignet sich der Clicker unter anderem auch gut dazu, mehr Ruhe und Konzentration ins Training zu bringen, wenn der Hund zu aufgeregt auf Futter oder Spielzeug reagiert. Denn die eigentliche Belohnung wird erst nach dem Click aus der Tasche gezogen.

    Ich will nicht ausschließen, daß es vereinzelt kontrollsüchtige Hundehalter gibt, die wirklich tagaus tagein jede Lebensregung ihren Hundes beclickern und ihn dadurch wuschig machen, genauso wie es soche gibt, die durch strenge Verbotsderessur erreichen, daß ihr Hund keine selbstständige Regung mehr macht.

    Der übliche Umgang mit dem Clicker ist das aber nicht. Der wird zu Trainingszwecken ausgepackt und nacher wieder weggelegt. Daher finde ich Formulierungen wie oben reichlich überdramatisierend.

    Ich kenne viele Hunde, die motiviert und eifrig beim Clickertraining dabei sind, aber keinen einzigen, der nach Übungsende seiner HF an der Jacke hängt und nach mehr drängelt

    Wie ihre Vorbesitzer das angestellt haben wüsste ich auch gerne Mal

    Vermutlich mit einem Laserpointer, der ja leider manchmal extra zur Bespaßung von Katze und Hund angeboten wird.

    Dagmar & Cara

    Würden Hunde denn wenn die Jagd erfolgreich beendet wurde (bei Wilderei oder so) weniger Risiko haben zum Junkie zu werden?

    Beim Ballwerfen ist es ja nur das wiederholte hetzen, aber anders töten und fressen sie ja noch. Wird das im Gehirn irgendwie anders verwertet als „hetzen macht Spaß“ sondern „Jagd ist geglückt, Thema erledigt“ ?

    Es gibt auf Youtube Videos von Terriern und Lurchern, die professionell zum Rattenjagen eingesetzt werden. Die hetzen, packen und schütteln die Ratte tot, danach ist sie uninteressant und wird fallen gelassen. Der Hund sucht nach dem nächsten Bewegungsreiz, und das ganze wiederholt sich. Da kommen teils erstaunliche Strecken zusammen. Für die Hunde ist das Totschütteln bereits die Endhandlung der Jagd, nicht das Fressen und Sattwerden. Und das wird solange wiederholt, wie noch Jagdobjekte da sind. Bei diesen Terriern und Terriermixen ist das züchterisch gewollt. Der Mensch möchte keinen Arbeitsterrier, der nach der fünften Ratte sagt, mir reichts jetzt.

    Süchtig werden kann sich aber auch auf verschiedene Handlungen beziehen. Ich habe mal einen Labrador aus Arbeitsline kennengelernt, der war süchtig nach Apportieren. Der wurde schon gaga nur von dem Gefühl, das Dummy (Beute) im Maul zu tragen und war dadurch so übererregt, daß an ein vernünftiges Arbeiten (Ruhe, Konzentration, Naseneinsatz) gar nicht zu denken war. Die HF verbrachte die meiste Zeit des Dummy-Kurses ganz am Rand der Szene, um mit ihrem Hund an der Frustrationstoleranz zu arbeiten und ihn in einen ansprechbaren Zustand zu bringen. Sie hat den Kurs dann verlassen, und leider weiß ich nicht, wie der Hund sich danach entwickelt hat.
    Seither weiß ich, daß Überzüchtung auch bei Verhaltensmerkmalen ein Thema sein kann, nicht nur bei körperlichen. Denn die HF hat keine Fehler wie Bällchenwerfen o. Ä. gemacht, um ihren Hund in diesen Zustand zu bringen.

    Dagmar & Cara

    Und wenn ja, warum ist das so? Gibt es Erklärungen dafür aus der Verhaltensbiologie etc.?

    Ja, die gibt es. Das Weibchen bringt die Jungen zur Welt, für deren Aufzucht die Kraft des ganzen Rudels benötigt wird. Deshalb ist ein weiteres Weibchen eher Konkurrenz als Hilfe, sobald es erwachsen wird und eventuell selbst Welpen bekommt.
    In größeren Rudeln von Wölfen oder Hunden gibt es so gut wie immer eine Überzahl von Rüden und nur wenige erwachsene Weibchen, oft nur die Leithündin oder Leitwölfin. Die Rüden bilden den Kampf- und Jagdtrupp, das gesellige Mittelfeld der Gruppe, wo man sich auch mal schlägt und wieder verträgt.

    Das ist natürlich sehr stark verkürzt und kann im Einzelfall auch anders sein, aber so ist die Tendenz. Viel hängt auch von der Nahrungssituation ab.

    Dagmar & Cara