Das ständige Hinterhertapsen in der Wohnung ganz ist typisch für Hunde, die gerade ihren Besitzer wechseln mußten und sich in ganz einer neuen sozialen Situation zurecht finden müssen. Der Hund sucht äußerlich, was er innerlich noch nicht haben kann, nämlich eine verläßliche Bindung. Die scheinbare "Anhänglichkeit und Liebebedürftigkeit" in dieser Phase ist vor allem aus Abhängigkeit geboren. Echte Freundschaft braucht auch hier Zeit zum Wachsen.
Diese seelische Ausnahmesituation ist nicht der passende Zeitpunkt, um das Alleinebleiben zu trainieren. Das wäre zu früh und schafft völlig unnötigen Stress. Laßt das "Kleben" vorerst einfach zu, ohne darauf einzugehen, weder mit Aufmerksamkeit (Ansprechen, Streicheln) noch mit Abwehr (Wegschieben, "Bleib"-Übungen). Macht einfach euren Alltag weiter und erlaubt Pina, dabei zu sein und euch zu beobachten. Kleine Distanz-Übungen ergeben sich durch Toilettengänge oder Müll rausbringen ohnehin von selber.
In dem Maße, wie sie euch und eure täglichen Abläufe kennenlernt, wird sie sich zunehmend entspannen und dann von sich auch mal Abstand wahren und nicht jedesmal aufspringen, wenn ihr euch regt. Dazu muß sie euch aber erstmal etwas mehr vertrauen, daß ihr auch wirklich in ihrem Leben bleibt und nicht wieder verschwindet. Deswegen sind verfrühte Alleinbleibeübungen kontraproduktiv.
Pinas gegenwärtiges Verhalten läßt keine Rückschlüsse darauf zu, ob sie später Schwierigkeiten mit dem Alleinebleiben haben wird oder nicht. Es ist wie gesagt einfach normal für einen neuen Hund im Haushalt. Bei den allermeisten neuen Hunden erledigt sich das Kleben nach einigen Tagen oder Wochen von selber.
Eine ganz wichtige Vorübung zum Alleinebleiben ist aber in jedem Fall, daß ihr von Anfang an nicht ständig - auch innerlich - um den Hund kreist. Das fällt natürlich schwer bei einem neuen Hund, ist aber wichtig. Auch wenn ihr anwesend seid, sollte der Hund daran gewöhnt sein, daß er zeitweise Pause hat und nicht ständig auf ihn eingegangen wird.
Dagmar & Cara