Beiträge von dagmarjung

    Cara lebte bis zur 4. Woche im Haus. Die Wurfkiste stand im Wohnzimmer. Danach kam die Hundefamilie in den Garten mit entsprechend eigerichtetem Gartenhäuschen. Genau das ist gemeint, wenn von "Aufzucht in Haus und Garten" die Rede ist: Das die Welpen das Haus und Haushaltsgeräusche kennen, aber wenn sie etwas älter sind, sich überwiegend draußen aufhalten und nach Herzenslust bewegen können. So aufgezogene Welpen kennen Staubsauger und Gewitter als normale Umgebungsgeräusche und fallen nicht vor Schreck um, wenn sie Regentropfen spüren. Und sie lernen gleich, sich auf Gras und Naturboden zu lösen.

    Ich würde keinen Welpen aus reiner Wohnungsaufzucht kaufen, ebensowenig wie einen aus reiner Zwingeraufzucht.

    Gerade bei Zwerghunden hat man es öfters, daß Welpen beim Verkauf zum erstenmal im Leben ins Freie kommen und die Vermehrer das noch besonders anpreisen ("schon ans Katzenklo gewöhnt") weil die Klleinen ja so liebevoll "in der Familie" aufgezogen wurden.

    Dagmar & Cara

    Mein Vorschlag zielt darauf hin, deutlich zwischen enspanntem Modus und Übungsmodus zu unterscheiden. Entspannter Modus heißt nicht, daß du deiner Hündin willenlos überall hin folgen mußt, sieh es eher so, daß sie an der langen Leine vorerst noch ziehen darf und du sie halt notfalls auch weiterziehst, wenn es anders nicht geht. Gehorsam wird in diesem Modus nicht erwartet.

    Und ich meine es ernst, daß du ihr gelegentlich - am besten mit einem neuen Hörzeichen gekoppelt - ruhig mal die Führung überlassen darfst. Das kannst du nach einer Weile mit einem anderen Hörzeichen wieder beenden und dann wieder selbst die Führung übernehmen. Wenn sie dich nicht immer nur als Spaßbremse wahrnimmt, die sie von all den tollen Stellen wegzieht, kann das euer Verhältnis nur verbessern

    Im Übungsmodus dagegen nimmst du die Leine kurz und bewegst dich so energisch vorwärts, daß sie sich auf jeden Fall auf dich komzemtrieren muß.

    dann wird halt wieder an der 2m-Leine gezogen.

    Diese Leinenlänge ist für den Übungsmodus viel zu lang. Leine kurz nehmen und flott voran, dann kommt sie gar nicht an den Wegesrand zu den Schnüffelstellen.

    Und die Übungen gant kurz halten!

    Daher habe ich mal probiert das Schnüffeln als Belohnung zu nutzen. Belohnung dafür mir gegenüber aufmerksam zu sein.

    Das ist genau die richtige Idee: das Schnüffeln ist hier Fall die beste, da vom Hund in dem Moment gewünschte Belohnung.


    Dagmar & Cara

    Meine Hündin nimmt das Markieren auch sehr wichtig und hebt das Bein. Auch das Hinterherpinkeln, nachdem ein Hund an uns vorbeigelaufen ist, kenne ich von ihr. Habe aber kein Problem damit. Finde es eher lustig. :D

    Ich habe allerdings den Eindruck, daß dich dieses Verhalten doch sehr nervt. Wenn man es eilig hat und die Bahn erwischen muß, kann ich es nachvollziehen, daß man zügig vorankommen will. Aber wenn es ein Spaziergang eigens für den Hund ist, kann man sich ja auch dafür entscheiden, das Verhalten nicht nervig, sondern interessant zu finden. Was der Hund so alles entdeckt... =)

    Ob das Markierverhalten deiner Hündin übersteigert ist, kann man übers Internet wohl nicht entscheiden. Einerseits sind Bullys ja dafür bekannt, daß sie alles mit vollem Einsatz tun. Andererseits gibt es auch so was wie Stresspinkeln und es wäre möglich, daß übermäßiges Schnüffeln und Markieren deiner Hündin dazu dient, mit Stress umzugehen. Und in diesem Fall wäre zu fragen, ob der Stress durch Umstände im Alltag oder direkt beim Spaziergang entsteht. Zum Beispiel, weil sie deine innere Verärgerung mitbekommt und /oder oft korrigiert wird. Dann wärest du genervt, weil sie so viel schnüffelt und markiert, und sie würde sich vor deiner Verstimmung durch Schnüffeln und Markieren "retten". :ka:

    Das ist natürlich sehr spekulativ.

    Dagmar & Cara

    Ein normaler Spaziergang sieht so aus, dass wir im Park erst ein Runde (1-2km) mit normaler Führleine gehen und dann eben auf die große Wiese, wo sie ohne Leine rumlaufen kann.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann möchtest du gleichmäßigen Tempo durch den Park bis zur Wiese gehen und deine Hündin soll dich ohne schnüffeln und markieren dabei begleiten, stets an dein Tempo angepaßt.

    Ich weiß nicht, ob du dir im klaren darüber bist, was für eine große Leistung du da von deiner Hündin erwartest, und das bis zu 2 Kilometer am Stück. Ich betrachte meine Pudelhündin als gut erzogen und sehr kooperationsbereit, aber ich würde das nicht von ihr verlangen.

    Ich empfehle dir, dich mal von dieser hohen Erwartung frei zu machen. Du kannst die Sache viel entspannter angehen, wenn du zwei verschiedene Dinge trennst: gemütliches Bummeln mit Schnüffeln und Markieren einerseits und flottes gemeinsames Marschieren andererseits.

    Der Bummelmodus:

    Der gemeinsame Spaziergang soll euch beiden Spaß machen. Niemand zwingt dich, um punkt X Uhr an der Freilaufwiese zu sein, also kannst du dir und deiner Hündin alle Zeit der Welt lassen. Bleib stehen, wenn sie stehen bleibt, lass dich von ihr zu den interessantesten Stellen führen. Was könnte sie wohl in der Nase haben? Folge ihr. Vielleicht führt sie dich zu ganz unerwarteten Orten. Wenn sie fertig ist, locke sie freundlich, dann könnt ihr weitergehen. Hunde wissen es zu schätzen, wenn ihr Mensch sich für ihre Nasenwelt interessiert. Das stärkt die Freundschaft. Ich könnte mir denken, daß sie die Freilaufwiese gar nicht so dringend für ihr Glück braucht, wenn sie statt dessen mal in Ruhe Zeitung lesen darf, solange sie will.

    Der Marschiermodus:

    Mit fröhlich lebhafter Ansprache und in wirklich flotten Tempo geht es voran! Und zwar so, daß Stehenbleiben und Schnüffeln gar nicht möglich ist. Leckerli und Spielzeug können zum Einsatz kommen, noch wichtiger sind aber Körpersprache und Stimme. Jetzt geht's los, bei dir ist die Party! Wichtig: nur über ganz kurze Strecken! Das ist nämlich eine Konzentrationsaufgabe, die noch dazu ungewohnt ist. Hör immer auf, solange es gut läuft. Strecken von 10, 20, bis 50 Metern sind genug. Dann loben und zur Belohnung in den Bummelmodus umschalten.

    Nicht zu oft üben während eines Spaziergangs. Langsam den Bespaßungsfaktor abbauen, aber trotzdem das Tempo halten und immer belohnen. Wenn das gut läuft, sehr dosiert die Strecke steigern. Aber bitte nicht mit dem Endziel 2 Kilometer!!!

    Für beide Modi ist es sinnvoll verschiedene Hörzeichen und verschiedene Ausrüstung zu benutzen. Je nachdem, ob du bisher am Halsband oder am Geschirr führst, hat sie sich ja das Ziehen an einem von beiden angewöhnt. An diesem Teil machst du die Leine für den Bummelmodus fest. Sehr zu empfehlen ist hier eine etwa 4 - 5 Meter lange Leine (zB Seil aus dem Baumarkt) , die viel einfacher zu handhaben ist als eine normale Schleppleine, aber größeren Freiraum gewährt als die Führleine.

    Für das flotte Marschieren nimmst du entsprechend die kurz eingestellte Führleine und je nachdem, das bisher noch nicht eingesetzte Halsband bzw Geschirr. An diesem Teil wird dann von Anfang an nicht gezogen und der Hund verknüpft es mit dem Arbeitsmodus. Nach Ende der Übungseinheit wird sofort wieder umgeschnallt.

    Dagmar & Cara

    Ich wohne auch im 2. Stock und muß erst über die Straße zum nächsten grünen Fleck. Das hat damals in Caras Welpentagen einwandfrei geklappt. Das Geheimnis liegt im Tragen. Klein-Welpi möchte mit allen vier Pfoten auf der Erde stehen beim Lösen, wird er hochgenommen, hält er normalerweise ein.

    Ein Handtuch habe ich nie gebraucht. Würde ich auch nicht empfehlen, denn ohne hat man den - möglicherweise zappeligen- Welpen sicherer im Griff. (Eine Hand stützt das Hinterteil, die andere die Brust und fixiert die Vorderbeine). Im Zweifel wäre mir das wichtiger als ein paar Tropfen Pipi auf der Treppe.

    Tagsüber ist es sinnvoll, sehr oft mit dem Welpen rauszugehen und nicht erst darauf zu warten, daß der Kleine sich hinhockt. Nachts war es bei Cara so. daß sie sehr schnell durchgeschlafen hat und ich nur in den allerersten Nächten noch mal mit ihr rausmußte.

    Dagmar & Cara

    Ich teile gern und daher war manierlich betteln lernen eine der ersten Lektionen für Cara als Welpe. Gucken ja, Pfoten- und Nasenstupsen nein. Hat gut funktioniert. Sie weiß ganz genau, was wann wo und bei wem erlaubt ist. Im Restaurant verhält sie sich mustergültig, bei mir zuhause in trauter Zweisamkeit wird manierlich gebettelt, bei ihrer geliebten Nenn-Oma Hanna tanzt sie auf dem Tische. :roll:

    Ansonsten heißt die Motte auch "Vorspülprogramm"! Wenn ich den Geschirrspüler einräume, dann kommt sie sogar extra aus dem Garten herein.....sehr gewissenhaft! Sie nimmt ihren Job da wirklich sehr ernst.

    Deine Motte befindet sich in erlauchter literarischer Gesellschaft. In einer Erzählung von Miguel de Cervantes machen hungrige Reisende Rast in einer Gastwirtschaft und bewundern den bildschönen Hund der Wirtsleute. "Wie heißt er denn?" - "Siebenwasser." "???" " - Wenn unsere Gäste die Teller leergegessen haben, dann geben wir sie dem Hund, und wenn er damit fertig ist, dann sind sie so sauber wie siebenmal mit Wasser gewaschen!"


    Im übrigen halte ich mich bei der Fütterung meines Hundes streng an das tierärztlich empfohlene "ABAM" Konzept:

    https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.p…odul=3&ID=19301

    Dagmar & Cara

    wirklich Geld machen kann man mit dem Zeug nur, wenn man es schafft sich als Nutznießer an irgendein laufendes Unternehmen mit dran zu hängen, wo man es den Leuten dann mitaufschwatzen kann im Schatten des Vertrauens, das die Leute in die Kompetenz des Hauptgeschäfts haben..

    Sprich wenn der Ehepartner in der Vorstandschaft im Hundesportverein ist, die Schwester eine Hundeschule betreibt, der gute Freund Hundephysiotherapeut ist, man es über einen befreundeten Kumpel im Tierheim an dem Mann bringen kann oder oder oder...

    ...und wenn man es erreicht, daß ein Tierheim allen Ernstes Tiere nur unter der Bedingung abgibt daß der neue Besitzer sein Futter künftig beim Tierheim kaufen muß, (wie von Fizban als leuchtendes Beispiel beschrieben) dann hat man es endgültig geschafft. Gratulation! :ugly: :flucht:

    Dagmar & Cara

    Cara bekam als Welpe und Junghund auch gelegentlich Reiswaffeln als Leckerli. Reis ist ja auch in vielen Hundefuttersorten enthalten, ich sehe da überhaupt kein Problem. Der Vorteil beim gepufften Reis ist, das sich wenige Körner dank der vielen Luft wie mehr anfühlen. Wegen der Kalorien würde ich mir da keine Sorgen machen. Wie immer gilt natürlich, das man nicht vergessen darf, die Leckerlis in die Tagesration einzuberechnen.

    Dagmar & Cara

    ich brauche nicht mal mehr zwingend Leckerlis. Nur gelegentlich noch auf freiwilliger Basis

    Ich würde gerade beim jungen Hund jedesmal hochwertig belohnen, um das Ausgeben weiterhin zu festigen. Das muß kein Leckerli sein, sondern beim Spielzeug bietet sich das Werfen oder Weiterzergeln an.

    Ausgeben ist eine Leistung, die Überwindung erfordert. Da würde ich gar nicht so sehr anstreben, die Belohnung abzubauen. Auch der erwachsene Hund soll sich sicher sein , daß es sich für ihn lohnt, Beute abzugeben.

    Spielzeug, an dem die Zähne hängenbleiben, solltest du entsorgen. Pullover, nun ja - der kleine Moment, wenn du ihm helfen mußt, der wird ihn nicht nachhaltig irritieren, wenn danach gleich die Belohnung folgt. Die Pullover- und Sockenphase wächst sich ja zum Glück auch aus. :smile:

    Dagmar & Cara

    Ich finde schon, daß ein Welpe neben dem Kontakt zu Menschen und erwachsenen Hunden auch die Möglichkeit zum Spiel mit anderen Welpen haben sollte. Wichtig dabei ist, daß die Spielpartner gleichaltrig und gleich stark sind. Sonst endet der Schwächere als Quietschespielzeug für den Stärkeren, dadurch lernen beide nur Schlechtes. Deswegen ist der Terrier raus. Im jungen Welpenalter macht jede Woche Altersabstand einen Unterschied in Reife und Belastbarkeit aus. In einem halben Jahr kann das schon wieder anders aussehen, wenn der Havi aufgeholt hat.

    Man darf sich ja weiterhin mit einer haushaltsfremden Person im Freien treffen. Da sollte eine Kontaktsuche über die sozialen Medien erfolgversprechend sein, um einen Welpenhalter mit einem Kleinhund im selben Alter zu finden. Es sind ja viele in derselben Situation.

    Dagmar & Cara