Sind die Boston Terrier empfehlenswerter?
Nein. Denn kurze Nase bleibt kurze Nase mit allen negativen gesundheitlichen Folgen. Auch wenn der Körperbau ansonsten sportlicher ist als bei den Bulldoggen.
Das gleiche gilt für Continental Bulldog und Co. Ein bißchen gesünder als die Vollkatastrophe namens Englische Bulldogge heißt nämlich noch lange nicht gesund. Und wenn dann so ein Continental Bulldog sich wirklich deutlich vom Äußeren einer EB entfernt hat, gilt er ganz schnell als Kampfhund(mix), was er dann vermutlich auch ist - sehr problematisch gerade in NRW.
Aber je mehr man liest, desto schwieriger wird es weil sich hunderte Meinungen wiedersprechen und man als ahnungsloser überhaupt nicht weiß was man Glauben/Denken soll
Züchter haben ein finanzielles Interesse daran, Kunden nicht zu verschrecken. Züchter wie auch Privatbesitzer reden sich die katastrophale gesundheitliche Situation der kurznasigen Rassen durch die Bank schön. Wen man auch fragt, kranke Hunde haben immer nur die anderen. Da wird auch dann noch stolz vom "freiatmendem Sportbully" erzählt, wenn das Tier röchelnd daneben steht oder sich schon, verzweifelnd Kühlung suchend, platt auf den Boden geworfen hat.
Also wenn ich jemanden Glauben schenke in dieser Frage, dann den Tierärzten, die eben keine rosa Brille aufhaben, und nicht den Haltern und Züchtern. Google mal "Brachycephalie / brachycephales Syndrom". Mach auch mal eine Bildersuche mit diesen Stichworten. Schau dir die Röntgenaufnahmen der verkürzten Schädel an, in denen sich die Weichteile wie Gaumensegel und Zunge stauen und die Atemwege verlegen. Die schrumpfen nämlich nicht mit.
Mein "niedlicher" Pudel macht jedenfalls dank gesunder Nasenlänge im Sommer nicht schon ab 16, 17 Grad schlapp. (Die Nasenlänge behindert nicht nur die Atmung, sondern auch die Kühlung des Körpers bei Hitze.)
https://www.tierklinik-hofheim.de/die-klinik/fac…es-syndrom.html
Geht doch bitte mal von einer ganz anderen Seite an die Hundefrage heran und überlegt euch, was ihr eurem zukünftigem Hund bieten könnt. Wieviel Zeit ganz konkret da sein wird neben Arbeit und Kind zB. Nicht nur einfach dabeisein, sondern Zeit für den Hund alleine pro Tag, wo er auch wirklich "dran" ist. Das ist gerade für den jungen Hund wichtig, der noch Erziehung braucht. Meine persönliche Faustregel ist, drei Stunden sollten an normalen Tagen für den Hund übrig sein. Berücksichtigt dabei auch, daß man zu vielen Kinderaktivitäten (Spielplätze usw) Hunde nicht mitnehmen darf.
Wie ist eure Wohnsituation? Eigenes Haus in Alleinlage oder Mietwohnung? - Nachbarn und Vermieter sind kleineren Hunden gegenüber meist wesentlich toleranter.
Wie ist eure Umgebung? Einsame Wege oder ist mit vielen Hundebegegnungen zu rechnen? - Stichwort Artgenossenverträglichkeit. Ein unverträglicher Hund in einer belebten städtischen Umgebung ist purer Stress. Und diese Eigenschaft ist auch rassebedingt und kann mit Erziehung allenfalls gemanagt werden. Die Rassen eurer Wunschliste sind (außer den Qualzuchtrassen) alle tendenziell unverträglich mit Artgenossen, besonders die Rüden.
Von der Beantwortung solcher Fragen hängt es weitgehend ab, ob die Hundehaltung Freude macht oder Frust und Stress.
Dagmar & Cara