Sehr freundlich, offen, verspielt, einfach ein lieber Hund. Natürlich war auch er mal recht frech und gerade in der Pubertät schon auch sehr herausfordernt aber nie das man sich hätte sorgen machen muss. Pubertät halt!
So seit etwa gut 3 Monaten geht das so dass er angefangen hat andere Hunde (und das mein ich jetzt so wie ich es schreibe)
Agressiv und mit voller Absicht anzugreifen!
Du schreibst in der Vergangenheitsform, was die Pubertät betrifft. Dein Hund ist aber mit einem Jahr noch längst nicht fertig , sondern mittendrin in der stürmischen Entwicklung zum Erwachsenen. Kleine Hunde sind zwar körperlich schneller ausgewachsen als große, aber nicht im Kopf.
In dieser Phase ändert sich vieles, auch die Einstellung zu anderen Hunden. Ein noch kindlicher Junghund sieht in anderen Hunden vor allem mögliche Spielpartner. Für einen Hundeteenager ist die Sache aber nicht mehr so einfach. Ein (fremder) Hund kann jetzt ein Konkurrent sein, ein Eindringling ins eigene Revier, sexuell interessant, oder auch weiterhin ein Spielpartner. Alles ganz verschiedene Rollen, zwischen denen sich der Junghund auch erst zurechtfinden muß, was ihm zunächst sehr schwerfällt. Vorerst kann sich da einiges vermischen, zB kann ein friedliches Spiel nun schnell kippen.
Deswegen kommen viele junge Rüden in dieser Phase viel schlechter mit Hundebegegnungen zurecht als vorher. Jede Begegnung ist nun sehr aufregend und oft von wiedersprüchlichen Gefühlen gekennzeichnet: man will dringend hin, weiß aber dann nicht so recht ob man spielen, raufen, rammeln oder vertreiben soll. Die letzte und beste Alternative, nämlich einfach im Abstand vorbei zu gehen, muß erst gelernt werden. Da braucht der Jungrüde meist die Unterstützung des Menschen.
Er ist nur sehr, fixieier, jammert und weint. Würde ich ihn aber zu dem anderen Hund lassen, ganz andere Stimmung!
Genau das meine ich. Die gute Nachricht: es ist eine normaler Teil der Entwicklung und wächst sich aus. Der in dieser Phase sehr hohe Testosteronspiegel regelt sich beim erwachsenen Rüden auch wieder auf Normalmaß ein.
Wenn du Ruhe reinbringst, deinem Hund zugestehst, daß er mit Hundebegegnungen derzeit überfordert ist und die Kontakte deutlich reduzierst, wird das helfen. Aus der Situation gehen, nicht glotzen und sich reinsteigern lasse, wurde schon erwähnt. Auch an Pipistellen flott weitergehen und nicht zusehen, wie der Jungrüde sich in Trance schnüffelt.
Ich finde es auch sinnvoll, dich in dieser Zeit selber als zunehmend interessante Partnerin ins Spiel zu bringen, indem du mit deinem Hund Hundesport oder ähnliche gemeinsame Unternehmungen anfängst. Sei es Tricktraining, Nasenarbeit, Apportieren oder was euch sonst Freude macht. Natürlich keine aufhetzenden Ballspiele oder Ähnliches, sondern Aufgaben, bei denen der Hund sein Köpfchen einsetzen und Neues lernen muß.
Ich meine ausdrücklich ein gemeinsames Hobby als "Kür" jenseits der "Pflicht" das Grundgehorsams, der natürlich weiterhin geübt werden muß.
Dagmar & Cara