Beiträge von dagmarjung

    Vorteil der Zwerge ist dass es durch kleinere Sprünge und auch der im Verhältnis größere Abstand der Slalomstangen und Wendungen zwischen den Hindernissen nicht ganz so heftig belastend ist wie bei den Großen. Mit einem Sheltie der nur ein Ticken zu groß ist landest du eben leider im large und darfst dann gegen BC, Labbi und Co antreten und hast was schlimmer ist als die Konkurrenz elendig hohe und damit sehr belastende Sprünge.

    Daß ein Hund aus der typischen Größe herauswächst, kann nicht nur beim Sheltie, sondern genauso auch beim Zwergpudel passieren. Es gibt tolle Agi-Pudel, aber auch viele, die schon vom Körperbau für diese Sportart her nicht optimal geeignet sind und dann halt immer unter "ferner liefen" dabei sind.

    Eziehung und Kommandos lernen sind zwei verschiedene Dinge, die aber oft verwechselt werden, gerade von Menschen ohne oder mit wenig Hundeerfahrung.

    Erziehung findet immer im Augenblick statt. Der Hund knabbert ein Stuhlbein an - er erfährt sofort, daß das nicht erwünscht ist. Er lernt, sich draußen zu versäubern und nicht auf deinem Wohnzimmerteppich. Er lernt, auch mal alleine zu bleiben, dich nicht zu nerven, wenn du arbeiten mußt usw.

    Erziehung heißt, die Hausregeln zu lernen und sich in die Gemeinschaft einzufügen. Ein Hund kann prima erzogen sein, ohne Sitz/Platz/Fuß Kommandos zu kennen.

    Die Erziehung findet wie gesagt im Alltag statt und nicht erst, wenn die Tochter mittags oder nachmittags aus der Schule kommt. Diese Arbeit wird daher hauptsächlich an dir hängen bleiben.

    Sitz, Platz Fuß und andere Kommandos sind zwar im Alltag nützlich, aber im Grunde nicht Teil der Erziehung im engeren Sinne sondern Teil der Ausbildung. Das ist der Teil, den deine Tochter gut übernehmen kann.

    Den so wichtigen Rückruf muß sich aber jede Bezugsperson selbst erarbeiten und festigen, die regelmäßig mit dem Hund rausgeht. Den der Hund hört in erster Linie auf den Menschen, nicht auf ein Zauberwort.

    Eine Gewissensfrage an deine Tochter: Bei aller Begeisterung für Agility, es gibt in jeder Rasse Exemplare, die dafür nicht geeignet sind, und gar nicht so wenige. Bei Shelties - auch aus guter Zucht - macht das Nervenkostüm nicht selten Probleme. Ich kenne Shelties, die super gern auf dem heimischen Platz trainieren, aber dem Turnierstress nicht gewachsen sind. Das unvermeidliche Lampenfieber der Hundeführerin reicht dann aus, um den sensiblen Sheltie nervlich zusammenbrechen zu lassen.

    Meine Kleinpudelhündin - weil Pudel hier empfohlen wurden- war vom Körperbau her nicht wirklch geeignet für Agility, auch zeigte sie mir, daß viele Dinge für sie interessanter sind als gerade Springen. Sie hätte mir zuliebe mitgemacht, war aber in anderen Disziplinen viel freudiger dabei.

    Es gibt auch viele Hunde (rassenunabhängig) die sich übermäßig hineinsteigern und kreichend durch den Parcours rasen. Auch das kann darauf hindeuten, daß Agility im Grunde nicht gut für sie ist.

    Ist deine Tochter flexibel genug, sich dann auf ihren Hund einzustellen und ihm zuliebe auf die Wunschsportart zu verzichten? Den Hund vor den eigenen Ehrgeiz zu stellen?

    Alternativen gibt es immer, das Spektrum reicht von Obedience über Nasenarbeit bis zum Dummytrainig oder Dogdance, aber nicht jeder Hund ist für jede Sportart geeignet, egal wie viele andere Rassevertreter darin brillieren.

    Die Preisfrage ist also: Wünscht sich deine Tochter einen Hund für AgilitY oder einen Hund ohne Vorgaben? Mit dem sie gemeinsam ausprobieren kann, was beiden Spaß macht und guttut, ohne enttäuscht zu sein, wenn es mit Agility doch nicht klappen sollte?

    Hat jemand vielleicht den Link zu dem Video parat, in dem die Retrieverhündin ihre aufdringlichen Welpen so schön einnordet?

    Zur klaren Ansage wie von terriers4me beschrieben gehört nicht nur das Verbotswort, sondern vor allen eine klare Körpersprache.

    "Lass das, ich dulde das nicht!" sagst du nämlich nicht, indem du quietschst und fluchtartig den Raum verläßt. Das wäre ja ein Wiederspruch in sich.

    Nicht du solltest dich entfernen, sondern du schickst den Hund weg. Du forderst vom Hund Distanz ein. Aufrechte Haltung und energisch auf den Hund zugehen, er muß dir weichen.

    Das Prinzip vom Aufquietschen, damit der Hund losläßt, mag unter spielenden Welpen funktionieren. Es beruht aber auf der Erfahrung, daß ein Welpe, der vor Schmerz quietscht, sehr wahrscheinlich gleich ernsthaft zubeißt, wenn ihn das Geschwisterchen weiterhin nervt. Das Quietschen wird also zum Warnsignal, bevor es richtig wehtut. Das müssen wir so nicht imitieren.

    Es gibt in der hundlichen Lebenswelt noch andere Wesen, die quietschen und fliehen, die nennt man Beutetiere. Diese werden dann umso mehr verfolgt, denn sie regen die Jagdlust an.


    Dagmar & Cara

    Aber wenn ich unterstelle, dass eine verkrampfte Körperhaltung unter einer extremen Ausstellungsfrisur nur durch die Unmengen an auftoupiertem Haar bedingt ist, dann ist das eigentlich noch die optimistischste Interpretation. Denn die Unmengen auftoupierter Haare kann man schnell und unkompliziert zu einer alltagstauglichen Frisur umgestalten. Jeden anderen möglichen Grund für die Haltung kann man nicht einfach wegbaden.

    Wie ich weiter vorne schon schrieb, war die Kopfhaltung des Pudels nicht durch das Haar, sondern durch die einseitige und straffe Leinenführung des Vorführers bedingt.

    Im übrigen werden die Showhunde durchgängig in einer unnatürlichen Haltung geführt, nicht nur der Pudel. Denn die Köpfe werden mit den dünnen Vorführleinen senkrecht nach oben gezogen, weil der Mensch den stolz erhobenen Kopf als besonders edel und schön empfindet. Im natürlichen Trab des Hundes bilden dagegen Rücken und Hals eine Linie oder der Kopf wird allenfalls ein wenig höher getragen.

    Dagmar & Cara

    Grad noch mal nach dem Pudel und seinem schiefen Kopf geschaut: Während die Handler anderer Rassen die Leine senkrecht von der Oberseite des Hundehalses aus nach oben ziehen, führt der Handler des Pudels von der Halsseite aus, um die aufgebauschte Frisur nicht zu beeinträchtigen. Folgerichtig weicht der Pudel mit dem Kopf des öfteren seitlich aus, weil Karabiner und Leine seine Wange berühren und ihn das stört.

    Dagmar & Cara

    Der Berger des Pyrenees wurde mit den Zottelschnüren am Hinterkörper genau im gewünschten Outfit präsentiert. Das soll so und hat mit mangelnder Pflege nichts zu tun.

    Beim Nicht-Ausstellunggshund kämmt man dagegen üblicherweise die Haare rundum glatt aus.

    Dagmar & Cara

    Nicht genug Luft zu bekommen ist ein qualvoller Zustand. Eine Klinik, die sich auf solche OPs an brachyzephalen Rassen spezialisiert, bringt auch die nötige Erfahrung mit, ältere Hunde zu operieren und kann dich eingehend dazu beraten.

    Der Tierarzt meinte nun, dass es sein kann, dass der Gaumensegel zu lang sind und durch das Alter alles etwas ausleihert oder runterhängt sozusagen (ich hoffe Ihr versteht mich 😅) und er deswegen immer mehr Probleme hat. Dies kann sich negativ auf die Organe auswirken bis hin zum Atemkollaps.

    Es gibt mehrere mögliche Engstellen und ja, durch die dauernde Überlastung verdicken sich die Strukturen mit fortschreitendem Alter und lassen dann noch weniger Luft durch.

    Es werden daher längst nicht alle Möpse, Bullys usw schon in jungen Jahren operiert.

    Dagmar & Cara

    So viel Fell hat doch auch Gewicht was der Hund tragen muss.

    Das Problem für den Pudel ist, dass das extrem aufgeplüschte Fell den vermutlich gesunden Körper trotzdem beeinträchtigt.

    Die Riesenperücke auf dem Kopf des kleinen Pudels sah in meinen Augen bescheuert aus, aber sie beeinträchtigt den Hund in keiner Weise. Das Haar wiegt nämlich tatsächlich so gut wie gar nichts. Abgeschoren kommen da nur wenige Gramm zusammen. Das Haar steht nicht wegen seiner Masse so aufrecht, sondern dank Toupierspray und Frisierkunst. Man denke an Rasierschaum oder Schlagsahne: Kaum Masse, aber viel Luft.

    Wenn der Hund also seinen Kopf schiefhält, dann aufgrund der straffen Leinenführung oder aus anderen Gründen, aber nicht deshalb, weil ihm das Kopfhaar zu schwer ist.

    Anders ist das bei Hunden mit Rastazöpfen wie Kommondor, Puli oder der heute kaum noch so zurechtgemachte Schnürenpudel: diese Haarstränge sind verdichtet und können daher zusammengenommen schon ein beträchtliches Gewicht erreichen.

    Dagmar & Cara