Ich war als Jugendliche in einer ähnlichen Situation wie du und kann deine Gefühle verstehen. Ich habe mir immer schon einen Hund gewünscht und die Wohnvoraussetzungen waren auch gegeben. Ich las alles über Hunde, was ich kriegen konnte, führte Nachbarhunde aus, seit ich 10 Jahre alt war und fühlte mich in jeder Weise bereit. Aber meine Mutter blieb eisern.
Auch ich fühlte wie du einen gewissen Groll gegen meine Eltern, die mir diesen größten Herzenswunsch nicht erfüllen wollten und mir damit nach meiner damaligen Meinung wertvolle Jahre mit Hund genommen haben.
Im Rückblick sehe ich das doch etwas anders. In einer Familie müssen alle mitziehen, wenn ein Hund angeschafft werden soll. Denn wenn eine Person den Hund gegen den Willen einer anderen durchdrückt, wird der Hund immer eine Ursache für Konflikte bleiben. Ein Hund nimmt nun mal in ganz anderer Weise am Familienleben teil als ein Aquarium oder ein Kleintier im Gehege. Der ist nie reines Privathobby eines einzelnen Familienmitglieds. Vieles muß zeitlich um den Hund herum geplant werden, oft muß auf seine Bedürfnisse Rücksicht genommen werden. Er bellt, er kotzt auch mal auf den Teppich oder bekommt Durchfall. Wenn dazu noch die eigentlich unwillige Person Betreuungsaufgaben übernehmen muß, wird sie sich mit Recht ausgenutzt fühlen. Es ist einfach so: nicht jeder Mensch hat eine Beziehung zu Tieren. Fehlt diese Beziehung, wird jede kleine Unannehmlichkeit schnell als Belastung empfunden und führt zu Groll gegenüber der Person, die einem den Hund aufgezwungen hat.
Daher verstehe ich meine Mutter - und auch deine - jetzt besser als früher.
Für den Hund ist es auch alles andere als schön, gerade Shelties sind extrem sensible Hunde. Was übrigens auch in Bezug auf wechselnde Fremdbetreuung zu bedenken ist, Shelties fixieren sich sehr auf eine Bezugsperson.
Egal wie du dein weiteres Leben gestaltest: leg bitte den Groll gegen deine Mutter beiseite. Das führt dich nirgendwohin, nur in eine emotionale Sackgasse.
Nach dem, was du schilderst, rührt ein Teil deines Frustgefühls auch daher, daß du deinen Hund schon übergenau planst, inclusive konkreter Wunschzüchter und Würfe, obwohl du doch eigentlich weißt, daß die Basis noch nicht da ist.
Ja, man darf träumen, aber ein Traum ist eben keine Planung. Man kann sich seine Hochzeit mit allen Details ausmalen, aber man sollte doch bitte nicht ernsthaft traurig sein, wenn daraus deshalb nichts wird, weil noch kein Bräutigam existiert.
Dagmar & Cara