Beiträge von dagmarjung

    Also bisher hab ich sie -vermutlich auch falsche Rangehensweise- wenn es eher nebenbei war mit zB Daisy (ihr Name) oder schnalzen gerufen. Wenn es mir wirklich "todernst" ist sage ich hier in einem bestimmenden aber ruhigen Ton und klatsche.

    So einen Nebenbei-Rückruf finde ich völlig in Ordnung. Der ergibt sich im Alltag ja üblicherweise von selbst und reicht oft schon aus, um den Hund aufmerksam zu machen und zum Mitkommen zu veranlassen.

    Getrennt davon sollte aber ein echter, unverhandelbarer Rückruf mit einem anderen Hörzeichen bewußt trainiert und richtig gut belohnt werden.

    Unterschätzt nie die Genetik!

    Du kannst einen Hund nicht entgegen seinen Anlagen umpolen.

    Spätestens in der Pubertät wird der Hund sein genetisch angelegtes Päckchen auspacken und dann eben nicht mehr alle Menschen und Hunde toll finden und das auch deutlich machen. Auch wenn Welpen da typischerweise noch unbefangen sind: es ändert sich mit dem Erwachsenwerden.

    Es ist nervig, frustrierend und nicht erfolgversprechend, einen Hund gegen seine Anlagen zu verbiegen zu wollen. Dabei wird weder Hund noch Mensch glücklich.

    Ein schönes Leben mit Hund erreichst du am besten dadurch, daß du dir eine passende Rasse aussuchst, die nicht nur zu deiner Persönlichkeit, sondern auch zu deinem Leben, deinen Wohnverhältnissen usw passt. Dann kannst du dich nämlich erst so richtig auf die schönen Seiten der Hundehaltung, zB Hundesport konzentrieren und bist nicht ewig dabei, an den Basics des Alltags herumzutrainieren bzw den Hund irgendwie zu managen.

    Hunde sind grundsätzlich intelligente Tiere, nicht nur der Aussie. Viele Rassen sind kooperativ, auch in der Stadt gut zu halten und eignen sich für Hundesport.

    Man soll den Hund niemals strafen, wenn er irgendwann dann doch mal kommt. Das ist die goldene Regel, die du ja auch befolgst.

    Umgekehrt folgt daraus aber nicht, daß man den Hund belohnen muß, wenn er nach dem 5. oder 10. mal rufen dann doch mal zu erscheinen geruht.

    Es reicht dann aus, wenn er einfach neutral empfangen wird, ohne Lob oder Tadel. Eine Belohnung in Form von Leckerli, Spiel usw ist ja in erster Linie eine Information für den Hund: gut gemacht, dieses Verhalten lohnt sich für dich.

    Belohnst du schnelles Kommen ebenso wie zögerliches in gleicher Weise mit Leckerchen, kann der Hund den Unterschied nicht erkennen. Er bekommt ja seine Belohnung, egal wie und wann er das Kommando ausführt.

    Ganz am Anfang, wenn der Welpe das Wort noch gar nicht kennt, belohnt man natürlich jedes Kommen.

    Aber mit 6 Monaten kennt deine Hündin den Rückruf ja grundsätzlich, und du muß ihr dann klarmachen, daß eben nur das schnelle Befolgen des Signals sich für sie lohnt. Einmal rufen - wer dann nicht kommt, kriegt allenfalls noch ein nettes Wort, aber keine handfeste Belohnung.

    Viele Hunde im Alter deiner Hündin müssen in dieser Zeit eine ganze Weile an der Schleppleine laufen. Denn - ganz normal - ein Junghund ist nicht mehr so abhängig von seiner Bezugsperson wie ein Welpe und interessiert sich zunehmend mehr für die weitere Umwelt. Eine Schleppleine stellt sicher, daß deine Hündin sich nicht aus deinem Einflußbereich entfernen kann. Sie dient aber nicht dazu, den Hund heranzuangeln, wenn er nicht sofort hört.

    Die Mini-Aussies entstanden, als Aussies eine Moderasse wurden. Da wünschten sich viele einen Aussie im handlichen, wohnungstauglichen Kleinformat, und diesem Wunsch wurde sehr, sehr schnell entsprochen. Der Miniaussie ist daher sozusagen der Modeableger einer Moderasse.

    Angeblich werden die Mini-Aussies lediglich durch Selektion auf kleine Größe innerhalb der Rasse gezüchtet. Das würde aber bereits bedeuten, daß die gewünschte Größe das allerwichtigste Merkmal ist und Wesen, Gesundheit usw dem gegenüber vernachlässigt werden, denn der Aussie ist nun mal ein mittelgroßer und kein kleiner Hund, Ausreißer nach unten sind somit selten.

    Tatsächlich aber wurde und wird der äußerlich sehr ähnliche Sheltie eingekreuzt, denn der bringt zuverlässig und sofort das gewünschte Miniformat und damit gut verkäufliche Welpen.

    Das Problem ist aber, daß Aussies und Shelties zwar ähnlich aussehen, aber in wichtigen Wesenseigenschaften grundverschieden sind.

    Aussies sind selbstbewußte, energische Treibhunde, die im Konfliktfall auch nach vorne gehen, auch territorial sind.

    Shelties sind zarte Seelchen, sensibel bis hin zur Ängstlichkeit. Sie wählen in Konfliktfall den Rückzug.

    Das ergibt keine harmonische Mischung. Reizoffene, ängstliche Hunde mit Neigung zur Agression machen wenig Freude. Klar gibt es auch tolle Hunde dabei, aber es ist in hohem Maße ein Lotteriespiel.

    Als ich vor Jahren vor der Rassewahl stand, habe ich mich besonders für kleinere Hütehunde interessiert und mich daher auch mit dem Miniaussie beschäftigt.

    Einen vernünftigen Züchter in dieser ausgesprochenen Moderasse zu finden, fand ich extrem schwierig und habe mich dann zu einer anderen Rasse entschlossen, die nicht in Mode ist.

    Von der Handvoll Mini Aussies, die ich in den folgenden Jahren persönlich und mehr als nur flüchtig kennenlernen durfte , war nur einer einfach, die anderen reichten von "speziell" bis "Vollkatastrophe", wobei auch die letzteren bei engagierten Haltern lebten, die sich intensiv um Erziehung usw bemüht haben. Es lag also nicht an den Haltern.

    Aber es steht doch gar nicht fest ob die Tochter von Maria den Hund nicht mitnehmen wird. Gerade bei so motivierten und vernünftigen Jugendlichen erlebe ich es oft, dass es klappt.

    Ich wohne städtisch mit Hund. Ganz selbstverständlich war meine Pudelhündin immer und überall dabei. Wir gingen gemeinsam Besorgungen machen, über den Hauptbahnhof, durch Fußgängerzonen, in belebte Hundeauslaufgebiete, zu Messen und andere Veranstaltungen, ins Restaurant usw. Cara hat alles prima und gerne mitgemacht. Typisches Stadtleben eben.

    Ehrlich gesagt habe ich mich zuerst gewundert, wenn Halter von Border Collies auf dem Hundeplatz oder hier im Forum erzählten, sie könnten sowas ihren Hunden nie oder nur ganz ausnahmsweise zumuten.

    Border Collies, so habe ich aber gelernt, ticken da typischerweise anders. Genau die super feinen Antennen, die sie im Sport oder im schottischen Hochland beim Schafehüten auf feinste Zeichen auf Entfernung direkt reagieren lassen, führen dazu, daß sie sehr schnell reizüberflutet sind. Schneller als andere Rassen.

    Ich hätte früher nicht gedacht, daß es in dieser Hinsicht tatsächlich so große Unterschiede zwischen den Rassen gibt.

    Das heißt, ein Border Collie ist nicht unbedingt der nervenfeste, gelassene Begleiter für ein städtisches Studentenleben. Selbst wenn alles klappt mit Wohnung und mitnehmen kann es sein, daß der Hund darunter leidet.


    Anderes typisches Border Problem - Sie neigen dazu sich "fest zu fixieren". Sprich der ganze Körper geht auf eine Höhe/ist geduckt und der Blick fest am Gegenüber ( oft sind es andere Hunde). Aus Hundesicht ist das knackige Drohverhalten, dabei ist das eigentlich die Körperhaltung die ein Border Collie hat, wenn er Schafe hütet.

    Schafe hüten heißt nicht, daß der Hund die Schafe liebhat, wie man als Laie oft annimmt. Hüten/Treiben ist vielmehr ein Teil des angeborenen Jagdverhaltens, nur ohne die Endhandlungen Töten und Fressen.

    Beim Border Collie ist das Hüten züchterisch gewollt übertrieben ausgeprägt. Denn er wurde ja als Hütehund selektiert und nicht für Agility.

    Das heißt, daß der BC eine starke angeborene Neigung zu diesem Verhalten hat. Border Collies, die nicht als Hütehunde arbeiten, leben diese Neigung sehr häufig an anderen Hunden aus. ("Der will nur spielen!") Damit degradieren sie Artgenossen zu Jagdobjekten. Je nachdem wird das Verhalten auch an Kindern oder an anderen Ersatzobjekten ausgelebt. Da es eine genetisch angelegte Neigung ist, ist das Verhalten selbstbelohnend und kann süchtig machen.

    Für den Halter eines BC ist es eine wichtige und keineswegs einfache Aufgabe, seinen Hund in dieser Hinsicht sehr gut zu kontrollieren.

    Nicht wenige BC werden aus diesem Grund abgegeben, weil sie zB die Kinder der Familie hüten und zwicken.

    Vielleicht kann man mit 15/16 ja noch einmal darüber reden,

    Die Grundbedingung ändert sich dadurch aber nicht. Ich zitiere mich dazu mal selbst:

    Den Border Collie würde ich auch dann konsequent ausschließen, wenn die Tochter eines der seltenen Naturtalente im Umgang damit wäre. Denn der zukünftige Hund muß zu beiden passen, Mutter und Tochter.


    Egal wie engagiert die Tochter ist, niemand kann vorhersagen, wie die zukünftigen Anforderungen in der Zeit von Ausbildung, Studium, Berufsfindung sein werden. Dann muß es möglich sein, daß der Hund - zu dieser Zeit in den allerbesten Jahren und noch lange kein ruhiger Rentner - auch bei der Mutter ein zufriedenes Leben führen kann, ganz ohne Hundesport und spezielle Auslastung.

    Das gilt immer noch, nur mit dem Unterschied, daß der Hund dann eben noch jünger wäre, wenn du ihn übernehmen müßtest.

    Jo...und ein gaaanz gewaltiger Prozentsatz davon ist dann gewaltig auf die Nase gefallen. Denn nur weil Border drauf steht ist das noch laaaange keine Garantie.

    Ja, der Eindruck vom Hundesportplatz täuscht nämlich. Dort sieht man logischerweise nur die Hunde, mit denen es funktioniert (oder zumindest zu funktionieren scheint, denn nicht immer wird Überforderung klar erkannt.)

    Die anderen, die aus verschiedenen Gründen rausfallen, findet man dort nicht. Und das sind auch bei den BCs nicht wenige!

    Deine Bedingungen klingen meiner Meinung nach gut.

    Ein Hund muß und soll ja nicht 24/7 bespaßt und mit Aufmerksamkeit überschüttet werden. Da du überwiegend im Homeoffice arbeitest bzw deinen Hund zur Arbeit mitnehmen könntest, muß er nicht viel alleine sein.

    Das Alleinebleiben muß aber auf jeden Fall geübt werden! Kann der Hund das, wird er auch entspannt einige Stunden ohne dich verbringen und in dieser Zeit einfach schlafen.

    (Zum Sport würde ich ihn nicht mitnehmen, denn davon hat der Hund nichts. Er müßte ja doch nur irgendwo am Rande geparkt werden, während du trainierst. Da hat er es zuhause gemütlicher und kann sich besser entspannen.)

    Überlege dir aber, ob dein Alltag es zuläßt, daß du etwa 3 bis 4 Stunden am Tag ganz deinem Hund widmen kannst. Das umfaßt realistisch nicht nur die täglichen Gassirunden und großen Spaziergänge, sondern auch Füttern, Pflege, Wegezeiten und sonstiges. Diese Zeit kann innerhalb einer Familie natürlich auf verschiedene Personen aufgeteilt werden. Es ist auch nicht schlimm, wenn unter besonderen Umständen mal weniger Zeit da ist. Aber wenn diese 3+ Stunden im normalen Alltag nicht da sind, dann wird die Hundehaltung zur Belastung oder der Hund kommt dauerhaft zu kurz

    Pudel sind intelligente und aktive Hunde. Sie möchten nicht nur im Alltag nebenher laufen, sondern blühen erst bei geistiger Betätigung so richtig auf. Dafür bieten sich Hundesport und ähnliche Beschäftigungen an, von Dummytraining über Agility, Obedience, Dogdance bis hin zum Mantrailing.

    Das erfordert auch wieder Zeit und so richtig kommt man nur mit angeleitetem Training weiter, also auch Wegezeiten.

    Sobald du einen Hund hast, müssen seine Bedürfnisse Priorität haben vor anderen Hobbys.

    Das sind einfach umzäunte Gebiete, in denen die Hunde frei laufen dürfen. Ist also kein Trainingsgeländer, wobei meist zumindest ein paar Geräte vorhanden sind. Ist aber vllt auch eher so ein Großstadtding.

    Mit anderen Worten, ein kleines Gehege voller Hunde?

    Das hört sich nach reinem Gift für deine Hündin an. Totale Reizüberflutung, Mobbing vermutlich inclusive.

    Ich wohne auch in der Großstadt, kenne sowas aber nicht. Ist vermutlich eher typisch speziell für Berlin, vermute ich mal.

    Elo als typischer Rettungshund wäre mir auch ganz neu. Individuell geeignet können natürlich viele Hunde sein, ganz unabhängig von der Rasse. Aber für einen Rettungshund wünscht man sich doch einen Hund mit rassetypischem Will to please und Will to work, während beim ELO in der Zucht ganz andere Schwerpunkte gesetzt werden.

    Als typische Rassen für den Rettungsdienst kenne ich dagegen Retriever, Gebrauchshunde, Jagdhunde, Hütehunde.