Danke, daß du hier berichtest, wie es bei euch weiterging. Ich freue mich, daß Dahlia so gut in eure Familie paßt und dich aufmuntert, wenn es dir nicht gut geht.
Beiträge von dagmarjung
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Nochmal zum Thema Ballwerfen.
Google mal die Begriffe "Balljunkie" bzw "Bällchenjunkie", dann wirst du einiges zum Thema finden. Natürlich ist nicht jeder Hund, der einem Ball nachläuft deshalb automatisch ballsüchtig. Gerade die Hütehundrassen sind da aber ganz besonders gefährdet. Und wenn du sagst, deine Hündin kann "nicht genug davon kriegen" dann klingt das schon alarmierend nach Suchtverhalten.
Ja, Bällchenwerfen ist bei sehr vielen Hundebesitzern beliebt. Man kann den Hund beschäftigen und bewegen, ohne sich selbst allzu sehr anzustrengen, es macht auch den Kindern Spaß. Viele Hundehalter merken überhaupt nicht, daß ihr Hund süchtig ist, sie freuen sich einfach, daß der Hund "so schön spielt".
Wenn aber viele Leute etwas falsch machen, wird es dadurch trotzdem nicht richtig.
Das Gute ist aber: im Gegensatz zu menschlichen Süchtigen kann sich ein Hund seine Droge nicht selbst verschaffen. Man hat als Mensch die Wahl, das Suchtmittel Ball zu entziehen.
Es gibt so viele andere Möglichkeiten, sich mit seinem Hund sinnvoll zu beschäftigen.
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Sie hatte einmal Schmerzen und da hat sie dramatisch gefiept und sich kaum noch bewegt, wegen eines Bienenstiches. Also wir würden es merken wenn sie Schmerzen hätte.
Bei plötzlichen Schmerzen wie einem Stich reagieren Hunde oft dramatisch. Aber bei diffusen innerlichen Schmerzen ist das anders. Bei Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen oder Schmerzen im Bauch usw kann eine ansonsten unerklärliche Reizbarkeit manchmal der einzige Hinweis sein, daß etwas nicht stimmt. Daher, auch wenn es andere mögliche Erklärungen gibt, soll man bei plötzliche verändertem Verhalten auch immer an Schmerzen oder Krankheit denken.
Wir spielen viel Ball und sie tobt oft ewig mit den Kindern. Auf eine Stunde kommen wir locker. Sie ist ein Energiebündel!
Viel Ball spielen und toben ist nicht gut für Hunde mit ohnehin schon lebhaftzem Temperament. Ballspielen ist im Grunde kein Spiel für den Hund, sondern das Ausleben von Hetztrieb. Viele Hunde steigern sich da stark rein und werden im buchstäblichen Sinne süchtig, weil körpereigene Glückshormone ausgeschützt werden. Das funktioniert im selben Sinne wie Glücksspielsucht, Kaufsucht oder Computersucht beim Menschen.
Auch der Vorfall mit dem Besuchskind ist mit dem Hetztrieb erklärbar: plötzliche schnelle Bewegung triggert das reinbeißen in Beute.
Sie pöbelt wenn der Besuch reinkommt. Dann bellt und knurrt sie. Gleichzeitig aber stupst sie den Besuch an und will gestreichelt werden. Sie drückt sich eng an die Personen und läuft ihnen nach bis sie sie wahrnehmen. Ganz komisch.
Zwischen einem und zwei Jahren werden Hunde mit genetisch angeborenem Schutz- und Wachtrieb ernsthafter. Der junge Hund ist noch allseits kontaktfreudig, der erwachsene verteidigt sein Revier gegen Eindringlinge. Der jugendliche Hund ist dann im Übergang zwischen beidem. Er traut sich aber noch nicht so recht, selbstbewußt gegen Eindringlinge vorzugehen und verhält sich oft diffus.
Das Anstupsen und andrängen an Personen drückt hier aber keineswegs Zuneigung aus. Leider wird das oft falsch interpretiert, und der Mensch freut sich und streichelt den Hund, der sich scheinbar so liebevoll anschmiegt. In Wirklichkeit ist das aber ein in-den-Weg-stellen. Der Hund will also die Bewegung des Menschen einschränken und ihn so kontrollieren.
Das ist unbedingt ernst zu nehmen! Wenn man das laufen läßt, wird der Hund irgendwann zu härteren Mitteln greifen, weil der Besuch ja trotz seiner - noch halbwegs höflichen Mahnung - dreist da bleibt und offensichtlich nicht verstehen will, daß er unerwünscht ist.
Es ist also allerhöchste Zeit, eurer Hündin das Heft aus der Hand zu nehmen und ihr zu verdeutlichen, daß ihr und nicht sie zu bestimmen hat, wer ins Haus kommt.
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Ein Welpe oder Junghund muß und soll gar keine 18 bis 20 Stunden schlafen oder ruhen. Mit 14 Wochen ist ein junger Hund kein Baby mehr und verbringt normalerweise viel Zeit mit Spiel, Bewegung und vor allem mit der Erkundung seiner Umwelt. Ich vermisse in eurem Tagesablauf die längeren Ausgänge, um ihm das zu ermöglichen. 20 Minuten sind da viel zu wenig. Nichts spricht dagegen, sich eine Stunde oder länger mit dem Hund draußen aufzuhalten. Damit meine ich keine strammen Spaziergänge von A nach B im Joggingtempo. Sondern draußen sein, dabei die Welt erkunden, spielen, rennen, schnüffeln, klettern, bummeln, stehenbleiben, staunen, im Tempo des Hundes die Welt erforschen. Jeden Tag ein kleines Abenteuer.
Freilandforschungen an verwilderten Haushunden haben ergeben, daß Ruhezeiten von etwa 16 Stunden normal sind, bei erwachsenen wie jungen Hunden. Mach dir bitte bloß keinen Streß wegen der ominösen 18 bis 20 Stunden. Ein junger Hund, der freiwillig 20 Stunden ruht, ist sehr wahrscheinlich krank.
Falls du die Ausgänge bisher wegen der ebenso ominösen 5-Minuten-Regel begrenzt: Diese Regel bezieht sich ausschließlich auf strammes Marschieren an der Leine im Tempo des Menschen. Das kann und soll der Welpe/Junghund noch nicht leisten. Der Aufenthalt im Freien ist damit aber nicht gemeint. Der darf ruhig sehr viel länger sein. Zumal Eurasierwelpen durch ihr dichtes Fell ja auch gut geschützt sind gegen Kälte und Winterwetter.
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Hier sieht man den Schädel eines Mopses im Vergleich zum Schädel eines normalen Hundes. Neben der extremen Verkürzung der Schnauze fällt auch auf, daß die Augenhöhlen beim Mops mehr Dellen ans Höhlen sind. Sie schützen das Auge nicht so, wie sie sollen und bieten auch viel weniger Halt.
https://www.dogforum.de/gallery/image/…opssch%C3%A4del
https://www.dogforum.de/gallery/image/…opssch%C3%A4del
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Lagottos sind einfach italienische Landpudel!

Scherz beiseite, Pudel und Lagotti sind schon sehr eng verwandt. Als Gebrauchshunde, die zum Stöbern gezüchtet werden, sind Lagotti natürlich an Gerüchen sehr interessiert und da darf man immer von Jagdtrieb ausgehen. Trüffel sind schließlich keine natürliche Beute für Hunde, die natürliche Motivation ist eine andere.
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Wenn im höheren Alter die Sinne des Hundes allmählich nachlassen, hat das durchaus auch positive Seiten. Die "Feinde" werden nicht mehr schon von weitem wahrgenommen. Der Bereich, den der Hund wahrnimmt, wird kleiner.
Cara hatte zwar keine Agressionsneigung, aber der Effekt war bei Kaninchen, Eichhörnchen und Katzen gut erkennbar : die habe ich nun immer vor ihr gesehen.
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Ich habe nicht so sehr die Rasse überdacht, aber die Größe. Eigentlich hätte ich sehr gerne einen Großpudel gehabt, mich aber angesichts meiner Wohnlage im zweiten Stock und ohne Auto für die handlichere Größe, den Kleinpudel entschieden. Das war auch die allerbeste Entscheidung. Aber trotzdem geht mir immer noch das Herz auf, wenn ich einen Pudel in XXL sehe.

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Großpudel haben durchaus Schutztrieb.
Ich habe über den Pudelverein über die Jahre viele Großpudel und dazu mehrere Züchterinnen kennengelernt und kann das nicht so stehen lassen. Ich kenne genau einen GP, der ein scharfer Wächter ist. Alle anderen sind reine Zaunbeller oder freundliche Empfangsdamen/herren oder beides zusammen.
Über Schutztrieb im eigentlichen Sinne läßt sich schwer was sagen, denn das würde ja einen Angriff auf den Beziehungspartner Mensch voraussetzen. Man kann Pudel im sportlichen Schutzdienst über den Beutetrieb ausbilden, das ist aber nicht das gleiche wie Mannschärfe.
Ich sag mal so: wenn ich einen scharfen wehrhaften Hund möchte, dann würde ich keinen Pudel wählen, auch keinen großen. Als Rezeptiosnshund aber schon.
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Sie möchte unbedingt einen netten Begleithund, der aber auch Bock auf Sport und lernen hat. Er sollte außerdem nicht zu klein sein. Deshalb der Großpudel. Er soll mit an die Hotelrezeption kommen und Menschen aufgeschlossen und freundlich begegnen.
Ich glaube, du unterschätzt, was das für eine Leistung für einen Hund bedeutet, all diese Anforderungen zu erfüllen. Gefordert wird hier ein hohes Maß an Nervenstärke, überdurchschnittliche Anpassungsfähigkeit, die Fähigkeit zum Entspannen auch in belebter Umgebung, dabei trotzdem ein aktives Temperament und viel Spaß an Kooperation für den Hundesport. Dazu freundlich-neutraler Umgang mit Menschen (auch Fremden) und Artgenossen.
Das alles zusammen ist nichts, was jeder normale Hund einfach so mitbringt. Es gibt viele Rassen, die auch bei allerbester Aufzucht nicht für ein solches Leben geeignet sind, weil sie bzw ihre Vorfahren für ganz andere Zwecke gezüchtet sind. Daneben werden auch Hunde aus schlechter Aufzucht und Haltung große Schwierigkeiten haben, sich einem solchen Leben anzupassen.
Deine Freundin hat für ihre Pläne eine gute und vernünftige Wahl getroffen. Mit einem Pudel, sei es einem Welpen oder auch einem Rückläufer vom guten Züchter ist die Chance sehr hoch, daß sie und ihr Hund miteinander glücklich werden.
Für Hunde aus dem Tierschutz, die diese hohen Anforderungen erfüllen, gibt es im übrigen lange Wartelisten. So einen Traumhund will doch jeder haben. Wenn man also ein solches Goldstück bekommt, darf man sicher sein, daß es mindestens ein Dutzend andere Bewerber gibt, die denselben Hund ebenso gerne aufgenommen hätten. Der Hund wäre also keinesfalls auf deine Freundin als "Retterin" angewiesen.