Beiträge von dagmarjung

    Du schreibst immer so liebevoll und begeistert von Sookie, ich verstehe schon, daß du dich sehr gerne und viel mit ihr beschäftigst. :smile:

    Wenn du sagst, du trainierst 10 Minuten am Tag mit ihr, meinst du dann am Stück? Falls ja, ist das zuviel. Zum einen kommt das ja noch oben drauf auf "die Kleinigkeiten im Alltag" die vermutlich für Sookie so klein gar nicht sind, da sie ja das Leben als Haushund gerade erst kennenlernt. Nicht zu vergessen, es ist auch noch gar nicht lange her, daß sie krank war.

    Zum anderen sind 10 Minuten am Stück zu lang für konzentrierte Arbeit, besonders für einen jungen Hund, für den das Konzept der Zusammenarbeit mit dem Menschen noch ganz neu ist.

    Ein, zwei Minuten sauber und konzentriert bringt unendlich viel mehr al 10 Minuten über der Belastungsgrenze. Und wie gesagt, lieber auf Wesentliches konzentrieren. Orchideenfächer wie Apportieren haben keine Priorität. Da sie grundsätzlich gerne lernt hast du noch ein Hundeleben lang Zeit für Tricks, Sport und geistige Auslastung jeder Art.

    Du sagst es schon selbst - du verlangst zu schnell zuviel von Sookie. 8 Wochen sind doch noch gar nichts. Nichts gegen echtes gemeinsames, lockeres Spiel ohne Ansprüche, wobei beide Parteien die Regeln bestimmen dürfen.

    Aber Apportieren oder Reizangel sind gar keine Spiele, sondern schon sehr fortgeschrittenes Training (für was auch immer).

    Im Moment sollten Alltagsgewöhnung und gegenseitiges Kennenlernen im Vordergrund stehen. Für Tricks jeder Art ist auch später noch Zeit.

    Bei einem so aufgeschlossenem und lebhaften Hund wie Sookie übersieht man allzu leicht, daß auch solche Hunde ihre Zeit zur Eingewöhnung brauchen, genau wie zurückhaltendere oder ängstliche Typen. Sie wirken schnell so, als wären sie schon immer dagewesen. Aber das täuscht, und man sollte auch sie sie nicht überfordern. Daß deine Hündin bei bestimmten Anforderungen schnell streikt oderr dich "ignoriert", ist in meinen Augen ein Zeichen dafür, daß es ihr doch zuviel ist.

    Ich glaube, in einem Jahr wirst du viele Veränderungen sehen und dann merken, daß sie zur Zeit eben doch noch nicht so angekommen ist, wie du im Moment glaubst.

    Allen, die hier im Thread antworten empfehle ich, die bisherigen Beiträge von Shira14 wenigstens zu überfliegen- es sind ja nicht allzu viele - um sich ein Bild der Vorgeschichte zu machen.

    Beim Thema Abgabe ist zu bedenken, daß Plätze für bissige Hunde extrem schwer bis gar nicht zu finden sind. Und Luna hat ihre Besitzerin bei früherer Gelegenheit ja schon ins Krankenhaus gebissen.

    Diese Vorgeschichte darf man auch nicht verschweigen, wenn man den Hund abgeben will.

    Shira, du beschreibst Luna als ängstlich-unsicheren Hund, was bestimmt im Hinblick auf Außenreize auch zutrifft.

    Andererseits entsteht bei mir auch ein ganz anderes Bild von Luna, wenn es um ihr Verhalten dir gegenüber und in der Wohnung geht.

    Da sehe ich eine "Chefin", die nach ihrem Willen über Distanz und Nähe bestimmt und sich dabei rigoros durchsetzt. Du als "Untergebene" hast sie entweder in Ruhe zu lassen oder nur so zu berühren, wie sie das will - streicheln ja, wenn es genehm ist, Zecken entfernen, Pfoten kontrollieren oder Maulkorb anlegen nein. Wenn du dich nicht an ihre Regeln hältst, wirst du gemaßregelt.

    Auch das Resourcenthema weist in diese Richtung. Du schreibst, Luna hat ein Ressourcenproblem, aber das Problem hast ja du, sie hingegen verwaltet ihre Ressourcen anscheinend recht erfolgreich.

    Die Fortschritte, die du gemacht hast, könnte man auch so sehen, daß du gelernt hast, Auseinandersetzungen mit Luna zu umgehen indem du nachgibst, jede Provokation vermeidest und managst, so gut es geht. Was halt, siehe gestern, auch an Grenzen stoßen kann. Denn eins ist klar: auch wenn Luna noch so gerade eben gehemmt zugebissen hat, hat sie dir gleichzeitig verdeutlicht, daß sie jederzeit ernst machen kann, wenn sie will.

    Von der Gefahr für dich mal abgesehen, was ist zB, wenn sie mal richtig Schmerzen hat, du sie aber nicht anfassen und zum Tierarzt bringen kannst?

    Du hast ja schon mit einigen HundetrainerInnen zusammengearbeitet, hat sich jemand schon einmal in diese Richtung geäußert?

    Ich bin ganz sicher nicht der Meinung, der Hund an sich strebe die Weltherrschaft an. Aber im Einzelfall kann die Frage, wer ist Chef und bestimmt, was getan oder gelassen wird, doch mal wichtig werden.

    Ich finde das ist schon viel zu jung, die hängen in dem Alter doch noch an der Mutter, oder?

    Ich pack's mal in den Spoiler, weil eigentlich OT:

    Spoiler anzeigen

    Das Abgabealter von 8 Wochen ist nicht zu jung, denn die Welpen sind dann abgesetzt und die Mutter zieht sich allmählich immer mehr zurück.

    Aber viele Züchter sehen auch Vorteile darin, die Welpen noch länger zu behalten, das kommt unter anderem auch auf den individuellen Entwicklungsstand an. Und die Welpen profitieren weiterhin vom sozialen Miteinander der Hunde beim Züchter.

    Andererseits endet die eigentliche Welpenzeit mit 16 Wochen. Damit endet eine ganz wichtige Lebensphase, in der der junge Hund sich besonders leicht an Neues gewöhnt. Was er in dieser Zeit kennenlernt, nimmt er als selbstverständlich hin. Als Halter möchte ich diese Zeit nicht verpassen, um den Welpen von klein an an sein neues Leben bei mir zu gewöhnen, das ja sehr unterschiedlich vom Leben beim Züchter sein kann, zB vom Land in die Großstadt.

    Es ist dafür aber nicht nötig, daß der Welpe unbedingt schon mit 8 Wochen einzieht, mit 10 oder 12 Wochen ist auch noch genügend Zeit und der Welpe ist dann schon etwas robuster.

    Mit jeder Woche wird es wichtiger, die Welpen auch einzeln zu fördern und nicht nur im Rudel mitlaufen zu lassen. Das kann und will nicht jeder Züchter leisten.

    Man bewegt sich also bei der Übernahme normalerweise im Zeitfenster zwischen diesen beiden Zeitpunkten.

    Nein, nicht immer.

    Na, dann war's vielleicht der Vorbesitzer. Aber ansonsten: daß ein Hund ein erstes und einziges Mal im Leben einen Ball sieht und sofort zum Suchtkranken mutiert, dürfte eher selten vorkommen.

    Und in jedem Fall ist es gut und hilfreich, wenn das Thema Ballsucht in der Hundeschule angesprochen wird, das haben viele Hundehalter - nicht nur Ersthundehalter - nämlich nicht auf dem Schirm.

    Ja, aber die Anzeichen von Sucht bzw Suchtgefahr muß man ja als solche erstmal erkennen können.

    Und wenn der Hund für den Ball in den Abgrund springt, dann hat es der Halter vorher übertrieben. Sonst wäre der Hund ja nicht süchtig, da er sich das Suchtmittel nicht selbst verschaffen kann.

    Auch wenn der Besitzer das Ballwerfen nur in einem Maß betrieben hat, bei dem andere Hunde noch lange nicht süchtig werden: für diesen einen war es eben schon zuviel.

    Deswegen ist es ja so wichtig, sich der möglichen Gefahr bewußt zu sein und das Maß für den eigenen Hund abzuschätzen. Das kann je nach Hund Nulldiät bedeuten oder man kann es großzügig handhaben - in jedem Fall hilft Wissen hier weiter.

    Und genau das kann die Hundeschule vermitteln.

    Hallo Shira,

    uiuiui, das war ja ein ziemlicher Schock für dich heute! Ich kann verstehen, daß dir da erstmal schwarze Gedanken kommen. Ich laß dir mal eine virtuelle Umarmung da. :streichel:

    Wenn ein Hund von Lunas Größe in echter Verletzungsabsicht zubeißt, dann hat das schlimmere Folgen als heute. Das weißt du, du warst ja vor Jahren schon mal in der Notaufnahme deshalb. Deshalb gehe ich davon aus, daß Luna dir heute zwar auf grobe Weise ihr Mißfallen zum Ausdruck gebracht hat, dich aber nicht ernsthaft beschädigen wollte, sonst hätte sie es getan, Geränkeflasche hin oder her.

    Damit will aber ich auf keinen Fall andeuten, daß der Vorfall harmlos war!

    Luna hat dir immer schon klar gesagt, daß sie bereit ist, ihre Zähne einzusetzen. Ich habe alle deine Beiträge noch mal überflogen und du schreibst öfters, "sie würde nie..." - dies oder das tun, unter anderem dich in der Wohnung anfallen. Spätestens seit heute weißt du, daß deine Einschätzung nicht zutreffend war. Es braucht ihr nur mal ein Pups quer zu sitzen, dann fallen die Grenzen.

    Wie stehst du also heute zum Thema Maulkorb?

    Das Thema Maulkorb in der Wohnung ist ja damit wieder brandaktuell geworden.

    Hat Luna inzwischen gelernt, den Maulkorb zu tragen bzw ihn sich auf- und abmachen zu lassen?

    Ich wünsche dir erstmal eine ruhige Nacht und behalte bitte auch kleine Kratzer im Auge und geh im Zweifelsfall morgen zum Arzt.

    Ich finde eine gutgeführte Welpenstunde, in der Spiel- Ruhe- und Trainingssequenzen sich abwechseln, ist eine feine Sache. Zum einen bin ich der Meinung, daß Welpen auch mit Gleichaltrigen spielen dürfen sollen, und die sind in freier Wildbahn nicht immer leicht zu finden.

    Zum anderen lernen die Welpen von Anfang an, sich trotz der Nähe von potentiellen Spielpartnern auch ruhig zu verhalten - wenn zB die Trainerin Fragen beantwortet oder die nächste Übung erklärt - oder sich auf ihren Menschen zu konzentrieren.

    Beides kann man nirgendwo so einfach wie in der Welpenschule üben. Denn nur in dieser Situation sind alle Hunde gleichermaßen unter Kontrolle.

    Und wie soll eine Hundeschule verhindern, dass der Hund ein Balljunkie wird.

    Ganz einfach: indem die Trainerin das Thema anspricht und die Hundehalter darauf aufmerksam macht, daß Hunde durch Ballwerfen tatsächlich süchtig werden können. Was meine Trainerin höchst eindrücklich getan hat. Dafür bin ich ihr dankbar, denn Klein-Cara fand Ballwerfen toll, und ich habe mir zunächst nichts dabei gedacht. Dank meiner damaligen Welpentrainerin konnte ich fortan darauf achten, Cara den Spaß in Maßen zu gönnen, es aber nicht zur Sucht kommen zu lassen.

    Ja, es gibt sicherlich gute Hundeschulen, aber gerade ein Anfänger kann das ja gar nicht beurteilen.

    Das ist nicht ganz einfach, aber es gibt schon Möglichkeiten. Ich rate ja gerne dazu, sich zunächst ohne Hund möglichst mehrere Angebote live anzuschauen. Dann ist man objektiver, kann vergleichen und schlechte Welpenstunden, in denen Hunde gemobbt oder gar vom Trainer malträtiert werden, gleich ausschließen. Um das zu erkennen, reichen eigentlich normales Einfühlungsvermögen und gesunder Menschenverstand aus.

    Es fällt aber wesentlich leichter, wenn man von außen betrachtet und nicht schon selbst mit dem eigenen Hund mittendrin steckt.

    Ab wann bekommt man denn von Züchtern einen Welpen in Deutschland?

    Welpen dürfen mit der vollendeten achten Woche abgegeben werden, viele Züchter warten aber noch etwas länger.

    Kannst du mal euren Tagesablauf schildern? Denn ohne etwas konkretere Informationen haben wir möglicherweise zuviele unterschiedliche Bilder im Kopf.

    Du sagst zB, dein Welpe schläft weniger als andere Welpen. Wie lange schläft er denn wirklich so über den Tag verteilt?

    Es kursieren da einige Zahlen im Internet über die wünschenswerten Ruhezeiten von Welpen, die schlicht unsinnig sind. Ein gesunder Welpe muß keine 20 oder gar 22 Stunden täglich schlafen. Das trifft vielleicht auf neugeborene Saugwelpen zu, aber bestimmt nicht auf Hundekinder von 8 Wochen und mehr. Beobachtungen an verwilderten Haushunden wie an Wildcaniden haben eher Ruhezeiten um die 16, 17 Stunden am Tag ergeben, was Schlaf und leichtes Dösen einschließt. Welpen benötigen Zeit, um zu spielen und ihre Umwelt zu erkunden.

    Machst du oder macht ihr eigentlich Ausflüge ins Grüne, wo der Hund sich aktiv mit seiner Umwelt auseiandersetzen kann, laufen, klettern, Wasser kennenlernen, Gerüche usw? Möglichst frei oder sonst an einer Schleppleine gesichert? Damit meine ich keine Wanderungen von A nach B, dafür ist er noch zu jung. laßt euch lieber an einem Ort nieder und laßt den Welpen einfach mal im eigenen Tempo machen, Pausen inclusive.

    Das ist in dem Alter wichtiger als Kommandotraining oder irgendwelche Intelligenzspiele und lastet den Hund altersgerecht aus, wenn man davon überhaupt beim Welpen sprechen will.