Beiträge von dagmarjung

    In anderen Worten du hast einfach nicht aufgepasst?

    Ist es das was du mit mental und so meinst?

    Ich verstehe das schon und sehe da auch einen Unterschied.

    Normalerweise konnte ich Cara beim Spaziergang im Auge behalten, gleichzeitig aber auch ein Gespräch mit einer Begleiterin führen oder meinen Gedanken nachhängen. Also Multitasking, die Aufmerksamkeit aufteilen. Cara wußte das auch und benahm sich entsprechend gut. Ein halbes Auge am Hund reichte aus, daß unsere innere Verbindung stabil blieb. Ich konnte mich darauf verlassen, daß Cara mich im Auge behielt und mir folgte.

    Wenn ich mich aber mit etwas beschäftigte, was meine 100%ige Aufmerksamkeit erforderte, bemerkte Cara, daß ich mich innerlich ausgeklinkt hatte und kündigte dann auch ihrerseits.

    Ich habe das mal unabsichtlich getestet, als ich eine Weile ein OnlineSpiel ähnlich wie Pokemon Go ausprobiert habe, von dem ich dachte, daß sich das gut mit dem Hundespaziergang vereinbaren ließe. Dazu mußte ich mich aber über jeweils einige Minuten an bestimmten Orten vollständig auf das Smartphone konzentrieren. Da fing Cara dann an, sich weit von mir zu entfernen und von mir weg zu streunen was sonst gar nicht ihre Art war.

    Ich hatte also die Wahl, sie dann immer solange anzuleinen oder das Spiel sein zu lassen und habe mich für letzteres entschieden, weil mir die gemeinsame Qualitätszeit mit dem Hund letztendlich wichtiger war.

    Wie hätte sich ein Hund unter veränderten Vorausssetzungen entwickelt?

    Ich denke in diesem Zusammenhang immer an einen Zwerpudelrüden, den ich regelmäßig im Pudelclub traf. Er hatte etwa Caras Größe, kam wie sie vom anerkannten Züchter, war von Welpe an bei seinen Leuten gewesen. Also vergleichbare Voraussetzungen wie bei Cara.

    Weil er offenbar als Welpe recht lebhaft war, hatte er von der Züchterin einen Namen ähnlich wie "Teufel/Kobold/Dämon", den das ältere Besitzerpaar beibehielt. (Ich nenne den Namen nicht, denn es geht ja um dritte Personen).

    Dieser Pudel war nervös, kläffte viel, war hektisch, zeigte starkes Suchtverhalten (Ball) und teils auch schnappend Agression. Der Grundgehorsam war schlecht und der Pudel lernte schlecht bis gar nicht.

    Die Besitzer liebten ihn zwar, fanden ihn aber auch nervig und führten das auf seinen angeborenermaßen schwierigen Charakter zurück, denn schließlich hatte er seinen Namen ja nicht umsonst von der Züchterin bekommen.

    Für Betrachter von außen stellte sich das Bild dagegen ganz anders dar: Das problematische Wesen des Pudels war 100% hausgemacht und die logische Folge der Behandlung durch seine Besitzer, die willkürlich, unsensibel, überfordernd, teils aufhetzend (Bällchen) und oft massiv strafend (meist unbewußt) mit dem Hund umgingen. Dies in bunter Reihenfolge und für den Hund kaum berechenbar.

    Nein, Ansprechen half leider nichts, denn man hatte ja vorher schon xx Jahre Rottweiler gehabt usw...

    Ich bin zutiefst überzeugt, hätte ich diesen Rüden und das Ehepaar meine Cara gehabt, wäre der Rüde das allseits hochgelobte Musterkind gewesen und Cara hätte als nerviger, ungehorsamer Kläffer am Rande des Wahnsinns existiert.

    Warum tragt ihr ihn mit 12 Wochen noch die Treppe hoch? In welchem Stock wohnt ihr?

    Kritisch ist eher das Runtergehen als das Hochlaufen von Treppen, wegen der stauchenden Belastung der Gelenke. Das Hochsteigen mit Schub aus der Hinterhand sollte kein Problem sein, wenn ihr nicht gerade im 4. Stpck wohnt.

    Ja, ich denke, sowas muß sich vor allem eingängig formulieren lassen - zuviel Differenzierung sollte man da nicht erwarten, sonst würde man so etwa bei 3 + 5 +2 landen, und das ist einfach nicht sexy. :D

    Zwei alte Sprüche, die ich aus älteren Büchern kenne, deren Autoren die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg erlebt haben:

    "Drei Jahre ein junger Hund, drei Jahre ein guter Hund, drei Jahre ein alter Hund" - den hatten wir hier schon, und: "Jedes Jahr nach dem zehnten ist ein Geschenk!"

    Das war traditionell die Erwartung an die Lebensdauer von Hunden. Die Variante mit 4 statt 3 Jahren höre ich hier zum erstenmal und da setze ich auch ein Fragezeichen, denn zweifellos werden Hunde mit 2,5 bis 3 Jahren richtig erwachsen und nicht erst mit 4.

    Zusammenfassend läßt sich also sagen, daß früher eine Lebenserwartung von um die 10 Jahre als normal empfunden wurde. Daß Hunde älter werden ist nicht ausgeschlossen - "Geschenke" kann es geben - aber eben nicht unbedingt zu erwarten.

    Was mich nachdenklich macht in Bezug auf die Lebenserwartung von Hunden: In den letzten Jahrzehnten hat die Tiermedizin große Fortschritte gemacht und gleichzeitig sind Hundebesitzer weit mehr als in früheren Zeiten gewillt, für tierärztliche Leistungen auch entsprechend Geld auszugeben. (Ganz aktuelle Entwicklungen bezüglich GOT mal außen vor gelassen.)

    Man sollte also annehmen, die Lebenserwartung von Hunden müßte im Durchschnitt steigen, auch wenn natürlich nicht alle von der besseren medizinischen Versorgung profitieren.

    Das ist laut Aussage von Tierärzten aber nicht der Fall.

    Der Genetiker Hellmuth Wachtel sieht hier wiederum einen Zusammenhang mit der Krise der Rassehundezucht allgemein, also die langfristige Folge der genetischen Verarmung, die eben nicht nur zur Ausbildung von Extremmerkmalen führt, sondern auch zu unauffälligeren Folgen wie früherer Alterung.

    Ist das eine deutsche Polizeistaffel?


    Warum kaufen die einen kupierten Dobermann?

    Die sind in NRW. Und die Behörden kaufen Hunde zwischen einem und zwei Jahren von privat, die gesund und vorgearbeitet sein und einen Eignungstest bestehen müssen, aber bloß nicht zuviel kosten dürfen. Allzu wählerisch kann man dann nicht sein in Bezug auf Eigenschaften, die die Brauchbarkeit nicht einschränken.

    Mich erstaunt eher, daß hier überhaupt noch andere Rassen als Malinois vertreten sind. Dobermann und Rotteiler habe ich schon jahrelang nicht mehr im Polizeidienst gesehen, neben den Malis lediglich noch vereinzelte Deutsche Schäferhunde.

    Beim Dobi wundert es mich, daß sie das Risiko wegen DCM eingehen. Oder kann man das jetzt frühzeitig erkennen und ausschließen?

    Gruselig. Eine kleine Sammlung von Beispielen, wie man's bitte niemals machen soll.

    Keine Flexis ohne sicheren Stop bei kräftigen Hunden. Immer feste, griffige Schuhe ohne Absatz tragen. Never ever den Hund an sich selbst oder an bewegliche Gegenstände anschließen!!! Leine kurz nehmen, wenn der Untergrund rutschig ist. Und im Zweifelsfall lieber die Leine loslassen, ehe man selbst die Treppe runtergerissen wird.

    Der Spruch "der Halter macht den Hund" ist ja nur der halbe Satz.

    Vollständig heißt es so: "Der Züchter macht den Welpen, der Halter macht den Hund", und da ist sicher viel Wahres dran.

    Der Züchter legt die Grundlagen, wählt die Verpaarung und gestaltet die Aufzucht, danach ist aber der Halter dran und bestimmt auf dieser Grundlage die weitere Entwicklung zum erwachsenen Hund.

    Der Halter bekommt keinen Klumpen Knete in die Hand, der nach Belieben geformt werden kann. Der Hund bringt ja bereits bestimmte Eigenschaften mit, angeborene Neigungen und alle die Erfahrungen, die er seit der Geburt machen konnte oder eben nicht.

    Ich erinnere mich an Zeiten vor Jahrzehnten, da wurde insbesondere in Tierschutzkreisen jedes auftretende Problem auf den Halter geschoben. "Der Mensch macht was falsch!"

    Dabei wurde übersehen, daß Hunde auch bestimmte Rasse- oder Typeigenschaften mitbringen, die einfach nicht zu jedem Menschen und zu jedem Lebensumfeld passen. Soweit ich sehe. ist diese Einstellung heute eher selten und Rasseeigenschaften sind ein wichtiges Thema geworden.


    Ich gehe einfach mit meinen Hunden und spreche idR gar nicht. Schnuppern sie am Wegesrand warte ich mal, gehe aber auch oft einfach weiter. Sie folgen mir, laufen aber auch gerne mal voraus. ...


    So wirklich wüsste ich jetzt nicht was da meine Atmung zB beeinflussen könnte. Im normalen Alltag mit meinen Hunden gebrauche ich gar keine Kommandos.

    Du vermittelst hier das Bild einer souveränen Hundehalterin, die in sich ruht und an der sich die Hunde daher ganz selbstverständlich orientieren. So soll es sein! :smile:

    Das Dumme ist, daß unerfahrene und eher unsichere HundehalterInnen das nicht einfach kopieren können. Daher die oft ebenso verzweifelte wie verkopfte Suche nach Anleitung. Ich weiß nicht, inwieweit diese Suche Erfolg haben kann, weil mein eigener Weg mit Hunden schon als Kind mit Ausführhunden - und ohne jede Anleitung - begann. Daher war die Entwicklung von Souveränität im Umgang mit Hunden für mich ein intuitiver Weg.

    Wer erst als Erwachsener so nahe mit Hunden in Kontakt kommt, steht vor einer wesentlich größeren Hürde, besonders, wenn er oder sie alles richtig machen will und sich damit selbst unter Druck setzt.

    Wie gesagt, ich weiß nicht, ob man das lehren kann, wil es aber auch nicht ausschließen. Man kann zumindest diverse Fertigkeiten lehren, die zusammen mit wachsender Erfahrung mehr Sicherheit gegen und damit auch mehr Sicherheit und bestenfalls Gelassenheit.