Beiträge von dagmarjung

    Kleine und große Unterarten des Wolfes basieren auch auf diesem Ursprungsbauplan - aber eben keine Zwerg- und Riesenwölfe.

    Daß interessante ist, daß sehr kleine Hunde tasächlich noch mal länger leben als kleine - also Zwergpudel statistisch länger als Kleinpudel.

    Erst für sehr winzige Extremzüchtungen wie Teacuphunde gilt das meines Wissens nicht mehr, weil die zu empfindlich sind. Die sind dann wirklich über die biologische Grenze hinaus.

    Wäre mal interessant, die Abstände und Häufigkeiten der Läufigkeiten in Bezug auf Klima und Haltung zu untersuchen.

    Ja, das wäre sehr interessant. Wie gesagt, mir wären keine Forschungen bekannt, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

    Künstliches Licht gibt es noch nicht so lange, wenn man von Kerzen und Öllampen absieht. Und wenn, dann hatten Hunde mehrheitlich keinen Zugang zum Haus.

    Ausreichende Nahrung ist in der Nähe des Menschen auch nicht unbedingt gegeben, siehe halbwilde Streunerpopulationen weltweit. Zumindest nicht da, wo Nahrung auch für Menschen eher knapp ist. Regelmäßig dagegen schon.

    Und auch im Menschenhand rangierten historisch gesehen viele Hunde am Ende der Nahrungskette und bekamen das, was die wertvolleren, weil nahrungsproduzierenden Nutztiere wie Schweine und Hühner übrig ließen. Der Hund als Wachhund muß ja im Zweifelsfall nur bellen und dazu muß er nicht gut ernährt sein, auch läßt er sich leicht ersetzen, wenn er stirbt.

    Entlastung für die Hunde wiederum muß die allmähliche Anpassung an pflanzliche Nahrung gebracht haben, dadurch wurden mehr Nahrungsreste des Menschen für Hunde verdaulich.

    Das geschütztere Umfeld kommt einer Hündin in Menschenhand allerdings zugute, wobei der Aufzuchtserfolg trotzdem nicht unbedingt gegeben sein muß, wenn der Mensch unerwünschte Welpen tötet, was zweifelos sehr oft der Fall ist und war.

    Ich finde es einfach bemerkenswert, daß die zweifache Hitze im Jahr bei allen bekannten Hunderassen und Schlägen die Regel ist.

    Wäre es eine Domestikationsfolge, würde ich annehmen daß da mehr Unterschiede innerhalb der Hundetypen vorhanden sein müßten. Analog zu so gut wie allen körperlichen Merkmalen. Wie zB bei Schlappohren, kurzem oder längerem Fell, Gewicht, Größe usw. Viele Eigenschaften werden zwar von vielen Rassen geteilt, aber nicht von allen. Warum also nicht auch die einfache versus doppelte Läufigkeit?

    Welchen Sinn macht zB die Läufigkeit im Herbst in unserer Klimazone, wenn die Welpen dann mitten im Winter zur Welt kommen?

    Thema Lebenserwartung:

    Kleinere Rassen haben eine höhere Lebenserwartung als größere Rassen.

    Vermutlich liegt es mit daran, dass kleine Rassen weniger schnell wachsen im Vergleich zu größeren Rassen.

    Und die Abnahme der LA ist tatsächlich kontinuierlich, dh kleine Hunde leben statistisch länger als mittlere, mittlere länger als große, große länger als Riesen.

    Was ebenso kontinuierlich ist: Je kleiner die Rasse, desto größer sind die Welpen bei der Geburt im Verhältnis zur Endgröße und zur Mutter.

    Was dagegen gleich bleibt: das Gesamtgewicht aller Welpen eines Wurfes im Verhältnis zur Mutter. (Natürlich ist immer nur der statistische Mittelwert gemeint.) Deshalb bringen die Zwergpudelhündin und die Schäferhündin gleichviel Gesamtmasse an Welpen zur Welt, aber bei der Zwergpudelhündin verteilt sie sich auf 3 bis 5 Welpen, bei der Schäferhündin können es doppelt so viele sein.

    (Wobei natürlich relativ große Welpen eine Gefahr für eine kleine Mutter sind.)


    Ein weiterer Gesichtspunkt zur Größe vom Hunden , für den ich bisher noch keine weiterem Quellen gefunden habe außer einer kurzen Bemerkung in einem Fachbuch ("Rassehund wohin"). Inhaltlich beziehen sich aber diese beiden Zitate darauf:

    Damit weichen Hunde ab von einer biologischen Grundregel.

    Das liegt wohl daran, dass die Riesenhaftigkeit von Großrassen zu nicht mehr zum eigentlichen "Bauplan" passt (denn der ist ja immer noch bei allen Hunde dergleiche, ob groß oder klein).

    Wenn der Bauplan des Hundes Wolf ist, dann ist da Großwuchs spannenderweise ja ganz normal drin. Im Gegensatz zu Zwergwuchs.

    Schulterhöhe etlicher Wolfsrassen liegt irgendwo zwischen 70 und 90cm.

    Der Hund stammt ja nicht vom heute lebendem Wolf ab, sondern die beiden Stränge teilen sich in grauer Vorzeit. Auch unter Wölfen gibt es verschiedene Unterarten und der echte Vorfahr der Hunde existiert heute nicht mehr.

    Wissenschaftler gehen davon aus, daß Hunde nicht auf Wölfe mit Schulterhöhen von 60 cm oder mehr zurückgehen, sondern auf wesentlich kleinere Ausgangstiere von der Größe eines Fuchses oder höchstens Schakals. Das wären also Urhunde von etwa 10 bis 15 Kilo.

    Das macht, wenn man darüber nachdenkt aus mehreren Gründen Sinn: (Das sind jetzt aber überwiegend meine Spekulationen, denn der Gedanke wurde im Buch leider kaum weiter ausgeführt)

    - kleine Wölfe sind keine Gefahr für die Menschen inclusive kleinen Kindern, wenn sie sich den Menschen bzw seinen Abfallhaufen anschließen. Deshalb konnten Menschen sie in ihrer Nähe dulden.

    - Für kleine Wölfe könnte eine höhere Reproduktionsrate einen deutlichen Überlebensvorteil bieten. Sie bekommen zwar kleinere Würfe als große Wölfe, gleichen dies aber mit einer zweimaligen Läufigkeit im Jahr aus, was mehr Würfe ermöglicht.

    Denn ein großer, selten diskutierter Unterschied zwischen Hunden und Wölfen ist ja die zweimalige Läufigkeit im Jahr. Ich schließe hierbei aus, daß es sich um eine Domestikationsfolge durch absichtliche Zucht handelt, denn im Gegensatz zu Schafen oder Ziegen, die als Nahrungslieferanten ja nie zuviel Nachwuchs haben können, bringen Hunde immer mehr Welpen zur Welt als vom Menschen für seine Zwecke (Wachen, Hüten, Jagen) benötigt werden. Eine häufige Wurffolge ist daher für den Menschen eher lästig als wünschenswert und kann daher kein Selektionsmerkmal gewesen sein, daß sich so universal hätte durchsetzen können.

    Da der Läufigkeitszyklus bei allen Hunden prinzipiell gleich ist, wenn auch mit individuellen Abweichungen, gehen auch große und Riesenrassen ursprünglich auf diese kleinen Vorfahren zurück. Das würde wiederum bedeuten, daß sie sich tatsächlich von ihrem Bauplan entfernt haben, im Gegensatz zu gleichgroßen Wölfen.

    hat sich Mulder einfach Youtube Videos angeschaut um Apport und Co zu lernen.


    :gut: Hat bestens funktioniert!

    :lol: Man muss heutzutage nur darauf achten, was die Hunde da sonst noch alles für Unsinn gucken. Katzenvideos und Hunde auf Skateboards…

    Ach der stellt in letzter Zeit immer so viele Videos in den Internet-Thread! Ich glaube, du must allmählich seine Computerzeit gegrenzen nicht das er noch internetsüchtig wird. :klugscheisser:

    Zucht ausserhalb eines RZV waere nach dem Entwurf verboten.

    Er schreibt eine Mitgliedschaft in einem (in DE) anerkannten Zuchtverband vor (sofern es einen fuer die Rasse gibt).

    Irgendwelche Mischlingsverpaarungen ausserhalb der Vereine waeren also verboten.

    Das würde konsequent weitergedacht auf das hier hinauslaufen:

    In Spanien zum Beispiel haben sie ne Kastrationspflicht für alle Hunde in Privatbesitz außer es sind eingetragene Zuchttiere von entsprechenden Zuchtstätten.

    - Kastrapflicht für fast alle Hunde.

    Rennwhippets, Border Collies aus Arbeitslinien und Malinois haben eines gemeinsam: einen überaus funktionalen Körperbau, der für schnelle und wendige Bewegung gemacht ist.

    Es hat ja Gründe, warum diese Mischung im Leistungssport Flyball gefragt ist. Wenn also ein solcher Hund seine Leistungsfähigkeit im Sport beweist, warum sollten dann seine Wurfgeschwister körperlich behindert sein?

    Wesensmäßig wären diese Mischlinge vermutlich eher nicht mein Fall, aber anatomisch gesehen würde ich sie mit Kußhand nehmen. Habe gerade mal Bilder gegoogelt. :smiling_face_with_heart_eyes:

    Es gibt Gründe dafür und dagegen, mit dem Welpen gleich oder erst etwas später in den Welpenkurs zu gehen. Ein gesunder, gut aufgezogener Welpe braucht aber keine 2 Wochen zum Ankommen. Ein paar Tage sollten genügen.

    Der Impfschutz ist noch nicht vollständig, daher raten Tierärzte eher dazu, den jungen Hund nicht zu früh mit vielen anderen Hunden zusammenzubringen.

    Auf der anderen Seite wird wertvolle Zeit zur Umweltgewöhnung und Sozialisierung verschenkt, wenn man die ersten Wochen im neuen Heim ungenutzt verstreichen läßt. Gerade jetzt sind die Welpen besonders aufnahmebereit.

    Eine Patentlösung gibt es für diesen Zwiespalt nicht. Daß eine Hundeschule nur geimpfte Welpen aufnimmt und kein Hundehalter die Hundeschule mit einem kränkelnden Welpen besucht, setze ich als selbstverständlich voraus.

    Im Einzelfall sollte man auf den einzelnen Welpen schauen. Zeigt er sich im neuen Heim sicher, lebhaft und neugierig, spricht nichts gegen den Welpenkurs. Mit einem eher unsicheren Welpen würde ich es langsamer angehen lassen.

    Es ist aber nun nicht so, dass der Wolf per se nur perfekt ist.

    Der kann genauso Erbdefekte und dies oder jenes haben.

    Wölfe haben nachgewiesenermaßen sogar sehr viele Anlagen zu Erbdefekten. Nur kommen sie extrem selten zum Ausbruch, weil Wölfe Inzucht möglichst vermeiden, zB durch Abwanderen jüngerer Tiere. Die Wahrscheinlichkeit, daß sich zwei Träger eines Erbdefektes paaren, wird also möglichst vermindert. Sollte es doch dazu kommen, wirkt die harte Selektion in der Natur nicht zuletzt durch Parasiten und Krankheiten als Begrenzung. Nur wer wiederstandsfähig und robust ist, kann sich erfolgreich ernähren und fortpflanzen, die Welpen und Jungtiersterblichkeit ist wie bei fast allen Wildtieren hoch.

    Damit ein Erbdefekt zum Ausbruch kommt und nicht nur als Anlage vorhanden ist, müssen zwei Anlagenträger zusammenkommen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist bei domestizierten Rassehunden stark erhöht, weil Inzucht ein wichtiger Faktor bereits bei der Rassewerdung ist und fast immer auch darüber hinaus. Auf der anderen Seite findet bei unseren Lebensverhältnissen heute keine wirksame Selektion auf Wiederstandsfähigkeit mehr statt, dank allgemein guter Versorgung, Ernährung und medizinischer Betreuung inclusive Schutzimpfungen.

    Natürlich wünscht sich niemand Staupe & Co zurück, schon gar nicht als darwin'sche Auslese der Fittesten. Umso mehr müssen wir in der Zucht auf genetische Diversität Wert legen, was aber bekanntlich erst in Ansätzen geschieht.

    Rassehunde tragen deutlich weniger mögliche Erbdefekte als Wildcaniden in ihren Genen, diese kommen aber weit öfter zum Ausbruch. Man kann also immer neue Erbdefekte in einer Rasse erkennen und durch Zuchtausschluss der betroffenen Träger ausmerzen, aber das nützt nichts, weil das Reservoir möglicher Erbdefekte immer noch groß ist und durch den Auschluss die genetische Basis immer enger wird, dadurch steigt wiederum die Wahrscheinlichkeit auf das Hervortreten von weiteren Erbdefekten.