Der Mischling, Lukas, sprang nicht auf, sondern erhob sich in den Stand, ohne die Pfoten vom Boden zu lösen. Also dieses Moment der raschen Bewegung fehlte da völlig.
Beiträge von dagmarjung
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Das dachte ich mir. Bei einer Inselpopulation auch nur logisch. Da werden automatisch eben auch zufällige Eigenschaften mitgefördert, die zwar nicht nützlich sind, die aber auch das Überleben nicht einschränken. Und irgendwann landen sie dann unter Umständen sogar im Standard und sind dann offizielles Selektionsmerkmal.
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und das, was nicht "fast" ist?
Ich kannte einen souveränen erwachsenen Mischlingsrüden, der sich gelegentlich hinlegte, wenn ein anderer Hund auf ihn zukam. Das aber nicht in Lauerstellung fixierend mit vorgestrecketem Kopf, sondern "würdig" wie eine Sphinx mit sehr aufrecht gehaltenem Kopf. Erst wenn dann der andere ganz dicht herangekommen war, stand der Rüde mit einer geschmeidigen Bewegung auf und dann begann das übliche steife Beschnüffeln und Umeinanderstelzen unter Rüden. Worauf man in allen Fällen friedlich und gesichtswahrend auseinanderging.
Oder die Spannung wich einer höflichen Freundlichkeit, wenn es eine Hündin war.
Nie kam es dabei zu einer Rauferei. Der Rüde sprang auch niemals auf, um auf sein Gegenüber loszustürmen, was immer der Fall ist, wenn es ein jagdliches Auflauern ist.
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Zum Beauceron:
"Sie hatten den Eindruck" ist hier wohl der Kernsatz. Es gab recht viele Hunde mit Afterkrallen, als die Rasse einen Standard bekam. Ob dieser Eindruck korrekt war, konnte damals nicht überprüft werden. Wäre vermutlich auch egal gewesen, denn der Mensch als Augenwesen freut sich immer über optisch leicht erkennbare Zeichen um ein Ding sicher zuzuordnen. Hat doppelte Afterkrallen, ist ein Beauceron, prima. Gerade in der Zeit der Rassegründungen gab es ja unendliches Bemühen um sichere Definition, Einschluß und Ausschluß. Beim Pudel wurden drei Farben anerkannt, der Rest blieb draußen. Beim Deutschen Schäferhund flogen die weißen raus, usw.
Ich sage mal so laienhaft, würden doppelte Afterkrallen wirklich beim Laufen helfen, dann wären Wölfe ab Werk damit ausgestattet, die bekanntlich sehr ausdauernde Läufer sind und beim Jagen auch verdammt wendig sein müssen. Oder solche Rassen, die für die Hetzjagd auf den extrem wendigen Hasen gezüchtet werden.
Warum dieses Merkmal sich schon vor der offiziellen Rassegründung mit Standard sich weit unter den Beaucerons verbreiten konnte, läßt sich leicht mit der Inzucht erklären, die bei allen Rassen schon lange vor der Standardzucht an der Wiege stand. Es wurden halt im regionalen Umfeld Hunde mit bestimmten Eigenschaften immer und immer wieder untereinander verpaart. Wobei dann neben den eigentlich erwünschten Eigenschaften auch unütze, aber für den Gegrauch unschädliche Eigenschaften "zufällig" mit gefestigt werden können.
Die eigentliche Standardzucht verfestigt das dann noch, wenn nur noch Hunde mit Merkmal XY als echt anerkannt werden. Von "kommt in der Population häufiger vor" geht dann der Weg ganz fix zu "nur echt mit...".
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aber ich hatte den Eindruck, der schmeisst sich auf den Boden?
(er legt sich hin und wartet auf den anderen hund,
Sich vor einem anderen Hund unterwürfig auf den Boden werfen gehört zur Nahkommunikation. Sich schon in einiger Entfernung auf den Boden legen und auf den anderen Hund warten hat eine ganz andere Bedeutung. Fast immer ist es ein Auflauern.
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Cara fand Wald keineswegs doof. Aber Weihnachtsmarkt fand sie besser. Alljährlich im Dezember stiegen wir öfters mal an einer Station aus, wo beides direkt in der Nähe lag. Wenn ich dann in Richtung Wald abbog, gab es vorwurfvolle Blicke und demonstratives hinterherhängen an der Leine. Da mußte sie aber durch nach dem Motto: erst die Pflicht, dann das Vergnügen.

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Cara war von Anfang an ein Markt- und Messetierchen.
Als sie ein Junghund war, so zwischen 4 und 6 Monaten, nahm ich sie mit zu einer Veranstaltung, es war eine Art Tag der offenen Tür von Theater und Oper. Das fand in einem größeren Innenhof statt, mit Bühne und Buden. Ich machte einen kleinen Rundgang, hielt mich aber nicht lange auf, es sollte hauptsächlich zur Caras Gewöhnung dienen und ich wollte sie auf keinen Fall überfordern.
Nachdem wir das Gelände verlassen hatten, wurde Cara merkwürdig zögerlich. Um herauszufinden, was sie wollte, gab ich ihr die Leine frei mit dem Hörzeichen "jetzt darfst du". Stracks führte sie mich zurück ins Gedränge. Und zu den Freßständen. Märkte und Messen waren für Cara Orte, an denen Menschen sich treffen, die Pommes auf den Boden werfen, um Pudel glücklich zu machen.
Die Verknüpfung saß für's Leben.Wäre Cara nicht von Natur aus eine coole Socke gewesen, hätten ein paar Pommes auf dem Boden sie natürlich nicht von der Harmlosigkeit der Situation überzeugen können. Sie war kein besonders mutiger, aber ein sehr wesenssicherer Hund.
Erst im hohen Alter verlor sie diese Vorliebe und zeigte, daß sie sich an stark belebten Orten unwohl fühlte. Da hatten Augen und Ohren nachgelassen und sie fühlte sich deshalb unsicher. Natürlich habe ich dann darauf Rücksicht genommen und sie wann immer möglich zuhause gelassen.
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Das kommt aber auch auf's Bundesland an.
Das kommt auf den Betreiber des jeweiligen öffentlichen Nahverkehr an. Quasi Hausrecht, und in der nächsten Stadt kann's schon wieder anders sein.
Daher gibt es eine große Bandbreite von Hund fährt frei und ohne Maulkorb bis zu nur mit Maulkorb und Fahrkarte. Hier in meiner Ecke braucht's beispielsweise eine Fahrkarte, aber keinen Maulkorb.
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Die haben sich schön was erabeitet, die zwei...

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Ich hatte meine Pudelhündin in der Großstadt ohne Auto. Ging prima. Auslaufmöglichkeit waren aber quasi ab Haustür vorhanden, und weitere gut mit Rad oder Öffis erreichbar.
Ein Pluspunkt meiner Stadt ist, daß sie viel Grün hat, unter anderem einen ausgedehnten Stadtwald und eine historische Parkanlage, die sich bis zur Innenstadt hinzieht. Egal in welchem Stadtteil man wohnt, man ist immer schnell im Grünen.
So konnte ich zB Hundefreilauf im Grünen und vorher oder nachher noch was in der Stadt besorgen gut miteinander verbinden.