Beiträge von Getier

    Von daher finde ich es ziemlich unsinnig über den Begleithund schlechthin zu sprechen.

    Für mich kommt es darauf an, was so die "Hauptaufgabe" des Hundes ist und/oder ob ich noch etwas spezielleres mit ihm vor habe. Nur, weil z. B. der Mali in der Zivilisation lebt, ist das für mich noch kein "Begleithund". Sonst wäre ja alles Begleithund, was mit dem Menschen zusammen lebt und dann macht die "Klassifierzung" keinen Sinn.

    Für mich ist ein Begleithund relativ anspruchslos, einfach in der Handhabung, ohne besonders stark ausgeprägte Triebe, so dass er sich gut an das Leben anpasst. Dass trotzdem nicht jeder einfach zu nem "Begleithund" passt, logisch.

    Relativ anspruchslose Begleithunde außerhalb der FCI Gruppe 9 sind meiner Erfahrung nach Labrador & Golden Retriever, Yorki, Westie, Cairn Terrier, Border Terrier, Sheltie, Collie, je nach Linie auch der Cocker Spaniel und der Dackel. Auch die verschiedenen Spitze, der Eurasier und der Elo (nicht FCI) habe ich bisher als angenehm entspannt erlebt. Den Perro de Agua Espanol und den Lagotto Romagnolo halte ich auch für ähnlich angspruchsvoll.

    Ich finde es so anstrengend, jedes Verhalten welches der Hund zeigt wissenschaftlich erklären zu wollen - und vor allem falsch, Emotionen als reine Stressreaktionen einzuordnen.

    Wenn ein Mensch "sich freut" ist er ebenso aufgeregt, erregt, wie ein Hund in dem Augenblick. Trotzdem erzähle ich nach dem Weihnachtsfest nicht, wie Glückshormone und Adrenalin freigesetzt wurden und was für eine Übersprungshandlung (Schrei?) ich gezeigt habe, als ich mein neues Handy ausgepackt habe, sondern sage einfach "ich habe mich total gefreut!". :ka:

    Ich habe einen Hund, der vielleicht einmal kurz schnuppern kommt und mit dem Schwanz wedelt und einen, der regelrecht durchdreht wenn ich nach Hause komme. Beide wurden gleich (nicht) beachtet, wenn ich nach Hause komme. Dass der Hund so abdreht, weil er sich in Stresssituationen schlechter unter Kontrolle hat und sowieso sehr schnell gestresst ist, weiß ich. Trotzdem muss ich grinsen, wenn es schnappend (ich weiß, ich weiß Übersprung) und wedelnd um mich rumrennt... weil es zu ihr gehört. Ändern kann ich es eh nicht. :ka:

    Ein GUTE Welpenspielstunde ist sinnvoll, finde ich. Eine schlechte kann stark schaden...
    Im besten Fall gibt es Tipps und immer einen Ansprechpartner, den man um Hilfe bitten kann.

    Wenn du so klarkommst, dann ist das mMn auch mehr als in Ordnung. Ich war damals froh, dass ich nicht allein im Welpenwahnsinn war und hatte Spaß an den verschiedenen Übungen. =)

    Schade, dass die FCI tatsächlich derartige Welpen-Massenproduktionsanlagen unterstützt, indem sie die Produkte und ihre Nachkommen anerkennen will ..... wenn es tatsächlich zu einer Anerkennung kommt.

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? :???:

    Die FCI kann doch die Rasse anerkennen und die Hunde nach ihren Richtlinien züchten. Da ist doch die Entstehungsgeschichte uninteressant ... und man mag es kaum glauben, in unseren Nachbarländern gibt es auch riesige Zwinger unter der FCI. Wie die von innen aussehen, keine Ahnung. Die Hunde sind nicht unbedingt schlecht. ;)

    Es ist schon richtig, dass du dem Hund auf seine Umwelt prägen sollst. Alles, was später mal wichtig für dich ist (z. B. Bus fahren, Auto fahren, über einen Markt gehen, usw. - wie du dir das Leben mit Hund eben vorstellst), würde ich dem Knirps zeigen. Vielleicht fragst (bei Lehrern/Betreuern oder Eltern) du auch mal, ob eine Gruppe von Kindern aus der nächsten Grundschule oder Jugendfreizeitstätte oÄ. ein paar Leckerlies verteilen will/darf.

    Aktuell sind ja überall Weihnachtsmärkte - da würde ich NICHT zu den Stoßzeiten hingehen, sondern früh am Morgen, wenn noch nix los ist und/oder noch aufgebaut wird. Und, wenn der Markt groß ist, auch nicht unbedingt mitten rein, sondern am Rand. Einfach ein paar Menschen und Stände angucken.

    Dafür solltest du dir gezielt Zeit nehmen, ohne Mann und Kinder oder andere Verpflichtungen. Solche "Besuche" von aufregenden Plätzen sollten auch nie lange dauern (also max. ein paar Minuten), da die Knirpse schnell überfordert sind.

    Setz dich am besten irgendwo ruhig hin und lass ihn schauen, dann gehst du mal ein paar Schritte und lässt ihn wieder gucken. Wenn er sich irgendwo vor ängstigt, geh hin und zeig es ihm - zwing ihn zu nix, sondern lock ihn ran und ermutige den Knirps. Auch so, wenn er was interessant findet und es nicht gefährlich ist - lass ihn gucken und belohne seinen Mut.

    Aber solche Ausflüge, musst du nicht täglich machen. Zu viel ist schädlicher, als zu wenig. Ein wesensfester Hund lässt sich auch von neuen Dingen nicht so schnell aus der Fassung bringen, ein Hund der schon früh überfordert wurde, schon - wenn man Pech hat. "Immer zur gleichen Wiese" geht man, damit der Welpe sich sicher fühlt, um sein Geschäft zu verrichten und nicht so stark abgelenkt ist. Welpen vergessen dann nämlich häufig das wichtigste. :D

    Werdet ihr in eine Welpenstunde gehen?

    Für mich ist ein "Hybrid" in Ordnung, wenn
    - die Vorfahren auf alle gängigen Erbkrankheiten untersucht wurden
    - der Züchter keine falschen Versprechungen (nicht haarend, immer lieb, viiiel gesünder, nur positive Eigenschaften, usw.) macht
    - die Tiere ordentlich gehalten und sozialisiert wurden

    Über Sinn und Unsinn lässt sich dann immer noch streiten; aber ich halte die Ausgangsrassen von z. B Pudel und Labrador nicht für schlecht gewählt, wenn ich einen Familienhund haben wollte. Warum sollte ein Mix aus diesen Rassen also kein guter Familienhund sein? Wers mag... :ka:

    Ja, vielleicht hätte es ein netter Mischling aus dem Tierheim auch getan. Wenn ich aber einen Welpen haben will, findet sich der selten im Tierheim (ja, gibt es, weiß ich - aber eben selten) oder ich muss einen "einfliegen" lassen und bei beiden stellt sich die Frage, wie toll die Aufzucht war und wie gesund dieser Hund wohl wird. Eine echte Alternative ist das, so gesehen, auch nicht.