Beiträge von Terry

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    Was nun? Was ratet Ihr den Hundehaltern? Für euch kann es kein Dominanzproblem sein, wenn ich das richtig verstehe was ihr so schreibt. Was ist dann das Problem? Bitte jetzt kein "aus der Ferne kann ich nicht urteilen". Butter bei die Fische!


    Also wenn ihr vor Ort noch nicht mal wisst was Sache ist (und ihr könnt es live beobachten) dann frage ich mich wie das aus der Ferne funktionieren soll :???:

    Es wurde hier ja schon erwähnt: liebevoll und konsequent Erziehen erklärt ja das Wie (wurde nun erzogen) noch lange nicht. Nach deiner Beschreibung würde ich sagen: wenn man einen Hund "hofiert" dann wird er sich genau so benehmen. Ich persönlich halte ja von dem ganzen Tausch- und Ablenkungsgdöns nichts. Wenn der Hund einen klaren Faden "in die Pfoten" bekommt kann er sich danach richten und es hilft allen Beteiligten.

    Er ist nicht zum "King" mutiert weil er keinen Schnauzgriff und Co. erhalten hat (darauf wolltest du doch hinaus, oder?) sondern weil er schlichtweg wie ein "goldenes Kalb" (nach deiner Beschreibung, wie die Realität aussieht weiß ich ja nicht, das ginge nur vor Ort) behandelt wurde.

    Ein Tibetterrier (der kein Terrier ist) wird mit 3 Jahren "erwachsen". Sieht ja fast so aus das dies auch auf Terrierrassen zutrifft und sich ihr Potential erst später bemerkbar macht.

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    brauche dringend rat, es geht darum das ich mit paco raus gehe und er jault und will mir nicht folgen (ich muss ihn öffters rufen) und nach 45 min komme ich mit ihn nach hause, er freut sich geht in eine ecke und er macht dann ganz schön pipp


    wenn er sich draußen Lösen soll (vor allen Dingen es lernen soll) verleitest du ihn mit dem langen Draußen sein nicht zu pinkeln. Er muss erst alles kennen lernen, er muss sich orientieren usw. Da hat er keine Zeit dazu wenn du so lange unterwegs bist.

    Anfangs nur kurz raus. Erstmal zu einer Stelle die er schon kennt und dich dabei nur in dem Umkreis langsam bewegen. Das wird dann langsam ausgedehnt. Damit du dir das Rufen nicht jetzt schon "versaust" wird Hundi gar nicht gerufen, sondern kommt an eine dünne Leine die du auch mal los lassen kannst. Sobald er sich gelöst hat (ich lobe nur kurz um Hundi nicht wieder abzulenken) und dann geht es nach Hause. Die Leine bleibt am Hund außer du wohnst bzw. läufst da wo keine Straße in der Nähe ist, und fängst Hundi erst an zu rufen wenn er sich von allein auf dich zu bewegt.

    Und das Wichtigste: nimmt dir ZEIT!! Das wird alles dauern. Beobachte ihn gut, nutze Dinge um diese freundlich zu bestärken wenn er es von alleine Anbietet (z.B. Sitz oder wenn er Kommt) und das alles Ruhig und Gelassen. Er wird sich dir anschließen wenn dich als sicheren, souveränen Mittelpunkt kennen lernt.

    Das wird dich noch ereilen: das er viele andere Dinge wesentlich Spannender findet als dich; das er keine Lust hat zu laufen; das er noch öfter in die Wohnung macht; das er anfängt anzuspringen undundund....

    Gelassenheit ist das Wichtigste. Nichts verbissen sehen. Gehört alles zu einem Welpi dazu.

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    Wann war denn das zeitlich?


    Ab ca. 1971 bin ich mit einigen "Dorfhunden" regelmässig Gassi gegangen. Mein Jimmy lebte von 1977 bis 1991, Nachfolger Balu 1994 bis 2002. Barry habe ich seit 2002 und Ashkii seit 2008.

    In meinem "Dorf" (Kohlhaasenbrück, wer es evtl. kennt, weiß das es nicht wirklich groß ist) gab es immer so zwischen 8 - 15 Hunde. Kam darauf an wer gerade so Ein- oder Wegzog.

    Jeder meiner Hunde hat (bis auf eine kurze Ausnahme Barry) alles was gebraucht wird, nur im Alltag gelernt. Ohne irgendeine Methode, außer vielleicht die Methode "Hund".

    Heute wie Damals kommt es immer darauf an wo man wohnt. Da gab es Damals schon Unterschiede, die gibt es Heute und die gibt es sicherlich auch Morgen.

    Letztendlich geht es doch gar nicht darum wo der Hund lebt (viele Hunde, wenige Hunde), sondern was macht der HH aus seiner Situation bzw. was lehrt man dem HH. Je entspannter an die Hundeerziehung heran gegangen wird, umso mehr Bauchgefühl und Einfühlungsvermögen wird die die Erziehung mit einfließen.

    Mir geht es nicht darum ob eine Methode schlechter ist als die Andere. Aber der Umgang mit Methoden allgemein lässt in meinen Augen zu wünschen übrig. Jeder spricht von Individualität. Wie wichtig sie ist. Beobachtet man dann aber mal so einige HuSchulen/Vereine, geht es da doch eher sehr "gleichförmig" (Vorsichtig ausgedrückt) zu.

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    Ich denke, da spricht jeder von seinen persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen, und die können je nach Wohnort durchaus abweichend sein.


    Davon gehe ich eigentlich immer aus. Zumindest ist es bei mir so. Klar höre ich viel oder sehe auch so einiges in der Presse. Aber das kann ich glauben oder auch nicht. "Früher" ist für mich, wie oben geschrieben, ab ca. 1971. Vorher habe ich mich bewusst mit der Thematik nicht wirklich auseinander gesetzt.

    Meine Beobachtungen, Erfahrungen beziehen sich auf verschiedene Orte, und Zeiten die ich so kennen gelernt habe. Und auch die Entwicklung die ich in den Jahren so beobachten konnte.

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    Die Menge der Hunde hat sehr wohl was damit zu tun. Die Begegnungen waren durchaus nicht entspannter, nur einfach weniger. Es gab deutlich mehr Raum für alle, auch um entspannt spazieren zu gehen.


    Und schon wieder wird wild pauschaliert.

    Warum brauchte ich mit meinen Hunden nie eine Welpen-/Junghundgruppe (und auch mit Ashkii nicht) in Berlin. Weil ich jeden Tag auf so viel Hunde traf das meine Hunde das Kommunizieren ausbauen konnten. Große, kleine, junge, alte Hunde. Die ganze Palette. 5 Minuten von mir das Hundeauslaufgebiet weg. Jeden Tag Begegnungen. Im Grunewald, am Schlachtensee, an der Avus. Und die Hunde liefen ohne Leine. Es wurde nicht großartig gefragt. "vertragen die sich?". Nö, man lief vor sich hin und die Hunde konnten sich "unterhalten". Wurde es zu viel mit dem Geprolle hat man abgerufen, oder auch nicht und dann ist man weiter gelaufen. Und wenn man wusste die Hunden können nicht miteinander, hat man halt aufpassen müssen.

    Es gab, wie heute genauso Beißereien, Kloppereien, man traf den ein oder anderen streundenden Hund. Na und? Das gehörte einfach dazu und in der Menge, wie ich heute in meinem Umfeld in Berlin "nicht hörende Hunde" treffe (die meisten davon sind in HuSchulen), sind mir früher nicht begegnet. Ich schreibe jetzt von der Zeit ab ca. 1971.

    Hier ticken die Uhren wieder etwas anders. Und ich muss mich ein wenig umstellen. Denn hier laufen nicht so viel Hunde rum wie in Berlin. Macht für mich die Sache sogar schwieriger.

    Je mehr Hunden ich begegne, umso besser kann ich meinem Hund den Umgang lehren. Also haben wir doch das ideale natürliche "Übungsumfeld" wenn viele Hunde da sind. Ich halte es also für einen großen Vorteil (weil einfacher) wenn ich auf ganz viele Hunde treffe. Und sollte ich einen schwierigen Hund übernehmen, werde ich genau die Orte aufsuchen, an denen ich Hunde treffe.

    Anmerkung: ich beziehe mich jetzt nicht auf einzelne Methoden. Welche waren schlecht, welche sind heute besser. Sondern auf den kompletten Umgang mit Hunden. Und heute werden sicherlich auch nicht weniger Hunde "entsorgt", nur geht man da dann wahrscheinlich eher ins "stille Kämmerlein", sprich, man redet nicht drüber.

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    Meine Erfahrung ist, dass vieles einfach thereoetisch platt gedrückt wird und die Hundehalter die sich informieren immer mehr verunsichert werden, da sie ja nichts falsch machen wollen.
    Der Druck ist enorm. Es wird nicht mehr intuitiv gehandelt.
    Das Problem ist einfach, dass wir heute überinformiert sind. Bei egal welchem Problem wird gegoogelt. Das es heute mehr schwierige Hunde gab wie früher, glaube ich nicht. Früher waren die Medien einfach nicht so präsent.
    Die Leute lösen Dinge nicht mehr aus dem Gefühl raus, in dem Moment wenn es wichtig wäre, das was passiert, sondern lesen erstmal im Ratgeber nach. So wird ein unerwünschtes Verhalten oft erst durch "üben" zu einem richtigen Problem.


    Danke Quirina.

    Ich lasse die "Menge" der Hund nicht gelten. Was hat das damit zu tun? Entweder man weiß was man tut oder eben nicht. Und wenn doch alles so viel besser ist als Früher, dann kommt es doch nicht auf die Anzahl der Hunde an, dann dürfte es doch heute gar nicht die Masse an Problemen geben die es gibt. Wenn die heutige Erziehung ja angeblich so "artgerecht", so Positiv sein soll, warum soll das dann nicht klappen? Nur weil es heute mehr Hunde gibt?

    Hund Hund sein lassen bedeutet einfach: nicht jeden Pups der quer liegt analysieren zu wollen, nicht jede Handlung vorgeben zu wollen (per Übung), Gelassen seinen Hund zu sehen, eben einfach als Hund mit seiner ganz ihm eigenen Natur. Das schließt nicht aus ihn so zu "lenken" das er in seiner Umwelt nicht negativ auffällt.

    Das Überinformiert ist für mich ein sehr gutes Stichwort.

    Warum waren Hundebegegnungen früher entspannter? Von mir kam auch der Spruch "das machen die unter sich aus". Das ging. Heute ein Unding, außer man hat ein gutes Gefühl für das gegenüberstehende Team. Ich habe auch Ashkii seine Erfahrungen sammeln lassen. Und bin froh, dass er in einer Umgebung aufgewachsen ist, in der viele entspannte HH und ihre Hunde sich bewegten und diese Hunde sehr gut kommunizieren können (von denen die meisten keine HuSchu von innen gesehen haben).

    Glaubt man denn wirklich das Welpen-/und Junghundgruppen zur Entspannung beitragen? Eine Bemerkung eines Bekannten fand ich sehr treffen und so empfinde ich auch: "In Hundeschulen wird wie in Menschenschulen für einen Durchschnitt gelehrt, der aus verschiedenen Individuen ermittelt wurde, den es aber eigentlich als solches gar nicht gibt. Somit profitiert nur ein Kleinstteil davon wirklich optimal, die anderen bleiben auf der Strecke." Bis jetzt konnte mich jedenfalls noch keiner Überzeugen, das die optimal geführten Welpen-/Junghundgruppen überwiegen. Diese sind eher selten aufzufinden.

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    Das sehe ich auch so. Es gab weniger Hunde, und dadurch weniger Probleme. Die Gesellschaft erwartete nicht, dass ein Hund wie ein Roboter funktioniert. Die meisten Hunde, die ich kannte haben nicht für 2 Cents gehört. Man empfand es als normal, dass sie sich auch mal allein auf die Gassirunde machten. Andere verbrachten ihr Leben kläffend an der Leine, oder im Garten und Zwinger.


    Sorry, wieder eine Pauschaliesierung die ich so nicht akzeptiere. Das kannst du heute genauso gut beobachten. Noch einmal: was hat die Menge der Hunde damit zu tun? Wenn unsere Angebote so optimal sind dann müsste es doch heute ganz anders aussehen.

    Natürlich hat die Einstellung der Menschen sich geändert. Heute wird sich oft unüberlegter ein Hund angeschafft als Früher. Aber das es so viele sind, das es dadurch gehäuft zu Problemen kommt, das kann ich nicht glauben.

    Es ist doch eine müßige Diskussion entscheiden zu wollen ob es Hunden heute besser ging als früher. Das liegt immer im Auge des Betrachters. Ich sage lediglich die Beziehung zum Hund war wesentlich Natürlicher und Entspannter.
    So ein verkrampfter Umgang wie es heute von sehr vielen Menschen mit ihren Hunden üblich ist, übersteigt in meinen Augen die Vergangenheit um einiges und macht die heutige Zeit nicht besser.

    Tja, susami, das ist mein Problem. Das geht nur wenn ich das Team beobachten kann (und das nicht nur eine Stunde). Und vor allen Dingen würde Kona-Love einen anderen Schwerpunkt lernen. Ist aber in Worte (jedenfalls von mir) nicht zu fassen. Ist nichts Aufregendes, nichts Besoneres. Hat aber viel mit innerer Einstellung (das Wichtigste) und sich selbst vieles Lehren zu tun.

    Beschäftigungsangebote gibt es ja zu hauf. Aber das ist für mich eher Nebensächlich. Der Hauptaugenmerkt, gerade bei sehr aktiven Hunden, ist Ruhe, Klarheit, Beharrlichkeit (keine absolute Konsequenz) und auch in ein großes Maß an Gelassenheit.

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    kannst Du mal ganz konkret beschreiben, wie der Alltag mit Ashkii so aussah/aussieht?
    Womit hast Du ihn denn so beschäftigt - womit würdest Du einen arbeitsfreudigen Jung-Mali beschäftigen (damit er keine Möbel frisst)?


    Ist gerade in Arbeit. Da sehr umfangreich, wird es noch ein wenig dauern. Wenn ich es fertig habe, schicke ich es dir per Mail.

    Wie ich einen arbeitsfreudigen Jung-Mali beschäftige? Keine Ahnung. Sage ich dir wenn ich einen habe ;)
    Bei mir gibt es keine festgelegten Handlungen. Der Hund, der Alltag gibt vor was und wie ich agieren werde. Auch Malis sind im Chrakter unterschiedlich. Von einem pauschen "der muss ausgelastet" werden halte ich nichts. Der Alltag bietet genug Dinge, mit dem Welpi/Junghund sich beschäftigen muss. Der einzelne Hund "diktiert" mir, was ich tun werde.

    Ashkii hat mich wieder andere Dinge im Umgang gelehrt wie Barry. Jeder fand ihn ja umwerfend süß. Keiner hätte ihn geschenkt haben wollen. Und dabei eine HH, welche selbst einen etwas (vorsichtig ausgedrückt) anstrengenden Border hat. Aber für Ashkii hätte sie keinen Nerv gehabt. Ich fand es überraschender Weise halb so wild. Obwohl ich niieee einen so hibbeligen Hüter haben wollte.