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Meine Erfahrung ist, dass vieles einfach thereoetisch platt gedrückt wird und die Hundehalter die sich informieren immer mehr verunsichert werden, da sie ja nichts falsch machen wollen.
Der Druck ist enorm. Es wird nicht mehr intuitiv gehandelt.
Das Problem ist einfach, dass wir heute überinformiert sind. Bei egal welchem Problem wird gegoogelt. Das es heute mehr schwierige Hunde gab wie früher, glaube ich nicht. Früher waren die Medien einfach nicht so präsent.
Die Leute lösen Dinge nicht mehr aus dem Gefühl raus, in dem Moment wenn es wichtig wäre, das was passiert, sondern lesen erstmal im Ratgeber nach. So wird ein unerwünschtes Verhalten oft erst durch "üben" zu einem richtigen Problem.
Danke Quirina.
Ich lasse die "Menge" der Hund nicht gelten. Was hat das damit zu tun? Entweder man weiß was man tut oder eben nicht. Und wenn doch alles so viel besser ist als Früher, dann kommt es doch nicht auf die Anzahl der Hunde an, dann dürfte es doch heute gar nicht die Masse an Problemen geben die es gibt. Wenn die heutige Erziehung ja angeblich so "artgerecht", so Positiv sein soll, warum soll das dann nicht klappen? Nur weil es heute mehr Hunde gibt?
Hund Hund sein lassen bedeutet einfach: nicht jeden Pups der quer liegt analysieren zu wollen, nicht jede Handlung vorgeben zu wollen (per Übung), Gelassen seinen Hund zu sehen, eben einfach als Hund mit seiner ganz ihm eigenen Natur. Das schließt nicht aus ihn so zu "lenken" das er in seiner Umwelt nicht negativ auffällt.
Das Überinformiert ist für mich ein sehr gutes Stichwort.
Warum waren Hundebegegnungen früher entspannter? Von mir kam auch der Spruch "das machen die unter sich aus". Das ging. Heute ein Unding, außer man hat ein gutes Gefühl für das gegenüberstehende Team. Ich habe auch Ashkii seine Erfahrungen sammeln lassen. Und bin froh, dass er in einer Umgebung aufgewachsen ist, in der viele entspannte HH und ihre Hunde sich bewegten und diese Hunde sehr gut kommunizieren können (von denen die meisten keine HuSchu von innen gesehen haben).
Glaubt man denn wirklich das Welpen-/und Junghundgruppen zur Entspannung beitragen? Eine Bemerkung eines Bekannten fand ich sehr treffen und so empfinde ich auch: "In Hundeschulen wird wie in Menschenschulen für einen Durchschnitt gelehrt, der aus verschiedenen Individuen ermittelt wurde, den es aber eigentlich als solches gar nicht gibt. Somit profitiert nur ein Kleinstteil davon wirklich optimal, die anderen bleiben auf der Strecke." Bis jetzt konnte mich jedenfalls noch keiner Überzeugen, das die optimal geführten Welpen-/Junghundgruppen überwiegen. Diese sind eher selten aufzufinden.
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Das sehe ich auch so. Es gab weniger Hunde, und dadurch weniger Probleme. Die Gesellschaft erwartete nicht, dass ein Hund wie ein Roboter funktioniert. Die meisten Hunde, die ich kannte haben nicht für 2 Cents gehört. Man empfand es als normal, dass sie sich auch mal allein auf die Gassirunde machten. Andere verbrachten ihr Leben kläffend an der Leine, oder im Garten und Zwinger.
Sorry, wieder eine Pauschaliesierung die ich so nicht akzeptiere. Das kannst du heute genauso gut beobachten. Noch einmal: was hat die Menge der Hunde damit zu tun? Wenn unsere Angebote so optimal sind dann müsste es doch heute ganz anders aussehen.
Natürlich hat die Einstellung der Menschen sich geändert. Heute wird sich oft unüberlegter ein Hund angeschafft als Früher. Aber das es so viele sind, das es dadurch gehäuft zu Problemen kommt, das kann ich nicht glauben.
Es ist doch eine müßige Diskussion entscheiden zu wollen ob es Hunden heute besser ging als früher. Das liegt immer im Auge des Betrachters. Ich sage lediglich die Beziehung zum Hund war wesentlich Natürlicher und Entspannter.
So ein verkrampfter Umgang wie es heute von sehr vielen Menschen mit ihren Hunden üblich ist, übersteigt in meinen Augen die Vergangenheit um einiges und macht die heutige Zeit nicht besser.