Beiträge von Terry

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    ich wollte damit nicht sagen das ein welpe das alles können muss ,aber langsam beginnen schadet doch nicht umso einfacher ist es wenn er/sie groß sind.


    Das sehe ich ein wenig anders.

    Denn wenn meine Hunde groß sind, dann haben wir schon unsere Basis gefunden, d.h. jeder von uns hat seinen Platz in der Gemeinschaft. Da muss ich mir keinen Kopp machen das mein Hund nicht abrufbar ist. Der hält sich von allein bei mir auf bzw. ist es für ihn einfach Alltag geworden, allein durch das Zusammenleben, den Focus auf mich zu richten.

    Nein Ashkii klebt nicht an mir, er versucht auch nicht hektisch Kontakt zu mir zu halten. Aber ich dringe auch bei hoher Ablenkung zu ihm durch.

    Gerade die Kommandos, finde ich, müssen gut aufgebaut werden. Denn da sie in der Hundewelt so nicht vorkommen, ist das Neuland und damit dies fest sitzen kann, sollte dabei sowenig wie möglich Ablenkungen sein. Und das solange bis es sitzt.

    Nur wie sieht es denn im Alltag aus: klar macht der Welpi jetzt allles freudig mit. Gibt ja auch was Nettes. Aber der Tag kommt da ist ihm das Nette wurscht, da hat er besseres zu tun. Wenn man geschickt ist, kann man es natürlich mit einfliesen lassen. Aber ich kann leider zu oft beobachten, das der HH meint, wenn der Hund ersteinmal das Wort verknüpft hat, dann ist die Hauptarbeit erledigt und dann sollte Hund das aber können.

    Ist aber so nicht. Das was dem Hund wirklich Wichtig ist, welchen Platz habe ich in der Gemeinschaft, das braucht andere Vorgehensweisen. Und das ist gerade bei Hunden, welche eine sehr aktive Seite und dann noch eine niedrige Frustgrenze haben, der wichtigste Punkt: er muss schon wissen wann es der HH ernst meint. Und herauszufinden, auf was der Hund gut anspricht, ist nicht immer wirklich einfach.

    Wenn ich mir überlege was der Alltag, in dem Ashkii sich so vor sich hin entwickelt hat, alles geboten hat, wüsste ich gar nicht wo da noch Kommandos hinein gepasst hätten. Die wären irgendwo unter gegangen.

    Mein Focus liegt auf anderen Dingen und damit ist der Alltag dann schon sehr ausgefüllt. Jetzt, wo Ashkii sich in seiner Umwelt zurecht findet, jetzt kann ich ihn mit solchen Dingen "belästigen" ;) .

    Vielleicht ist das Problem das die meisten HH nur mit Tunnelblick schauen können.

    Wenn es um Erziehungsmethoden von Früher geht, lese ich immer nur von den Negativen. Wenn ich gut 40 Jahre zurückdenke, vorher hat es mich nicht so interessiert, kannte ich wenige Hunde die auf irgend einen HuPlatz waren. Es gab nur die üblichen Schäferhund- und Co-Plätze und diesen Hunden begegnete ich sehr selten.

    Zwinger- und Kettenhunden bin ich sehr selten begegnet (eher auf dem Lande) und somit blieb ein Großteil übrig: die HH die einfach aus dem Bauch heraus erzogen, die sich keinen Kopf machten ob sie und wie sie ihren Hund auslasten müssten und was soll ich sagen: es war ein harmonisches Miteinander. Machte Hund aus Menschensicht Blödsinn, gabs eins auf den Deckel (warum muss man da dann immer gleich an Prügel denkt?) und ansonsten wurde sehr gelassen mit dem Thema Hund umgegangen.

    Da dann aber anzunehmen das diese Hunde halt unerzogen waren ist auch falsch. Denn dem ist nicht so. Nö, Sitz und Platz konnten die wenigsten auf Kommando, wenn überhaupt.

    Hund durfte Hund sein. Deswegen hat er aber nicht gebissen, hat nicht seine Umwelt terrorisiert. Natürlich gab es auch diese Kandidaten. Da wird sich auch nichts ändern.

    Aber je mehr sich mit dem Thema Hund beschäftigt wurde, umso "eingeengter" wird der Hund. Damit meine ich jetzt gar nicht das der Hund alles machen soll was ihm einfällt. Aber die Natürlichkeit der Sache ist irgendwie auf der Strecke geblieben.

    Da gibt es massig Hilfsmittel, mit denen sich so mancher HH ausrüsten muss, um den Hund zu überreden doch da zu bleiben, nicht zu Pöbeln usw.. Da werden die Wölfe und Hunde vorgeschoben, in Dingen, die Mensch unedingt machen will (Schnauzgriff und Co.) und ne Aussrede braucht, aber gleichzeitig wird der Grundgehorsam aus reiner Menschensicht praktiziert (Sitz, Platz und Co.).

    Da geht es um Beschwichtigungssignale die wir nachmachen, obwohl im Körperbau und der Gesichtsmimik zwischen Mensch und Hund, bis auf Ausnahmen, Welten liegen. Diese Ausnahmen, die uns genauso angeboren sind wie dem Hund, auf die wird nicht geachtet, obwohl es sich lohnen würde.

    Warum verrenken wir uns eigentlich so? Wenn wir dem Hund die Chance lassen, lernt er uns sehr genau lesen und wenn wir uns Mühe geben können wir seine Sprache nutzen um ihn besser verstehen zu lernen.

    Wir sollten aufhören Hunde kopieren zu wollen, sondern uns darauf beschränken ihn verstehen zu lernen und der Mensch sollte individuell seine Fähigkeiten nutzen. Der Hund macht dies schon immer, wenn man ihn nicht mit Leckerli und Co. dieses "abgewöhnt" :D

    Auweia, jetzt hau ich lieber ab :flucht:

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    naja ,wann fängt man denn mit der erziehung an?wenn es zu spät ist ?

    ich habe so einen hund und ich wäre froh gewesen wenn ich ihm die komados nicht erst mit 9 monaten beibringen hätte müssen .

    alltagstauglich sollen sie natürlich sein aber man kann alles miteinander verknüpfen.


    Ashkki lernt jetzt erst das Sitz und anschließend/parallel? das Platz. Und das nur für den Freizeitbereich (BH wird angestrebt). Klar, wenn er das dann ohne wenn und aber beherrscht, könnte ich es auch für den Alltag benutzen. Mal sehen ob ich das mache, denn bis er soweit ist wird es für den Alltag noch weniger gebraucht als jetzt, denn dann ist er wieder reifer.

    Warum suggeriert man das Sitz, Platz und Co das Allerheilmittel ist? Weil die andere Schiene zu kurz kommt oder gar nicht erkannt wird. Und damit ist das dann der einzige Anker den man hat um seinen Hund zu kontrollieren. Meinetwegen. Jeder hat da so seine eigene Ansicht und solange es klappt wie gewünscht ist es wurscht wie man es macht.

    Aber pauschal braucht es kein Welpe. Der braucht ganz andere Dinge.

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    .o.k., wer mehr über dieses Thema wissen möchte, dem empfehle ich folgende Lektüre:
    "Das Rudel-Konzept" von Uli Köppel ( Schüler von Verhaltensforscher Trumler). Praxisanleitung für eine artgerechte Hundeerziehung.


    :D das gehörte mit zu den Büchern, die schneller wieder in der Buchhandlung waren, als wie ich sie gekauft habe. Konnte gar nicht weiter lesen, so haarsträubend fand ich das Ganze.

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    Obwohl ich gerne die Leute, die ihre Hunde auf "Hündisch" erziehen, mal sehen möchte, wie sie ihnen die Grundkommandos beibringen und sie ausführen lassen. Oder fällt das weg, weil es unter den Hunden sowas nicht gibt?


    Wenn du unter Grundkommandos Sitz und Co meinst. Ja. Bei mir fällt es für den Alltag weg. Brauche ich nicht, brauchen die Hunde nicht. "Hündisch" erziehe ich trotzdem nicht. Aber ich nutze das, was der Hund von Natur anbietet. Das Befolgen eines Kommandos hat für mich allerdings nichts mit Respekt zu tun. Das ist aber ein anderes Thema ;) .

    Im Freizeitbereich nutze ich lockere "Bitten". Da kennen sie "setz dich" "leg dich mal hin". Ashkii lernt jetzt das Kommando Sitz und ich überlege gerade ob ich das Platz auch schon anfangen könnte. Mal sehen. Wollte ich eigentlich nacheinander machen, nicht parallel. Da diskutiere ich noch mit mir :D

    Ich zähle mal alle meine eigenen Hunde auf (auch die nicht mehr da sind)

    Jimmy
    1.In welchen Hundealter sind bei Euch die Hunde eingezogen?
    mit 8 Wochen

    2.Sind Eure Hunde im Freigang abrufbar?
    ja, ab ca. 9 Monate zu 100 %

    3.Welche Hunderasse habt ihr?
    Bearded Collie

    4.Wie alt ist Euer Hund jetzt?
    ist 14 Jahre alt geworden

    Balu
    1.In welchen Hundealter sind bei Euch die Hunde eingezogen?
    7 Wochen

    2.Sind Eure Hunde im Freigang abrufbar?
    seid er 4 Monate war

    3.Welche Hunderasse habt ihr?
    BeardedMix

    4.Wie alt ist Euer Hund jetzt?
    ist 8 Jahre alt geworden (Milztumor)

    Barry
    1.In welchen Hundealter sind bei Euch die Hunde eingezogen?
    3 Jahre

    2.Sind Eure Hunde im Freigang abrufbar?
    nach ca. 3 Wochen zu 70 %, nach ca. 1 Jahr 90 %, nach ca. 2 1/2 Jahren zu 99 % bis heute

    3.Welche Hunderasse habt ihr?
    Kangal-SchäferhundMix

    4.Wie alt ist Euer Hund jetzt?
    10 Jahre

    Ashkii
    1.In welchen Hundealter sind bei Euch die Hunde eingezogen?
    9 Wochen

    2.Sind Eure Hunde im Freigang abrufbar?
    jetzt zu 95 %

    3.Welche Hunderasse habt ihr?
    Bearded-TibetterrierMix

    4.Wie alt ist Euer Hund jetzt?
    knapp 12 Monate

    Bis auf Barry habe ich mit keinem der Hunde in irgend einer Form ein Abruftraining gemacht.
    Jimmy hatte sich im Laufe der Monate und ab dem Moment, ab dem er Erwachsen war, komplett an mir orientiert und musste so gut wie nie abgerufen werden, da er immer in meiner Nähe blieb und zu der Zeit man die Hunde tatsächlich allein klären lassen konnte.
    Balu zeigte vom ersten Tag an von sich eine sehr große Bindungsbereitschaft und da war Abrufen eh nie ein Thema.
    Bei Barry und mir hat es etwas länger gebraucht, da ich kurz einen anderen Weg beschritten hatte.
    Bei Ashkii gab es noch sehr wenige, echt "heikle" Momente. In den letzten Wochen 2 und davon haben 1 1/2 ganz gut geklappt. Mal sehen was die Zukunft bringt.

    Ich glaube nicht das es am Übernahmealter oder an der Rasse liegt. Bekomme ich einen Hund als Welpen ist es einfacher die Basis so aufzubauen, das der Hund von allein eh gern beim HH bleibt und auch dessen Entscheidungen (und dazu gehört der Rückruf) respektiert. Da kann man sicherlich auch bei einem Kangal oder Jagdhund sehr viel Vorarbeit leisten. Bei einem Übernahmehund wird man sehr viel mehr "Ideen" haben müssen um da eine Basis zu schaffen.

    Aber, wie schon oft von mir geschrieben, die Rüpelphase oder auch Pubertätsphase in dem Sinne, das der Hund abschaltet, kenne ich von keinen meiner Hunde :ka:

    Audrey II
    Letztendlich kommt es immer auf den jeweiligen Hund an welche Maßnahme man in bestimmten Situationen ergreift.

    Aber auch einen aufmüpfigen Junghund lasse ich "dusselig" Quatschen. Der ganze Tag gibt mir Gelegenheit zu beweisen das ich Entscheidungen treffen kann wenn ich will.

    Da lasse ich mich doch von so nen Schnösel nicht provozieren. Da stehe ich drüber.

    Und mit einem Tierheimhund macht es auch nicht immer Sinn sowas mal einfach durchzuziehen. Das kann gewaltig nach Hinten losgehen. Da zeige ich in vielen anderen Situationen was ich kann.

    Du hast das richtige Gefühl (und eine Basis) für deine Hunde und kommst darum auch zu dem Ziel das du haben möchtest.

    Hier geht es aber eher um die pauschalen Empfehlungen wie Schnauzgriff und Co.. Die Basis muss mit Welpen/Junghunden und auch erwachsen übernommenen Hunden aber erst einmal erarbeitet werden, bevor man da einfach mal so "Schnauzgreifeln" kann (wobei ich in der Geschichte immer noch keinen Sinn sehe und wenn ich Knurre bekommen meine Hunde einen Lachanfall).

    Wow AuraI
    Auf den Punkt erklärt :gut:

    Und Susami
    2004 hat Bloch noch zum Schnauzgriff geraten (und ich glaube das er das heute auch noch macht, denn ER ist glaube unterdessen wirklich zum Wolf mutiert :D ). Da wäre FLUFFYs oder Buckeroos Erfahrung interessant, denn sie hatten im Mai ein Seminar (das ich absagen musste, sonst wüste ich es genau).

    Ashkii hat auch den "besonderen" Blick wenn er was zu Fressen hat. Dann schaut er kurz und packt seine Pfoten auf den Gegenstand. Geknurrt hat er deswegen noch nie. Noch nicht mal wo wir noch am Anfang unserer Basis standen. Aber wenn alles drumherum gut läuft, würd ich da auch nicht in Panik geraten. Sagen dürfen meine Hunde mir Alles (denn nichts anderes ist Knurren). Setze ich mich souverän durch wird daraus kein Problem entstehen. Und da sollte nur bei Lebensgefahr für den Hund Gewalt angewendet werden.

    Wenn er knurren würde weil er einen Knochen hat und ich vorbei gehe, würd ich ihm nur nen Vogel zeigen und das war es dann. Anders sähe es aus wenn er auf mich losgehen würde. Dann würde ich angemessen agieren. Aber zu diesem Schritt wird der Hund eher gezwungen. Da stimmt dann gewaltig etwas nicht. Da sollte man einfach Ursachenforschung betreiben (bei Übernahmehunden nicht leicht) und angemessen und angepasst an den Hund einen Weg finden.

    Mir widerstrebt es immer mehr von "Hund muss sich unterordnen oder ich muss ihn unterordnen" zu sprechen. Einordnen ist für mich das bessere Wort. Fängt ein Hund sich an einzuordnen, wird er sich aufgrund dem Gebotenen (souveräne Führung die er auch respektieren kann) ganz von allein unterordnen.

    Hunde beobachten und deren "Natur" nutzen hat nichts damit zu tun einfach mal etwas nachzumachen.

    Beobachtungen hängen immer davon ab was der Beobachter daraus macht. Und warum der Schnauzgriff nun das "hündische Mittel" überhaupt sein soll, ist mir schleierhaft.

    Ein hündisches Signal verwenden um das mit einem menschlichen zu belegen? Mh, für mich eine komische Idee.

    Wenn Barry mit Ashkii tobt (ich sage bewusst nicht Spielen) wendet er laufend den Schnauzgriff an. Was soll ich dann davon halten?

    Was soll ich davon halten wenn sich vor mir ein wildfremder Hund hinschmeißt und den Bauch entgegen streckt. Ich bin jetzt der Chef? Will er gekrault werden? Er zeigt mir den "Mittelfinger"? Er hat Vertrauen? Was hätten wir denn nun gern.

    Warum soll sich mein Hund mir unterwerfen? Sehe ich den Sinn nicht wirklich. Sie haben viele feine Signale die mir deutlich sagen das sie verstanden haben, das sie sich einordnen. Ich möchte das meine Hunde sich einordnen und meine Entscheidungen anerkennen.

    Und wenn ich souverän meine Hunde führe kann ich es mir leisten Inkonsequent zu sein.

    Hundesprache verstehen ja, aber was der Hund besser kann sollte man ihm auch überlassen. Und dazu gehört für mich der Schnauzgriff.

    Zitat

    EDIT: ahh, was solls, es ist anscheinend nicht möglich, sich sachlich über ein emotional belegtes Thema zu unterhalten


    Definiere Sachlic.

    Du wirfst mir vor das ich Begriffe verwende, über deren Bedeutung ich mir so bis ins Kleinste noch nie Gedanken gemacht habe. Und nun machst du das Selbe. Denn von Sachlich diskutieren kann man bei dir nun wahrlich sprechen.

    Ich habe einen Gesprächspartner gefunden der wirklich Sachlich darüber diskutieren kann. Diesem kann ich meine Gedanken, so wie hier, mitteilen und da kommen keine unterschwelligen Kommentare. Da kommen sachliche, und vor allen Dingen brauchbare Erklärungen mit denen ich mit wiederum auseinandersetzen DARF und er auch da auf meine Fragen wieder SACHLICH antwortet.

    Aber es kann gedreht und gewendet werden, man kann sich an Begriffen aufhängen: ich lehre meinen Hunden keine klassischen Kommandos wie Sitz, Platz und Co, ich arbeite nicht mit Leckerli, ich strafe meine Hunde nicht weil sie etwas falsch gemacht haben und wenn ich mit den klassischen Kommandos arbeite, werden diese bei Nichtausführung nicht bestraft.