Beim Australian Shepherd ist das Problem in meinen Augen nicht der gut zu kontrollierende Jagdtrieb, sondern vielmehr der Wach- und Schutztrieb, mit dem man rechnen muss, d. h. die Hunde können recht territorial sein, was evtl. je nach Kinderfrequentierung nicht wünschenswert ist. Außerdem sind sie vom Charakter her recht heterogen, d. h. man findet von eher collieartig Sanften bis hin zu cattledogartig mental Starken und Durchsetzungsfähigen so ziemlich alles.
Ich hatte einige Monate zu meiner früheren Hündin einen Pflegling, ebenfalls Aussie, und die beiden hätten von der Art her unterschiedlicher nicht sein können - trotzdem waren beide in ihren Eigenschaften absolut rassetypisch, d. h. es war von "Fremden gegenüber reserviert", "intelligent", "leichtführig", etc. alles dabei, allerdings bei jedem in unterschiedlicher Mischung. Der Pflegling war für mich ein Kurt-Cobain-Hund, nämlich hochsensibel, hochintelligent, aber nur sehr eingeschränkt alltagstauglich, da ruckzuck reizüberflutet.
Dem ehemaligen Farmhund hat meiner Meinung nach die Wandlung zum Sport- und Familienhund nicht gut getan, aber das ist ein Thema für sich.
Wenn man sich für eine Rasse interessiert, finde ich immer Rasseforen recht interessant, und da ganz besonders die Rubrik "Probleme mit Euren Hunden". So bekommt man einen Eindruck davon, mit was für Eigenschaften und Verhaltensweisen man rechnen muss.
Caterina