Beiträge von Cattledogfan

    Liebe Irene, 1000 Dank, solche Tipps aus der Praxis sind Gold wert! Mein Freund sträubte sich zwar erst, so nach dem Motto, ich sortiere doch nicht erst 110 Kühe vor, aber ich war vorhin mit zum Umtreiben (mit Koolie), so dass wir an 2 Stellen rein sind und die Krawallnudeln mit einem Dutzend weiterer Tiere - es sollten ja möglichst schon genug für eine Seite im Melkstand sein - in einem Gang abgegittert haben.

    Es ging dann wohl auch alleine ganz gut, diese Gruppe mit Hund flott direkt in den Melkstand zu treiben, nachdem eine Seite schon voll war; ursprünglich sollte ich nach einem Anruf noch einmal mit rauskommen.

    So ein Hund als Meinungsverstärker ist schon was wert, und die Kühe waren verunsichert, weil sie nicht im Pulk mit 30, 40 anderen getrieben wurden, sondern separat.

    Ich hoffe nur, unser Eindruck täuscht nicht, dass sich die potenziellen Mobbingopfer ohnehin von den Radauschwestern fernhalten, so dass wir gleich zu Anfang immer eine untereinander verträgliche Gruppe abgittern können.

    Und wir brauchen ja deutlich mehr als Du.

    Randaliererin Nr. 1 hat auch schon im Melkstand nach ihren Nachbarinen gestoßen, und wenn 15, 16 Kühe mit dem Kopf zur Wand stehen, macht man nicht viel, wenn man nicht riskieren will, dass alle scheu werden.

    Caterina

    Schau mal hier: https://www.dogforum.de/index.php/Thre…7&#post14435047

    @Antoni ist ebenfalls Landwirtin wie Du (nehme ich jetzt mal an) und hat einen ganz toll veranlagten Border Collie - die Rasse ist aber nicht unbedingt gut als Wachhund, wir haben selber einen.

    Plus einen Australian Koolie, ebenfalls nicht gerade der Superwachhund, plus eine Australian Cattle Dog-Hündin, die wiederum wacht wie der Teufel.

    Und @Nathy hat zwar "nur" Schafe, aber ein Mutter-Sohn-Gespann aus einer guten Hüteleistungszucht von Australian Shepherds, zu deren Zuchtkriterien auch Rindereignung zählt. Was mich allerdings mittlerweile stört, ist, dass kein klärendes Wort über Epilepsie kommt.

    Und @Nocte hat ebenfalls Australian Shepherds, die u. a. an Mutterkühen arbeiten.

    Caterina

    Wir haben mal wieder zwei Krawallschwestern in der Herde, die schon als Kälber Freundinnen waren und Ende Februar im Abstand von 2 Tagen ihr erstes Kalb bekamen. Wobei die eine noch geht, die könnte man in der Herde lassen, aber die andere ist echt zum Kotzen:

    Sonntagmorgen, Bauer alleine mit Hund beim Melken, holt mit Hund Kühe ran, geht runter in den Melkgraben, macht eine Seite auf (Doppel-Sechzehner-Fischgrätenmelkstand), Hund kontrolliert schön mit - plötzlich ein Knall, und die eine Kampfkuh rammt volle Kanne eine andere in die Seite und schubst sie über den noch eingerasteten Bügel auf der 2. Seite halb ins Gestänge zum Melkgraben.

    Zum Glück war die Kuh durch Abschrauben von 2 Stangen relativ schnell befreit und zeigt bis jetzt keine Anzeichen von irgendwelchen Beschwerden (Abschürfungen wurden mit Blauspray behandelt), es war auch noch eine relativ junge und agile.

    Der Hund hat irgendwie - noch? - keine Antennen für derartigen Krawall. Ihre Vorgängerin liebte Unruhe beim Rantreiben, wenn z. b. bullige Kühe dazwischen waren, weil das immer ein prima Grund zum Maßregeln durch Kläffen und Abschnappen war. Und danach war Ruhe.

    Durch einen neu zugepachteten Stall steht den laktierenden Kühen jetzt auch noch der Bereich zur Verfügung, der vorher für die Trockensteher abgeteilt war, d. h. es ist Platz genug da, dass sich die Tiere aus dem Weg gehen können.

    Problematisch ist das Rantreiben zum Melkstand, da machen die beiden jedes, aber wirklich jedes Mal Ärger. Gegen den Hund haben sie sich auch schon gestellt, aber das ist geklärt, der weicht nicht und schnappt, bis sie gehen. Dummerweise sieht er aber die Arbeit als getan an, wenn die Kühe aus den Liegeboxen raus sind und sich zum Melkstand bewegen, und wenn die sich im Wartebereich zoffen, interessiert ihn das auch nicht, wenn er mit Herrchen im Melkstand ist; die werden erst wieder interessant, wenn er nachschieben soll.

    Der Hund ist erst eineinhalb, da kommt sicherlich noch einiges.

    Aber bleibt bis dahin wirklich nur der Schlachter als Hilfe gegen Krawallschwestern? Es wäre schade, denn oft sind das unheimlich vitale Tiere, und das finde ich ein ebenso wichtiges Kriterium wie die Milchleistung.

    Caterina

    Auch wenn es in der heutigen methodenlastigen Hundehaltung verpönt ist, ich finde, hier wurde mal wieder das Pferd von hinten aufgezäumt, wenn ich dieses hier lese:

    ***
    Ich bin aktiv und sportlich und wollte immer schon mal mit einem Hund Agility, Obi und vielleicht sogar die Rettungshundestaffel machen. Also war der Aussie für mich perfekt. Der brachte alles mit, was ich von meinem Hund erwarte.

    ***

    flying-paws bringt es auf den Punkt:

    Mmh, naja ... ich sage mal so: Der Aussie bringt noch viel mehr mit als
    Du haben möchtest. Du hast sozusagen das Sportpaket superplus gekauft.

    Ein Aussie ist z.B. nur dann ein leicht trainier- und lenkbarer Hund,
    wenn Du etwas von ihm willst, das er genauso sieht. Hat er einen anderen
    Plan im Kopf, zieht er den durch und lässt sich nur schwer davon
    abbringen.

    Man sollte sich vielmehr fragen, wie viele Stunden pro Woche/Monat man Agility, Obi oder was auch immer praktiziert, und wie viel länger der Hund einfach nur in den eigenen Alltag passen muss.

    Der wahrscheinlich in reiner Wohnungshaltung besteht, nehme ich an? D. h. kein Haus mit Grundstück? Wo der Hund z. B. in geregelten Bahnen früher oder später wachen und schützen könnte?

    Ich weiß, mein Beitrag mag sich nicht zielführend lesen, aber anstatt dem noch jungen Hund jetzt eine volle Breitseite an hundepsychologischem Trainerwissen zu verpassen, würde ich mir die fett markierte Aussage von flying-paws zu Herzen nehmen und gucken, was bietet der Hund an, das Du haben willst bzw. wie kannst Du das, was er Dir an Verhaltensweisen anbietet, in sinnvolle Bahnen lenken, und was soll er schlicht und einfach unterlassen, wie z. B. das Dazwischendrängeln zwischen Dich und Deinen Partner.

    Oftmals platzt im Verhältnis zum Hund erst dann der gordische Knoten, wenn sich die eigene Einstellung zu ihm ändert, sprich, dass Du Dir bewusst wirst, was ein Aussie noch so alles mitbringen kann.

    Caterina

    die an ein Leben draussen und mit eher wenig menschlichem Kontakt gewöhnt sind und ein Leben bei dir im Garten mit Hauszugang und ein paar Stunden Umgang mit Menschen eine grosse Verbesserung zu einem engen Gehege finden.

    Bingo! Genau diese Art von "Ladenhütern" meinte ich, egal, ob nun ein oder zwei Tiere. Und die gibt es, meist

    Wichtig ist, dass die neue Haltung eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Umständen darstellt.

    Und da muss man evtl. großflächig und langfristig suchen.

    Caterina

    Also ich sehe hier durchaus einen guten Platz für einen Tierschutzhund, sofern a) die Wohnlage so ist, dass sich niemand großartig durch einen evtl. stundenlang kläffenden Hund gestört fühlt und b) der Garten tatsächlich zuverlässig hundesicher gemacht werden kann.

    Und zwar für einen "Ladenhüter", der das Leben im Haus und das enge Zusammenleben mit Menschen nicht kennt. Hofhunde, die es immer mal wieder in Tierheimen und über Notorganisationen gibt, haben es oft schwer, einen geeigneten Platz zu finden.

    Und auch in diesem Forum liest man immer wieder von Second-Hand-Hunden, die offensichtlich mit zu viel Nähe zum Menschen, mit dem Leben in einer Wohnung und an der Leine überfordert sind. In der "Probleme"-Rubrik war doch erst im Februar ein Thread von jemandem aus Berlin, der ein Hundepaar aus dem Tierschutz hat, wo der Rüde Dauerstress zeigt und wo mir beim Lesen der Gedanke kam, ganz sicher, dass der Hund in einem Mehrparteienhaus in der Großstadt richtig aufgehoben ist?

    Ich würde einfach ein Tierheim persönlich ansteuern oder per Mail Kontakt mit einer Notorganisation aufnehmen und sagen, was Du bieten kannst und ob sie Dir bei der Suche nach einem geeigneten Hund helfen können.

    Ich würde mich auf eine zeitintensive und evtl. auch großflächige Suche einstellen.

    Ich kann mir schon vorstellen, dass manchem Angsthund, der auch mit Artgenossen nicht viel am Hut hat, ein eigener Garten mit Hütte 1000x lieber ist als das Tierheim oder das Leben in einer Etagenwohnung.

    Aber man muss sich dann halt auch der Tatsache bewusst sein, dass man selber nicht allzu viel vom Hund erwarten sollte und kann - der ist dann evtl. einfach nur "da".

    Caterina

    Nochmal zum Aussehen von Koolies: Habe die Tage 2 Fotos von einem Spock-Sprössling (die Vorbesitzerin hat noch die Zuchtrechte an ihm) bekommen von Juni 2017, also 8 1/2 Monate alt, der schon jetzt deutlich massiger als seine Eltern wirkt.

    Die ACD-Kontrolleuse hat übrigens mit knapp 1 1/2 ein Ohr, das zum Abknicken neigt, wenn sie irgendwie unsicher ist (immer seltener der Fall). Wir finden es drollig; der Züchterin gegenüber haben wir es "her doubtful ear" genannt.

    Ursprünglich war bei der Rasse ja nicht festgelegt, dass sie Stehohren hat, auch Knickohren waren erlaubt.

    Caterina

    Für mich ist so ein Forum eine Plattform für Anregungen und Horizonterweiterungen, für Austausch und Information, keine Kristallkugel. Daher habe ich lediglich von meinem Eindruck von diesem Hund geschrieben, den ich durch die Beiträge, die ich von seinem Frauchen gelesen habe, gewonnen habe, weiter nichts.

    Keine Frage, es gibt Hundetypen - viele Terrier z. B. -, die man zu ihrem Glück durch Schonung zwingen muss, aber ich habe nicht den Eindruck, als ob Newton dazugehört. Und selbstverständlich ist ein akuter Krankheitszustand absolut der falsche Zeitpunkt, das Bewegungspensum hochzufahren.

    Mein Beitrag ist lediglich als Anregung gedacht, vielleicht einiges zu überdenken, denn dass sich dieser Hund so, wie ich ihn vor meinem geistigen Auge sehe, so vehement gegen das Fixieren wehrt, legt für mich die Vermutung nahe, dass da evtl. einiges am Bewegungsapparat im Argen liegt und dass nicht nur das Frauchen gefordert ist, sich besser durchzusetzen.

    Das ist in etwa, als wenn jemand einen jungen Hund als "faul" betitelt; ich erinnere mich noch an UnserCarlos, den Schnappenzeller, bei dem sich schwere HD oder so herausstellte.

    HD- und ED-Röntgen wurde, wenn mich nicht alles täuscht, bei Newton gemacht, und auch in dem Zusammenhang erinnere ich mich, dass es sinngemäß hieß, dass die A-Hüfte daher kommt, dass der Hund nicht überlastet wird...

    So, nun genug der Klugscheißerei JJ

    Caterina

    Keine Ahnung, ob RafiLe noch mitliest, aber ich wollte trotzdem noch loswerden, dass ich an ihrer Stelle nicht nur die Einstellung zur Kastration, sondern auch zur Bewegung des Hundes überdenken würde.

    Ich habe von ihr schon öfter sinngemäß gelesen, dass der Hund durch zuviel Bewegung "verschleißt". Als sie ihn vor ein, zwei Jahren bei Bekannten zur Betreuung hatte, schrieb sie im Anschluss, der Mann wäre 15 km mit ihm joggen gewesen, und nun sei er "fertig"...

    Ein solches Laufpensum haben meine kleineren Hunde noch mit 10 Jahren und darüber locker mitgemacht (natürlich im Trab), sofern sie nicht akut krank waren - weil sie Kondition hatten...

    Mein Eindruck nach den Beiträgen, die ich von RafiLe gelesen habe, ist nämlich, dass der Hund zu wenig raus kommt und generell ziemlich in seinem Bewegungsdrang heruntergeregelt wird. Immerhin lebt er in reiner Wohnungshaltung und ist zu 100 % auf sie angewiesen, um sich bewegen zu können.

    So auch hier: Hund hinkt, also soll erst mal die Leine dran bleiben - wieso? Ich würde den Hund in seinem Tempo laufen lassen und nicht noch zusätzlich einschränken, ihn aber mit Argusaugen beobachten; evtl. ist es diesmal ja einfach nur Streusalz.

    Bei einem so jungen Tier, das schon Auffälligkeiten wie einen steifen Gang zeigt, würde ich persönlich zusehen, dass Muskulatur da ist, um eventuelle Defizite von Gelenken o. ä. auszugleichen. Und das braucht Zeit und entsprechende Wegstrecken.

    Mich macht auch stutzig, dass er sich so vehement bestimmten Fixierungen verweigert, wo er sich, so zumindest mein Eindruck, ansonsten ziemlich deckeln lässt.

    Caterina