Beiträge von Cattledogfan

    Ich würde auf gar keinen Fall den Hund an 4 Stunden Spaziergang täglich gewöhnen, das braucht er keinsfalls (braucht mMn gar kein Hund), sondern ich würde mich auf einem normalen Maß von täglich 1 - 2 Stunden einpendeln, wobei es natürlich immer Tage mit +/- X geben kann.

    Manchmal habe ich den Eindruck, heutzutage ist Gassi das neue Gift für Hunde.

    @Chatterbox, Du würdest ernsthaft bei reiner Wohnungshaltung - und nur darauf beziehe ich mich jetzt - einem Hund nur ein bis zwei Stunden täglich Draußensein gönnen? Und ihn bis zu 23 Stunden nur in der Wohnung lassen?

    Wenn ich nur so wenig Zeit für einen Hund aufbringen könnte, hätte ich keinen.

    Caterina

    Herrchen holte vor ein paar Tagen einen der Deckbullen, der bisher Färsen beglückt hat, zu den niederlaktierenden Kühen (ca. 40 im Moment) in die Gruppe, weil schon zwei gute Kühe wieder gebullt haben, und es wäre schade darum.

    Der Bulle hatte nichts Besseres zu tun, als gleich beim ersten Melken den Hund wegkicken zu wollen, der unter den Stangen - Bauer bleibt wohlweislich auf der anderen Seite der Liegeboxenbügel - durchgekommen war, um ihm zu zeigen, wo's langgeht, weil er auf das Antippen mit dem Stock nicht reagierte.

    Das gab gleich mal haps, haps, was in die Nase.

    Da sage einer, Cattle Dogs taugen nix fürs Vieh. Und sie ist erst eineinhalb, unsere Kontrolleuse, da kommt sicherlich noch mehr.

    Caterina

    Bis der Threadersteller wieder voll arbeiten muss bzw. wird, vergeht, sagen wir mal, ein gutes Jahr. Gesetzt den Fall, es wird ein Welpe angeschafft, dann ist der Hund ca. eineinhalb, das jüngste Kind knapp zwei, das älteste mindestens dreieinhalb, vielleicht schon vier, evtl. ist ein drittes Kind da, oder die Frau ist mit dem dritten schwanger.

    Sie ist diejenige ohne Hundeerfahrung - und sie steht dann tagsüber alleine da mit allem, evtl. noch mit einem Hund, der dann vielleicht schon über 30 kg wiegt und dessen Erziehung vielleicht nicht so optimal läuft.

    Es wäre interessant zu wissen, was die Frau darüber denkt. Wenn sie sich das geben will, dann nur zu.

    Caterina

    Das Problem mit den hier genannten Rassen, die ursprünglich als Hof- und Kuhhunde eingesetzt wurden, also Entlebucher, Appenzeller und ACD, ist, dass sie gerade für das Rindertreiben eine gehörige Portion Wehrhaftigkeit mitbringen sollten, und das muss man sinnvoll kanalisieren, auch heute noch, wo die allerwenigsten Rassevertreter ihrer ursprünglichen Beschäftigung nachgehen.

    Mein zugegebenermaßen subjektiver Eindruck ist, dass diese Aggressivität, Schärfe, Wehrhaftigkeit oder wie man es nennen will, so ziemlich zuletzt aus der Genetik verschwindet, weil sie den Hunden zwischen Tonnen von Lebendgewicht die körperliche Unversehrtheit und das Überleben sicherte.

    Und oftmals sucht sie sich ihr Ventil, indem sie sich gegen Artgenossen und/oder Menschen richtet.

    Rinderhunde sind für mich die Terrier unter den Hütehunden, d. h. ein Hundetypus, der ein gerüttelt Maß an Größenwahnsinn mitbringen muss, um den Mut zu haben, sich rennenden oder angreifenden Rindern entgegenzustellen.

    Irgendwo wirst Du Abstriche machen müssen, ob an der Verträglichkeit oder den Hüteeigenschaften.

    Ich finde immer, der beste Hund ist der, mit dem man selber zurecht kommt und der einen anspricht. Wenn Du Zeit hast, dann schau Dir doch mal einige Hunde(zuchten) an, z. B. http://www.sbarlaussies.de, wo Nathys Hunde herstammen (Unterfranken, bei Aschaffenburg).

    Hier Home - Kuhhund ist übrigens ein Filmchen vom Ziehen mit Kuhhunden zu sehen, evtl. sogar in Geländeverhältnissen, die Euren entsprechen?

    Caterina

    Nathy: "Nur" war nicht abwertend gemeint, absolut nicht! So ein Hund wie Deine Sierra wäre wahrscheinlich der berühmte Sechser im Lotto für IreneK: solide ausgebildet und hervorragend veranlagt und mit einer gesunden Balance aus Eigenständigkeit und Gehorsam.

    @IreneK: Such mal nach Beiträgen von Nathy, in denen sie von ihrer Sierra schreibt, die ihr wohl des öfteren zu sagen scheint, Mensch, lass mich nur machen, ich weiß schon, was ich tue. So hat Sierra sie mal vor einem heranstürmenden Bock gerettet, und meinen Allerwertesten hat mir im Sommer 2016 der Koolie gerettet, als ein Gallowayochse aus dem Gebüsch auf mich zustürmte. Hätte ihm der Hund nicht ins Flotzmaul gebissen, hätte er mich voll frontal erwischt, so war's nur die linke Schulter.

    Rinderhunde sind übrigens in der Regel kleiner und leichter als Schafhunde, das ist so gewollt, weil sie in die Fesseln und ins Flotzmaul schnappen sollen und nicht in Rippen oder Keulen wie bei Schafen. Der Westerwälder Kuhhund ist so auch kleiner als die anderen Altdeutschen Hütehunde.

    Wir haben hier keinen Aussie mehr - meine frühere Shepherdhündin, mit der ich auf den Hof gezogen bin, war kein Arbeitshund -, weil ich unbedingt einen kurzfelligen Hund wollte, denn unsere Drei leben ganz normal mit im Haus, und ein Langfellhund, der mit Gülle in Kontakt kommt? Nein danke; der mäßig befellte Border Collie ist schon eklig genug, wenn er sich im Sommer beim Küheholen auf "Stopp" hinter den Tieren in die Kacke wirft...

    Das ist ein Vorteil von Aussies, die arbeiten normalerweise aufrecht und legen sich nicht ab wie Border Collies - obwohl @Antonis Phelan auf der Koppel hinter Rindern oft stehen bleibt; sie schrieb mal, dann haben die Tiere mehr Respekt vor ihm, er hätte das Kommando "lie down" alleine in ein ganz normales Stopp umgewandelt.

    Wir haben hier zum 2. Mal einen Cattle Dog und sind überglücklich damit. Der frühere Hofdrachen war ebenso ein Glücksgriff wie unsere jetzige Kontrolleuse, die aus Finnland stammt; der Zwinger nennt sich "Iznogood". Passender könnte er nicht sein!!

    Schau mal bei Youtube nach "Australian Cattle Dog Rocky herding", das ist der Großvater von unserer Kontrolleuse.

    Caterina

    Punkt 3: großer Hund für Mütter
    Ich frage mich gerade wie viel Leute große Hunde und Kinderwägen haben. Sind die alle unverantwortlich unterwegs, weil der Hund mal ziehen könnte?

    Weil man es auch einfacher haben kann, deswegen.

    Solange die Kinder gefahren werden und nicht selber mobil sein wollen, ist das gemeinsame Rausgehen wesentlich einfacher.

    Das älteste Kind ist jetzt zwei, lass es drei sein, bis ein Hund einzieht, evtl. fängt das zweite Kind dann an zu laufen.

    Wien ist eine Großstadt, d. h. man ist nicht alleine unterwegs, und ich für meinen Teil hätte genug damit zu tun, das ältere und mobilere der Kinder im Auge zu behalten, während das kleinere im Wagen quengelt, weil es auch laufen will. Dann lass Mama den Kleinen mal hochnehmen und absetzen zum Tippeln, dann hast Du genau wie viele Hände frei, wenn Du den Wagen schieben und den kleinen Entdecker an der Hand hältst?

    Keine Frage, gehen tut Vieles, aber muss man sich wirklich alles geben? Muss man in der Großstadt mit Kleinkindern und ohne Hundeerfahrung der Frau wirklich einen Welpen holen? Woher kommen denn die ganzen "Hilfe-Welpe-wird-nicht-stubenrein/-knabbert-alles-an"-Threads? Wenn der vierbeinige Raptator im Zahnwechsel ist, ist es Gold wert, ihn zur Not nach draußen zu verfrachten, wenn man gerade mit den Kindern beschäftigt ist.

    Caterina

    Ich finde die Gewichtsklasse Labrador deutlich zu schwer und zu stark für eine hundeunerfahrene Mama mit bis jetzt zwei und eventuell bald drei kleinen Kindern, noch dazu in einem städtischen Umfeld, wo man sich den öffentlichen Raum mit vielen anderen Menschen und Hunden teilt.

    Ich würde in dieser Konstellation einen Hund haben wollen, den ich mit schnell in die Ellenbogenbeuge geschobener Leinenschlaufe problemlos halten kann, wenn er gerade einen Feind fressen will, während ich ihm den Rücken zukehre, weil ich einem der Kinder die Nase putzen oder es trösten muss, weil es gerade hingefallen ist, ich also beide Hände am Kind und den den Blick auf dem/den anderen habe.

    Es gibt mit Sicherheit auch in Wien Hundeschulen, die Anschaffungsberatung anbieten, denn der österreichische Second-Hand-Hundemarkt ist wahrscheinlich ähnlich gut bestückt wie in Deutschland. Von einem Welpen würde ich, wie die Vorschreiber, in dieser Konstellation und ohne eigenen Garten ebenfalls abraten.

    Will sagen: Ich würde nach einem passenden erwachsenen Tier suchen, ohne mich auf eine bestimmte Rasse zu versteifen, und mich dabei beraten lassen.

    Caterina

    Meiner Erfahrung nach kommt es sehr darauf an, wie und wo man wohnt.

    Bei reiner Wohnungshaltung und in eher dicht besiedelten Gegenden, wo der Hund viel an der Leine laufen muss und sich nicht in seinem Tempo bewegen kann, finde ich 4 Std., die der Hund aus der Wohnung kommt, völlig normal, schon allein, um umweltsicher zu werden. Habe ich ein großes Grundstück, wo der Hund sich auch eigene Beschäftigungsmöglichkeiten suchen kann und wo evtl. die meiste Zeit jemand zu Hause ist, kann ich das Gassiprogramm deutlich abspecken, je nachdem, welche Ansprüche ich an seine Umweltsicherheit stelle.

    Caterina

    Wenn der Hund auf dem Hof mitlaufen kann, ist das doch das absolut beste Hundeleben! Mach Dir da mal über "Auslastung" keine Sorgen.

    Wenn Ihr richtig über Strecken treibt, wäre evtl. ein Westerwälder Kuhhund oder ein Harzer Fuchs eine Alternative, aber die wachen normalerweise, genau wie Aussie und Cattle Dog, richtig ernsthaft. Die altdeutschen Hütehunde wurden ja nicht nur für das Hüten im freien Gelände, sondern auch zum Ziehen über Land gezüchtet, d. h. sie laufen die sog. Furche, nämlich gerade neben dem Vieh, und halten es auf dem Weg und aus anderer Leute Acker.

    Wenn Du aus dem süddeutschen Raum kommst, evtl. auch (Schn)Appenzeller oder Entlebucher.

    Caterina

    Heute morgen hat es wieder geklappt, die Krawallschwester waren relativ weit vorne, so dass wir sie sofort mit einem passenden Pulk mit beiden Hunden zügig zum Melkstand trieben, ohne vorher die ganze Herde umzutreiben und komplett abzugittern, weil sie so schön passend standen. Mein Freund ist dann gleich runter mit seinem Hund in den Melkgraben zum Ansetzen, und ich habe schnell für die zweite Seite Tiere herangetrieben.

    Dann war ich so lange im Melkgraben, bis er die Gitter umgehängt hatte, weil mir eines davon zu schwer ist. Und da unten hat sein Hund, die Cattle Dog-Kontrolleuse, sehr wohl Antennen dafür, ob die Tiere Ärger machen wollen oder nicht.

    Und sie wissen mittlerweile, dass der Hund nicht nur umhergehen, sondern auch hochspringen und schnappen kann; wir hatten mal eine Kuh, die in Windeseile beim Rein- und Rausgehen Schläuche abkaute, die aber, da nicht tragend, inzwischen geschlachtet wurde. Nach zwei-, dreimal Hochspringen und Abschnappen war das Schläuchelutschen vergessen...

    Anscheinend muss man wirklich die Kavallerie antreten lassen JJ

    Ist, nebenbei bemerkt, auch eine nette Beschäftigung für den Frostbeulen-Koolie, der ja ansonsten im Winter arbeitslos ist.

    Caterina