Beiträge von Cattledogfan

    @RafiLe1985: Und Du hältst es ernsthaft für praktikabel, dass sich ein Medizinstudent aus Riga hier einen Hund holt, wenn es eine halbwegs vernünftige Auswahl und kein Blindflug werden soll? Und dann müsste das Timing auch klappen, d. h. dass ein Hund zu Zeiten verfügbar wäre, in denen der Threadersteller nicht an der Uni sein muss.

    Ein Medizinstudium in Osteuropa kostet normalerweise hoch im vierstelligen Bereich pro Jahr, wenn nicht gar fünfstellig - allein die Studiengebühren, die Lebenshaltungskosten noch nicht eingerechnet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eltern, die das normalerweise finanzieren, auch noch Geld für einen Züchterhund und die Kosten für den Transport nach Riga so mal eben parat haben.

    Und ich möchte nicht mit einem Welpen im Auto von Deutschland aus durch Polen und Litauen nach Riga schüsseln wollen.

    Klar, möglich ist alles...

    Wenn ich mir überhaupt einen Hund in der Situation anschaffen würde, dann einen unkomplizierteren, kleineren vor Ort, bereits erwachsen, immer mit dem Hintergedanken, dass ich spätestens als Assistenzarzt auf Fremdbetreuung angewiesen sein werde.

    Caterina

    @RafiLe1985: Tut mir leid, aber ich kann mir den Klugschiss nicht verkneifen, Frau Lehrerin:

    Riga ist die lettische Hauptstadt, Felix studiert im Ausland!

    [Mir ging's übrigens kürzlich ähnlich, da schrieb jemand von seinem 2 Jahre und 4 Monate alten Sohn, und ich habe prompt zwei Kinder daraus gemacht und großartige Überlegungen angestellt, wie die Frau dann zusätzlich noch einen großen Hund führen will - manchmal ist man betriebsblind JJ]

    Aber zurück zum Threadersteller; Manfred007 hat ja schon wichtige Aspekte angesprochen, nämlich die verfügbare Zeit jetzt und später im Beruf und Deine Lebensplanung:

    Kannst Du wirklich garantieren, dass Du an 365 Tagen im Jahr genug Zeit für einen Hund (vom zweiten will ich erst gar nicht reden) hast? Was ist mit der vorlesungsfreien Zeit? Wie lange ist die, fährst Du zurück nach Deutschland?

    Ich nehme an, Du bist ohne Deine Familie in Lettland und Dein soziales Netz besteht "nur" aus Kommilitonen. Hättest Du jemanden, der ggf. einen Hund betreuen würde, wenn Du aus irgendeinem Grund ausfällst (krank, kurzfristige Reise zur Familie, etc. pp.?)

    Was ist mit Famulaturen? Oder wechselt ihr ohnehin zwischen Hörsaal und Krankenhaus?

    Und willst Du nach dem Studium zurück nach Deutschland? Würde dann gleich die Assistenzarztzeit im Krankenhaus beginnen? Evtl. Facharztausbildung? Was wird dann aus dem Hund, wer betreut ihn? Würden Eltern oder andere Familienmitglieder einspringen?

    Caterina

    Ich meinte keine Teacup-Züchtungen, sondern das ungute Herumkrebsen in einem kritischen Gewichtsbereich, hier 2-3 kg.

    Will sagen: Wenn unter 3 kg das Risiko einer offenen Fontanelle größer ist, sehe ich doch als Kleinsthundzüchter zu, dass alle meine Zuchthunde einen komfortablen Abstand zu diesen 3 kg haben, damit selbst kleiner geratene Nachkommen nach Möglichkeit darüber liegen.

    Ich kannte mal einen 5,5 kg Chi-Rüden, ein flottes, nicht fettes Tier. So ein Hund schwebt mir übrigens vor, wenn ich noch älter werde JJ

    Bei großen, schweren Rassen mit bekannten Problemen des Bewegungsapparats wäre es analog der Trend zu möglichst stämmigen Exemplaren, der mich vom Kauf abhalten würde.

    Doch das ist ohnehin müßig, denke ich... Das wäre einfach mein ethischer Anspruch an einen Chihuahuazüchter.

    Worüber ich mir schon Gedanken machen würde, ist, wie ich den Hund vernünftig sichere, damit er mir nicht, falls er vor irgendwas in der Großstadt Panik bekommt, einfach wegflutscht. Als Anfänger hat man nicht unbedingt das richtige Gefühl dafür, wie eng Halsband + Geschirr - was für mich für dieses Landei erst mal Pflicht wäre als Doppelsicherung - sitzen müssen bzw. dürfen.

    Gibt es für solche Minihündchen überhaupt vernünftige Panikgeschirre?

    Futter, heißer Asphalt, etc. wäre für mich erst mal Nebensache, ich würde mir lieber über die Kulturschock-Geschichte Gedanken machen.

    Und das Wort "Herausforderung" - warum eigentlich? Du arbeitest in der Altenpflege, ein körperlich und psychisch sehr fordernder Beruf, warum suchst Du Dir nicht mit Bedacht und kühlerem Kopf ein nettes Hündchen, bei dem die Voraussetzungen besser sind, dass er Dir in Deiner Freizeit Freude und Entspannung und nicht "Arbeit", "Herausforderungen", "Trainerstunden", "Üben" etc. pp. beschert?

    Meiner Erfahrung nach fehlt Hundeanfängern, die für das Tier nur ein begrenztes Pensum an Zeit zur Verfügung haben, einfach die Vorstellung davon, was an Empathie von ihnen verlangt wird.

    @Millemaus, Deinen Beitrag sollte man all den Rettern von "Mäusen" und "Süßen" als Pflichtlektüre geben.

    Caterina

    Hast Du Dich mal belesen über die Gefahr von offenen Fontanellen bei Kleinsthunden unter 3 kg? Hast Du die Mutter gesehen? Wenn ja, hat die eine stabile Größe? Also gut über 3 kg? Und damit meine ich nicht dick.

    Aber die Chihuahuaexperten hier wissen sicherlich mehr darüber als ich.

    Abgesehen von allen bisher geäußerten Bedenken, die ich teile, wollte ich persönlich keine Qualzucht - und das sind für mich bewusst kleine Vertreter von Kleinsthundrassen - unterstützen.

    Caterina

    @Helfstyna: Jein. Beim Chihuahua würde ich z. B. auf Gewicht/Größe achten wg. offener Fontanelle, beim Aussie auf Epilepsie (wird m. E. gerne totgeschwiegen), etc. pp. Meiner Meinung nach gibt es schon einige rassetypische Baustellen, so dass ich persönlich die Züchtersuche je nach Rasse anders aufziehen würde.

    Habe im Moment das Problem, dass ich bei Betätigen der Rückwärtstaste zum Löschen immer rausfliege, daher etwas knapp.

    Caterina

    Ich finde schon, dass die Rasse eine nicht unerhebliche Rolle bei den Suchkriterien spielt:

    Wollte ich z. B. eine Dogge, wäre langlebige Verwandtschaft ziemlich weit vorne in der Prioritätenliste.

    Wäre es ein Australian Shepherd, Border Collie oder Irish Setter als Familienhund, käme es mir vor allem auf Wesensfestigkeit und Alltagstauglichkeit an.

    Caterina

    Antoni: Meine ganz unwissenschaftliche Theorie, warum für Phelan die Bullen den größten Lustfaktor haben:

    Weil er mental ein starker, in sich ruhender Hund ist, jedenfalls sehe ich ihn so vor meinem geistigen Auge. Nach dem, was Du an Bildern und Videos von ihm eingestellt hast, ist er ja sehr ruhig und bedacht, daher reime ich mir das so zusammen, dass für ihn die größte Herausforderung die Tiere sind, die am wenigsten eingehütet sind, wo er sich am meisten einbringen und die größte Präsenz zeigen muss - wohlgemerkt, ohne in kräftezehrenden oder gefährlichen Aktionismus zu verfallen.

    Ich denke oft an Dich und das bedachtsame Heranführen des Hundes an die Arbeit, wie Du Phelan nach und nach hast reifen lassen, und ich hoffe, für unsere Anforderungen gelingt uns das wenigstens halbwegs so gut wie Dir.

    Für mich gehört zu einem guten Rinderhund unbedingt die Lust am Kräftemessen dazu, und Phelan macht das offensichtlich anders als ein Cattle Dog oder Australian Shepherd.

    Nathy: Deine Sierra sehe ich ähnlich "stark" vor mir; sie ist doch eine Tochter von May, wenn ich mich nicht täusche? Sie wäre bestimmt auch ein toller Rinderhund gewesen.

    Ich habe May vor über 10 Jahren einmal gesehen, und ich fand sie toll, einfach ein Hund mit Ausstrahlung; das gemeine Fußvolk interessierte sie nur minimal. Ebenso Solo, der kam rein in den Pferch und schnappte erst mal den Tieren quer übers Maul und blieb dann völlig gechillt in der Mitte stehen, so nach dem Motto, alle Mann stillgestanden - und sagt mir jetzt mal gefälligst einer, was ich hier soll?

    Das prophylaktische Abschnappen macht unsere ACD-Kontrolleuse übrigens seit ein paar Tagen auch. Wir haben zwei Krawallkühe in der Herde, die gerne mal beim Rantreiben andere mobben, daher werden sie immer rausgepickt und mit der ersten Partie durchgemolken. Egal, was sie machen, sie werden erst mal abgeschnappt, und seitdem funktioniert das Rantreiben ohne Probleme.

    Caterina

    Antoni: Das lassen wir erst jetzt anlaufen mit den Bullen, weil die beiden Hunde - der Border als Allergiker kommt ja nicht in den Stall - noch relativ jung sind. Spock ist jetzt das 2. Jahr hier und erst drei, und ich wollte ihn erst Erfahrung mit Kühen, Färsen und Kälbern sammeln lassen.

    Die Kontrolleuse lechzt seit einigen Monaten geradezu danach, sich bei irgendwas auszuprobieren, und ich denke, beim nächsten Bullenverladen wird sie richtig mithelfen müssen, denn Herrchens Vater, der überhaupt kein Verständnis und kein Händchen für die Hunde hat, ist schwer krank, und niemand weiß, wann er wieder nach Hause kommt, so dass er auf absehbare Zeit nicht mehr dazwischenfunken wird.

    Nichtsdestotrotz, er hat immer mitgeholfen, mitgeguckt, und hat einfach viel, viel Erfahrung mit Vieh. Daher werden die Hunde jetzt mehr zu tun bekommen, weil Herrchen oftmals alleine sein wird; es wird niemand mehr an einem Ende schon mal das Gatter öffnen oder die Kälber auf der anderen Seite mit dem Futtereimer locken, das muss jetzt Herrchen mit Hund alleine erledigen.

    Bullen von der Straße sammeln - chapeau, ganz großartig! Unser Sammler für ausgebrochenes Vieh - bisher zum Glück keine Bullen! - ist der Koolie, der findet alles und bringt es, so ähnlich wie Phelan.

    Wenn der Koolie Alarm macht, hat das seinen Grund. Immer.

    Caterina