Beiträge von Cattledogfan

    Du schreibst, Ihr habt ein "Rudel" - wie viele Hunde sind das überhaupt? Für mehrere Hunde braucht man ja Platz, und ich gehe mal davon aus, den habt Ihr, vor allem, weil Du was von einer noch nicht läufigen Hündin schreibst.

    Daher gehe ich davon aus, dass Ihr die Hunde sicher trennen könnt - oder?

    Und genau das würde ich mit den beiden Rüden im Haus erst mal tun: trennen. Dass Ihr mit allen spazieren gehen könnt, ist doch schon mal prima!

    Und zwar am besten mit Gitter dazwischen, so dass sie sich zwar sehen, aber nicht zueinander können, damit die neue Konstellation Zeit hat zu wachsen, vor allem, weil der Neuzugang, wie schon jemand geschrieben hat, ein Leben im Rudel wohl noch nicht kennt.

    Wenn niemand da ist, würde ich den Neuzugang sowieso von den anderen trennen, und zwar mit einer geschlossenen Tür dazwischen.

    Diese ganze Analysiererei am Erziehungsstand oder am Charakter bringt doch zum jetzigen Stand nichts weiter als ein paar Anhaltspunkte, lass den Hunden doch Zeit zum Zusammenwachsen, überfahre sie doch nicht so!

    Dass Du eine Lösung parat hättest, falls die beiden Rüden gar nicht miteinander können, davon gehe ich mal aus.

    Wir haben übrigens selber einen 2. erwachsenen Rüden zu einem bereits vorhandenen Fünfjährigen dazugenommen, und zwischen denen war in den ersten Wochen im Haus die Tür meistens zu, erst nach und nach haben wir sie auf engerem Raum zusammengelassen, zunächst vor der Tür, dann im Haus, und als die Hündin als Welpe dazu kam, sind wir ähnlich verfahren, weil die beiden Großen, mittlerweile ein gutes Team, "das da" natürlich völlig überflüssig fanden.

    Caterina

    Von daher ist es albern, von @IngoK und @Dickkopfweissling zu erwarten die Patentlösung bereit zu halten.

    Ich bin nicht albern, ich habe diese ganzen abgehobenen Diskussionen à la "Denken in Populationen" satt, anstatt die Probleme beim Namen zu nennen:

    1. Nein, Wölfe sind nicht mehr automatisch menschenschau. (Ableitung: Wölfe greifen keine Menschen an.)
    2. Nein, Wölfe meiden nicht automatisch menschliche Siedlungen.
    3. Nein, Wölfe ernähren sich nicht überwiegend von Wildtieren.
    4. Nein, es gibt keinen dauerhaften Schutz im Außenbereich.
    5. Nein, es gibt keine Vergrämung ohne Gefahr für Leib und Leben von Wölfen; s. Herdenschutzhunde oder Be- bzw. Abschuss.

    Lies Dir nepolinos Beitrag über Schilda in Brandenburg durch.

    Caterina

    [Ich wollte den Beitrag, aus dem das Zitat stammt, zwar nicht liken, sondern nur das Zitat kopieren, aber egal.]

    IIch behaupte einfach mal, einen ganz guten Überblick über den gedeckten Tisch zu haben.

    Dann antworte doch z. B. mal auf die Fragen auf @Antonis Beitrag! Bzw. auf die Frage, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt, denn bisher haben Wölfe doch alle angeblich wolfssicheren Umzäunungen irgendwann überwunden bzw. sich an angebliche Vergrämungen gewöhnt.

    Weiter oben schrieb jemand was von der Sicherung eines Hühnerstalls gegen Raubvögelangriffe, was ja wohl kein Vergleich für Großviehweiden sein kann.

    Oder lass hören bzw. lesen, wie die Eigensicherung der Menschen aussehen soll, die Gefahr laufen, bei ihren Tieren in einen Wolfsangriff zu geraten, da ja "Schäfer Hans" nicht einfach schießen darf, immer vorausgesetzt, er könnte es überhaupt...

    Ich finde es hochgradig zynisch, Lebensgefahr nicht nur für Nutztiere, sondern auch für Tierhalter in Kauf zu nehmen.

    Dickkopfweissling: Siehst Du, auch Du hast keine praktikablen Lösungen parat, denn wie soll die "Unterstützung" aussehen? Wieso gibt es z. B. auf Eiderstedt so viele Wolfsrisse, wenn es doch angeblich "nur" dreiste Jungtiere sind, die nicht menschenschau sind?

    Warum nicht endlich mal den Tatsachen ins Auge schauen: Es gibt keinen wolfssicheren Zaun für den Außenbereich, elektronische Aufrüstung hat allenfalls Wellenbrecherfunktion, kann aber nach dem ersten Schreck problemlos überwunden werden, der "scheue Wolf" ist ein Ammenmärchen, und Eigensicherung z. B. für Wanderschäfer gibt es auch nicht.

    Für mich ist allein schon der Terminus "Wolfsschutz" eine Lachnummer.

    Caterina

    Dickkopfweissling: Ach so, dann habe ich Dich falsch verstanden, ich dachte, Dein "entsprechendes Handling" bezöge sich auch auf Nutztiere.

    Denn beim "Handling" von Nutztieren fehlen mir persönlich die Antworten und die praktikablen Lösungen. In Hofnähe und auf kleinen Parzellen mag eine elektronische Aufrüstung durchführbar sein, aber nicht im Außenbereich, wo schon bei simplem Weide-E-Draht manchmal die Stromversorgung problematisch ist, sei es, dass irgendwelche Idioten das Weidezaungerät aus Jux und Dollerei abklemmen oder gleich mitgehen lassen, dass bei Sturm Äste oder gleich ganze Bäume auf den Draht fallen oder bei Nässe irgendeine Ableitung entsteht.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine elektronische Hochrüstung von Weiden auch menschliche "Beutegreifer" auf den Plan ruft, die den ganzen Kram anderweitig verwerten können oder sich schlicht einen Spaß daraus machen, z. B. Batterien durch andauernde Betätigung von Lichtschranken oder Beschallung leerzunudeln.

    Was, außer Ansitzjagd, würdest Du denn vorschlagen, was die Ziegenhirtin in dem von Maren verlinkten Beitrag machen soll? Auf den nächsten Angriff warten? Die Herde gleich schlachten lassen? Wenn die Bejagung nix bringt, warum waren Wölfe "früher" denn menschenscheu?

    Oder wo sind die Konzepte für Betriebsumstellungen von Weidewirtschaft auf überwiegende Stallhaltung? Wird dann das Baurecht gelockert, damit Betriebe zeitnah feste Stallungen errichten können?

    All unsere Wildtiere geraten mitunter nah an unsere Siedlungen oder sogar in sie hinein, das ist manchmal aufgrund der Zersiedelung unserer Landschaft in vielen Bereichen auch kaum anders möglich

    Eben. Und diese Zersiedelung gab es vor 150 Jahren oder so, als Wölfe hier noch heimisch waren, nicht, und dieses romantisch verklärte "der Wolf ist zurück" bedeutet dann auch, dass er sich in unserer heutigen zersiedelten Landschaft zurechtfinden muss.

    Was ja offensichtlich klappt...

    Der Vergleich zwischen Fuchs und Wolf hinkt für mich übrigens auch, denn ein Wolfsrudel richtet deutlich mehr Schaden an als ein einzelner Fuchs und ist - jaa, es lebe der Anthropozentrismus, mir liegt meine eigene Spezies am Herzen - auch für Menschen lebensgefährlich, s. Ziegenhirtin. Sie sind aber insofern vergleichbar, als dass sie gute Kulturfolger sind.

    Caterina

    Dickkopfweissling: Und wie sieht das "entsprechende Handling" aus?

    Was macht jemand wie @flying-paws, die Schafe mehrer Robustrassen hält und - soweit ich weiß - überhaupt keinen festen Stall für alle hat, wenn sich Wölfe dort ansiedeln, wo sie üblicherweise ihre Schafe im Netz weiden lässt?

    Gesetzt den Fall, auch bei uns werden Rinder gerissen, schickt mein Freund dann seinen Angestellten weiterhin alleine auf die z. T. im Wald liegenden Außenweiden? Die, nebenbei bemerkt, weit im zweistelligen Hektarbereich groß sind und die schon jetzt keinen Strom auf dem Stacheldraht haben, weil der verpachtende Naturschutzverein berechtigte Zweifel an der technischen Machbarkeit über so große Zaunlängen hatte und weil die Flächen in feuchten Jahren teilweise gar nicht begehbar, geschweige denn befahrbar sind.

    Oder wenn er im nächsten Jahr tatsächlich einen Lehrling einstellt?

    Was wird aus traumatisierten Menschen, die mitten in einen Wolfsangriff auf ihre eigenen Tiere oder diejenigen ihres Arbeitgebers geraten? Was ist mit den Kollateralschäden, dem Aufwand für das Einfangen der überlebenden Tiere, die stressbedingten Aborte, die Regelung der Haftpflicht bei eventuellen Verkehrsunfällen (wir leben nicht mehr im 19. Jh.), etc. pp.? Dem Papieraufwand für die Auszahlung der Entschädigung?

    Prima, dass Du - oder war es IngoK? - weißt, wie Afrikaner mit großen Beutegreifern umgehen. Ich schätze, auch bei denen ist Schluss mit lustig, wenn ihnen die Löwen die Nahrungsgrundlage in Form von Ziegen oder Rindern reißen.

    Caterina

    Wer spricht denn von Ausrottung??
    Wölfe müssen Angst vor Menschen und Ansiedlungen haben... dann wäre alles Tutti.....
    Wer zu nah kommt, wird abgeschossen, dann haben wir regulierte Bestände und halbwegs sichere Weidetiere. Der Rest passiert dann durch guten Herdenschutz.

    @IngoK & @Dickkopfweissling: Genau so funktioniert aber Verbrämung! Guckt sie Euch doch an, die ganzen Flatterband- und Lichtschrankenverfechter, das bringt doch nix!

    Die Philosophiererei über die Daseinsberechtigung der beteiligten Spezies ist ja gut und schön - aber sie bringt keine praxistauglichen Antworten hervor! Ich möchte Euch erleben, wenn Ihr bei Eurer Arbeit, sofern Ihr nicht gerade Tierpfleger für Großkatzen im Zoo seid, wie die Ziegenhirtin in dem von Maren verlinkten Beitrag jeden Tag Gefahr laufen würdet, einem lebensgefährlichen Raubtier zu begegnen.

    Niemand lässt sich gerne für dumm verkaufen, und so zu tun, als wäre der Wolf als Urahn unserer Haushunde ein scheues Wildtier und nicht ein Kulturfolger par excellence, bringt zumindest mich maßlos auf die Palme.

    Caterina

    Maren: Diese angebliche Menschenscheu von Wölfen empfinde ich als - mit Verlaub gesagt - Verarschung hoch drei. Wildtiere sind so lange menschenscheu, solange sie von Menschen nichts Gutes erwarten können. "Früher", als Wölfe noch in Deutschland heimisch waren, gab's halt massiv eine übergebraten, wenn sie versuchten, an die menschliche Existenzgrundlage Nutztiere zu gelangen.

    [Ich habe z. B. viele Jahre im dicht besiedelten Oberrheingebiet gewohnt, und dort waren Hasen, Rehe und auch Wildschweine deutlich flüchtiger als hier im dünn besiedelten nördlichsten Zipfel der Republik. Ich bin oft mit zwei freilaufenden Hunden unterwegs, und teilweise heben Rehe oder Damwild gerade mal die Köpfe beim Gräsen, wenn wir den Weg entlang kommen. Ich hätte es nie für möglich gehalten, so nahe an die Tiere herankommen zu können; in den Auwäldern und -wiesen am Rhein wären sie in Panik in alle Himmelsrichtungen davongestürmt.]


    @CharlieCharles hat m. E. den Nagel auf den Kopf getroffen mit der Aussage, Wölfe seien eine "heilige Kuh", fast so, als ob das Wohl und Wehe des deutschen oder meinetwegen auch europäischen Naturschutzes von der Wiederansiedelung des Wolfes abhinge.

    Ich erinnere mich noch gut, als die ersten Wölfe gesichtet wurden, wie es hieß, och nö, keine Gefahr für Nutztiere, die ernähren sich von Wild... Schon damals gab es zuhauf Infos, z. B. Fernsehsendungen, über Wildtiere als Zivilisationsfolger in Menschennähe (Bsp. Berlin + Wildschweine) oder Füchse, angeblich auch so scheu, in Großstädten.

    Warum sollten sich Wölfe anders verhalten?

    Und der Vergleich mit anderen Ländern hinkt insofern, als dass die Länder, wo Wölfe heimisch sind, deutlich dünner besiedelt sind. Wer schon mal in den Karpaten war oder durch die spanische Zentralmeseta gefahren ist, dürfte den Unterschied zu Deutschland unschwer erkennen.

    Für mich ist der einzig gangbare Schutz vor Wölfen eine vernünftige Bejagung (d. h. den Bestand so kurz halten, wie er in unserer Kulturlandschaft vertretbar ist, was regional durchaus unterschiedlich sein kann) in Verbindung mit Herdenschutzhunden. Über die Höhe von E-Zäunen zu diskutieren, ist Augenwischerei.

    Caterina

    @02wotan: Die Karnickel auf der Wiese haben sich aus den Ewigen Jagdgründen herübergerettet, denn da treibt seit 10 Jahren Pico sein Unwesen, seines Zeichens Spur- und Sichtjäger, der schreien konnte wie Tarzan, wenn er Wild vor der Nase hatte. Huskymix halt.

    Nur: Jetzt hindert ihn kein blödes Frauchen mit blöder Leine mehr daran, loszuspurten wie eine Rakete und laut jodelnd dem Wild in den Hacken zu bleiben, Kilometer um Kilometer, denn die Schmerzen durch Spondylose und Hüftfehlstellung hat er mit seiner irdischen Hülle abgestreift. Er fliegt förmlich über Äcker und Wiesen, überspringt Gräben leicht wie eine Feder.

    Gibt es noch mehr Hunde, die jetzt in den Ewigen Jagdgründen und nicht im Regenbogenland sind?

    Caterina