Beiträge von Cattledogfan

    Nach den Bildern von der Färse, die hier gestern von den zwei Wölfe angegangen wurde, nicht getötet, aber das halbe Ohr abgerissen und hinten die Keule, frage ich mich echt, was in den Köpfen einiger vor geht
    Das Tier musste im übrigen noch eine Weile ausharren, bis der Amts-Vet da war, wegen Wolfsangriff und so....die Schmerzen, die dieses Tier erleiden musste, bis es endlich eingeschläfert werden durfte, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

    Aber stimmt, so lange man nicht selbst betroffen ist, ist es einfach irgendwas von Fleischvorrat und Promillebereich zu schreiben

    Das ist nämlich auch so ein Punkt: das Gemetzel, das Beutegreifer anrichten, siehe Fuchs im Hühnerstall. Da wird alles niedergemacht, was noch zuckt, viel mehr, als gefressen werden kann, und wenn man dann zufällig als Tierhalter dazu kommt, macht man.... ja, genau: nix.

    Den Fuchs oder Marder würde ich verscheuchen, aber einen Wolf? Oder gar mehrere? Vergrämen liest sich nett, ist aber im Ernstfall nicht praktikabel, wenn es darum geht, in einer Notsituation Tiere zu schützen, die die eigene Lebensgrundlage sichern.

    [ Antoni: Vielleicht solltest Du das mit dem Jagdschein möglichst bald in die Tat umsetzen und fürs Baby die Omas einspannen, wenn Du Kurs hast, oder? Und dann einen Hund à la Catahoula oder Mountain Cur Dog dazu.]

    Aber wie heißt es doch so schön? Auf anderer Leute A... ist gut durch Feuer reiten.

    Caterina

    Vor einigen Wochen wurde ein gutes Dutzend unserer Kälber "nur" von einem Hund gehetzt, noch nicht einmal angegriffen.

    Die Tiere waren so in Panik, dass sie den Stromdraht der eigenen Koppel über bestimmt 100 m niederrissen. Jemand, der bestimmt einen halben Kilometer Luftlinie entfernt wohnt, hörte sie schreien, nicht brüllen, das waren seine Worte, und telefonierte die Bauern in der Umgebung ab, weil er nicht genau zuordnen konnte, welches Vieh es sein könnte.

    Wir haben sie dann mit unseren eigenen Hunden mit ganz viel Abstand in eine andere Koppel bestimmt einen Kilometer weiter bugsiert, wo sie jetzt mit Färsen zusammen sind.

    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wenn da Wölfe am Werk gewesen wären.

    Wer immer meint, Wölfe hätten in unserer Kulturlandschaft ihren Platz, den lade ich ganz herzlich ein, mal Ohrmarken zwicken zu gehen (oder sonst eine notwendige Vorrichtung am lebenden Tier vorzunehmen) in einer Rinderherde, die schon Bekanntschaft mit Wölfen gemacht hat.

    Tote Tiere könnte man sicherlich verschmerzen, aber man muss auch bedenken, was ein Wolfsangriff für Folgen für die überlebenden Herdenmitglieder hat.

    Mir graut davor, wenn hier bei uns Wölfe auftauchen, weil der Hof so viele Außenweiden und so viel Vieh hat, dass wir eine hohe zweistellige Anzahl an Herdenschutzhunden bräuchten, was absolut unpraktikabel ist.

    Oder wenn eine Rinderherde in Panik über den Autobahnzubringer galoppiert und Menschen zu Schaden kommen. Wir hatten das vor einigen Jahren mal mit Schafen (nicht unsere!), als eine Autofahrerin schwer verletzt wurde.


    Caterina

    Als Schweizer, Hundehalter und Bergwanderer bin ich ganz klar gegen Herdenschutzhunde im dicht genutzten Alpenraum.

    Ich habe mir jetzt die letzten Seiten nicht mehr durchgelesen, aber der o. g. Satz sprang mir schon heute morgen ins Auge.

    Denn:

    Man ersetze "Herdenschutzhunde" durch "Wölfe" und den "dicht genutzten Alpenraum" durch beliebige, dicht besiedelte Regionen in Westeuropa, dann passt es.

    Caterina

    Auf einer ziemlich abgefressenen Weide stehen noch drei trockene Kühe, und da das voraussichtliche Kalbedatum bei allen noch mindestens eine Woche hin ist, sollten sie über eine Grundstückszufahrt auf die andere Seite umgetrieben werden zu weiteren zwei Trockenstehern, die noch mehr als genug Gras haben.

    Ich bin schlecht im Schätzen, aber ich sage jetzt einfach mal, die Koppel ist einen guten Hektar groß und recht übersichtlich.

    Herrchens Arbeiter, der normalerweise sehr ruhig und besonnen mit den Tieren umgeht und wenig Probleme mit ihnen hat, wollte sie gemeinsam mit seinem Enkel, der in den Herbstferien hier sein Taschengeld aufbessert, an einer trichterförmig zusammenlaufenden Stelle über die Zufahrt treiben - keine Chance!

    Keine Ahnung, ob es an dem ihnen unbekannten Jungen oder an der Tatsache, dass sie die Koppel an einer unbekannten Stelle verlassen sollten, lag, sie drehten auf jeden Fall immer kurz vor dem Übergang ab.

    Weil mein Freund keine Zeit hatte, fuhr ich schnell die knapp 10 Minuten mit Schwarzi-Border auf dem Rad hin, weil mir Spockie sehr schnell (im wahrsten Sinne des Wortes) zu viel Tempo macht, und immerhin sollen diese drei bald kalben.

    Ungelogen, kaum war ich mit der Hund auf der Koppel, der von sich aus einen Bogen schlug und sich hinter den Tieren ablegte, ging es wie geschmiert, die Köpfe gingen hoch, sie legten die Ohren an, rotteten sich zusammen und ließen sich problemlos zum Trichter bugsieren und gingen über den Weg.

    Der Hund musste nur einmal aufstehen und sich wieder ablegen, fertig. Nachtreiben kann man das wirklich nicht nennen.

    Wir haben so oft solche Situationen, wo die Hunde einfach nur da sind, erst letzte Woche beim Aufladen von Schlachtkühen, als Herrchen schimpfend wie ein Rohrspatz reinkam und irgendwas von "Spock" und "Leine" vor sich hin raunzte.

    (Zur Erläuterung: Die australische Supermimose setzt das erlauchte Popöchen nicht gerne der Nässe und der - relativen - Kälte aus und verkrümelt sich lieber wieder nach drinnen, wenn er irgendwo überwiegend auf einem Fleck verharren soll und sich nicht frei bewegen kann, d. h. man muss ihn an der Leine an den Ort führen, wo man ihn haben will.)

    Der Hund war quasi als Katalysator einfach nur kurz an der Leine mit dabei, das reichte schon.

    Caterina

    ...und bei uns waren es vorhin vom Hänger krachende Bretter und Eisenteile bei einem Nachbarn, die die Kühe auf der Hauskoppel in Panik versetzten, als Herrchen sie zum Melken reinholen wollte.

    Die Spitzohren haben, so Herrchen, bestimmt 30 Stück aus vollem Galopp kurz vor dem Draht gebremst und gewendet. Wären sie durchgerannt, wären sie auf der Straße gewesen - Autobahnzubringer...

    Antoni: Ich kann Deine Begeisterung sowas von teilen, ich merke ja auch an Spockie, was er für einen Quantensprung gemacht hat mit dem Erwachsenwerden auch im Kopf. Es sind so viele Kleinigkeiten, wo er einfach mitdenkt und da ist.

    Phelan ist, wenn ich richtig gerechnet habe, ein halbes Jahr älter.

    Die Präsenz, die Phelan zeigt, ist einfach Wahnsinn! Ohne die geht es nicht bei Rindern. Wir haben jetzt einige Fleckvieh-Erstlaktierende aus einem Abgabebestand in der Herde (mein Freund überlegt einen Umstieg auf Doppelnutzer), die beim Vorbesitzer wohl schon als Kälber dessen Jack Russell-Mix von der Koppel gejagt haben.

    An die gehen die Spitzohren automatisch zu Zweit und lassen dann auch die Kühe stehen, die sie gerade aufgenommen haben, wenn der andere Hilfe braucht.

    Der Vorbesitzer, mittlerweile Rentner, wollte es nicht glauben, dass die Tiere gleich zwei Hunde nicht nur auf der Koppel dulden, sondern sich auch treiben lassen, und hat es sich vor einigen Tagen selber angesehen.

    Caterina

    PS: Noch eine Frage an Antoni: Fährt Phelan auch ohne Dich mit raus auf die Außenweiden? Also könnten z. B. Dein Mann und Dein Schwiegervater diese Färsenfangaktion aus Deinem vorletzten Bilderpost veranstalten? Wir haben das Problem, dass Spock z. B. gar nicht mit Herrchens Arbeiter mit will, vor einigen Wochen sprang er ihm sogar durch das geöffnete Fenster aus dem Betriebsauto - zum Glück noch auf dem Hof. Dabei sollte er einfach nur im Auto sitzen bleiben und aufpassen, während der Arbeiter auf einer Koppel mit Galloway-Bullen eine Weidetränke tiefer setzen musste. Guckt Herrchen das Auto nur an, ist der Hund schneller drin, als man gucken kann.

    Und PPS: Natürlich auch herzlichen Glückwunsch zu den Trialleistungen!

    Und zum Thema alte Hunde:

    Ja, ich wollte auch alte Hunde sehen, immer vorausgesetzt, die Zucht besteht schon lange genug, denn wie die Hunde dieser Zucht altern, ist für mich auch ein "Qualitätsmerkmal". Für Hündinnen ist das Zuchtzeitfenster ja relativ begrenzt, wenn man davon ausgeht, dass manche Rassen erst mit ca. drei Jahren so richtig erwachsen sind. Und wenn sie dann mit 8, dem Höchstalter für die meisten Rassen, in die sog. Zuchtrente gehen, sind sie eigentlich noch im besten Alter.

    Was hier noch nicht erwähnt wurde, ist das Kriterium "Leistung", nach dem Hunde für die Zucht ausgewählt werden.

    @flying-paws kann z. B. bei jeder (Schaf)Hüterasse die Arbeitsfähigkeit auf Herz und Nieren prüfen und sich auch Verwandtschaft bei der Arbeit ansehen, bevor sie einen Hund in die Zucht nimmt, immer vorausgesetzt, die üblichen Gesundheitsauswertungen sind in Ordnung.

    Auch jemand, der über ein Dutzend Huskies, Malamutes und meinetwegen Samojeden als Zughunde laufen lässt, hat ein Leistungskriterium, nach dem Hunde für die Zucht ausgewählt werden können.

    Ich hätte auch kein Problem damit, bei einem Jäger mit zwei oder von mir aus drei völlig unterschiedlichen Jagdhundrassen einen Welpen zu kaufen, wenn alle Hunde jagdlich geführt werden (immer vorausgesetzt, ich wollte/bräuchte einen Jagdhund).

    Caterina

    Aus der Schaumstoffunterlage den Hundegeruch herauszubekommen, halte ich für utopisch. Ich habe schon öfter für krankheitsbedingt miefende Hunde Allergikerkopfkissen für Menschen gekauft (wobei man beim Dobermann wahrscheinlich gleich zur Bettdecke greifen sollte JJ), wenn es ein Sonderangebot gab - wegen der Waschbarkeit.

    Alles, was nicht mindestens 60° gewaschen werden kann, behält einen leichten Hundegeruch, wenn der Hund stark riecht.

    Bei uns läuft nach Arbeitsklamotten- und Hundedeckenwäsche eigentlich immer erst mal das Maschinenreinigungsprogramm mit 90°. Zudem reinige ich regelmäßig das Waschmittelfach, d. h. ich hole es raus, herlege es und reinige auch den nun freien Schacht, weil sich berade bei Flüssigwaschmittel und Weichspäter oft eklige, gammelige Reste bilden, wenn man sie nicht regelmäßig entfernt.

    Caterina