Beiträge von Cattledogfan

    Blöde Frage: Ist auszuschließen, dass das arme Kerlchen zwergenwüchsig war? Ich kenne mich mit Maltesern nicht auch, weiß aber, dass Zwergenwuchs bei Yorkshire Terrriern durchaus vorkommt.

    Dann wäre es evtl. ratsam, zumindest mit der direkten Verwandtschaft nicht weiter zu züchten.

    Caterina

    Kelpador: Also ich würde mir den Welpen so früh wie möglich holen und mitnehmen, wenn Du ihn sicher parken kannst. Denn wenn ein Hund nicht nur für Hobbytierhaltung sein soll, dann muss er m. E. vor allem eines lernen: warten.

    Unsere beiden Rüden kamen ja bereits erwachsen auf den Betrieb, die Hündin als Welpe, und es ist schon einfacher, einen Welpen einfach so in Betriebsabläufe - ich rede jetzt nicht von der Arbeit am Vieh - hineinwachsen zu lassen, da muss man nicht so viel regeln wie beim erwachsenen, deutlich autonomeren Hund.

    Hier ist z. B. Treckerfahren problematisch mit den Rüden. Schwarzi-Border ist ohnehin zu groß, der würde eigentlich nur auf einen draufpassen, der Koolie hat Angst.

    Die Cattle-Kontrolleuse dagegen wurde schon als Welpi einfach geschnappt und mitgenommen oder draufgehoben und dagelassen, sie kann man problemlos mitnehmen.

    Nur: Sie ist im Moment läufig, und heute morgen wäre es sehr praktisch gewesen, mit Hund zu einer kalbenden Gallowayfärse zu fahren, bei der Geburtshilfe zu leisten war. Da das Betriebsauto unterwegs war, musste Herrchen mit dem Trecker los. Er hätte gerne Spockie-Koolie mitgenommen zum Aufpassen, damit die Herde - bei der im Moment ein Deckbulle mitläuft - nicht auftaucht, aber als der begriff, dass er mit auf den Trecker sollte, war er wie vom Erdboden verschluckt; den Spinnweben nach zu urteilen, muss er sich auf dem Dachboden versteckt haben. Man bekommt ihn nur drauf, wenn man ihn überrascht und einfach schnappt und draufsetzt.

    Ich finde es enorm wichtig, dass ein Hund auch hoftauglich ist, was für mich auch impliziert, dass er weiß, wann er wegzubleiben hat, und das lernt er am besten so früh wie möglich.

    Cherubina: Toll, was Dein Hund so alles auspackt!

    Caterina

    Hektorine: Du bist doch diejenige mit Hundeangst, nicht wahr? Wie würdest Du reagieren, wenn Dir Jenny so, wie sie es eingangs beschrieben hat, entgegen käme? Du hast in etwa eine Vorstellung davon, wie groß so ein Dobermann ist, selbst wenn dieser wahrscheinlich noch nicht seine Endgröße und -breite hat?

    Also ich könnte mir durchaus vorstellen, auf dem Absatz kehrt zu machen, egal ob mit oder ohne Hund, je nachdem, wie verzweifelt das Mächen gerade ist.

    Für mich haben unerzogene Hunde in Zeiten von Landeshundegesetzen auch eine fatale Außenwirkung.

    Caterina

    Wenn ich mir so angucke, wie manche Erwachsene, denen das Einfühlungsvermögen dafür fehlt, wie der eigene Hund tickt, mit wesentlich kleineren, ähnlich unerzogenen Hunden durch die Gegend stolpern, muss ich sagen, dass ich es mit ziemlich gemischten Gefühlen sehe, dass das Mädchen mit einem Hund dieser Größenklasse, dieser Reaktionsschnelligkeit und dieser Rasse unterwegs ist, den ein Mann vielleicht noch durch Kraft hält, wenn er verpennt hat, dass der Hund jetzt nach vorne will.

    Wenn sie alleine los will, muss sie zwangsweise auf die Straße.

    Ich möchte ihr nicht begegnen, schon gar nicht mit einem kleineren Rüden.

    Außerdem habe ich das Gefühl, dass da viel zu viel Verantwortung auf den Trainer abgewälzt wird. Genug belesen scheint sie sich ja zu haben, doch m. E. ersetzt das nicht den intuitiven Zugang zum Hund.

    Training ist ja gut und schön, aber irgendwo muss der Hund auch ohne großes Brimborium seinen alltäglichen Auslauf haben können, ohne dass ihn die Eltern ins Auto laden und erst "rausfahren" müssen.

    Und da frage ich mich halt, ob das gefahrlos möglich ist - auch für andere.

    Caterina

    Der Hund ist heute den 5. Tag bei Euch, der kann noch gar keine stabile Bindung zu Euch aufgebaut haben. Und Du bzw. Ihr, könnt Ihr ihn überhaupt schon einschätzen? Seine Körpersprache lesen? Weißt Du, ob er Jagdtrieb hat? Ob er schreckhaft ist?

    Was machst Du, wenn er plötzlich die Nase auf dem Boden oder in der Luft hat, noch einmal um Dich kreiselt und dann am Horizont verschwindet? Oder er sich vor irgendwas erschreckt und ebenfalls durchstartet?

    Der Hund ist völlig fremd in der Gegend, der weiß ja noch nicht mal, wo er hinlaufen soll. Haut einem ein Hund, den man schon länger hat, aus irgendeinem Grund ab, dann sind die Chancen durchaus da, dass er nach Hause läuft - irgendwann...

    Aber ein völlig neuer Hund, noch dazu in einer völlig neuen Umgebung? In meinen Augen eine Schnapsidee.

    Caterina

    Wenn sich meine Lebensumstände nicht ändern, möchte ich keinen Border Collie mehr, weil mir persönlich doch die kernigeren Hütehundetypen mehr liegen und ich hier auf dem Hof gerne einen Hund mit ordentlich Wachtrieb vertragen kann. Ich bin nämlich oft alleine hier.

    Schwarzi-Border ist zwar relativ groß und macht ordentlich Eindruck, wenn er hinter dem Zaun loskläfft, aber ist man freundlich zu ihm, ist er es auch.

    Außerdem mag ich persönlich an Rindern Hunde, die auch bellen.

    Ein Aussie wie Sierra von @Nathy oder die Kelpiehündin von @Gammur wären von dem, was ich über das Wesen dieser Hunde gelesen habe, mein absoluter Traum... schmacht...

    Je nachdem, wie lange mein Freund seinen Hof noch bewirtschaftet und ob er sich evtl. mit etwas Nebenerwerb in den Ruhestand verabschiedet, könnte es durchaus noch mal ein Aussie für reine Weiderinder werden - für ihn mit Sicherheit aber noch ein Cattledog. Zwei Hunde sind dann aber genug, keinen dritten mehr.

    Noch einen Koolie eher nicht, weil mir die Auswahl (noch) zu klein ist.

    Und weil Spock einfach so unglaublich einzigartig ist.

    So einen Hund zu finden, der bei uns ja kein weiteres Training hat und nur guckt, was zu machen ist, um es dann einfach irgendwann zu machen, war ein Riesen-, Riesenglück!

    Sollte es kein Vieh mehr geben, dann auf jeden Fall einen Mittel- oder Großspitz, evtl. auch einen ausgemusterten Altdeutschen.

    Caterina

    Wenn ich mir hier so die Anschaffungsüberlegungen durchlese, empfinde ich eigentlich weniger die ins Auge gefassten Rassen, sondern vielmehr die Lebensumstände als problematisch, d. h. knapp bemessene Zeit, wenig Platz, hohe Erwartungen, dass der Hund möglichst bald "funktionieren" muss, dazu wenig bis gar keine Hundeerfahrung.

    Und oftmals gibt es auch nur ein Lebensmodell, in das der Hund auf Biegen und Brechen hineinpassen soll - Stichwort Bürohund... und wenn der Hund sich aus irgendeinem Grund nicht dafür eignet? Oder wenn die hundeunerfahrene, schwangere Ehefrau mit bereits einem Kleinkind doch nicht mit einem unerzogenen 30kg-Hund klar kommt, während der Mann seiner 50-Std.-Woche nachgeht?

    Meiner Meinung nach ist das Leben vieler Menschen heute unglaublich unbeständig und hektisch, aber der Hund soll dann bitte ein Ausbund an Ausgeglichenheit sein, daher ist es wohl mehr als verständlich, dass es schwierig ist, eine geeignete Rasse zu empfehlen.

    Ist Platz da, um z. B. Kinder und Hund bei Bedarf großzügig zu separieren - von mir aus auch durch Zwinger -, ist es evtl. eine Mehrgenerationenfamilie, wo Großeltern zum Verwöhnen und Verziehen von Kindern und Hund da sind, während die Eltern arbeiten, ist das Umfeld hundetolerant (weil z. B. dünn besiedelt) und kommen die Menschen auch mit einem suboptimal erzogenen Hund klar, dann ist die Auswahl natürlich deutlich größer als im Reihenhaus mit Handtuchgarten, einem vollzeit- und einem teilzeitarbeitenden Elternteil und Kindern mit einem straff durchorganisierten Freizeitprogramm.

    Und zum "einfach mitlaufen", das ist für mich einer der anspruchsvollsten Jobs, den ein Hund haben kann.

    Caterina

    Bei mir wird es keinen weiteren Border Collie geben.
    Ich halte keine Schafe mehr und möchte auch nicht wieder "Fremdhüten" gehen müssen.
    Einen BC ohne die Arbeit am Schaf zu halten möcht ich mir NIE wieder antun.

    Und die Show Zucht unterstütze ich nicht und die Sportzucht genausowenig, weil ich nicht finde, dass man aus BCS einen neue Rasse kreieren sollte.

    Das ist aber der Trend in der Hundezucht: aus Gebrauchshunden Begleithunde zu machen, alternativ zur ursprünglichen Arbeit gibt's ja Hundesport...

    Mir geht eigentlich jeden Tag das Messer in der Tasche auf, wenn wir unseren Schwarzi-Border, der die ersten zweieinhalb Jahre seines Lebens bei einem Physiotherapeuten verbracht hat, dessen Therapiehund er werden sollte, irgendwo rausnehmen müssen oder ihn erst gar nicht mitnehmen, wenn irgendwo was am Vieh zu tun ist.

    Weil man ihn einfach nicht aus den Augen lassen kann und damit rechnen muss, dass ihm irgendwann die Sicherungen durchbrennen, da er nie gelernt hat, sich an lebenden Tieren zu dosieren.

    Wenn jemand daneben steht oder mitläuft und es nicht zu aufregend wird, ist er toll, z. B. um Durchfahrten freizuhalten, wenn Wasser und/oder Futter auf die Weiden gebracht wird.

    Aber selbständig Situationen analysieren, Tiere lesen, wie es die Spitzohren - Koolie und Cattle Dog - tun, kann er nicht, er verfällt ziemlich schnell ins Hetzen.

    Er ist ja aus hütenden Eltern und wäre mit Sicherheit ganz brauchbar geworden.

    Daher empfehle ich sehr, sehr ungern sog. "Showlinien" egal welcher Rasse, einfach, weil sie oftmals viel zu reaktionsschnell für einen Alltag als Begleithund sind und dann "Ruhe lernen", "Impulskontrolle trainieren" müssen...

    Caterina

    Spock hat gestern die Lotte - ja, gerettet, muss man sagen:

    In der Herde hatte eine Kuh auf der Koppel verkalbt, Fötus vielleicht 6 Monate alt, noch nicht lebensfähig, und die Kuh stand wohl ziemlich bedröppelt dabei, so ziemlich in der hintersten Ecke der Koppel, nicht zu sehen vom großen Wiesenteil, so ähnlich wie auf dem von flying-paws eingestellten Maisstoppelacker-Video.

    Die Lotte hatte aber bemerkt, da ist noch was, und zockelte los zum Sammeln.

    Die Kuh muss wohl wie eine Furie auf den Hund losgegangen sein und drückte ihn in die Brombeeren und halb in einen Graben; Herrchen sah hinterher das Hundefell in den Dornen.

    Aber die Rettung mit spitzen Ohren war zum Glück gleich zur Stelle, obwohl er eigentlich selber ein gutes Dutzend Tiere aus dem Stück hinter dem Graben rausgeholt hatte und dazwischen Gebüsch, Draht, Graben, nochmal Draht und Brombeeren waren.

    Mein Freund erzählte hinterher, er hätte keine Ahnung, wie das Spitzohr so schnell zur Lotte gekommen war.

    Das ist typisch für ihn: zack, ist er da, schwupps, ist er weg.

    Caterina