Beiträge von Cattledogfan

    ..und ich @flying-paws, die vielleicht Australian Kelpies kennt, denn Gammur hat ja einen Working Kelpie.

    Interessant wäre ja zu erfahren, inwieweit es bei Kelpies eine ähnliche Problematik wie bei Border Collies gibt, d. h. dass die Linien, die nicht mehr auf Arbeitsfähigkeit am Vieh selektiert werden, auch ihre Nervenstärke verlieren.

    Ich weiß es nicht, ich kenne nur Working Kelpies, nicht die, die unter "Australian Kelpie" laufen.

    @flying-paws behauptet ja immer, dass Border Collies aus Showlinie mittlerweile eigentlich eine andere Rasse sind.

    Wenn man sich nun all die Rassen, die heute nicht mehr ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen, sei es bei der Jagd, sei es beim Vieh, ansieht, dann zieht sich eigentlich durch die Bank eine Wesensproblematik, die z. T. mehr Management für die nicht mehr auf Arbeitsfähigkeit selektierten Rassevertreter erfordert.

    Bevor ich mir also einen Australian Kelpie anschaffen würde, würde ich sehr genau gucken, wie die Eltern und die Verwandtschaft vom Wesen her sind.

    Caterina

    Ich frage mich die ganze Zeit, wie das weitere Leben des Hundes aussehen soll, wenn Jenny aus der Schule kommt, auswärts studiert oder eine Ausbildung macht, so in zwei, drei oder vier Jahren.

    Bleibt der Hund dann an der Mutter kleben? Was soll ihm an Beschäftigung, an Arbeit geboten werden?

    ( Getier: Mit "Gebrauchshundetraining" meinte ich z. B. jetzt eine Junghundegruppe bei einem Rasse- oder Gebrauchshundeverein, keine Welpengruppe mit - den Ausdruck fand ich zu köstlich, dieses Forum ist einfach Klasse -: "regenbogenpupsenden Einhörnern", und mit "Schutzmodus" schlicht aggressives Verhalten, wie den Nachbarn und/oder den Nachbarshund hinterm Zaun verbellen, fixieren oder sonstwas. Die "regenbogenpupsenden Einhörner" stammen, glaube ich, sogar aus einem Thread, in dem es darum ging, dass ein Nachbarskind von einem Dobermann auf dem eigenen Grundstück gestellt wurde und dass man die rassebedingte Territorialität nicht einfach durch Klickern, Schönfüttern etc. weichspülen könne.)

    Ich meine, auf den ersten Seiten irgendwas von Kinderwagen gelesen zu haben, mit dem die Mutter unterwegs ist - ein kleines Geschwisterchen? Und dann noch einen jungen Dobermann obendrauf mit suboptimaler Erziehung? Ich würde mich bedanken...

    Was ist, wenn der Hund demnächst das Jagen oder das Annagen anderer Hunde und/oder Menschen für sich entdeckt? Wenn er deswegen - selbst wenn es noch nicht ganz ernst gemeint ist - nicht mehr von der Leine gelassen werden kann? Ist er dann zuverlässig zu halten?

    Schon jetzt, mit knapp 7 Monaten, klappt relativ viel nicht, der Alltag ist nach dem, was ich gelesen habe, anstrengend mit dem Hund. Wäre ich Trainer, ich wüsste bald nicht, wo anfangen.

    (Irgendwie erinnert mich das an Rütters Fehsehdebüt, ich meine "Eine Couch für alle Fälle" hießen diese 6 Folgen, wo u. a. ein Ehepaar mit einem jungen Dobermannrüden zu sehen war, der ihnen gehörig auf der Nase herumtanzte.)


    Ich würde mich ehrlich fragen, ob es Sinn und Zweck der Hundehaltung sein kann, so viel Verantwortung für das Wohl und Wehe dieses Hundes an einen völlig Fremden - den Trainer - abzugeben.

    Würde ich in der Nähe wohnen und das Duo infernale unterwegs mit meinen Hunden treffen, ich würde auf den Hacken kehrt machen und diesen Hund samt menschlichem Anhang künftig großflächig meiden.

    Darum wird ja darauf gedrängt, sich da jetzt schleunigst einen Trainer zu suchen, der den Arschzwerg vernünftig einordnet, bevor das Ganze in den nächsten Zwölf Monaten ernst wird.

    Ich bezweifle, ob das "Einnorden" durch einen Trainer reicht, wenn es die Halter in ihrem eigenen Alltag mit dem Hund nicht umsetzen können, aus was für Gründen auch immer, allen voran natürlich das Mädchen.

    Im Prinzip müsste sie einen Crashkurs in Dobermannführung absolvieren, daher finde ich die Idee mit dem Erziehungsurlaub gar nicht so dumm.

    Caterina

    Bevor nicht mal mit konsistem Trainingsprogramm-zwingend unter Anleitung eines guten Trainers!- angefangen wurde finde ich alle "Gib' den Hund ab"- Anregungen nun wirklich verfrüht.

    Nein, ich finde es absolut nicht verfrüht, über eine Abgabe nachzudenken, denn was ist, wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht klappt mit dem Trainer? Weil es z. B. zwischen den Menschen nicht harmoniert? Es hat bereits ein Trainer das Handtuch geworfen.

    Es sind schon über drei Monate verstrichen, ohne dass der Jungspund vernünftig aufgegleist worden wäre, er wird mit jedem Tag größer und stärker, und dem Mädchen fehlt es einfach an Erfahrung, um das Verhalten einzuschätzen.

    Und "Dobermann sicher in der Öffentlichkeit führen" ist keine Fleißarbeit wie ein Vokabeltest in der Schule, wo man Versäumtes durch ordentlich Büffeln nachholen kann. Irgendwo muss auch mal was von alleine kommen, man kann nicht alles auf einen Trainer abwälzen.

    Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sie den Hund schon bald über Kraft alleine nicht mehr halten kann - und dann? Wenn er in die Pubertät kommt und z. B. anfängt, andere Rüden überflüssig zu finden?

    Für Hunde dieser Größenkategorie braucht man m. E. eine Führtechnik, um sie sicher halten zu können, die umso besser sein muss, je unerzogener der Hund ist und je weniger er einen für voll nimmt.

    Was ist, wenn der Hund zu den Rassevertretern mit eher schwachem Nervenkostüm gehört, bei denen man zeitlebens viel Management betreiben muss, um sie sicher für sich und andere durch den Alltag zu bringen? Passt der Hund dann zu Jenny und ihrer Familie? Kann und will die Familie das leisten?

    Das sind so die Fragen, die mir in den Sinn kommen.

    Caterina

    Wenn man selber keine optimalen Bedingungen bieten kann, muss man eben Abstriche bei den eigenen Anforderungen an den Hund machen. Und sei es, dass man - erst mal - mit dem Hund keine Spaziergänge machen kann.

    Es gibt immer wieder verängstigte, traumatisierte Hunde, die mit einer normalen Wohnungshaltung komplett überfordert sind, die sich nicht anleinen oder anfassen lassen, und wenn man so einem Tier ein geschütztes Plätzchen bieten kann, dann wäre das doch eine tolle Sache.

    Wie oft liest man hier Anschaffungsüberlegungen mit ganz, ganz vielen zeitlichen und räumlichen Einschränkungen oder Unbekannten, und dann heißt es immer, guck nach einem Hund, der diese oder jene Bedingungen erfüllt.

    Nun, so sehe ich auch die Möglichkeit, sich einen Hund in reiner Außenhaltung anzuschaffen - wenn einem klar ist, dass man u. U. selber seine Erwartungen an den Hund deutlich herunterschrauben muss.

    Aber wie gesagt: Es muss dem Hund in der neuen Haltung besser gehen als vorher.

    Caterina

    Und was ist mit den Tierschutzhunden, die von sich aus keinen übersteigerten Wert auf Menschenkontakt legen, weil sie meinetwegen in einem überfüllten Auslandstierheim gesessen haben und froh wären, irgendwo einfach nur ihre Ruhe zu haben?

    Ich würde gezielt nach so einem Ladenhüter suchen, für den eine solche Haltung eine Verbesserung seiner jetzigen Lebensumstände wäre.

    Caterina

    Körperliche Hunde können auch ein gewisses Maß an Körperlichkeit vertragen - aber nicht als "Kampf mit dem Hund"! Weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass man mit einem pubertierenden (Gebrauchs-)Hund (und Deiner ist ja noch nicht einmal in der Pubertät) manchmal an seine Grenzen kommen kann, bitte ich dich schon einmal vorab, bitte keinerlei Gewalt an dem Hund auszuüben und dies auch von Trainern nicht zuzulassen. Sprich dies bitte mit Deinen Eltern ab, so dass ihr alle an einem Strang zieht. Ein Vater, der den Hund "sowieso für durchgeknallt" hält, ist da sicher keine große Hilfe - aber in dieser Hinsicht müsst ihr euch wirklich einig sein!

    Wie wahr, wie wahr!

    Der "Kampf mit dem Hund" kann aber auch auf vermeintlich sanfte Art stattfinden, indem man ihn in ein Leben presst (bzw. es versucht), für das er sich auf Dauer nicht eignet.

    Impulskontrolle & Co. zu trainieren, ist sicherlich bei einer Rasse, die so schnell von 0 auf 180 ist und mittlerweile auch den Ruf hat, die für Gebrauchshunde notwendige Nervenstärke verloren zu haben, sinnvoll - aber irgendwo muss der Hund auch dürfen, für was er über viele, viele Generationen selektiert wurde, nämlich innerhalb von Sekundenbruchteilen in den Schutzmodus (oder wie immer man es nennen mag, mir fällt gerade nix Besseres ein) umzuspringen und dies in eine für Mensch und Hund sinnvolle und kontrollierte Aktion umzusetzen.

    Und ich frage mich nach dem Lesen der Beiträge, ob das von der Infrastruktur her überhaupt möglich (vernünftiges Gebrauchshundetraining) bzw. erwünscht ist.

    Caterina

    Junimond: Als "schlechten Scherz", wenn Du so willst, empfinde ich eher, dass die arme Jenny dem gerade mal halbjährigen Junghund so hilflos gegenüber steht und offensichtlich kaum einen intuitiven Zugang zu ihm hat, und darum geht es m. E. in dem verlinkten Thread; Stichwort 2.

    Sonst würde sie nicht, wie eingangs geschrieben, Angst haben, dass nach Frust Aggression kommt.

    Methoden und Programme am Hund abzuspulen, die man sich in der Theorie angelesen hat, bringt ohne ein Minimum ein Einfühlungsvermögen dafür, wie der eigene Hund drauf ist, gar nichts.

    @Jenny.001: Ich würde mich wirklich fragen, ob Du zu Deinem Hund überhaupt einen Draht hast, ob Du überhaupt verstehst, was er will, wann er zu viel und wann er zu wenig Input von Dir bekommt.

    Und ob Du vorausschauend genug sein kannst, so einen großen, starken Hund, der an Kraft und Schnelligkeit noch zulegen wird, auch für Andere sicher durch den Alltag zu führen, denn alleine wirst Du Dich mit dem Hund immer im öffentlichen Raum bewegen.

    Caterina