Beiträge von Cherubina

    Unterordnung ging hier gar nicht. Da wurde mir tatsächlich dezent die Mittelkralle gezeigt. Ich hatte die ganze Zeit damit zu tun, die Dame zu motivieren und mitzumachen. :roll:

    Auch wenn sie Tricks gerne macht und lernt. Gibt ja schließlich immer ein Leckerli dafür :hust:

    Die meisten Agility-Sportler können UO nicht leiden (also die Menschen). Da wird dann in den Kursen stumpf jede Übung für die BH immer wieder wiederholt und den Hunden ist das langweilig und öde.

    Ich habe UO auch erst später als etwas schönes kennengelernt. Richtig aufgebaut ist das doch nichts anderes als Tricks lernen oder Dogdancing. Wenn man die Übungen abwechslungsreich gestaltet, kleinschrittig aufbaut (und eben nicht erwartet, dass der Hund nach 10 Stunden BH Vorbereitung 200 Meter schön Beifuß läuft) und eine hohe und für den Hund passende Belohnungsintensität hat, dann kann das richtig Spaß machen!

    Ich rufe Cherubina : sie züchtet wunderschöne und alltagstaugliche BC, und sie macht das so liebevoll, dass ich mich an deiner Stelle bei Fragen an sie wenden würde.

    Danke für die Blumen :ops:

    Ich würde es ja anders formulieren: Ich habe eine wunderschöne und alltagstauglich BC Hündin und habe versucht das mit ihrer Nachzucht in die nächste Generation zu tragen. Noch sind die Kleinen knappe 5 Monate alt. Mal sehen ob mein Plan aufgeht, aber bisher sieht es ganz gut aus.

    Unter den Showlinien-Züchtern gibt es tatsächlich inzwischen nicht wenige, die ihre Hunde als total entspannte Familienhunde ohne Arbeitswillen anpreisen. Ich hatte hier eine zum Beispiel eine Interessentin (Rentnerin, hatte noch nie nen Hund, will nen BC nur wegen der Optik), die auf meine Frage, was sie denn später mit dem Hund mal machen will, ob eine bestimmte Hundesportart oder sonstige Beschäftigung vorschwebt, antwortete sie mache ja Sport, nämlich Yoga und ansonsten könnte man ganz toll an den Rheinwiesen spazieren, da gäbe es auch so viele andere Hunde.

    Ich habe ihr geduldig erklärt, dass für mich ein glücklicher BC in aller Regel eine Aufgabe braucht und habe ihr einige Beispiele genannt. Darauf war sie eingeschnappt, meinte es könne ja nicht sein, dass ich so tue als sei sie nicht geeignet für so einen Hund und überhaupt, hätte ihr eine andere Züchterin gesagt, das ihre Hunde sowas nicht brauchen und bestimmt sehr zufrieden bei ihr wären...

    Irgendwie war ich sehr froh, dass für sie nur braun-weiß oder dreifarbig in Frage kam |)

    Kurz:

    Aus meiner Sicht kann ein Border aus Showlinie schon der richtige tolle Begleiter werden, auch ohne Schafe, aber eben auch mit einem Gefühl für die Rasse und ihre Bedürfnisse.

    Sumi arbeitet sehr gerne und geht in der Flächensuche bei der Rettungshundearbeit und auch in der Unterordnung völlig auf. Sie will gefordert werden. Schafe hütet sie, weil ich es ihr sage. Das wäre hier die Arbeit, auf die sie selbst wohl gut verzichten könnte.

    Mir war es auch in der Auswahl des Rüden wichtig eben keinen Fellberg mit Sofahundcharakter zu wählen, sondern einen Hund zu züchten, der gerne und mit Elan mit dem Menschen zusammenarbeitet und das auch braucht. Also nicht nur schön und alltagstauglich, sondern mit guten Arbeitseigenschaften und "will-to-please".

    Aber auch die Showborder lassen sich recht leicht zum Junkie machen und meine Wellpenkäufer habe ich alle auf das Thema sensibilisiert. Gassi gehen und dabei 50 Mal den Ball werfen macht zwar eine lange Zunge und die Muskeln müde, aber es macht halt auch "blöd im Kopf" und wird dem Hund in keiner Weise gerecht.


    Schau dir die Züchten gut an, unterhalte dich mit den Züchtern, lerne die Elterntiere kennen, schau dir an was die bisherige Nachzucht so macht...

    Mein Zwischenstand nach 3 Wochen.

    Kito läuft besser, spielt und rennt wieder häufiger, hatte keine üblen Tage mehr. Sonst ist es bei ihm ein ziemliches Auf und Ab. Ich glaube ja, dass er mit der Muskulatur im Rücken Probleme bekommt, wenn er sich überbelastet hat und dann eine Schonhaltung einnimmt.

    Entsprechend war die Besserung auch nicht sofort zu sehen, aber heute ist er so fröhlich über die Wiese gebockt...

    Ich spritze in einer Woche auf jeden Fall wieder.

    Ich darf vermelden:

    Border-Doppel, Frechdachs und Kein-Ohr

    19 Wochen alt

    In den letzten 4 Tagen nur einmal Pipi ins Haus, groß schon seit Wochen nicht mehr.

    "Alleine" bleiben klappt schon 3 h problemlos, ich gebe aber zu, dass ich das bisher noch nicht allein allein trainiert habe (bei 5 Hunden ist ja irgendwie immer einer dabei). Auch sind sie dafür noch im Welpenlaufstall. Laut Kamera pennen sie aber fast durchgehend.

    Ca. 2 x in der Woche übe ich auch getrennt was mit ihnen. Trotzdem sie als Doppel fast ständig zusammen unterwegs sind, suchen aber beide viel Kontakt zu mir, lassen sich prima abrufen und genießen jede Einzeln-Aufmerksamkeit.

    Schneidemilchzähne sind alle raus. Die Backenzähne fangen jetzt an.

    Und die stets so schüchterne Ayla (rechts) wird immer selbstbewusster.

    Es macht einfach Spaß!

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    Was ich mit meiner Aussage eigentlich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass ich nicht glaube, dass die Zucht der Workings Sheppdogs in Deutschland alleine durch die Selbstkontrolle der Viehhalter funktioniert.

    Es mag mittlerweile ein paar geben, die sich wirklich gezielt und durchdacht den richtigen Hund aus der richtigen Zucht suchen, um mit ihm am Vieh zu arbeiten, aber das alleine würde meiner Meinung nach nicht reichen, eine gute Zuchtbasis für vernünftige Arbeitshunde langfristig zu erhalten.

    Das ist natürlich nur Spekulation und wer weiß wo sich das mal hinentwickelt.

    Ich musste jedenfalls drei Landwirten, die bei mir nach einem Welpen gefragt haben erklären, dass es sinnvoller wäre sich nach einem Hund aus Arbeitslinie umzuschauen und ich kenne deutlich mehr verfettete Hofborder, als Arbeitshunde unter den Landwirten hier, genauer gesagt:

    Ich kenne keinen einzigen beruflichen Viehhalter mit Arbeitshund in unserer Region - durch meine Arbeit in der Großviehpraxis habe ich sehr viele Betriebe "von innen" gesehen.

    Aber das kann ja tatsächlich regional sehr unterschiedlich sein.

    OK, dann sind wir hier in der Region vielleicht einfach hinterher.

    Ich kenne in der Größenordnung 1 Schäfer im Nebenerwerb mit Border, der nicht arbeitet, 1 Schäfer im Haupterwerb mit Mops und Maltipoo, 1 im Nebenerwerb mit Borderzucht, aber ohne gescheiten Arbeiter an der Herde, 1 Herde mit zwei Berufsschäfern und Gelbbacken, 1 Schäfer im Haupterwerb mit Altdeutschen Mixen...

    Wäre ja schön, wenn die ganzen tollen Arbeitshunde auch wirklich einen Job bekämen.

    Wollte jetzt gar nicht so viel Bezug auf alles nehmen nur mal eine Sache noch zu deinem Post Cherubina sagen. Ich kenne inzwischen super viele Schäfer, die vom altdeutschen auf den Border Collie umgestiegen sind. Natürlich gibt es durchaus auch noch die, die lieber die Altdeutschen nutzen, aber hier ist es inzwischen immer mehr der Border Collie geworden, bei denen die ich kenne.

    Was sind "super viele"? Und wieviele Schafe halten diese?

    Aber keiner der Arbeitshunde braucht, würde Zuchttiere mit „falschen“ Vorfahren einsetzen.


    Könnte es soweit kommen, dass es keine reinblütigen Arbeitshunde mehr gibt?


    Wie sollte das passieren? Das würde ja bedeuten, dass Schafzüchter keine Qualitätshunde mehr für den eigenen Bedarf züchten.


    Das könnte wohl noch so sein, liegt aber dann am Rückgang der Schafhaltung. Oder der Schafhaltung in einer Form, die Koppelgebrauchshunde erfordert.

    Und das passiert oder passiert nicht. Egal was irgendein Verband vorschreibt.

    Nunja, seien wir mal ehrlich. Das Prinzip, das du da schilderst würde in Deutschland ohne Kontrolle des ISDS nicht klappen. Vielleicht im Ursprungsland, aber hier?

    Ich kenne einige Berufsschäfer. Die brauchen den Border in den meisten Fällen nicht. Punkt. Diejenigen, die mit Hunden arbeiten, haben Altdeutsche Hütehunde oder Mischlinge aus eigener Zucht. Viele arbeiten allerdings auch ohne Hund.

    Der "working sheepdog" in Deutschland ist Hund der Hobbyschafhalter und Trial-Sportler. Diejenigen, die sich von der Schafseite dem Hund nähern, haben in der Regel überhaupt keinen Überblick darüber was gute und was schlechte Arbeiter am Vieh sind. Die würden Border Collie kaufen, weil Border Collie dransteht.

    Es gab ja durchaus Versuche die Arbeitslinienzucht im VDH zu etablieren, allerdings ohne wirklichen Konsens. Die Leistung steht dann einfach nicht mehr im Vordergrund.

    Wie gesagt, dass mag in Großbritannien anders aussehen.

    Ich bin sehr froh, dass es die Zucht auf Arbeitseigenschaften über den ISDS noch gibt und fände es schade, wenn diese so spezialisierten Hunde irgendwann verschwinden würden. Dennoch sind es für mich eben genau das: Spezialisten

    Bin da nicht mehr so tief drin, aber sehe ich nicht so die Gefahr.

    Nein, solange das klar getrennt wird, gibt es da eben keine Verwässerung... Innerhalb des VDH wäre das deutlich schwerer auf Dauer so durchzusetzen.

    In diesem Fall halte ich die Dissidenzzucht eben für sehr sinnvoll und wichtig.

    Maren

    Aus deinen Beschreibungen heraus kann ich gut verstehen, dass man nach mehreren Kontakten zu überängstlichen Showbordern ein gewisses Bild dieser Linien hat.

    Ich habe tatsächlich auch schon einen Border Collie aus Showlinie kennengelernt, bei dem ich inzwischen recht sicher bin, dass das übersensible Verhalten nicht nur auf die miserable Aufzucht zurückzuführen ist, sondern auch auf die Gene. Dem gegenüber stehen aber unzählige Eindrücke aus der Praxis, aus dem Training mit den Rettungshunden und von großen Ausstellungen wo ich total umweltsichere Showborder erlebe. Es ist zum Beispiel bei größeren Züchten üblich, dass die Hunde von Profihandlern vorgeführt werden. Die laufen also mit einer wildfremden Person durch den Ring und den meisten merkt man das nicht an.

    Nur kurz angemerkt: mir selbst liegt diese Ausstellern überhaupt nicht und eine Zucht alleine auf Äußerlichkeiten finde ich schrecklich. Für die Zuchtzulassung gehören aber ein paar Ausstellungen einfach dazu.

    Sumis Mutter kenne ich aus der Staffel (zierlich, mega motiviert und unheimlich schnell in der Suche) und als ich sie bei einer Spendensammelaktion total entspannt am Rande des Weihnachtsmarktes erlebt habe, wo sie sich gut gelaunt von jedem Passanten begrüßen ließ, da wusste ich, dass ich da von gerne nen Welpen hätte.

    Eine von Sumis Schwestern ist tatsächlich eher unsicher, hatte allerdings auch eine eher ungünstige neue Besitzerin, bei der sie viel im Hunderudel mitlief und wenig einzeln gefördert wurde.

    Von Sumis Welpen habe ich mir das Sensibelchen behalten und bin sehr gespannt, wie sie sich entwickelt. Alle anderen Geschwister entwickeln sich zu selbstbewussten und sicheren Hunden.

    Sowohl die unsichere Schwester von Sumi, als auch klein Ayla fallen aber bein ersten Hinschauen nicht als übermäßig ängstlich auf. Ayla nur im Erstkontakt mit Fremdhunden. Nur wer genauer hinschaut merkt, dass sie schnell beschwichtigen, sich klein machen...

    Vielleicht treffen wir uns ja mal bei Corinna!? Ich würde mich jedenfalls über ein Kennenlernen freuen und dir gerne ein paar positivere Eindrücken ermöglichen.

    Ich sehe tatsächlich auch vieles kritisch in der Zucht. Züchter, die ihre Hunde als brave Familienhunde ohne jeglichen Arbeitswunsch verkaufen, aber auch sehr schräge Arbeitslinienzuchten.

    Auf einer VDH Hüteveranstaltung habe ich einen Züchter erlebt, der eine Hündin über den Platz zog, die am liebsten im Erdboden versunken wäre vor lauter Angst und Stress (wohlgemerkt draußen, ohne Gedränge und ohne direkte Fremdansprache). Ich hab mich kurz mit ihm unterhalten und er sagte mir dann, dass das seine neue Zuchthündin sei, die ja auch mal unter die Leute müsste...

    Auch schräg ein Herr (und Schafzüchter), der Arbeitsborder vermehrt und als besonders "griffig" anpreist, selbst aber mit seinen Hunden nicht an der Herde arbeitet.


    Ich bin sehr froh, dass es die Zucht auf Arbeitseigenschaften über den ISDS noch gibt und fände es schade, wenn diese so spezialisierten Hunde irgendwann verschwinden würden. Dennoch sind es für mich eben genau das: Spezialisten!

    Und dennoch liebe ich meine Showis, die alles andere sind als stumpf, faul oder Sofakissen und die für mich im Charakter immernoch meilenweit von einem schwarz-weißen Goldi entfernt sind. Hütespezialisten sind es aber eben nicht mehr.