Beiträge von Cherubina

    Ich hatte heute eine ca. 10 jährige französische Bolldogge mit Mammatumor auf dem OP-Tisch. Die Hündin atmet auch bei Aufregung recht normal, ist super freundlich und wirkt agil. Der Tumor hat ihr echt zu schaffen gemacht und ich bin froh, dass ich sie operieren durfte.

    Vor der OP habe ich die Lunge geröngt um eventuell sichtbare Metastasen auszuschließen. Dabei habe ich zwangsläufig Teile der Wirbelsäule mitgeröngt. Ich habe noch nie so viele Keilwirbel an einem Hund gesehen. Dazu Spondylosen und an einer Stelle auch eine deutlich veränderte Bandscheibe.

    Ich habe die Leute darauf angesprochen. Sie waren sich (inzwischen) über die gesundheitlichen Probleme dieser Rasse bewusst und waren dennoch schockiert wie das Bild aussah. Sie haben am Hund nie etwas bemerkt. Der Hund rennt, apportiert den Ball, springt auf die Couch usw.

    Schon irre was die kleinen Kerle einfach so wegstecken.

    Ich finde gar nichts schlimm daran den Hund zu beschäftigen ohne den für den Hundesport optimalen Aufbau.

    Ich selbst habe mit Smilla keinen guten Aufbau gemacht, weil es mir keiner "richtig" gezeigt hat. Wir haben mit Leckerli durch den Slalom geführt bis der Hund es halbwegs begriffen hatte (ich musste immer nebenher laufen, ganz selbstständig wurde es nie, aber recht flott), hatten außer Hopp und Außen keine Hürdenkommandos und trotzdem hatten wir Spaß.

    Wir sind sogar einige Turniere gelaufen und wurden Kreismeister in der A2. Allerdings sind wir hier eine Region mit wenig Hundesport-Vereinen.

    Je größer und schneller der Hund, desto wichtiger ist ein guter Aufbau um den Spaß zu behalten, denn es endet recht schnell im Chaos, wenn der Hund ständig auf seinen Menschen warten muss...

    Ich selbst leite eine kleine Agi-Gruppe an. Ich versuche einen halbwegs sauberen Aufbau der Geräte hinzubekommen, scheitere dabei aber regelmäßig an der Motivation der Teilnehmer.

    Vom Tierschutzhund, bei dem man froh sein kann, dass er sich überhaupt aufs Training einlässt über die Rentnerin, die mit ihrem 6 jährigen Aussi auch mal was lustiges machen will bis zur ständig müden und unmotivierten Mutti, die überhaupt keinen Bock auf komplizierte Übungen hat.

    Ich finde das wie gesagt gar nicht schlimm. Wichtig ist mir, dass die Hunde nicht unfair behandelt und überfordert werden und das Menschen und Hunde Spaß an dem Ganzen haben.


    Wenn man natürlich mit einem jungen Hund in einem Sprot anfängt mit der Idee später gerne Turniere laufen zu wollen und dem Willen und Ehrgeiz auch Zuhause was dafür zu tun, dann ist natürlich ein sauberer und kleinschrittiger Aufbau von Anfang an wichtig und ich wäre selbst als Teilnehmer genervt, wenn das nicht Inhalt des Trainings wäre.

    Wechselnder Appetit und wechselnde Kotkonsistenz lässt mich auch zuallererst an Giardien denken.

    Sammel mal Kotproben (ein kleines bisschen was von drei aufeinanderfolgenden Tagen) und mache gleich Montag einen Termin beim Tierarzt.

    Unter weißem Urin kann ich mir jetzt gar nichts vorstellen. Meinst du klar und durchsichtig oder wirklich weiß? Dann würde ich auch eine Urinprobe mit zum Termin nehmen.

    puh der Trainer ist mir sehr unsympathisch. Und jetzt wird der Pöbel hund an die retrieverleine gelegt, damit man besser Zugriff auf den hund hat... Dass erinnert mich an jemanden...

    Schön wäre, wenn man den Hunden passende Maulkorb drauf setzten würde.

    Mir auch! Leider bin ich pünktlich zu dem Trainingsausschnitt eingepennt, hab erst das Schlussbild mit dem zu kleinen Maulkorb wieder mitbekommen...

    Aber die Szenen aus seinem "Alltag"... sieht sein Alltag wirklich so aus? Maximale Kontrolle über alle Hunde - immer. Draußen alle an der Leine hinter ihm und das nach einem seinem Satz vorher: "Sie gehen nur selten alle zusammen spazieren, darum ist das jetzt schon ein Highlight für die." Was genau ist da das Highlight?

    Füttern alle nebeneinander draußen mit groß inszenierter Abrufübung - macht er das wirklich immer so? Kann ich mir nicht vorstellen - wenigstens nicht draußen. Aber vielleicht war das nur für die Kamera.

    Drinnen auch wieder alle auf ihren Platz und keiner rührt sich.

    Wenn es wirklich immer so liefe, fänd ichs für die Hunde echt grenzwertig. Die müssen doch auch mal selbst entscheiden dürfen, ob sie nicht vielleicht lieber ausgestreckt auf der Seite liegen wollen als zusammengekringelt auf der Hundeliege. Die müssen doch auch mal die Gelegenheit haben sich frei zu bewegen.

    Dass das mit dieser Konstellation an Hunden schwierig ist, ist klar, aber dann braucht man eben Räume/ Zwinger um die auch mal zu trennen, wenn ein freies Miteinander nicht funktioniert.

    Titel sammeln ist nämlich Fleißarbeit und immer den Richter suchen, der die eigenen Hunde mag.

    Sagt doch schon alles.

    Ich meine - ich hab ja nix gegen Hundeschauen, aber dass diese Titel dann irgendeine Aussagekraft haben sollen oder man sie gar braucht zum Züchten - das ist doch einfach nur unglaubwürdig.

    Die Züchter wissen das doch und ich kenne viele Züchter, die einen Sch... auf Ausstellungsnoten geben.

    Für die Leute, die das gerne machen ist das ähnlich wie Hundesport. Die haben Spaß, hören nette Sachen über den eigenen Hund und gut.

    Ich fühle mich durch die ein oder andere Aussage zum Show-Border irgendwie in der "Reaktions-Schuld". Weil es aber vom Thema Qualzucht doch etwas abweicht, packe ich es in den Spoiler.

    Spoiler anzeigen

    Ich habe Border aus Showlinie. In den Stammbäumen sind einige Champions enthalten und ich habe mit meinen Hunden auf Ausstellungen bisher durchweg gut bis sehr gut abgeschnitten. Ich habe einfach keine Lust aufs Ausstellen, darum haben meine eigenen Hunde auch keine Titel. Titel sammeln ist nämlich Fleißarbeit und immer den Richter suchen, der die eigenen Hunde mag.

    Es gibt einige wenige Ausstellungszüchter in Deutschland, aber das ist echt die Ausnahme, nicht die Regel.

    Ich gebe zu, als ich die ersten Show-Rüden gesehen habe, war ich auch abgeschreckt. So viel Plüsch, irgendwie sehen die gar nicht nach Bordern aus (ich habe Border über die Arbeit am Schaf kennengelernt).

    Überzeugt hat mich dann dann eine Hündin mit ihrem saucoolen Charakter und den super Arbeitseigenschaften (zugegeben nicht am Vieh).

    Bei mir wurden es also Showborder trotz und nicht wegen des Aussehens und obwohl ich damals schon Schafe hatte.

    Ich finde so eine Diskussion strotzt immer so vor überspitzten Aussagen und Allgemeinplätzen. Drum mal aus meiner Sicht:

    Arbeit am Vieh

    Meine Border sind alle zu etwas zu gebrauchen, keiner hat soviel Talent, dass ich auf einem Trial was reißen könnte, aber alle sind gute Alltagshelfer. Dort wo diese Hunde mal herkamen, waren es Farmhunde, die weder Hundebox im Auto noch Agility kannten. Diese Hunde waren draußen im Zwinger, sie waren tagsüber mit unterwegs, sollten nicht negativ auffallen und am Vieh ausdauernd ihren Job machen.

    Einer meiner Nachzuchten (ausgerechnet der felligste) lebt in einer Schäferei und er macht dort genau das. Er ist mit dabei, wenn er nicht gebraucht wird, wartet er schonmal im Heizungsraum, wenn gebraucht hilft er an den Schafen und er ist einfach Begleiter beim Zaunbau etc. Niemand macht sich dort die Mühe an der Leinenführigkeit zu trainieren - ne Leine hat der fast nie dran. Man muss ihn aber eben auch nicht ständig wegstecken, damit er sich nicht an den Schafen festglotzt.

    Aussehen

    Wenn man sich alte schwarz-weiß Fotos anschaut gab es damals schon eine große Bandbreite. Es sind Hunde dabei, die auch heute auf ner Ausstellung locker ein V bekämen, kurzhaarig, fellig, mit mehr oder weniger Stopp, langbeinig oder klein und quadratisch.

    Was mit nicht findet sind Fellberge und Gazellen. Beides aus meiner Sicht Extreme, die dem modernen Geschmack entwachsen sind.

    Ich versuche bei der Auswahl der Rüden das Show-Extrem zu meiden. Ganz einfach ist das nicht, da ich auch gesundheitlich keine Kompromisse machen möchte. Ich hoffe damit mit meinen Hunden auch langfristig im moderaten Bereich zu bleiben.


    Funktionalität

    Ein britischer Hütetrainer sagte auf einem Seminar mal zu Sumi: Das ist ein Hund der ausdauernd arbeiten kann. Kräftige Knochen, gesunde Winkel, (ja und wenig Stil.)

    Die weiteste Strecke waren mal 20 km durch den Schnee. Sie hat die Schafgruppe die ganze Strecke alleine geschoben. Einen Hund zum Tauschen gab es nicht. Klar habe ich Pausen gemacht (vor allem für die Schafe), aber Sumi war danach körperlich nicht kaputter als wären wir die Strecke ohne Schafe gewandert.

    Diese extrem geduckte Körperhaltung der Border ist nämlich durchaus echt belastend für den Hund. Es gibt ihm mehr Kontrolle über die Schafe und ist Teil der klassischen Arbeit übers Auge, aber aufrechter ist aus Sicht der Bänder und Muskeln funktionaler.

    Ich käme nicht auf den Gedanken, das weghaben zu wollen, aber auch Border, die den Schleichgang übermäßig (zum Teil auch im Alltag), nutzen, sind in meinen Augen ein Extrem.

    Meine Showis arbeiten weniger stylisch, aber sie können das auch, eben nicht so tief und nicht ständig.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Im Übrigen werde ich durchaus regelmäßig gefragt, ob meine Hunde aus Arbeitslinie sind - meist geschieht das in Rettungshundekreisen, wenn die Leute meine Hunde arbeiten sehen.

    Klar, optisch kann man sehen, dass das nicht so ist und am Schaf sieht man es auch sofort, aber dieses "Show-Border sind Sofahunde" ist einfach etwas, dass zwar von dem ein oder anderen Züchter propagiert wird, was aus meiner Sicht aber völlig daneben ist. Auch diese Hunde können und wollen was tun.


    Dein Hund wiegt etwas über 30 kg, richtig? Das entnehme ich der Dosierung des Antibiotikums.

    Und er bekommt seit Wochen Furosemod in einer Dosierung von 2 x täglich 60 mg, richtig? Auch nach Verbesserung des Röntgenbefundes und Hinzunahme des Cardisure wurde die Dosis nicht reduziert?

    Ich kenne die Röntgenbilder nicht, habe das Ultraschall nicht gesehen und den Hund nicht klinisch untersucht. Auch kenne ich die Qualifikation der TÄ nicht.

    Trotzdem würde ich das wohl noch einmal woanders abklären lassen.

    Wie gesagt kann alleine die starke Entwässerung die Nierenwerte so hochjagen. Für mich ist aus dem gelesenen fraglich, ob dein Hund diese starke Entwässerung überhaupt braucht.

    Vielleicht, wirklich nur vielleicht!, ginge es deinem Hund mit weniger Furotab und ein paar Tagen Infusion schon wieder besser!?

    Ich schreibe das wirklich unter Vorbehalt, aber ich rate zur Zweitmeinung beim Kardiologen. Am besten mit den Röntgenbildern die vor Start der Entwässerung gemacht wurden.

    Eine Bekannte von mir hat zwei "Hybridhunde" vom "Züchter" Gekreuzt wurden Labrador und Viszla. Ihr erster Hund ist auch echt gut gelungen, geb ich zu. Was mich schon beim ersten Kennenlernen etwas stutzig machte, war die Tatsache, dass dort echt eine Masse Welpen im Jahr produziert werden.

    Ihr zweiter Hund kommt aus der gleichen Herkunft und ist auf der Mutterseite Labrador x Viszla und auf der Vaterseite Viszla. Epilepsie wurde mit 1,5 Jahren diagnostiziert, seither ist sie auf Medikamenten fast anfallsfrei.

    Trotz des Wissens um diese Epilepsie, hat die Züchterin den gleichen Rüden danach noch mehrmals eingesetzt und mittlerweile 9 (in Worten Neun!) Nachzuchten mit Epilepsie produziert. Einer ist bereits daran verstorben.

    Soviel zum Thema Hybridzucht und gesund und positive Eigenschaften...

    Klar, mir ist bewusst, dass die Gesundheit durch genetische Diversität verbessert wird und das bei dieser Art der Hybridzüchtung nicht in wirklich großem Umfang geschieht.


    Muss ich erwähnen, dass sie nun auch Aussie einkreuzt - ich denke mal der Markt will Farbe :partying_face:


    Um das nochmal zu differenzieren:

    Ich habe überhaupt nichts gegen geplante und gut umgesetzte Rassekreuzung. Aber genauso wie in der Rassezucht viel Mist existiert, ist es eben überall, wo Welpen zur Ware werden oder Leute völlig planlos agieren.