Kito ist so ein Hund, der mit dem normalen Alltag nur sehr begrenzt kompatibel ist. In meinem Foto-Thread habe ich einiges zu seiner Entwicklung geschrieben...
Er kam mit einem halben Jahr von der Straße und Berührungen durch Menschen waren für ihn der Horror. Er kam nach Deutschland als er ca. 1 Jahr alt war, in der Hoffnung, dass er in einem normalen Haushalt auftaut. Ein Jahr lang lief er dort mit mit nur winzigen Fortschritten. Anfassen war nicht möglich, gefressen hat er nur, wenn er alleine im Zimmer war - aber immerhin hat er sich in den Garten getraut. Sobald Bewegung in der Wohnung war oder gar Besuch war er in seinem Kennel verschwunden, wo er viele Stunden am Tag verbrachte.
Ich habe dort auf der Pflegestelle das Training begonnen und nach einem halben Jahr konnte ich ihm ein Geschirr anziehen und mit im nach draußen gehen. Von da an waren die Fortschritte größer, denn draußen kann er entspannen.
Nach mittlerweile 2 Jahren Training hat er einen Grundgehorsam, läuft überwiegend frei, fährt nahezu stressfrei Auto und bleibt bei Besuch freiwillig mit im Zimmer (immer in Hab-Acht-Stellung und stets bereit zu fliehen). Ich werde mit ihm nie durch die Innenstadt laufen oder ihn mit auf eine Familinfeier nehmen, ich brauche für viele Situationen einen Alternativplan und muss mir Tricks und Kniffe einfallen lassen und ich schaffe es deffinitiv nicht ihm eine absolut stressfreie Umgebung zu bieten. Wenn ich zum Beispiel mit dem Auto durch die Innenstadt fahre versuche ich sein Stresshecheln auf dem Rücksitz auszublenden.
Trotz allem habe ich ihn unheimlich ins Herz geschlossen und gerade weil er sich von fremden Menschen fern hält genieße ich das Vertrauen, das er mir entgegen bringt. Schritt für Schritt haben wir uns angenähert und mittlerweile ist er fast häufiger bei mir als auf der Pflegestelle. Diese gemeinsame Zeit genießt er in vollen Zügen und kann hier in seiner Höhle auch richtig abschalten.
Manchmal ist seine Angst schon "lästig" und einschränkend, aber es lässt sich zumindest bei mir ein ganz guter Weg finden damit umzugehen. Ich möchte ihn nicht mehr missen.