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. Ich hatte mich innerlich schon drauf eingestellt, dass er auf ewig bei jeder Hundesichtung ausrastet, was nicht nur nervig sonder auch peinlich ist, insbesondere dann wenn der andere Hund nur lieb und brav da steht.
Ich musste hier auch an meiner Einstellung arbeiten. Ich finde/fand es auch total nervig und peinlich, dass er es macht, damit habe ich aber auch schon immer die Erwartungshaltung, dass es nicht besser wird. Inzwischen sehe ich das alles nicht mehr so eng und wir sind soweit, dass er nur noch bei uns zuhause rumpöbelt und total austickt. Dort vermeide ich im Moment alle Hundebegegnungen, bis ich das Gefühl habe, wir sind so weit. Sieh es einfach nicht so eng (ich weiß ganz genau, wie schwer das ist ;), v.a. wenn dann noch Kommentare kommen), du weißt, du arbeitest daran und siehst die Fortschritte und was die anderen denken, muss dir im Moment egal sein. Das hilft dir und deinem Hund nicht weiter. Wahrscheinlich denkt hier im Ort auch jeder, ich hätte nen total aggressiven Hund, der auch grundsätzlich nur an der kurzen Leine ist, ich weiß, dass es nicht so ist (und einige andere auch).
Für uns war es auch genau der Weg, lernen, dass andere Hunde nicht schlimm sind. Woanders hat er das schon begriffen, zuerst in der HuSchu, jetzt auch in fremden Gebieten. Das wird auch noch zuhause, aber dort wurde er gleich am Anfang gebissen und es gibt halt noch viele andere Hunde, die ihn aggressiv anmachen. Dazu braucht er aber einfach noch mehr Selbstbewusstsein und Sicherheit und genau daran arbeiten wir am allermeisten.
Ich kann hier auch mal wieder aktualisieren. Ein Teil steht ja schon oben. Camillo wird langsam, aber sicher, selbstbewusster, was andere Hunde angeht. Geht auf sie zu, nimmt Kontakt auf und rennt nicht mehr immer weg oder will unsichtbar werden. Gepöbelt wird nur noch zuhause. Andere Menschen und Fahrräder draußen sind eigentlich kein Thema mehr, er geht inzwischen im Fuß oder an lockerer Leine auf sie zu oder an ihnen vorbei, ignoriert sie, er bellt so gut wie keine Leute mehr an (außer, er ist wegen irgendwas anderem total aufgedreht). In der Wohnung will er fremde Menschen immer noch nicht, aber wenn ich bei ihm bin und er auf seinem Platz, akzeptiert er es und knurrt und bellt nicht mehr! Wenn er an der Leine ist, ist er sogar wirklich entspannt, solange niemand was von ihm will. Wahrscheinlich weil ich auch ruhiger bin, weil er gesichert ist und er, weil er genau weiß, dass ihm an der Leine nichts passiert.
Ab Donnerstag gehe ich mit ihm in einen Hundeverein zum Obediencetraining und zur Vorbereitung auf die BH. Für die meisten ist diese Prüfung eher ein Witz und machen sie locker mit ein paar Monaten, aber wenn wir die schaffen, bin ich trotzdem stolz. Die nächste Prüfung ist in 3 Monaten, es wäre genial, wenn wir sie da machen könnten, aber ich setze mich da nicht unter Druck. Nächstes Jahr kommt auch wieder eine. Für uns ist die mit Abstand schwerste Übung das simple Chipablesen (Gegenstände in den Händen von Männern lösen die reine Panik aus), aber da habe ich schon mit den Trainern gesprochen, dass wir das gaaaaaaaaaaanz langsam aufbauen und das dann bestimmt klappt.
@ISA: da ist doch toll, dass es so gut läuft! Und immer wieder an die +++ denken, wenn es mal schlechter geht. Wir waren in knapp 3 Wochen auch in den Urlaub und ich bin schon gespannt, wie Camillo reagiert.