Beiträge von Camillo09

    Die anderen haben ja schon geschrieben, dass Unsicherheit und Angst auch nach vorne gelöst werden kann. Erst recht, wenn sich das Verhalten festigt, weil die Hunde ja zu 99% Erfolg damit haben. Die wenigsten Menschen nähern sich bellenden und knurrenden Hunden, und alle verschwinden so oder so wieder. Also merken die Hunde, klappt ja super, mach ich immer so. Deshalb auch unbedingt vermeiden, dass sich das festigt. Unserer hat das bei den Vorbesitzern drei Jahre lang gelernt, das ist schwer wieder rauszukriegen, weil er ja gelernt hat, wie gut es funktioniert.
    Ohne Leine laufen lassen würde ich nicht, wenn du nicht sicher bist, dass sie kommt und 90% ist zu wenig, s.o. sie hat dann damit nur Erfolg und das macht dir das Leben schwerer.

    Ich finde es schwierig, da was generelles zu raten. Bei unserem Hund führt Sitz machen lassen und mit Leckerlies arbeiten (= Spannung aufbauen, weil er so verfressen ist und das dann unbedingt will; angespannt flippt er aber 10x schneller aus) garantiert zum Ausrasten, während er durch ein simples, emotionsloses Verbot ohne Bellen dran vorbeigehen kann. Er kann auch so lernen, dass Menschen nichts schlimmes sind und er sie nicht vertreiben muss. Sie verschwinden auch ohne Getöse wieder. Wenn er sich benommen hat, dann bekommt er auch mal ne Belohnung, aber eben erst danach, um nicht in der Situation Spannung in den Hund zu bringen. Da muss man halt sehen, was beim Hund funktioniert. Alle Hunde sind anders.

    Für unseren Hund wäre es auch schöner, wenn wir ein Haus mit Garten hätte, wo er seiner Wachleidenschaft nachgehen dürfte. Leider kommt das von nem Balkon in einem Mehrfamilienhaus nicht gut. Er ist eh gerne draußen, im Moment halt auf dem (inzwischen komplett sichtgeschützten) Balkon, einen Garten findet er aber total super. Da läuft er mal Patrouille, oder liegt irgendwo auf der Wiese. An sich fände ich es auch total praktisch, wenn man den Hund einfach nur mal kurz zum Pinkeln abends rauslassen kann. Das heißt ja nicht, dass man gar nicht mehr spazieren geht, aber die 5min-Pinkelnrunden kann man sich dann ja sparen. Bei nem Welpen finde ich es aber noch wichtiger. Dort, wo wir im Moment wohnen, würde ich keinen Welpen großziehen wollen, weil man einfach zu lang bis zum nächsten Grün braucht. Ein älterer Hund hält das ja, aber nem Welpen wird es nicht klappen.

    Einen Welpen so schnell so lange allein zu lassen, wird sehr wahrscheinlich nicht funktionieren. Das ist ein kleines Baby. Wenn du Pech hast, machst du dir das allein sein damit ganz kaputt. Für Hunde ist es schon schwer zu verstehen warum dass das rudel ihn allein lässt, für ein Baby umso mehr. Dass Problem mit der stubenreinheit kommt noch dazu, ein Welpe kann du lange nicht einhalten. Entweder müsst ihr dann einen sitter engagieren oder einen älteren Hund aufnehmen, der es schon kann. Dann geht es wesentlich schneller, dass er es auch bei euch lernt.

    Züchter habe ich noch keine Ideen, weil ich mich erst zu kurz überhaupt mit dem Goldie beschäftige. Ich bin eigentlich nicht so der Retriever-Typ, weil ich dieses distanzlose "Ich liebe alles und jeden" nicht mag. Aber anscheinend sind ja die FT-Linien da gar nicht so drauf und einen menschen- und artgenossenfreundlichen Hund finde ich schon nicht schlecht. Wenn es um mich allein gehen würde, würde wahrscheinlich irgendein Schäfer einziehen, aber später mit Familie reicht einer, der alles Fremde hasst und bei dem man aufpassen muss. Klar ist vieles Sozialisierung, aber genetisch sind Retriever und Schäferhunde ja schon anders drauf. Gerade, wenn später mal meine Eltern auch mit den Hunden spazierengehen müssen, wäre ein von sich aus freundlicher Hund einfacher. Und der Ersthund ist bisher nur mit Hunden einer einzigen Rasse warm geworden: Goldies ;)

    Wann es soweit sein wird, steht leider noch in den Sternen. Es hängt zum einen davon ab, wie schnell oder langsam wir den Ersthund hinbekommen (der Weg stimmt, ist aber noch lang ;) ) und zum anderen, wie es dann halt zeitlich passt. Mit Kindern, Wohnsituation etc. Ich werde jetzt gerade mit meinem Studium fertig und im Moment ist vieles noch offen. Ich denke mal, so in ca. 2 Jahren, aber bei manchen Züchtern muss man sich ja schon wirklich früh anmelden.

    Zitat

    Ich weiß vieles ist Erziehungssache, aber ich weiß auch, dass ich bestimmt nicht alles richtig machen werde und noch einen Pöbler oder einen Hund der sich dann mit Janosch kabbelt, weil der pöbelt kann ich nicht gebrauchen.
    Ich hab noch nie einen Retriever ernsthaft pöbeln sehen, obwohl es das bestimmt auch gibt.

    Dann komm mal vorbei ;) . Hier gibt es einen Goldie-Rüden, der total pöbelt, der kann mit jedem Schäfer mithalten, und einen Labrador, der komplett unverträglich ist mit Artgenossen. Da ist das Pöbeln an der Leine noch das geringste. Allerdings weiß ich nichts über die Herkunft, weil man sich ja mit den Besitzern unterwegs so schlecht unterhalten kann, bei dem Geräuschpegel. Aber grundsätzlich sehe ich das so wie du.

    Ich finde den Thread echt interessant, ich überleg ja auch schon wegen der Zweithund-Rasse und es spricht sehr viel dafür, dass hier später ein FT-Golden einziehen könnte. Was ich hier so lese, würde der perfekt zu mir und den Anforderungen passen.

    Ich denke auch, dass das von Hund zu Hund sehr unterschiedlich ist. Wenn eurer damit offensichtlich kein Problem hat, dann wird es schon in Ordnung sein. In dem anderen Beitrag gab es ja massiv Probleme, die damit sehr wahrscheinlich zusammenhängen. Unserer braucht mehr Ruhe, der döst auch den ganzen Tag, wenn wir nicht unterweg sind. Hat er diese Ruhe nicht, dreht er draußen total hoch und dann wird er echt nervig. Quasi wie ein quengeliges Kind, das bei jeder Kleinigkeit ausflippt. Wenn wir im Urlaub sind, dann ist er länger auf den Beinen als normal und abends regen ihn dann Dinge auf, die morgens noch gar keine Beachtung gefunden haben. Und wenn es nur ein wehender Ast ist. Einfach nur, weil er total kaputt ist und Ruhe braucht.

    Solange ein Hund gut klar kommt, nicht gestresst ist oder aufdreht, dann würde ich mir keine Sorgen machen.

    Allein bleiben: nicht warten, bis sie jault! Dann war es nämlich schon zu lang. Immer nur so kurz weg, dass sie NICHT anfängt, zu bellen oder jaulen oder sonst was.

    Leinenführigkeit: ein Geschirr bringt auch nichts, ihr müsst dem Hund erst mal erklären, was ihr von ihm wollt. Denn es klingt danach, als wüsste der Hund schlichtweg nicht, was er machen soll. Hier gibt es viele Threads dazu, wie man Leinenführigkeit üben kann. Ich fand die Trennung HB/Geschirr gut. HB= geh ordentlich, Geschirr = ziehen ok, inzwischen Geschirr=ziehen erwünscht. Anfangs dann wirklich nur ganz kurze Strecken Leinenführigkeit fordern, dann wieder umhängen ins Geschirr. Am HB aber ganz konsequent jegliches Ziehen unterbinden, egal mit welcher Methode und dabei bleiben. In 4 Monaten alles durch klingt nicht gut, da kann es der Hund gar nicht verstehen.

    Hinterherlaufen: auf den Platz bringen, anbinden und fertig. Platz = Auszeit und Ruhe

    Und nen anderen Trainer würde ich auch suchen. Eigentlich klingt das für mich nicht so schwierig und stur, eher wie ein Hund, mit dem schon alles versucht wurde und der einfach heillos überfordert ist.

    Die Kosten sind doch sehr individuell. Ferienwohnung/Hotel/Camping? Selbstverpflegung/Essen gehen? welche Art von Ausflügen/Besuchen

    Wir wohnen i.d.R. in einer Ferienwohnung mit Selbstverpflegung und 1x Essen gehen während dem Urlaub. Ausflüge kosten nur das Spritgeld, weil wir gerne in der Natur unterwegs sind, große Wanderungen machen (demnach wird auch so das Ziel gewählt ;) ). Dementsprechend sind natürlich auch die Kosten für den Urlaub nicht so hoch, nur ca. 40-60€/pro Tag für alle (2P+Hund) + Anfahrt je nach Entfernung.

    In Anbetracht meines knappen Budgets waren wir nie länger weg als über Wochenenden, aber ich bevorzuge eigentlich längere Aufenthalte. Nächstes Jahr schaffen wir immerhin schon mal eine Woche. ;)