Zitat
Bei Akuma ist es nicht so, dass er still und freundlich auf andere Hunde zugeht, er ist immer defensiv-aggressiv bei Hundebegegnungen, wenn die Hunde größer sind als er selbst (bei kleineren Hunden ist er vorsichtiger) - dabei spielt Geschlehct keine Rolle.
Er wartet bis sich die Hunde ihm auf 5 Meter genähert haben und zack, schießt er auf sie zu, knurt sie kurz an, um hinten zu schnüffeln. Manchmal bellt er auch noch dazu.
Das einzige Beschwichtigen, was er unmissverständlich versteht ist, "Wegschauen". Alle anderen Sachen nicht. Ist die Erregung zu hoch, erkennt er gar nichts mehr und ist wie ein Autist in seiner anderen Welt.
Seltsamerweise kommt er aber am besten mit Hunden aus, die selber Angst haben - wahrscheinlich, weil die ihn selbst nicht wirklich bedrohen.
Er lernt übrigens, anders als ich es am Anfang gedacht habe, nicht einfach über "Hunde tun mir nichts", dass Hunde nichts tun, sondern nur übers Clickern dabei.
Wenn ich das lese, kommt es mir vor, als würdest du meinen Hund beschreiben, eigentlich in jedem einzelnen Punkt. Wobei er dieses defensiv-aggressive (ohne Leine) nur bei gewissen wenigen Hunden zeigt, die steckensteif, fixierend, provozierend etc. dastehen. Sonst wählt er ohne Leine häufig die Flucht und vermeidet jeglichen Kontakt. Mit Hunden, die ihn komplett ignorieren oder sehr deutlich beschwichtigen, hat er (inzwischen) mit und ohne Leine keine Probleme.
Mit Umweltreizen hat er generell ein Problem, zumindest bei sehr vielen.
Dieses Rückfallen hatten wir bisher einmal: als ich Z/B bei Hunde- und Menschenbegegnungen aufgegeben habe, weil ich aus heiterem Himmel wieder bei 0 oder weniger war. Plötzlich war alles, wirklich jeder Schritt in die richtige Richtung weg. Für mein Empfinden noch schlimmer als vorher. Daraus habe ich dann eben gefolgert, dass wir damit nicht weiterkommen und nach dem anderen Weg gesucht. Ansonsten gibt es auch im Moment mal wieder "Rückfälle", die ich aber eher als normal bezeichnen würde. Das passiert dann, wenn der Reiz extremer war als das, was wir bisher gut meistern oder ich den Hund nicht so ruhig bekomme, wie ich es für die Situation brauche (eben weil der Reiz hoch ist, d.h. enger Weg, starke Provokation, etc.).
Meine TÄ (aber keine Verhaltens-TÄ) hat meinen Hund auch als autistisch beschrieben, vor der Kastra war er hypersexuell und hat nur in dieser Welt gelebt. Durch die Kastra hat sich da natürlich extremst verbessert.
Ich habe bei ihm keinen Deprivationsschaden in Betracht gezogen, weil ich davon ausgegangen bin, dass sie dann generell ein Problem mit Lernen haben, aber anscheinend ist das nicht so. Sondern eher bezogen auf den Umgang mit Reizen. Er lernt nämlich ansonsten verdammt gut und schnell.