Das " er kennt ja keine Freigängerkatzen" ist so das Paradebeispiel für Ausreden suchen ohne das böse zu meinen.
Ich suche keine Ausreden, bin schlicht unsicher.
Letztens gerade gehabt, war mit meinem Mann und den Hunden unterwegs, Katze latscht über die Straße, Lucifer ballert nach vorn (war aber limitiert, da kurze Leine). Hat nett gekracht in meiner Schulter. Hab ihn angeschnauzt, den Geschirrgriff genommen und ihn nicht sooo sanft seitlich hinter mich gestellt, sozusagen. Das kennt er und wenn er nicht zu aufgeregt ist und auf Ziehen hin ein "langsam" bekommt, dann hüpft er da schon von allein hin. Ist er im Tunnel stell ich ihn dahin und zwar so lange, bis er da bleibt. Reaktion meines Mannes: "Warum bist du so gemein zu ihm".
Und das verunsichert mich halt. Mag blöd sein, weil ICH mir ja nen Arsch abarbeite an diesen Dingen und nicht er. Dennoch ist es so, weil mein Mann in vielen Dingen, gerade weil er sich NICHT so sehr damit beschäftigt, ein echt gutes Bauchgefühl hat.
Da half bei uns auch am Anfang nur Wurst vor die Schnauze halten. Hat anscheinend was geholfen. Besonders Pädagogisch wars vllt nicht
Das ist ja auch mein Management. Sehe ich den Trigger früh genug halte ich ihm meine Faust mit Keks vor die Nase, Futtertreiben "light" sozusagen und zieh ihn im Fuß vorbei. Klappt, ist aber Management. Und scheint bislang am Grundproblem auch nichts zu ändern.
Ich hab vorhin im Garten mal meine stümperhafte Fußarbeit mit ihm gemacht und ein paar Dummys versteckt und kann vermelden, dass er sich nicht hat ablenken lassen durch Spaziergänger mit Hund, die an unserem gesamten Zaun entlang, den Feldweg langgelaufen sind. Er saß derweil und hat gewartet bis der Dummy versteckt war, ich hab ihn also nicht abgelenkt und er ist trotzdem sitzen geblieben und hat brav gewartet. Zeitweise sah er aus wie eine Eule, in dem Versuch seinen Kopf um 180 Grad zu drehen, um die Spaziergänger wenigstens zu stalken. Wenn ihm etwas Spaß macht, dann bleibt er geistig schon mehr bei mir.