Beiträge von physioclaudi

    Also wir haben ein Bett 1,80x2,00 Meter. Zwei Menschen, zwei Hunde. Alles machbar, wobei Madame Chica leider immer auf Herrchens Kopfkissen schlafen will. Und da sie dauerhaft haart ist das bei weicher Unterwolle mit überall hängenden Flusen und Niesattacken verbunden. Sie macht sich auch sehr breit und wenn es draussen donnert kriecht sie unter eine Decke und leckt Beine ab. Emil ist recht unauffällig im Bett und liegt am Fußende, oder schläft im Flur in der Box, die da noch steht.

    Es ist kalt und scheußlich draussen, evtl soll es kommende Nacht Blitzeis geben.
    Ich will Frühling, Sonne und Blümchen und zwar rapido.

    Heute brodelte der gestrige Trainingstag in meinem Kopf. Emil, der völlig gechillt in fremder Umgebung mit anderem Mensch zusammen total entspannt war. Warum war er das...
    Also, nachdem mein Morgengassi ja grausig war mit einem Hund, der sich unterbewegt fühlte, habe ich ihn mir vorhin geschnappt um alleine mit Rad in den Wald zu fahren. Also ohne Chica. Am Rad wauwau, also kein Unterschied. Wir hätten uns allerdings fast aufs Maul gelegt, weil uns eine Frau im bodenlangen Fuchspelz entgegenkam. Während ich noch überlegt habe wie man sowas tragen kann ist Emil wütig in die Leine gesprungen, ich habe auf vereistem Radweg gebremst und bin vom Feinsten weggerutscht. Also jetzt ist es amtlich, mit Fahrrad und Hunden erst wenn die Wege getaut sind.

    Im Wald war er gut drauf, wir haben geübt, dass ich losrennen kann und er zwar mitrennt, aber nicht bellt. Das klappte erstaunlich gut.

    Dann zurück zum Rad und der Zufall hat mich auf eine Idee gebracht. Ich beeile mich zu sehr, weil ich sein Bellen auch für die Anwohner als akustische Umweltverschmutzung ansehe. Diesmal kamen jetzt Leute mit Auto und hielten in der Nähe des Fahrrads. Ich wollte nicht, dass er bellt, daher habe ich mit z&b die Leute schön gefüttert und wir standen rum. Dann Fahrrad aufgeschlossen, dann kam ein Bus. Also wieder rumgestanden und schön gefüttert. Dann laaaangsam das Rad ausgeparkt und engmaschig für nicht bellen Kekse verteilt. Das Rad erstmal geschoben, ganz in Ruhe, immer mal Kekse in den Hund. Dann Bein auf die andere Seite, ein Beller, weil "jetzt gehts los". Nix. ganz langsam gerollert bin ich. Weiter loben und Kekse fürs nicht bellen. Und dann, nach 10m oder so ganz langsam Füße auf die Pedalen und gefahren, Emil trabte entspannt neben mir Joa, das ist ausbaufähig hoffe ich.

    Joa, habe mich morgens auch direkt aufs Maul gepackt. Die Eisplatten sind verräterisch mit Schnee überzuckert. Ich rutsche, will mich ausbalancieren und trample vorwärts, schaffe es natürlich nicht und lande auf meinen Knien. Gucke hoch, beide Plüschis stehen vor mir :shocked: . Das hat sie so irritiert, dass ich auf einmal so lautstark auf ihrer Augenhöhe ankomme, dass es sogar dem Emil die Sprache verschlagen hat. Als ich dann allerdings versucht habe wieder auf die Beine zu kommen kläffte er doch herzhaft in mein Ohr, das fiepte dann auch noch 5 Minuten. Da tut mir manchmal echt Chica leid, die ja immer auf Ohrhöhe ist.

    Mir fällt immer wieder auf, dass die Hunde (egal welche Rasse), welche bei "alten" Leuten sind, allgemein immer recht ruhige Zeitgenossen sind im Gegensatz zu den Hunden welche bei "jungen" Leuten sind.
    Und ich glaube das liegt daran, dass die Hunde bei alten Leuten einfach nur anwesend sein müssen, mit ihnen außer Gassi nichts gemacht wird, und die Hunde bei jungen Leuten viel mehr Programm und Abwechslung haben, was sie teils dann auch einfordern durch Hibbeligkeit.
    Auch haben alte Leute keine Ahnung von diversen Hilfsmitteln wie z.B. Dummy, Clicker usw. durch welche manche Hunde vllt. erst recht hibbelig gemacht werden weil sie ständig in irgendeiner Erwartungshaltung sind.

    Ich habe Dackel als ruhigen alte Leute Hund kennengelernt und daher dachte ich damals, der wäre was für mich. Ich habe dann die Hundeschule besucht mit Welpenspielgruppe usw., auch ansonsten hatte er jede Menge Abwechslung und Action, auch weil mein Sohn damals erst 7 Jahre alt war und Benny war teils echt nervig und hibbelig und hatte auch oft die Klappe auf. Vielee Probleme hatte ich mit ihm nicht nur wegen seiner SDU, sondern weil ich ihn m.E. teils falsch gehandhabt habe.
    Benny habe ich anders aufgezogen wie die DSH, weil mir in der Hundeschule viele für mich neue Sachen gezeigt wurden und empfohlen wurden, die ich dann so gemacht habe.
    Tamy habe ich wieder so aufgezogen wie die DSH und sie ist ein angenehmer, ruhiger Dackel geworden.
    Ich denke, wenn ich Benny genau so aufgezogen hätte, hätte er sich anders entwickelt.

    Nun, wir sind ja fast schon alte Leute, werde dieses Jahr 50. Aber ja, etwas mehr als nur durch die Gegend latschen und den Hund zum Geschäfte machen raus lassen hatte ich mir schon gewünscht.

    @physioclaudi habe es vllt überlesen.... läuft emil an der Leine am Rad, oder frei?

    Huch, sorry, hatte deine Frage vergessen. Emil läuft an einem Dog-walker. Ein Teil, was am Rahmen montiert ist und es steht eine Feder senkrecht hoch, an der eine Leine mit Karabiner ist. Also wenn er losspringt, dann biegt sich die Feder und mildert es für ihn und für mich ab. Damit holt einen der Hund auch nicht so schnell vom Rad.

    Ich finde es schade das dieser Thread so abdriftet, weg von der Erziehung hin zur Kastration und Medikamentengabe.
    Werde nun natürlich nicht mehr mitschreiben.
    Schade, wo man doch so vieles an seinem eigenen Verhalten verändern kann damit es was wird aber das wäre ja nicht so bequem.
    Viel Spaß noch.

    Das stimmt so aber nicht. Kastration denke ich nicht drüber nach, Emil ist wohl interessiert an Hündinnen, aber nicht extrem . Spielen und rennen sind viel wichtiger. Da sehe ich keinen Sinn drin bei ihm.
    Und wen meinst du wegen Medikamentengabe? Hier ist doch nur ein Hund, der Medis bekommt und der hat eine SDU. Oder habe ich was überlesen? :???:

    Danke Dir. Leider misst diese doofe Waage, die ich gekauft habe auch 500mg nicht zuverlässig. Habe es mehrfach probiert und es kommen jedes Mal sichtbar andere Mengen dabei raus.

    Er gibt auch irre viel Liebe zurück, die Glückmomente wenn es gut klappt, sind unbezahlbar, und wir sind trotz Allem heilfroh, dass er bei uns ist!

    Ist hier auch so. Er kann mich ja wirklich wahnsinnig machen draussen, aber er ist so ein unglaublich liebevoller Hund. Und unglaublich anhänglich. Gestern saß Emil vor mir auf dem Boden, hatte ihn gerade gebürstet und wir gucken uns an und ich flöte verliebt auf ihn ein, da fragt mein Mann hinter mir leicht genervt, ob er uns zwei Verliebte mal alleine lassen soll :lol: .

    Ohne jetzt gescheit daherreden zu wollen, aber ich glaube, dass viele Hunde aus Versehen/Unwissenheit zu Hibbelhunden gemacht wurden und dieselben Hunde bei einem Besitzer, der "anders" mit ihnen umgegangen wäre, nicht solche Verhaltensweisen zeigen würden.

    Ich finde das Thema sehr interessant, finde es aber irgendwie erschreckend, wenn der Hunde Medikamente zum "Ruhigstellen" bekommen soll, obwohl er klinisch gesund ist, also z.B. keine SDU hat und sonst auch nichts.

    Wen meint ihr denn, der seinen Hund ruhigstellen will? Was habe ich da nicht mitbekommen?
    Ich gebe Dir recht, dass ich viel mit verursacht habe, sicherlich anfangs zu viel mit ihm gemacht, als er noch klein war. Ist mein erster Welpe gewesen. Glaube aber auch, dass er viel damit einfach vom Wesen her mitgebracht hat. Ist ein aufgeweckter, reizempfänglicher Hund, der wahnsinnig schlecht filtern kann und im nullkommanix drüber ist.
    Aber ansonsten ziehe ich mir den Schuh nicht an. Ich arbeite viel mit Emil, habe regelmäßig Einzelstunden bei meiner Trainerin und recherchiere und lese und mache und tue.

    Leya hat, frisch aus dem Schläfchen hochgeschreckt, leicht verwirrt mitgewufft.

    Ja, der Emil kann ansteckend sein. Davon sind teilweise auch andere HH im Wald betroffen und nur mäßig begeistert

    :D Keine Tomatensauce drauf für den kleinen Engländer? :muede: :D
    Das Rüssellchen frisst auch Vogelfutter. Und meine Dinkel-Müsliflocken, trocken und hart. Nur das Hundefutter, DAS bleibt zur Zeit stehen. :roll:


    Emil probiert alles, was ich ihm anbiete, das finde ich auch ziemlich toll. Hätte ich mir bei meinen Kids gewünscht xD

    @Hempel ja, das Thundershirt. Hier zuhause, als es quirlig war wegen Besuch und Rückkehr aus dem Urlaub hab ichs ihm angezogen da schien es tatsächlich zu helfen. Er hat ruhig beobachtet und ist kaum hoch gefahren.
    Dann habe ich es im Wald angezogen...bei -10 Grad... wir hatten schon lange nicht mehr so ein grauenhaftes Gassi |) . Ging soweit, dass er einen Müllwagen jagen wollte, den man etwa 150m weiter durch die Bäume schimmern sah. Ich denke allerdings das lag an der Kälte. Das Ding hat seine Mitte so geplättet, dass er sein Fell nicht aufstellen konnte. Und wenn es kalt ist rennt er eh tendenziell mehr. Ich werde es nochmal versuchen, wenn es wärmer ist.

    @miamaus2013 er soll vom L-Tryptophan 0,05 Gramm bekommen. Habe schon extra so eine "Goldwaage" bestellt, aber die ist Schrott. Kapseln die man kaufen kann haben 500mg (daher habe ich Pulver gekauft, dachte das dosiert sich besser). Aber ich will nur 50mg für ihn. Ein Mensch soll 500mg am Tag nehmen und er wiegt ja nur 8kg. Daher dachte ich ein Zehntel von der Menschendosierung wäre gut.

    Gassi gerade eben war echt nervig. Jetzt den zweiten Tag ohne Rad und es war wieder super nervig. So etwa die Hälfte des Weges. Die andere Hälfte war es ok. Menschen gingen heute gut, mit z&b ist er inzwischen eher begeistert wenn er einen Menschen sieht, weil das heißt kekse. Aber dieses rennen und bellen und auch Chica wieder vermehrt auf den Geist gehen das tut er nicht, wenn wir mit dem Rad in den Wald fahren. Er braucht diese gleichmäßige Bewegung schon. Jetzt muss mir halt NUR was einfallen, dass er nicht mehr bellt am Rad.
    Mit der Trainerin haben wir gestern das Tragen nochmal geübt, klappte ganz gut. Vllt kann ich ihn dazu bringen am Rad den Dummy zum Wald zu tragen. Das wird aber dauern, bis er das kann. Und solange habe ich morgendliche Nervgassis.

    Tja, Agi, wurde von der Trainerin, wie ich finde, schon gut aufgebaut. Sehr langsames und ruhiges Kennenlernen der Geräte mit viel Bestätigung. Emil hat dabei auch immer mitgemacht und fand es spannend. Am Schluß gab es einen Miniparcour und das war dann zuviel. Da fiel er ins Bellen und Hüten. Zuerst half es, dass ich gegangen bin und wir halt da ganz langsam durch sind, aber irgendwann war selbst dafür die Erwartungshaltung zu groß

    @Hummel ich habe jetzt L-Tryptophan schon eine ganze Weile hier, Problem ich kann es nicht dosieren. Es ist ein Pulver. Jetzt habe ich eine Waage gekauft, die das angeblich können soll, die geht aber nach dem Mond. Wie machst Du das?

    Ich mache jetzt erstmal super langweilige Gassigänge, damit der Herr vom Glimmersee mal runter kommt. Fürchte nur es geht uns vllt so, dass er danach noch weniger aushält. Finde das sehr schwierig.

    Ja, Hundeplatz ist bei uns auch immer Einzelunterricht, weil Emil sonst abdreht. Ich hatte mal Agi mit ihm angefangen, er war auch immer gerne da, aber zu schnell alles, zu viele Reize, irgendwann konnte er gar nicht mehr mitmachen und hat nur noch gebellt. Das wars dann mit Agi für ihn.

    Diese Reaktion auf einfach alles kenne ich von ihm auch. Er kann nichts filtern, alle Reize kommen direkt an und wir wohnen in einem sehr belebten Gebiet, da ist halt auch immer irgendwo ein Reiz.
    Gleichmäßiges Bewegen schien irgendwann der Durchbruch. Wir fingen im Sommer mit longieren an, sobald er seine Runden zieht ist er ruhig. Achtet auf mich, macht es einfach super und kommt runter. Dito am Fahrrad. Total toll. Hing ihn an und er trabte entspannt zum Wald...nun das war einmal. Beim Fahrradfahren wird jetzt losgeschottert und gebellt und das von einem Tag auf den anderen. Das sind dann nur etwa 100m, dann trabt er ruhig weiter, aber es nervt. Weil es sonst ja auch nicht so war.

    So, habe Euch gefunden. :applaus:
    Achja, mein Emil. Ein Schatz von einem Hund und zuhause, auf unserer Insel sozusagen, ist er die coolste Socke überhaupt. Aber er ist ein Belltie vor dem Herrn. Von 0 auf 180 in Millisekunden, aber eben nur draußen und manchmal auch im Garten.
    Er ist großer Liebhaber von Verhaltensketten, kann mich deutlich besser lesen, als ich ihn.
    Naja, unseren ganzen Stress hier auf zu dröseln dauert vermutlich zu lange. Aber die meisten kennen uns ja aus dem Junghundethread und auf Emils Thread habe ich auch wieder angefangen zu schreiben.

    Futterumstellung haben wir auch gemacht, da Emil von viel Protein weg sollte, auch ein Hinweis meiner Trainerin. Das machen wir schon eine ganze Weile, hat aber nix gebracht.

    Schilddrüse ist mehrfach untersucht.

    Er hatte als kleiner Pups von vllt 12 Wochen kurzzeitig Anfälle bei Stress, der ganze Kopf zitterte und er hat mit dem Hinterbein gekickt. Ein befreundeter TA, spezialisiert auf Neurologie, sagte mir das ist epileptisch, Petit Mal Anfälle. Kann sich in der Pubertät geben. Nunja, drei Wochen habe ich durchgeheult, damals aber angefangen auf vermehrt Ruhe zu achten, damit er nicht in solche Zustände kommt. Das Kopfzittern ist weg, das Kicken macht er noch. Aber seltener. Die Sorge, dass mal Epilepsie ausbricht ist bei mir noch nicht ganz weg, aber z.Zt. glaube ich es weniger und ändern kann ich es ja auch nicht.

    Hören tut er eigentlich recht gut, auch wenn er schon aufgedreht ist, ein Rest Hirn ist meist bei mir. Auch noch nicht so lange, lässt mich aber hoffen.

    L-Tryptophan habe ich jetzt auch hier und wollte das erstmal im Eigenversuch testen. Hatte hier im Forum bei Hummel davon gelesen, die mit ihrer Hündin da gute Erfahrungen gemacht hat.