Guten Morgen :)
Danke, fürs Rufen @Wurli
Ganz genau, ich hab das hier jetzt mal mitgelesen und finde uns in vielem wieder.
Wir Barfen ganz einfach aus dem Grund weil wir selber sehr gesund leben und uns auch kein Dosenessen oder fertigessen machen.
Ein Hund ist ein Hund und der würde in der Natur auch nicht so wählerisch sein/werden und plötzlich kein rohes Fleisch mehr essen wollen, das passiert vllt durch den Menschen wo er dann öfter das leckere Essen das eigentlich auf dem Teller des Menschen liegen sollte bekommt und bemerkt das sowas viel besser schmeckt als sein Futter.
Aber das gibts bei uns eben nicht, bei meinen Eltern auch nicht und bei meinen schwiegereltern nekommt sie zwar mehr als sonst aber auch nur Käse oder Lachsscheiben und dort isst sie aktuell genauso wenig.
Weißt Du, ich war auch absolut überzeugt vom Barfen. Ich hatte mir die "perfekte" Zusammensetzung heraus gesucht, einen genau berechneten Futterplan. Bodo wurde gebarft, seit er bei uns eingezogen war.
Das ging genau ein halbes Jahr lang gut. Mit ca. 10 Monaten hat er das Futter zum ersten Mal stehen lassen. Ich hab mir noch nichts dabei gedacht, aber dann kam es immer häufiger vor. Natürlich waren wir beim TA, da hieß es Magen-Darm und Schonkost. Möhrensuppe, Haferschleim und matschiger Reis gingen immer, aber das war ja in meinen Augen kein Dauerzustand. Also habe ich nach einer Weile einen weiteren Versuch mit dem Barfen gestartet - gleiches Ergebnis.
Ihm war morgens zum Teil so übel, dass er vor Hunger nicht fressen konnte. Ich habe ihm rohen Pansen mit der Hand ! und dem Löffelchen eingeflößt, damit er überhaupt etwas frisst. Sein Magen-Darm Trakt war von dem dauernden Hungern inzwischen völlig kaputt und ich habe ein Vermögen ausgegeben, um das wieder zu sanieren.
Irgendwann hat Bodo das Fressen komplett eingestellt. Wenn ich nur den Napf geholt habe, war er weg. Der hatte tatsächlich Angst vor dem Fressen entwickelt.
Also habe ich zähneknirschend vom TA einen Beutel Hills Trockenfutter mitgenommen und er hat seit Wochen das erste Mal seinen Napf geleert.
Es war nicht das richtige Futter, er bekam davon Durchfall, aber dieser Hund hat uns sehr deutlich gezeigt, dass er kein Barf verträgt. Ich habe den Test gemacht. Wenn er die Wahl hatte zwischen Haferschleim und rohem Fleisch, hat er Haferschleim gefressen.
Ich habe mir auch Sorgen gemacht wegen der Nährstoffe, daher haben wir noch einige Sorten Trockenfutter ausprobiert (Josera, Real Nature, Premiere ...) schlussendlich war der rettende Tipp hier aus dem Forum von Hummel.
Ein Futter, das mir im ersten Anblick die Schuhe ausgezogen hat. Fast nur Getreide, kaum Fleisch (rein optisch) und erinnert eher an Müsli, als an Hundefutter. ABER: er liebt das Futter. Köbers ist genau das, was dieser Hund braucht. Seit über 2 Jahren haben wir nun keine Probleme mehr mit Durchfällen, Nüchternbrechen oder Futterverweigerung.
Ich verstehe Deinen Gedankengang. Aber Du musst eben auch auf Deinen Hund hören. Bodo hat nie "besonders leckere Sachen" bekommen, sodass ich den Eindruck hatte, er will "was Besseres". Er hat mir einfach sehr deutlich gezeigt, dass sein Magen mit Barfen nicht zurecht kommt. Für mich war das schrecklich, ihm dieses "Nagerfutter" zu geben, weil mir das Barfen sehr viel Spaß gemacht hat.
Inzwischen denke ich aber, dass in den ganzen Jahren der Domestizierung bei einigen Hunden diese "wolfsähnliche" Fütterung nicht mehr passt.
@Aoleon kann ja ähnliches berichten.
Du musst ja nicht das billigste Trockenfutter verfüttern. Aber ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen. Einem Hund kann tatsächlich so schlecht sein, dass er weder fressen kann noch will. Mein "Aha-Erlebnis" war, als ich 1,5 Stunden ! mit dem Hund auf dem Boden saß und ihm Teelöffelweise 150g Pansen gefüttert habe. Er hat gewürgt, den Kopf weg gedreht, sich geschüttelt. Man konnte ihm den Widerwillen ansehen. Gleichzeitig hätte er meiner Tochter am liebsten ihr Brötchen aus der Hand geholt (hat er nur nicht bekommen, weil ich ja dachte, dass er unbedingt Fleisch braucht).
Lange Rede, kurzer Sinn: Nur, weil wir etwas für "perfekt" halten, muss das nicht zutreffen und es kann durchaus sein, dass Barfen (momentan) nicht das Richtige ist.
LG