Meine ersten Freilaufversuche mit Finya sahen damals tatsächlich so aus, dass Frau Hund tut worauf sie Bock hat (war in ihrem Fall zumeist mäuseln bis sie halb umkippt, dafür ist sie auch mehrere hundert Meter sehr schnell gelaufen, sobald die Leine ab war) und ich konnte dann sehen, wie ich Madame wieder einsammel.
Einmal habe ich, als absolut niemand auf der inoffiziellen Hundewiese unterwegs war, tatsächlich den Versuch gestartet und bin einfach gegangen (hab mich in einiger Entfernung hinter Büschen versteckt, so dass ich sie zwar sehen konnte, aber eben nicht direkt greifbar war). Nach einer halben Stunde hab ich abgebrochen, weil sie sich sonst ins Koma gebuddelt hätte. Sie hat nicht mal gemerkt, dass ich weg war.
Damals war ich wütend und traurig und enttäuscht. Heute finde ich die ganze Situation zum einen verantwortungslos und zum anderen amüsant. Wie konnte ich glauben, dass Finya mir nachläuft, wenn ich sie mit Mäuselöchern alleine lassen? ![]()
Naja ich hab daraus gelernt und wir haben dann ein paar Regeln aufgestellt. Das hat über Jahre sehr gut geklappt.
Für Frodo hat es dann wieder andere Regeln gebraucht. Der Herr Pudel hat im Freilauf immer mehr Freiheiten genossen als Finya, schlicht weil er in der Sekunde reagiert, in der ich rufe. Das konnte Finya einfach nie leisten, also war ihr Radius in unübersichtlichen Gebieten zu ihrer eigenen Sicherheit immer kleiner als seiner.
Wenn ich den Schnauzer meiner Schwiegereltern dabei habe, merke ich immer wie sehr sich Radiustraining auszahlt. Die kennen das nicht und laufen einfach so weit sie wollen. Einzige Möglichkeit sie zu stoppen, ist sie abzurufen. Das finde ich anstrengend, weil man selber ständig aufpassen muss.
Da lob ich mir meine Hunde, die gelernt haben regelmäßig von sich aus zu warten oder einfach mal bei mir vorbei zu schauen. Das macht den Spaziergang viel entspannter.