Ich kann das bei uns in der Gegend (eher ländlich) nicht so bestätigen. Hier Zuhause treffen wir ja eh immer so in etwa die selben HH + Hunde, aber heute z.B. war ich nur mit Enya in Radevormwald unterwegs, 5 direkte Hundebegegnungen, 2x Fremdhunde absitzen lassen (wir passierten, die absitzenden Hunde völlig brav, einer davon mit Keks vor der Nase, aber ist doch super, wenn das funktioniert), 1x uninteressiert vorbei, 1x Kleinhund an Flexi, der freundlich zu uns zog, ok, wir einen Bogen gelaufen (Enya will keinen Fremdhundkontakt), 1x Pöbelhund, wo der Besitzer aber versucht hat umzulenken (beide Parteien einen Bogen gelaufen). So kenne ich es an sich hier aus der Gegend fast nur. "Der-muss-sich-frei-entfalten" dagegen fast gar nicht. Und was Kekse oder möglichst "gewaltfrei" damit zu tun haben
. Kenne hier auch kaum wen, der nicht "Mittelweg" ist. Ich würde mich da auch Mittelweg einordnen: viel Lob, wenn Hund es braucht Abstand reinbringen / blocken /anderen HH ansprechen, erwünschtes Verhalten fördern, aber auch mal ein hey so nicht.
Ich finde das ja auf Agi-Turnieren immer recht interessant, also auch drumherum auf den Spazierwegen mit dann sehr hoher Hundedichte, aber auch auf dem Turnier selbst. Klar, ist vor allem ein bestimmter Hundetyp vertreten, aber die Hunde kennen es einfach, auf ihren Menschen zu achten/anderes zu ignorieren und mit geringer Distanz klar zu kommen. Die sind def. nicht alle leinenführig und einige reaktiv, aber das Achten auf den Menschen und Ausblenden vom Drumherum funktioniert idR sehr gut. Auch auf Spaziergängen und auch, wenn sich große Hundegruppen begegnen. Besonders "aversiv" arbeiten da wohl die wenigsten Menschen, ist eher eine Mischung aus gut aufgebauter Zusammenarbeit, dazu Kritikfähigkeit des Hundes sowie dem Aufbau von Ignorieren von Anderem.
Klar, ist auch nur ein Mikrokosmos, aber ist für mich schon ein wenig so, wie es eben gehen kann, einfach eine gute Kommunikation mit dem Hund und "sich kümmern", "Führung übernehmen", ohne dass man dafür auf Kekse verzichten muss und ohne dafür körperlich werden zu müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch oft fehlt: wirklich erlernte und gelebte Zusammenarbeit, Kommunikation verstehen und aufeinander achten