Wenn ich bedenke, was mittlerweile alles möglich ist in der Tiermedizin - dann gibt es meiner Meinung nach einen stetig wachsenden Graubereich.
Klar - Geld für Impfungen, Chippen oder auch ne Kastra, wenn sie nötig wird, sollte jede/r aufbringen können oder eben auf die Hundehaltung verzichten.
Aber wie viel ist denn "genug Geld" für Hundehaltung konkret? Der Anspruch kann ja nicht sein, dass jeder Hundehalter einfach mal so eine gute fünfstellige Summe zur Verfügung hat, oder? Und bei dem was mittlerweile alles theoretisch möglich ist in der Tiermedizin, ist es ja durchaus möglich, in diese Bereiche zu kommen. Klar, gibt es OP- oder auch Vollversicherungen. Aber wenn man dort das Rundum-Sorglos-Paket bucht, wird es ja auch heftig teuer - und ältere Hunde oder bestimmte Rassen bekommt man ja auch kaum versichert.
Den Graubereich gibt es sicher. Ich kann mich noch gut erinnern, das war damals mit Smilla in einer Uniklinik, wir haben ja ausgeschöpft, was ging. Neben mir im Wartebereich saß eine Frau mit einer Katze in einem Korb und Tränen in den Augen. Irgendwann sagte sie, sie hätte ihre Katze besser direkt erlösen lassen sollen, das wäre eigentlich kein Leben mehr, aber man hangelt ja nach jedem Strohhalm. Da bin ich schon mit einem riesen Klumpen im Bauch in den Termin gegangen. War ja einige Male davor, Smilla zu ihrem Besten gehen zu lassen. Wir haben durchgehalten mit verdammt schweren Jahren, Smilla ist jetzt 11 Jahre alt und es hat sich gelohnt. Aber genauso gut hätte es ihre Leidenszeit einfach nur herauszögern können. Wir hatten ja keine Ahnung, ob irgendwann irgendwas hilft. Smilla hatte ja mehrere Anfälle pro Tag damals.
Oder mit Lucy, sie starb auf Sardinien. Wie oft sind wir dort in der Uniklinik (!) gefragt worden, was wir noch möchten und ob uns klar ist, was das kostet. Die kannten das gar nicht, dass überhaupt jemand bei einem sterbenden Hund so viel noch abklären lässt. Und ja, das Geld haben wir rein für mein Seelenheil gezahlt. Was an sich von Anfang an klar war.
Ich glaube wirklich, es ist nicht schlimm, wenn man einen Hund nicht leiden lässt (!!!), aber er geht, bevor man alles ausgereizt hat. Nur sollte man dann den A... in der Hose haben und ihn gehen lassen bei sehr schlechter Prognose. Und ihm nicht beim Leiden zusehen, weil man sich das Geld sparen will und sich das irgendwie schönreden.
Krankenversichert sind meine Hunde übrigens nicht. Bei 5 Hunden können die Hunde kaum so krank werden, dass sich das irgendwie rentieren würde, für mein Empfinden. Aber ja, wir können auch ad hoc einen sehr hohen Betrag stemmen oder einen dauerkranken Hund.
Da mit Tierschutz / ältere Hunde zu argumentieren, die dann keinen neuen Besitzer mehr finden, finde ich aber eher etwas strange. Hunde werden (hoffentlich) alt. Und werden dann ihre Wehwehchen haben. Genau genommen, spart man sich bei Aufnahme eines älteren Hundes ja eher das Geld, das er schon in jüngeren Jahren beim TA gelassen hat 