Beiträge von Lucy_Lou

    Für mich ist beim Hundesport gucken wie schnell man ist (oder was auch immer man je nach Sportart halt schaut) kein Wettbewerb, sondern nur ein schauen wie der Trainingsstand ist, bei einem training das man für den Hund macht.

    Also weißt wenn ich aufm Platz bin und rechts sehe das marie ihr Hund das Kommando schneller oder korrekter ausgeführt hat als meiner, ist das für mich kein Wettbewerb. Wenn ich meine Zeit stoppe und der Hund von Kai aus meiner Gruppe 2sek schneller war, ist das für mich kein Wettbewerb.

    Was denn dann :ka:? Ok, es ist Ansporn, Marie zu fragen, wie sie xy trainiert hat, so dass der Hund es besser versteht / schneller ausführt. Und dann gibt man sich mehr Mühe, damit der Hund das beim nächsten Mal auch zeigt.
    Das ist auf Turnieren aber auch nicht anders...

    Und wenn Zeit gestoppt wird: zeig mir den Menschen, der im Training (!!) nicht versucht, sehr schnell zu sein, falls da eine Stoppuhr im Spiel ist. Das finde ich einfach etwas realtitätsfremd zu glauben, dann wäre es Mensch völlig egal.
    Und wie "korrekt" ein Kommando ausgeführt wird, da wird mir Marie wohl Recht geben, muss verglichen werden samt Standard, was denn nun korrekt ist.

    Letztlich geht es im Turnier ums gleiche wie im Training: eine gute Zusammenarbeit, einen freudig arbeitenden Hund und eine Ausbildung, die dazu führt, dass der Hund möglichst gut versteht, was er tun soll. Dazu neue Herausforderungen (=Trainingsansätze) durch die Richter (nicht immer der gleiche Trainer) und sehr viele Menschen zum Austauschen.

    Im Agi ist es sicher mittlerweile eine Riesen-Maschinerie. Auf unserem letzten Hoopers-Turnier war die erste Aussage der Richterin zur Begrüßung: seht den Parcours als unverbindlichen Vorschlag und habt Spaß xD
    (Dass man Qualis für die nächstöhere Leistungsklasse sammeln muss, sehe ich aber positiv, sonst hast du da ja pures Chaos mit noch nicht dafür bereiten Hunden)

    Und ich bleib dabei: dem Hund ist das völlig egal, ob es ein Training auf einem fremden Platz ist oder ein Turnier... Sofern der Hund wirklich Spaß hat, den Sport toll findet, ein tolles Wochenende hatte... dem ist doch wumpe, ob es da am Ende ein Ranking gibt.
    Aber zumindest im Hoopers findet man sonst nicht so viele Begeisterte an einem Ort zum Zusehen und Austauschen.

    Gleiches Thema beim Gassi gehen, man kriegt die irre schnell dazu nichts anderes mehr zu machen, als am Rockzipfel hängen, aber deshalb kann man trotzdem nicht alles erlauben.

    Falls du einen Rat möchtest, ist ja nicht völlig OT: belohne nicht zu hochwertig, freundliches Schwarz-Weiß. Bei denen reicht ja schon ein kurzes "raus da", "Warte", "Ran"wie auch immer. Und sofort wieder umschalten auf ein freundliches: Prima,mach-dein-Ding.
    Ich finde Border Collies noch deutlich schlimmer in dem Punkt, aber Shelties neigen ja auch sehr dazu, "Aufgaben" anzunehmen. Und Belohnungen toll zu finden. Und sind nicht die selbständigsten Hunde auf diesem Planeten.
    Das erste, das ich bei meinem Border gelernt habe: keine Beschäftigung auf Spaziergängen (und das ist ein Show-Teilchen). Klare Ansagen, freundliches Lob, fertig.
    Bei Shelties hast du vlt. weniger dieses: Aufgabe draus machen, dafür mehr: prima, mir nimmt jemand alles ab und ich krieg sogar noch Kekse / Spiel dafür. Aber Rockzipfel und ständiges Anbieten kriegst du bei diesen Hütehundtypen in ungefähr einem Spaziergang rein und nur langsam wieder raus. Kann man sich zu Nutze machen (tu ich auch bei automatischer Umorientierung), aber man muss bei dem Hundetyp sehr aufpassen damit. Dafür schenken sie einem Vieles, das bei anderen Rassen sehr viel schwieriger wäre.

    Diese, ich nenne es mal Unselbstständigkeit bei Problemlösungen ist für mich aber typisch Sheltie.

    Finde ich tatsächlich im Vergleich zu meinen anderen Hunden auch. Wobei ich das gar nicht so schlimm finde, ich pusche lieber mehr, als zu sagen: so nicht. Und ich glaube, das ist auch Teil ihrer sehr einfachen Alltags-Erziehbarkeit.
    Mit meinen Shelties fördere ich das aber gezielt, also Anbieten belohnen, Clickern, Mutigsein belohnen... Aber die sind schon alle eher ein wenig: vielleicht mag sich ja jemand anders um das Problem kümmern und sonst gibt es genug Tolles alternativ auf der Welt... Andersrum: sie gehen halt nicht in jeden "Konflikt" <-- was es im Alltag auch wieder einfacher macht.

    Super motivierbar finde ich Shelties aber schon und auch sehr vielseitig belohnbar. Futter finden meine alle toll, Zusammenarbeit auch, Spielie oder einfach ein Yipieh-Mensch, der sich freut. Nur dieses: wenn es "schwieriger" wird, sich ein Problem/Gegenwind auftut, trotzdem weiter machen, das bringen sie nicht so mit.

    Was mich an der Ausgangsfrage wie ein kleiner Stachel so ein wenig piekst: kann man die Trennlinie zwischen just for fun und Turnier wirklich ziehen im Hundesport?

    Wann immer man etwas trainiert, hat man ein Ziel. Und das ist bei ungefähr allem außer "lebensrettende Grundkommandos" ja Spielerei. Auch Tricks clickern. Den Hund auf Baumstämmen balancieren lassen.
    Oder Dummy-Training für Retriever z.B. Ja, das macht dem Hund Spaß, es entspricht seinen Anlagen. Das tut aber vieles im Hundesport je nach Hund, je nach Sport.
    Und dann kommt man automatisch an den Punkt: der Hund findet es toll, der Mensch diese Zusammenarbeit (und das Brennen des Hundes dafür) ebenso. Dann klappt hier und da etwas nicht, ein guter Trainer zeigt, wie man es verständlicher für den Hund machen kann. Mehr Herausforderung, mehr Aufgaben bewältigen, als Team wachsen.
    Man tauscht sich aus mit Gleichgesinnten, man trainiert zusammen, man ist dankbar für neue Ideen und das geht auf Turnieren schlicht sehr gut!

    Wenn man Turniere verbietet, müsste man an sich auch Freizeitsport verbieten, so meine steile These. Auch da geht es um das Erreichen von Zielen, das Meistern von Aufgaben und schauen, wie andere das hinbekommen.

    =)

    Man muss nicht selbst züchten oder im Hundesport aktiv sein, um die grundsätzliche Frage zu stellen, ob Wettbewerbe wirklich im Sinne des Tieres sind.

    Ich würde behaupten, meine Hunde mögen ihren jeweiligen Sport. Damit ist denen ziemlich wurscht, ob ich mit denen auf einem Turnier starte oder ein Training auf einem fremden Platz mache. Klar ist denen eine Schleife egal und das Futter hätte ich vom Startgeld auch so kaufen können. Aber warum sollte es negativ für den Großteil der Hunde sein, die auf Turnieren starten? Sie tun das, was sie toll finden, nur halt woanders :ka:

    Dass es überambitionierte schwarze Schafe gibt, die schlechte Ergebnisse am Hund auslassen, sicher. Aber gerade im Hundesport kannst du eigentlich nur verdienen, wenn du ein sehr guter Trainer bist und die Leute entsprechende Seminare und Kurse bei dir buchen (oder du z.B. eine entsprechende Halle besitzt im Agi.). Durch Wettkampfteilnahme verdienst du da nichts dran oder nur indirekt, um dich als Trainer zu positionieren oder Welpen für Sportler attraktiver zu machen.

    Argumente für gut durchdachten Hundesport wurden ja schon massig genannt und ja, auch ich habe gerade im just-for-fun-Agi schon genug gesehen, um das schon alleine um der Gesundheit Willen mit keinem meiner Hunde mehr zu machen. Zumal die POs für Prüfungen zumindest in meinen Sportarten immer mehr pro Hund gehen. Willst du zu Turnieren, kommst du um einen vernünftigen Aufbau nicht vorbei. Im just-for-fun Bereich sehr wohl.

    Zu Turnieren: ich selbst bin auch kein Wettkampftyp. Im Agi war ich zuletzt auf vielleicht auf 2 Turnieren in ebenso vielen Jahren (dieses Jahr nur, um Lotta einmessen zu lassen). Im Hoopers starte ich allerdings gerne. Gründe: ist noch eine recht kleine Gemeinschaft, man kennt sich zu einem guten Teil, es sind keine geteilten Turniere (ja, ich sehe das positiv xD), man verbringt ein schönes Wochenende zusammen. Man lernt neue Parcours-Möglichkeiten kennen, jeder Richter stellt ja so ein wenig sein Ding, sieht wie andere es lösen und nimmt massig Input fürs Training mit.

    Ob das auch ohne Turniere ginge? Ich denke, es ist menschlich, wenn man etwas trainiert, es auch schön zeigen zu wollen. Und zu schauen, wie lösen andere es. Auch ohne Rangfolge würde man schauen, wo man da steht. Zumal es schon spannend ist, anders als im Training, nur genau diese eine Chance zu haben.
    Daneben könnte so etwas ohne ein Startgeld ja nicht gestemmt werden. Der Richter verdient kaum etwas, die Vereinsmitglieder machen es in der Freizeit und spenden Essen, dennoch... In Hallen, die ein Stückweit von Turnieren leben, ist es nochmal was anderes, aber bei kleinen Vereinen ist das Startgeld einfach ein kleiner Beitrag, um das alles stemmen zu können.

    Und ja, wir sind Menschen, alles in allem freut man sich dann über die Hundekekse, das kleine Spielie und den liebevoll gestalteten "Pokal" (beim letzten Hoopers-Turnier waren das aus so Kalk gegossene Hundepfoten)

    Natürlich braucht der Hund das nicht. Aber er hat Spaß, der Mensch hat Spaß (wie gesagt, schwarze Schafe mal außen vor), man ist unter Gleichgesinnten, tauscht sich aus, bekommt neue Anregungen...

    Wer seinen Hund mies behandelt, bekommt das sicher auch ohne Turniere hin...

    dann darf sich die Kantonstierärztin nicht damit zitieren lassen, dass alle Hunde nicht wieder gesund geworden wären

    hat sie im Interview nicht gesagt, dass die Pflege nicht stemmbar gewesen wäre, alle 120 wieder gesund zu bekommen? So gut ist mein schweizerdeutsch nicht, aber sie hat nicht gesagt, es wären alle zu krank gewesen, sondern "nur", es hätten nicht alle genesen können. Oder irre ich mich da?
    Jeden einzelnen Hund wird man eh nicht untersucht haben. Und der eine Welpe konnte ja auch gepäppelt werden, also hätten es sehr sicher auch ettliche Hunde mehr geschafft.

    Ob man das will mit schlecht sozialisierten HSH mit gesundheitlichen Defiziten und wer die aufnehmen soll, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Dass es so viele geeignete Stellen gar nicht gibt, eh. Dass Tötung durchaus der "humanere" Weg sein kann, auch. Aber dass die alle zu krank zum weiterleben waren und nicht zumindest die Welpen noch eine Chance hätten haben können, glaube ich im Leben nicht.

    Die Pferde konnten es immerhin auch.

    Dann sollte man für mein Empfinden einfach ehrlich kommunizieren: zu teuer, passen nicht in die Gesellschaft, bringen gesundheitliche Baustellen mit, ein paar hätten es eh nicht geschafft und alleine die gesundheitliche Untersuchung und die Vermittlungseinschätzung von so vielen Hunden hätte den Ramen gesprengt, den man hätte tragen können. Also alle tot, ohne weitere Einschätzung. Wäre zumindest ehrlich gewesen.

    Zaun gibt es noch keinen, darum ginge das nur an einer langen Leine.

    Den kann man für kleine Hunde sehr unproblematisch nachrüsten. Staketenzaun aus Holz oder ein Maschendrahtzaun, ein paar Pöhle in die Erde, Zaun drantackern oder mit Draht, fertig. Wir haben auch ein sehr großes, schlecht einzäunbares Grundstück und haben einen Teil Sheltie-sicher gemacht. Unser Border und der Aussie hüpfen über einen Meter locker drüber, für Kleinhunde braucht man aber nur am Boden schauen, dass es dicht ist, dann ist es recht kostengünstig, schnell und auch mit verschiedenen Zaunvorlieben gut zu machen, finde ich.

    Ansonsten würde ich auch einen älteren Hund bei euch sehen oder einen Hund, der selber nicht gut zu Fuß ist. Meine Mutter hat vor einigen Jahren einen stark gehbehinderten Hund aus dem TS aufgenommen, da sie selber körperlich eingeschränkt ist. Sie hat wie ihr einen Garten und kurze Spaziergänge passen für beide. Ich würde da an eurer Stelle (abgesehen von eher kleiner Hund) gar nicht so sehr nach Rasse schauen, sondern was der Hund braucht.