Ist zwar schon wieder ein paar Tage alt das Thema, aber ich schaff es grad nicht öfter ins Internet 
Alina: ich kann dich durchaus verstehen... Hätte ich nur Grisu, würde ich mir wohl auch denken, was haben einige eigentlich, Hunde haben so viel Spaß zusammen und selbst wenns mal nicht passt, alles halb so tragisch.
2 Punkte klingen aber doch sehr nach rosaroter Traumwelt...
Zum einen:
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Genau so. Man muss halt genau hinschauen. :^^:
Mal ein Beispiel: Ein Hund nähert sich, der Interesse an Lucy hat, Lucy hat keins. Lucys erster Versuch: Bogen laufen, hinter mir/Grisu Schutz suchen, irgendwie ausweichen und uninteressant wirken. Klappt das nicht: kurzes Fixieren des anderen Hundes mit Zähne zeigen. Hat der andere Hund das immer noch nicht verstanden: kurzes, aber heftiges lospoltern. Was hatte Lucy davon? Was hatte der andere Hund davon? Spätestens dann wird auch der andere HH recht fix mit einsammeln, da Lucy ein ziemliches Kalb ist...
Das führt zum nächsten Problem. Ich hatte vor Lucy eine kleine Pudel-Dackel-Mix Hündin. Prinzipiell verträglich, aber konnte auch zickig sein. Da hieß es dann: ach, die soll ruhig Bescheid sagen, die soll sich ruhig wehren u.s.w. Ähnliches habe ich bei Lucy noch nie gehört. Wenn da so ein 66cm schwarzer Berner-Mix "Bescheid sagt" stehen die Besitzer der anderen Hunde eher halb vorm Herzinfarkt... Vor allem Besitzer von der-will-nur-spielen Junghunden, die sich kaum vorstellen können, dass ein "guter" Hund kein Interesse am gemeinsamen Spiel hat. Blöderweise sind das oft auch die Hunde, die jedes subtilere Signal von Lucys Seite aus rundheraus ignorieren. Was wiederum dazu führt, dass Lucy es bei bestimmten Hundetypen überhaupt nicht mehr auf die nette Art probiert zu sagen, dass sie keinen Bock darauf hat, dass ihr jemand die Schnauze in den Hintern schiebt oder spielerisch auf sie drauf hoppst...
Wie bereits gesagt: wer hat von einer solchen Begegnung irgendwas? Der fremde Hund, der einen auf den Deckel bekam, weil er spielen wollte? Oder Lucy, die mal wieder davon überzeugt wurde, wie komplett überflüssig und nervig andere Hunde sind? Der Besitzer des anderen Hundes, der um seinen Liebling bangt? Ich kann da ja nur für mich selbst sprechen und ich kann da sehr gut drauf verzichten...
Ich versuche einzuschätzen, mit welchem Hund es klappen könnte: kleine Hunde eigentlich immer (die ignoriert Lucy weitestgehend, egal was die machen), ansonsten sehr ruhige, souveräne Hunde.
Das führt zu Punkt 2:
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wenn es Hund egal ist, was Besitzer sagt, nützt anfauchen des Besitzers auch nicht mehr viel...
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Doch, probier es aus. Nicht anfauchen, im Sinne von Meckern. Das geht auch wortlos. Was meinst du, wie schnell Herrchen angetrabt kommt, und sich seinen Hund schnappt.
In meiner Welt ist der Hund schneller als das Herrchen. Zumal wenn Hund sich ein gutes Stück vor seinem Besitzer befindet.
Trotzdem würde ich gerne wissen, welche effektive wortlose Kommunikation du da einsetzt. Würde ich auch gerne beherrschen :^^:
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Ja, eben. Deshalb bin ich dafür, den Hund soviel Erfahrungen wie möglich machen zu lassen. Unter normalen Lebensbedingungen sind ja doch mehr gute als schlechte dabei.
Auch damit muss ein Hund lernen, umzugehen. Ich finde, das gehört dazu.
Ich hatte es in einem vorherigen Beitrag ja schon geschrieben: ich denke nicht, dass es wirklich arttypisch ist, dass alle normalen Hunde zu jedem fremden Hund Kontakt haben wollen oder gar brauchen. Wie schon geschrieben, dass diese Situationen überhaupt in dem Maß auftreten, dürfte ein sehr neues Phänomen sein. Auch Wildhunde/Wölfe, was auch immer, denken sich bei fremden Hunden/Wölfen eher nicht, juchhu, ein Spielgefährte. Zumindest nicht bei jedem, in jeder Situation.
Mal ein anderes Beispiel: mein zweiter Hund, Grisu, reagiert auf fremde Menschen in den meisten Situationen neutral. Sie interessieren ihn nicht, stören ihn aber auch nicht. Versucht aber ein fremder Mensch ihn zu streicheln, weicht er aus. Auf Spielaufforderung/locken mit Futter reagiert er bei fremden Menschen mittlerweile auch nicht mehr. Man könnte ja nun argumentieren, Hunde leben eng mit Menschen zusammen, brauchen den Kontakt (z.B. zwei Hunde alleine Zuhause warten halt auch nur auf ihren Besitzer und können so auch nicht länger alleine bleiben (nur ein oft gelesener Satz, nicht unbedingt meine Meinung). Ich könnte nun mit deinen Argumenten sagen: Grisu will und braucht Menschenkontakte, wenn er ausweicht, na dann muss Mensch halt schneller werden, ihn trotzdem noch zu erwischen. Na ja, er schaut sehr gequält, wenn er gestreichelt wird und sich dem nicht entziehen kann, aber innerlich jubelt er und mit dem Stress muss er halt umgehen lernen…
Ganz ehrlich, es ist für mich nichts anderes. Lucy findet Menschen toll, auch Wildfremde, spielt und schmust. Mit fremden Hunden kann sie dagegen wenig anfangen. Bei Grisu ist es eben umgekehrt.
Auch das Argument „Menschen sind ja auch nicht normal wenn sie keinen Kontakt haben wollen mit anderen Menschen“ fiel hier im Thread. Nun, auch Menschen haben unterschiedliche Individualdistanzen und brauchen unterschiedlich lange, um Freundschaften zu schließen. Bei Lucy habe ich den Eindruck, sie sieht es ungefähr so (in Menschensicht): ein fremder Mensch sieht dich, rennt auf die zu, umarmt dich heftig und fragt, was du denn heute noch so vor hast (man stelle sich das tatsächlich mal vor). Oder ein fremder Mensch reißt dir plötzlich die Brille von der Nase, tanzt vor dir her und ruft „fang mich doch“. Und dein Therapeut erzählt dir dann, hey, fremde Menschen sind toll, freu dich doch über die Kontakte…
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Aber die müssen ja auch irgendwann mal neu gewesen sein.
Ja. Man kann Lucy an andere Hunde gewöhnen und irgendwann klappt es dann auch. Es dauert nur.