Beiträge von Lucy_Lou

    Hm, ich frage mich auch, was genau du mit aggressiv meinst?!

    Ich versuche mal eine Antwort: Lucy hat mit 10-12 Monaten angefangen, aufdringlichen fremden Hunden auch mal die Zähne zu zeigen. Vorher war es reines ausweichen/beschwichtigen bei bestimmten Hunden. Aggressiv würde ich ihr Verhalten aber nicht nennen. Sie hat nur angefangen, sehr viel deutlicher Grenzen zu setzen. Oder anders ausgedrückt: sie hat festgestellt, dass auch Drohen/Zurechtweisen eine mögliche Option ist.

    Grisu hat sich mit etwa 10 Monaten das erste mal mit einem anderen Rüden gezofft. Er ist definitiv nicht aggressiv, je nach Hund kann es aber zu Auseinandersetzungen kommen. Dann mit etwa 12 Monaten hatte er für einige Wochen eine Phase, in der er meinte, Lucy und Futter gegen andere Hunde verteidigen zu müssen. Mittlerweile ist er 19 Monate und schon wesentlich gelassener und souveräner geworden. Auch insgesamt mit fremden Rüden wieder deutlich verträglicher.

    Ich denke, viele Hunde testen mit dem Erwachsenwerden neue Strategien aus, schauen, wo ihr Platz ist und was für Möglichkeiten zu agieren sie haben.

    Meine Beiden sind (leider) Kälteliebhaber. Vor allem Lucy wird erst unter 10 Grad so wirklich aktiv :/ . Ich gehe daher im Winter meist länger als im Sommer. Wenn ich erstmal unterwegs bin, stört mich Regen oder Minusgrade dann aber auch nicht mehr :^^:

    Meine Beiden laufen fast nur frei. Falls wir mal in der Stadt oder in einem belebteren Ort sind, sind sie an der Leine. Gibt ja auch Menschen, die Angst vor Hunden haben. Grisu kommt auch an die Leine, wenn uns ein Hund begegnet, zu dem er keinen Kontakt haben darf. Er ist zwar mittlerweile endlich abrufbar und bleibt bei mir, aber er ist nur am hibbeln und fiepen und lässt den anderen Hund nicht aus den Augen. An der Leine weiß er, es gibt keinen Kontakt, da verhält er sich gesitteter...
    Freilauf finde ich trotzdem nicht sooo wichtig. Auch an der Schleppleine sind viele Spiele und Übungen möglich und weiter entfernen soll sich der Hund ja eh nicht. Wenn Freilauf und Spiel mit Mensch/anderen Hunden einigermaßen regelmäßig in sicherem Gelände ermöglicht wird, ist der Hund sicher ansonsten auch an der Schlepp glücklich.
    Ich genieße es dennoch, die Hunde frei laufen lassen zu können und mich (weitestgehend) auf sie verlassen zu können. Mehr für mich, als für die Hunde.

    Mir gingen beim Lesen auch noch ein paar Sachen durch den Kopf, ob es hilfreich ist, weiß ich nicht.

    Wie reagiert Missy hierauf: Du gehst draußen auf einen fremden Menschen zu, sagst freundlich Hallo und fragst nach der Uhrzeit. Stellt sie sich dann dazwischen? Falls sie den anderen Menschen schon als "Feind" eingestuft hat, hört sie dann auf zu bellen, wenn du dem anderen Menschen freundlich gegenüber trittst? Falls sie sich an deiner Reaktion orientiert, könnte das ein Lösungsansatz sein. Wenn sie sich überhaupt nicht an deiner Einschätzung der Situation und des Fremden orientiert, liegt euer Problem wohl eher etwas tiefer.

    Ein anderer Ansatz wäre, das Auftauchen des fremden Menschen zu clickern (oder positives Markerwort). Mensch taucht auf = sofort Click und Leckerlie. Egal, was Missys erste Reaktion ist. Ziel ist, dass Missy das Auftauchen der Menschen positiver warnimmt und sich automatisch freiwillig zu dir umdreht.

    Was ich auch probieren würde: Hund an die Schleppleine und in der Nähe eines gut frequentierten Weges auf einer Wiese mit ihr spielen/üben/ruhen. Bis zu welcher Entfernung ignoriert sie denn Menschen? Die Schleppleine ermöglicht, dass du kein Fuß-Kommando geben musst und dich ganz allgemein nicht anders verhalten musst, wenn Menschen auftauchen. Du kannst versuchen, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, sie loben für von dir erwünschtes Verhalten, kritisieren für falsches Verhalten und eben spielen/üben/ruhen, was auch immer. Das aber nicht in Abhängigkeit vom Auftauchen von Menschen. Bellt sie Menschen an, gibt es ein Abbruchkommando und eine Alternative. Ins Fuß rufen oder abrufen würde ich nicht. Eher sehen, dass die Schleppleine nicht gespannt wird und sie ansprechbar bleibt. Ich weiß nicht, ob ich verständlich machen konnte, was ich meine :???:

    Ich hab hier auch so 2 Kandidaten... Lucy ist eher unsicher, pöbelt nicht, braucht aber je nach Verhalten und Größe des entgegenkommenden Hundes einen Mindestabstand, um wirklich entspannt zu bleiben. Grisu dagegen neigt dazu, zurück zu stänkern, wenn er sich blöd angemacht fühlt. Er ist aber eigentlich, im Gegensatz zu Lucy, total verträglich.
    Mein Notfallplan, wenn der andere Hund sehr plötzlich direkt vor uns auftaucht und sofort lospöbelt: wenn möglich umdrehen oder Bogen laufen. Geht das nicht, möglichst schnell erfassen, welcher Hund eher meine Aufmerksamkeit braucht, meist derjenige, der auf der Seite des entgegen kommenden Hundes läuft (meine laufen meist einer rechts, einer links von mir). Grisu bekommt einen Anranzer, wenn er zurück pöbelt, da verstehe ich mittlerweile keinen Spaß mehr. Lucy wird mit Futter vollgestopft, so dass ihre Aufmerksamkeit bei mir bleibt und sie entspannt. Bei Beiden reicht es mittlerweile meist, wenn sie merken, ich bin mit meiner Aufmerksamkeit ganz bei ihnen. Wenn ich also im richtigen Moment anspreche und im Ansatz korrigiere.
    Ich würde meine Methode immer vom Hund abhängig machen. Es ist für mich ein Unterschied, ob der Hund aus Unsicherheit so reagiert, oder ob er nur einen auf dicke Hose macht...
    Wenn der Weg breit genug ist, ist Lucy mit Leckerlie auf dem Boden suchen lassen auch gut zu entspannen. Vor allem wirkt sie auf den anderen Hund dadurch nicht provozierend. Bei Grisu nutze ich, wenn ich nichts mehr geht, auch ab und an ein Sitz-Kommando mit Blickkontakt. Meist wird der andere Hund dadurch ja auch ruhiger, wenn meine zumindest nicht zurück provozieren.
    Und ganz viel üben natürlich... Blickkontakt auf Kommando, Seitenwechsel hinter meinem Rücken auf Kommando.

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    Hunde, die mir 'auf den ersten Blick' sympathisch sind, sind z. B. belgische Schaeferhunde, Hovawarts, Retriever, Labradore und auch Huskys und Australian Shepherds.

    Golden und Labrador Retriever sollten über keinen Wachtrieb verfügen. Eher der Typ Hund, der spätestens für ein Stück Fleischwurst, dem Einbrecher noch die Taschenlampe hält... Abgesehen davon, hat auch kaum jemand Respekt vor ihnen. Sie haben halt das Image des immer fröhlichen, freundlichen Menschenfreundes, abschreckend wirken sie sicherlich nicht.

    Huskys haben meist heftigen Jagdtrieb und agieren sehr selbständig. Da ist die Warscheinlichkeit, dass es ein Streuner und Jäger wird, sehr groß.

    Belgische Schäferhunde, hm, Malinois würde ich eher nicht sagen, dass sind extreme Powerpakete, denen ein wenig mitlaufen auf dem Hof und ab und ab mal bellen, kaum reichen wird. Wie es mit anderen Schäferhundrassen aussieht, weiß ich nicht.

    Der Australian Shepherd könnte passen, wenn er wirklich was zu tun bekommt. Eigentlich ähnlich wie der Malinois: einfach nur dabei sein, reicht nicht. Er hat zwar Wachtrieb, braucht aber unbedingt Auslastung und Kopfarbeit. Auch beim Aussie sehe ich das Problem, dass er rein vom Äußeren her nicht wirklich abschreckend wirkt.


    Mein Tip wäre Berner oder Großer Schweizer Sennenhund, vielleicht auch ein Leonberger. Hovawart könnte auch passen, die sind dann aber eher wieder was anspruchsvoller.

    Es ist ein längeres Interview. Mal ein Zitat: "Das Leinenzerren ist nur ein Ausdruck dessen, was unterschwellig in der gesamten Mensch-Hund-Beziehung im Argen liegt. Hier käme es darauf an, die Beziehung zu analysieren, zu überdenken, neu zu definieren, und entsprechend anders auszurichten. "Autoritäts-Akzeptanz" ist nur einer der Faktoren, aber sicher ein sehr wichtiger."
    Zur Frage nach den Ursachen der Leinenführigkeit: "Mängel in der Bindung, in der Rangordnung, vererbte oder erworbene psychische Defekte, in der Zuwendung, Vermenschlichung."

    Quelle: "Der Hund" Nr.12 2008, Interview mit Prof. Ekard Lind

    Ich habe es auch gelesen und ich finde es auch nicht ganz nachvollziehbar. Für mich ist es eher eine reine Lernsache. Z.B. Welpi zieht irgendwohin, Mensch denkt sich "prima, er will zum Grünsteifen, hoffentlich macht er da auch und nicht wieder in die Wohnung" oder Welpi zieht irgendwohin und Mensch denkt sich "wie süß, der hat Interesse an xy" oder Hund zieht zwar, aber Mensch hat es eilig, also lässt er mal Fünfe gerade sein und es durchgehen. Hund verknüpft in jedem Fall: Zug = ich komme da an, wo ich hin will. Mag sich nicht immer angenehm anfühlen, aber ich komme da an, wo ich hin will. Tatsächlich könnte man dem Hund in einigen Fällen auch genausogut eine Leckerlie fürs Ziehen geben...

    Ein anderer Punkt, der mir oft die Nackenhaare zu Berge stehen lässt: ich sehe so oft Menschen, die sich von ihrem Hund durch die Gegend ziehen lassen, irgendwann kommt dann ein geschnauztes "Fuß" und zeitgleich ein Ruck... Was um alles in der Welt soll der Hund denn da verknüpfen und lernen können??? Das ist ein weiterer Punkt, warum ich denke, es hapert bei vielen an der Leinenführigkeit: dem Hund ist ordentlich an der Leine laufen nicht in die Wiege gelegt, es ist kein "natürliches" Verhalten und Mensch schafft es nicht, dem Hund zu verdeutlichen, was das erwünschte Verhalten ist

    Ein weiterer Punkt: auf Druck (Zug in dem Fall) erfolgt Gegendruck. Ich habe mal einen Artikel zur Ausbildung von Blindenführhunden gelesen. Um ihnen beizubringen, vor einem Hindernis zu halten, schiebt man sie an, wenn sie kurz davor sind. Automatisch bleiben sie stehen und stemmen sich dagegen. An der Leine der umgekehrte Fall. Der Hund will irgendwohin, fühlt einen Widerstand und zieht daraufhin eben stärker.

    Die Bindung wäre ungefähr der Punkt, an dem ich die Leinenführigkeit am wenigsten festmachen würde...

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    Hallo,
    - Wie lange dauert es so in der Regel einen Welpen stubenrein zu bekommen?

    Die Frage ist, was versteht man unter stubenrein? Meine Hündin ist mit 8 Wochen eigentlich stubenrein gewesen, in dem Sinne, dass sie sich gemeldet hat. Einhalten konnte sie nicht. Habe ich sie nicht sofort raus gesetzt, ging es halt in die Wohnung. Bei meinem Rüden waren wir erst mit etwa 4 Monaten an dem Punkt :roll: . Ein Hund kann ganz langsam immer längere Zeit am Stück einhalten. Hilfreich ist es, wenn der Hund verstanden hat, dass eigentlich draußen seine Toilette ist, sonst hast du nicht viel vom einhalten-können. Man sagt, so ab etwa 4 Monaten kann der Hund auch mal 1-2 Stunden einhalten. Ab etwa 6 Monaten 3-4 Stunden. Das ist aber auch individuell vom Hund abhängig


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    - Wie lange kann man so einen Hund "alleine" in der Wohnung lassen? Also wenn er dann stubenrein ist.

    Hängt vom Hund ab. Meine Hündin würde ich regelmäßig maximal 4 Stunden alleine lassen, mein Rüde steckt das leichter weg. Hunde sind Rudeltiere und im Allgemeinen äußerst ungern allein. Ich würde es daher auf ein Minimum beschränken. Bei mir wäre die absolute Obergrenze 6 Stunden.


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    - Wie ist das mit der Hundesteuer? Wo bekommt man da Informationen und wieviel würde denn ein kleiner Hund da kosten?

    Bei meiner Gemeinde gibt es keine Unterschiede bezüglich der Hundegröße. Da hilft nur nachfragen

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    - Was für Erfahrungen habt ihr mit Arztkosten? Was kommt da auf mich zu?

    Kommt drauf an, wie gesund dein Hund sein wird :^^:
    Wenn du knapp bei Kasse bist, ist eine entsprechende Versicherung oder Rücklagen bilden auf jeden Fall sinnvoll

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    - Und wieviel Futter- bzw. Verpflegungskosten fallen so in etwa z.b. in der Woche an?

    Willst du Billigfutter geben, barfen, hochwertiges Hundefutter? Sonstige Kosten hängen auch ganz von dir ab. Hundeschule, Knabberkram, Spielzeug, Leinen, Hundebücher...

    An sonstigen Tips: such dir einen Hundesitter für den Notfall. z.B. wenn du mal in Urlaub bist oder im Krankenhaus oder sehr lange arbeiten musst.
    Ein Hund bedeutet viel Freude, aber auch viel Arbeit.
    Ein Hund erzieht sich nicht von allein. Klingt blöd und pauschal, aber es gibt vieles, mit dem man vorher nicht rechnet. Leinenführigkeit, ankläffen von Joggern, Jagdtrieb, Pubertät, Hände zerkauen, Passanten anspringen, Tapete von der Wand holen, Angst vorm Autofahren u.s.w.
    Auch sind nicht alle Mitmenschen so angetan von dem kleinen Liebling, wie man selbst (ich kann das bei meinen Beiden auch nicht wirklich nachvollziehen ;D ). Es gibt schon Einschränkungen und zum Teil auch Anfeindungen.
    Es gibt Tage, da ist man müde von der Arbeit, es nieselt und wird schon dunkel, aber der Hund hat den ganzen Tag nichts weiter zu tun gehabt, als auf dich zu warten und möchte doch gerne noch mindestens 2 Stunden draußen beschäftigt werden. Genauso morgens: stehst du freiwillig auch im Winter eine Stunde früher auf, um den Hund auszulasten, bevor er alleine bleiben muss?
    Wie willst du es regeln, wenn du arbeiten gehst und noch weniger Zeit hast? Wo bleibt der Hund, neben 40 Stunden Woche, Haushalt, einkaufen, Freunde treffen?