Ich bin da auch sehr hin und her gerissen... Dem Hund werden alle Möglichkeiten außer dem gewünschten Verhalten "verleidet", so lernt er das Kommando. Man sagt durch das knurren: so nicht, dann kann er eine andere Verhaltensweise zeigen. Wählt er nicht das Gewünschte, gibt es Ärger. Wobei es so kleinschrittig aufgebaut werden sollte, dass der Hund tatsächlich die Möglichkeit hat, das richtige zu wählen. Ich denke, Anne Krüger kann Hunde sehr gut lesen und reagiert auch schnell genung mit der passenden Körpersprache, so dass die Hunde eine sehr klare Kommunikation haben und immer wissen, woran sie sind.
Wie oft sieht man Menschen, die "Fuß" in dem Moment rufen (brüllen), in dem sie ihren Hund an der Leine zurück reißen, nachdem sie sich 5 Minuten haben durch die Gegend schleifen lassen. Man sieht in den Fällen auch, wie groß der Lerneffekt ist
. Sie warnt und gibt dem Hund damit die Chance, sein Verhalten anzupassen. Außerdem baut sie die Übungen so auf, dass der Hund leicht von selbst drauf kommt, was man von ihm will. Was ich ebenfalls sehr positiv finde: alle Kommandos werden absolut ruhig und freundlich gegeben. Nie laut, nie streng. Hört der Hund nicht --> Warnlaut. Das Kommando bleibt als "freundliche Einladung".
So weit die Theorie, die für mich recht gut klingt.
Die Praxis: der Hund muss von Anfang wissen, dass auf gelb rot folgt. Damit wird ein Gewalt-anwenden weitestgehend vermieden, da der Hund weiß, dass Gewalt kommen wird, wenn er auf gelb nicht reagiert.
Einerseits sehe ich langsam, wie dieses Ampelsystem funktioniert und vom Menschen richtig angewendet, ist es sicherlich eine sehr klare Kommunikation mit dem Hund, die schnell ohne physische Gewalt auskommt. Falls Mensch es richtig anwendet...
Aber selbst wenn richtig angewendet, behagt es mir nicht zum Aufbau eines Kommandos. Aufbau der Leinenführigkeit z.B., indem man den Hund erschreckt und weg scheucht, ihm anschließend "den sicheren Hafen" anbietet. Ziehen = der Himmel fällt dir auf den Kopf, bei mir sein = gut. Oder Platz: man übt Druck um Schulterbereich aus, der Hund weicht dem unangenehmen Gefühl aus --> Platz. Dann lernt er, wenn er sich auf das Wort-Kommando "Platz" sofort hin legt, umgeht er das unangenehme Gefühl. Und jedes Kommando wird so aufgebaut. Es wird nicht in Erwägung gezogen, dass der Hund den Aufbau auch positiv lernen könnte. Sie selbst schreibt: "durch das abstellen der Störung findet der Hund zur richtigen Lösung". Klingt für mich, als könnte der Satz auch von irgendeinem annodazumal SV-Platz stammen (ohne damit jetzt jemanden angreifen zu wollen).
Das Prinzip ist: alles ist unangenehm, außer das geforderte. In dem Zusammenhang klingt ihr: Hund strebt nach Harmonie / Hund tut es für mich, in meinen Ohren etwas lächerlich. Zumal der Hund ja bis er zuverlässig hört nur an der Leine bleibt, so dass er sich den Sanktionen auch nicht entziehen kann...
Andererseits bleibt da immer noch die klare, verlässliche Kommunikation mit dem Hund und der Umstand, dass der erwachsene erzogene Hund sicher sehr gut mit dem System leben kann. Es führt sicherlich zu einer sehr hohen Verlässlichkeit in beide Richtungen (Hund <--> Halter). Von einem feinfühligen Menschen durchdacht aufgebaut sicher auch nicht zu einem Vertrauensverlust des Hundes in den Halter, vielleicht sogar eher im Gegenteil.
hatte den Link noch abgespeichert.
Wen`s interessiert:
http://www.3sat.de/dynamic/webtv/…3_schaeferin.rm
Da sieht man das schon angesprochene Prinzip des Knurrens bei dem Welpen