Beiträge von Lucy_Lou

    Wenn du und dein Hund damit klar kommen, würde ich es dabei belassen. Wobei ich mich frage, was dein Hund da verknüpft hat, wenn er zubeisst und dann selbsttätig aus dem Zimmer rennt. Klingt nicht so, als hätte er wirklich verstanden, worum es geht, sondern sich nur die Abfolge eingeprägt :???:

    Ich persönlich würde entweder ignorieren oder zurecht weisen. Das Problem ist die Umsetzung. Ignorieren bedeutet, den Hund tatsächlich überhaupt nicht mehr zu beachten. Beispiel: der Hund zwickt zu doll, du quietscht auf und stehst auf/drehst dich weg. Welpe findet das total doof, es war doch grad so lustig... Also setzt er nach, unter Umständen heftiger, um Mensch doch noch zu animieren. Mensch sagt Nein, schubst ihn weg oder guckt ihn böse an, und schon hat es sich was mit ignorieren. Ignorieren heißt weder ansehen, noch berühren, noch sonst in irgendeiner Weise mit ihm kommunizieren. Sobald der Welpe dann aber ruhig wird/sich zurück nimmt/setzt, was auch immer, muss man sofort umschalten und den Kontakt wieder aufnehmen. So lernt er den Unterschied.

    Zurechtweisen wäre z.B. ein geknurrtes "Hey" oder ähnliches mit entsprechender Körpersprache + kurzes Fixieren (mit Blicken!!!), dann sofort wegdrehen. Das setzt voraus, dass du es wirklich überzeugend hin bekommst. Ansonsten schlägt die Wirkung eher ins Gegenteil um...

    Ich sehe bei dieser Methode auch mehr Möglichkeiten, etwas falsch zu machen, so dass der Hund dauerhaft verstört wird, als beim clickern.

    Ein Beispiel aus dem Buch ist der Aufbau des heran kommens bei einem Welpen (!). Dort steht, man übt es, wenn der Welpe das erste mal an der Leine ist. Er wird sich wehren, da es ungewohnt ist und daran zerren/sich befreien wollen. Der Trainer soll dann laut A. Krüger einen Ruck an der Leine nach unten geben, zum aufschrecken, begleitet von knurren. Der Welpe wird noch mehr versuchen zu entkommen (immer noch laut Frau Krüger), merkt aber irgendwann, er kommt nicht weg (Mensch hockt während dessen da und knurrt) und wird die Flucht nach vorne probieren. Daraufhin kommt der freundliche Tonfall und das Lob. Wie ich schon schrieb: der Lerneffekt wird wohl sein, es passiert was Schlimmes, wenn du weg bist von mir, bei mir ist es gut und sicher. Und alle Übungen werden ähnlich aufgebaut. Am Anfang steht ein Druck (psychische und physische Gewalt könnte man auch sagen) und der Hund soll lernen, wie er diesem entkommen kann. Wenn Übungen so aufgebaut werden, wird der Hund natürlich sehr genau darauf achten, was sein Besitzer von ihm will. Das Kommando an sich, das Befolgen ist ja dann auch ruhig, freundlich, positiv. Die Unaufmerksamkeit und das nicht-hören hat so harte Konsequenzen, wie es beim einzelnen Hund eben nötig ist.

    bbina: elementar ist, dass dein Hund sich immer an der Leine befindet (erst an der kurzen, dann an der Schleppleine), bis er zuverlässig hört. So kommst du nie in die Verlegenheit, deinem Hund nicht klar machen zu können, wie unangenehm es ist, wenn er nicht reagiert.

    Rot ist, was immer der Hund als rot ansieht. Bei sensiblen Hunden weniger, bei anderen mehr.

    Das System an sich (warnen, Kommandos immer freundlich geben, ganz klare Kommunikation etc.) finde ich gut. Aber was mir überhaupt nicht behagt, ist der Aufbau rein über Meideverhalten. Ich finde es doch stark beschönigend, vom angeborenen Harmoniebedürfnis des Hundes zu sprechen, wenn dieser mit massiver Einwirkung rechnen muss, falls er sich nicht fügt und auch keinerlei Chance hat, dem zu entkommen. Auf dem Klappentext des Buches steht "...Harmonilogie heißt auch, dass der Hund sich aus freien Stücken zwischen Harmonie und Disharmonie entscheiden kann..." Na ja...

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    Das würde ich so nicht unterschreiben. Blaue Augen sind sehr wohl Vererbung, deren Erbinformation auf der DNA gespeichert ist und eine Ausprägungsform ist. Letztlich ist alles was Vererbbar ist (also keine Erziehung oder durch Umwelteinflüsse und damit durch Verknüpfungen im Hirn entstehende) auf der DNA in irgendeiner Form abgespeichert.

    Ich verstehe nicht ganz, was deine Antwort mit meiner Aussage zu tun hat :???:

    Was ich sagen wollte ist, dass beim Menschen und ich vermute auch beim Hund (lasse mich da aber gerne belehren) in den Mitochondrien nur wenige Gene vorhanden sind, die außerdem ausschließlich für die Replikation/Arbeit der Mitochondrien (-DNS) selbst nötig sind. Sie haben keinerlei Einfluss auf das Verhalten oder das Aussehen des Menschen/Hundes. Falls du da andere Untersuchungen kennst, ich lerne gerne dazu.

    Du hast aber recht, das geht etwas am eigentlichen Thema vorbei...

    Meine Antwort bezog sich darauf

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    Diese DNA ist ein zweireihiger Strang, wie ein Reissverschluss. Bei der Paarung kommt ein Strang von der Mama, und ein Strang vom Papa. Also praktisch wie wenn du zwei verschieden Jacken zusammen bauen würdest.


    Du bekommst einen Chromosomensatz vom Vater, einen fast identischen von der Mutter. Du hast dann quasi jedes Chromosom doppelt, eben einmal vom Vater, einmal von der Mutter. So besser?

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    Auf der DNA (ich erspare euch mal das Wort wofür das steht *grins*) sind die Erbinformationen gespeichert. Diese DNA ist ein zweireihiger Strang, wie ein Reissverschluss. Bei der Paarung kommt ein Strang von der Mama, und ein Strang vom Papa. Also praktisch wie wenn du zwei verschieden Jacken zusammen bauen würdest.

    Dies ist falsch. Hund hat einen diploiden Chromosomensatz. Man bekommt einen Doppelstrang vom Vater, einen (weitestgehend identischen) von der Mutter.

    Das mit dem "Gene überwiegen" finde ich auch sehr unglücklich ausgedrückt. In einem hochkomplexen System wird die Expression der Gene auf verschiedenen Ebenen gesteuert. Es kommt darauf an, welche Gene überhaupt "abgelesen" werden, so dass z.B. Proteine daraus entstehen und wie diese Proteine mit anderen Komponenten in der Zelle zusammen arbeiten.


    Die Mitochondrien-DNS steuert meines Wissens nur Dinge bezüglich der Mitochondrien, hat also weder was mit Phänotyp noch mit Verhalten zu tun. Ist damit in dem Zusammenhang gegenstandslos.

    Die Hälfte der Erbinformation kommt vom Vater, die Hälfte von der Mutter. Aber es ist ja nicht jedes Gen für eine bestimmte Eigenschaft zuständig und auch sind nicht alle Gene gleich "wichtig". Einige steuern grundlegende Eigenschaften mit, andere mehr die Feinheiten innerhalb dieser grundlegenden Eigenschaften. Auch wirken die Gene in Gemeinschaft mit anderen Genen und werden in ihrer Ausprägung auch durch Umwelt beeinflusst. Ein Gen = ein bestimmtes Charaktermerkmal kann man also überhaupt nicht sagen. Vielmehr werden bestimmte Grundveranlagungen genetisch mitgebracht, also ein Pool von Möglichkeiten. Auch sind einige Genprodukte "stärker" als andere oder verhindern, dass andere Gene überhaupt expremiert werden. Da alles miteinander verzahnt und sehr komplex ist, ist es uns Menschen noch nicht möglich, zu sagen, wenn eine bestimmte Genkombination zu einem bestimmten Phänotyp führt, hat der Hund auf jeden Fall auch die und die Charakterzüge mit bekommen.

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    Und auch ich merke, dass sie ihre Hunde nicht kontrollieren können. Aber nachdem ich sie einmal wütend angefaucht habe, und meinen allergenervtesten Blick auf gesetzt habe, können sie es! :mg: Ich glaube, ihr seid einfach zu nett.

    wenn es Hund egal ist, was Besitzer sagt, nützt anfauchen des Besitzers auch nicht mehr viel...


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    Öhm .. weil er sonst nüscht hat? Was hat denn ein Hund sonst? Einfach der Abwechslung halber. Um sich mal hündisch zu unterhalten. Sich auseinanderzusetzen, den Grips anzustrengen, außerhalb der Reichweite von Suchspielen, Tricks üben oder Dummywerfen.
    Und wieso nie wieder? Die Gassirunden, die man täglich läuft, ändern sich ja nu nich so häufig. Ich treff sehr oft die gleichen.

    Wer sagt, dass der Hund (meiner in dem Fall) keine Kontakte hat? Diejenigen, die wir häufig treffen, da hat sie auch Kontakt. Genauso gehen wir häufig mit anderen Hundehaltern spazieren.

    Ich kann mir vorstellen, es hängt auch viel mit Wohnsituation zusammen. Wir begegnen hier vielleicht (ohne Absprache) 3-5 Hunden in der Woche, davon ist etwa die Hälfte unbekannt. Hundebegnungen nehmen hier sicherlich für alle Beteiligten einen ganz anderen Stellenwert ein. Wenn dann noch ein guter Teil der fremden Hunde sehr rüpelig ist oder keifend in der Leine hängt... Grisu denkt sich, schade, aber der nächste Hund ist bestimmt wieder ein Netter, Lucy dagegen hat so gelernt, fremden Hunden erstmal mit Mißtrauen zu begegnen.

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    Ich denke, jeder Hund hat Interesse an anderen Artgenossen. Jacky trifft z.B. öfter mal auf ältere, die einfach nur steif dastehen, und sich beschnüffeln lassen. Oder der Form halber ein empörtes Kläffen zum besten geben. Trotzdem merke ich diesen Hunden an, dass sie interessiert sind, und erfreut sind über die Begegnung. Wie alte Menschen, die sich nicht mehr so richtig artikulieren können, körpersprachlich, mimisch und akustisch. Trotzdem merkt man ihnen an, dass sie die Begegnung brauchen.

    interessante Interpretation. Hund zeigt zwar deutlich Desinteresse und Missfallen, aber innerlich jubelt er bestimmt :???:

    Und hat wirklich jeder Hund Interesse an fremden Artgenossen? Ich finde die Frage ganz ernsthaft interessant. Wenn ich an Dahab denke, da scheint es eher so zu sein, dass die Strassenhunde in festen Grüppchen oder alleine laufen und "Fremden" aus dem Weg gehen oder ignorieren. Ist für mich, die ich nur einen kleinen Einblick bekomme, aber schwer zu sagen, ob es wirklich so ist. Im Wolfsrudel dürfte klar sein, dass fremde Wölfe sicher nicht ignoriert werden, das Interesse ist aber eher nicht positiv. Während der Domestikation leb(t)en Hunde ja auch in festen Verbänden. Das Phänomen des spazieren gehens und alle paar Meter trifft man in Ballungsgebieten auf einen anderen Hund, dürfte kaum ein paar Jahrzehnte alt sein.
    Fakt ist, der Hund nimmt andere Lebewesen wahr, versucht sie einzuschätzen und entwickelt eine bestimmte Erwartungshaltung. Katze = lustiges Jagdspiel, Männer mit Hüten = potentielle Gefahr, Schäferhund = aggressiv. Nur platte Beispiele. Der Hund macht eine Reihe von Erfahrungen und ordnet so Entgegenkommende ein. Z.B. habe ich mir nie träumen lassen, wie viele Hunde unsicher auf (bestimmte) Menschen reagieren. In meiner Vorstellung (bevor ich mich in Foren herum trieb :D ), habe ich mir nicht vorstellen können, dass Hunde auf Menschen beim Spaziergang anders als positiv oder neutral reagieren könnten. Außer sie sind mal extrem gequält worden oder so. Bei Begegnungen mit fremden Hunden sehen meine Erfahrungen anders aus, obwohl Lucy der erste meiner Hunde ist, der unsicher reagiert. Aber generell sehe ich hier bei Hundebegegnungen oft sehr viel Spannung. Was ich damit sagen will, man selbst beurteilt ja auch auf Grund seiner bisherigen Erfahrungen. Wie ich oben schon schrieb, je nach Wohnsituation sehen die sicherlich anders aus.

    Bezogen hierauf:

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    Stress bedeutet es nur dann, wenn einer der beiden, oder beide nicht sozialisiert ist.
    Es bringt insofern was, dass der Hund die Situation kennenlernt, und lernt, mit ihr umzugehen.

    Ich habe versucht, was ich konnte (ich fühle mich da jetzt mal persönlich angegriffen :p ). Ich war in der Welpenstunde, Junghundekurs, habe mich anderen Hundebesitzern aus dem Ort angeschlossen... Lucys Verhalten mit 3-5 Monaten sah so aus: ein anderer Hund tauchte auf, Lucy interessierte es nicht. Sie begrüßte den zugehörigen Menschen oder lief wahlweise Fuß ohne Leine nur mich anschauend dran vorbei. Es gab Kommentare von "Wow, in dem Alter, wie schaffen sie das??" bis "der Hund ist nicht normal!". Dann hatte sie mit 4/5 Monaten ein unschönes Erlebnis, ihr Desinteresse ging in Richtung Angst/Mißtrauen, aber rein defensiv. Ich habe mich daraufhin in Hundeforen angemeldet, um mehr Kontakte zu bekommen und bin mindestens einmal die Woche mit ihr nach Bonn/Köln gefahren (immerhin fast eine Stunde Fahrt pro Strecke), damit sie mehr Hunde zu Gesicht bekommt. Trotz keiner weiteren negativen Erfahrungen sah sie fremde Hunde nicht positiver und auch nicht interessanter.

    Aber wenn man so wohnt, an der Rheinauen in Bonn z.B., da trifft man zur richtigen Zeit alle paar Meter auf andere Hunde, die Hunde begrüßen sich, brummeln sich auch mal an oder spielen, alles relaxt. Würde ich da wohnen, hätte ich vielleicht die gleiche Einstellung, wie du =)

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    Im Normalfall regelt der Hund bei einer Begegnung mit einem Artgenossen ja nichts, sondern nimmt einfach nur Kontakt auf, und lernt ihn kennen.
    Warum ist es denn schlecht, wenn Hundchen lernt, mit einer Situation alleine fertig zu werden? Nennt man sowas nicht auch "Sozialverhalten lernen"?

    Und warum muss ein Hund fremde Hunde kennen lernen, die er vermutlich nie wieder sieht? Und was ist mit Hunden, die keinerlei Interesse daran haben, sollten die zu ihrem "Glück" gezwungen werden? Wenn auch ein freundlich schnüffelnder Hund lästig ist oder Stress bedeutet? Wem bringt das was?

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    Meiner auch. "Angreifen" tut meiner deswegen trotzdem nicht. Mann muss ein negatives Erlebnis nicht gleich zu nem gewaltigen Knacks ausbauen. ;)

    Ja, Grisu ist auch schon einige Male ordentlich zurecht gestaucht worden, seiner Liebe zu anderen Hunden tat das keinen Abbruch. Bei Lucy sieht es anders aus. Man kann nicht alle Hunde über einen Kamm scheeren.


    Zum Thema: Was ich bei Lucy mache: In dem Moment, in dem Lucy den fremden Hund sieht, bekommt sie Salami reingestopft. Die bekommt sie sonst nie. Wir machen das jetzt seit etwa 3 Wochen (und hatten vielleicht 5 übungsrelevante Hundebegegnungen in der Zeit), aber es zeigt schon Wirkung. Lucy sieht fremden Hund und schaut mich freudig an :^^: . Wir hatten sogar einen sehr neutralen Schnupperkontakt vor ein paar Tagen. Heute sind dann blöderweise zwei sehr große Hunde auf uns zugeschossen und Lucy bekam eine Bürste und knurrte. Blöd gelaufen... Generell reagiert aber schon deutlich positiver auf den Anblick fremder Hunde. Dazu versuche ich auszuweichen, falls möglich. Wenn ich weiß, der andere Hund ist einer, mit dem Lucy sehr wahrscheinlich nicht kann (selbst unsicher und groß oder rüpelig verspielt) bitte ich um anleinen und weiche ansonsten tatsächlich so aus, dass der andere Hundehalter kaum mehr die Möglichkeit hat, seinen Hund nicht einzufangen (wie beschrieben). Wenn nichts mehr geht (Kontakt unvermeidlich), je nach Situation: Denke ich, es könnte gut gehen, teile ich das Lucy mit und gebe sie frei. Denke ich das nicht, versuche ich den anderen Hund abzuwehren (bzw. schicke Grisu los, den Hund zu beschäftigen :p ).

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    Kann ich den Hund dazu bewegen, dass er das Katzenklo benutzt (zusätzlich, wenn mal keiner da ist)?

    Falls du es kannst, nicht übers Wochende und nicht bei einem so jungen Hund. Ein Hund muss zumindest einigermaßen seine Blase kontrollieren können, um es zumindest noch bis zum Katzenklo zu schaffen. Der Normalfall ist: Hund merkt mitten im Spiel oder nach dem Schlafen oder nach dem Fressen oder wann auch immer, oh, ich muss und dann fließt es auch schon... Der Welpenbesitzer schnappt sich bestenfalls ein paar Momente vorher den Hund und trägt ihn raus ;) . Und das wird einige Wochen lang so gehen... Einhalten kann ein Welpe nicht. Also ist auch die Zeit für ihn nicht da, aufs Katzenklo zu gehen.

    Viel schwerwiegender finde ich allerdings, dass ein Welpe in der Natur ohne Rudel nicht überlebensfähig wäre und dementsprechend empfindet. Er braucht definitiv seine Familie um sich. Er könnte vor Verzweifelung nonstop jaulen und bellen, um sein Rudel zu rufen, was ihr unter Umständen auch beim erwachsenen Hund nur schwer wieder raus bekommt, ein Trauma eben. Oder alles zerstören oder depressiv werden... Aus diesem Grund, und nicht wegen des Katzenklos, würde ich mir auf keinen Fall in deiner Situation einen Welpen holen.