Beiträge von Lucy_Lou

    Mal wieder ein Update :)

    Eigentlich läuft es gut. Ich habe den Eindruck, dass meine Hunde (Grisu vor allem) sehr viel ruhiger geworden sind, an mir orientierter. Ich selbst handel auch bewusster und schau sehr genau, wie ich auf meine Hunde wirke, was ich ihnen gerade vermittel. Eigentlich wollte ich von einem positiven Sonntags-Spaziergang berichten, aber heute war dann wieder der Wurm drin :sad2: . Einige Dinge bekomme ich bei mir nicht in den Griff. Ich denke, wir haben so langsam einen Punkt erreicht, wo es vor allem an mir liegt, ob ich im entscheidenden Moment wirklich souverän bin und Sicherheit bieten kann.

    Mal von Anfang an, der Sonntag: wir waren bei einem Foren-Treff (anderes Forum), die meisten Hunde kannte Lucy aber schon. Neu war ein 11 Monate alter Dalmatiner und ein 12 Wochen alter Aussie. Lucy ließ sich problemlos "runter holen" am Anfang und war nach sehr kurzer Zeit wirklich entspannt : ). Der Dalmatiner bekam zwar einen Anschiss von ihr für am Popo schnüffeln und der Aussie-Welpe für "auf Lucy drauf hüpfen", aber alles völlig im Rahmen. Gespielt hat sie nicht, aber sie ist entspannt eigenen Interessen nachgegangen. Grisu war sehr viel aufmerksamer und führiger, als bei früheren Foren-Treffen in der Art. Gab nix zu meckern.

    Ich habe auch heraus gefunden, was Silja meinte, als sie sagte, ich soll meinen Hunden kommunizieren, ein anderer Hund ist die Aufregung nicht wert. Wir kamen an einem Menschen mit einem Freischneider oder irgendwas in der Art vorbei und Grisu stockte: ist das vielleicht eine Unterart des Bösen-Staubsaugers??? Ich sagte locker zu ihm, ist doch nur Gartenarbeit und ging einfach weiter. Wirkte auch. Bei anderen Hunden bekomme ich das leider noch nicht so hin, falls meine Hunde reagieren... Aber zumindest weiß ich jetzt, wie das Endergebnis aussehen sollte : D

    Was mir auch aufgefallen ist: wenn wir an einer Straße einem pöbelnden Hund begegnen, ist mir das egal und meinen Hunden auch. Im Wald habe ich da irgendwie ein größeres Problem mit (der Hund muss dafür nicht mal pöbeln...) und meine Hunde somit auch...

    Nun also zu unserem heutigen Spaziergang, der erste richtig blöde, seit längerer Zeit: erste Begegnung: freilaufender Hund sieht meine Hunde, wird steif, fixiert, nähert sich langsam. Halter ruft, der tut nix (nee, is klar...). Grisu wirkte nicht erfreut, Lucy eh nicht. Ich wies also daraufhin hin, dass meine Hunde den Kontakt nicht wollen. Kommentar der Besitzer: dann können die unserem Bescheid geben, der versteht das (... :datz: ). Und meine Gedanken waren sehr wohl, ok, wenn der Hund nun losstürmt, wehrst du ihn ab. Aber ich wusste nicht, wie... Ich hatte Sorge, ich schaffe es nicht, Lucy regt sich auf, Grisu verteidigt Lucy und es endet im Chaos. Also bin ich zügig in den Wald rein und habe es gelassen... Kurz danach hatte ich dann die Chance mein befürchtetes Scenario tatsächlich zu erleben... Wenige Meter vor uns tauchte ein Labrador-Rüde auf, Lucy war zu dem Zeitpunkt vor mir, Grisu hinter mir. Der Rüde sah uns und wetzte los. Mein Puls war auf 180, klare Gedanken: Fehlanzeige. Ich hechtete los und erreichte Lucy knapp nach dem Labrador-Rüden. Lucy bereits am Zähne-fletschen, Labrador wirkte leicht irritiert durch meine und Lucys Reaktion. Ich hätte ungefähr eine Sekunde Zeit gehabt, das Ganze zum Guten zu wenden, den Labrador zu schnappen und zu seinen Besitzern zu bringen. Statt dessen habe ich mich zwischen Lucy und Labrador gedrängt und Lucy zum weiter gehen aufgefordert, einen Blick zurück zu Grisu werfend. In dem Moment ging mir auf, dass das nicht beste Lösung war, aber es war zu spät. Grisu stand da, beobachtete mich, wirkte wenig erbaut, dass Lucy knurrte, von einem fremden Rüden bedrängt wurde und Frauchen war ja nun auch nicht gerade ein Ausbund an Ruhe ( :hust: ). Grisu hielt aber Abstand, er hielt sich raus. Das war der Mement, wo ich dachte, schnapp dir den Labrador, als der leider schon lossprintete und fröhlich auf Grisu drauf hopste... Im nächsten Moment war er unter einem wütenden knurrenden Grisu begraben... Ich habe es ignoriert, Lucy freundlich aufgefordert, mir zu folgen, die Halter des Labradors böse angeguckt und Grisu folgte mir dann... Das ganze passierte in maximal 5 Sekunden. Ich bekomme es nicht gebacken, in einer solchen Situation wirklich souverän, durchdacht zu reagieren. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie völlig inkompetent und konfus ich auf meine Hunde und die Halter des Labbis gewirkt haben muss. Letztlich haben meine Hunde ja nichts falsch gemacht. Hätte ich sie da ruhig, selbstbewusst durch geführt (oder den Labbi rechtzeitig eingesammelt ... ), wäre wohl nichts weiter passiert :/

    Gibt es da irgendein Mental-Training, irgendetwas sonstiges hilfreiches?

    Gründe gibt es sicher massig...
    Der zweite Hund soll helfen, den ersten auszulasten oder dass der Erste besser alleine bleiben kann.
    Der erste Hund scheint erziehungsresistent, ist auch schon was älter, man möchte einen zweiten, um es besser zu machen.
    Der erste ist 6 Monate alt, lieb und halbwegs gehorsam, man denkt und nun noch so ein knuddeliges liebes Welplein, dann kommt Ersthund leider in die Pubertät.
    Man strebt eine bestimmte Beschäftigung mit dem Hund an, die mit Ersthund nicht möglich ist.
    Ersthund ist zwar nicht wirklich erzogen, aber man nimmt es nicht so tragisch, da man eh fast nur in den Garten und auf die Hundewiese geht und Ersthund ist glücklich damit; Zweithund dann leider nicht (d.h., bis Zweithund wusste man nicht, dass vielleicht nicht alles so rund läuft, wie man dachte). U.s.w....

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    Würde dein Hund eine Entscheidung treffen die dir nicht gefällt (Nachbars Hund plätten, Hasen jagen...) würdest du ihn zurückrufen und wärst eventuell sogar böse?
    Ist das fair, du hast ihm doch die vermeintliche freie Entscheidung gelassen..?! Oder verstehe ich das falsch?
    Also frei aber doch nicht frei?

    Ich sehe es so, wenn ich Freilauf sage, muss ich mit den Konsequenzen leben, dass er vielleicht eine andere Entscheidung trifft als mir lieb, darf mich darüber aber nicht ärgern.

    Wenn ich Freilauf sage, sage ich dem Hund doch nicht „tu, was du willst“. Mir fehlt da der logische Zusammenhang. Wie führst du denn deine Hunde? Dürfen sie nur einen halben Meter hinter dir an der Leine laufen, so lange ihr nicht jagt? Du stellst Regeln auf (bewege dich an nur an bestimmten Stellen, in bestimmtem Radius und ignorier Dies und Jenes), das tue ich auch. Nur das ich vermutlich mehr „erlaube“, einen weiteren Radius zulasse. Aber dadurch übertrage ich meinen Hunden nicht alle Entscheidungen. Ich glaube auch kaum, dass die Hunde einen Zusammenhang zwischen „leinenlos“ und regellos sehen. Zumindest meine Hunde nicht…


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    Darf dein Hund denn auch konsequent sein und der Wildspur nachgehen, bis zur letzten Instanz oder darf er nur mal anriechen und wird dann zurückgerufen und frustriert?

    Meinst du, dein Hund riecht die Wildspur nicht? Wie machst du das denn in der Praxis? Du merkst, dein Hund riecht etwas und daraufhin fliegt der Dummy?
    (etwas OT, aber meinem Rüden, fast ohne Jagdtrieb, habe ich so vortrefflich das Suchen und Anzeigen von Rehen beigebracht… Nicht dass er stöbert, aber er hält Ausschau, erstarrt und pest dann zu mir, um Futter abzuholen… Hätte ich nicht gedacht, er braucht unbedingt von Welpe an Antijagdtraining, wären ihm die blöden Rehe vermutlich schnurzegal…)
    Was mich zu einer anderen Frage führt: was ist mit Hunden ohne Jagdtrieb? Gut, über das Futter im Dummy kriegt man fast jeden Hund… Aber dann ist es doch „nur“ noch Spiel mit dem Hund, nicht „Artgerechte Haltung eines Beutegreifers“, wie auch immer.

    Darf dein Hund buddeln? Sich wälzen, Tannenzapfen tragen? Darf er an den Markierungen anderer Hunde schnüffeln? Zu Frust würde das ja nicht führen… Das Zapfen tragen wäre imponieren, der Hund stellt dich in Frage? Das Riechen an Markierungen lässt ihn glauben, dass er für die Sicherheit des Rudels zuständig ist? Oder was gibt es da für Argumente, die dagegen sprechen?

    Lucy, Berner-Mix, wird schon ab etwa 18 Grad deutlich träger, ab etwa 25 Grad bewegt sie sich nur noch das Nötigste. Ihre Wohlfühl-Temperatur liegt so bei -10 bis + 10 Grad (vermutlich auch noch kühler...). Da ist sie wirklich aktiv und nicht müde zu bekommen.

    Grisu hat da ein breiteres Temperaturspektrum. Ihn stört Kälte nicht, aber bis etwa 25 Grad macht ihm auch nichts aus. Wobei auch er bei 0 Grad deutlich aktiver ist, als bei 20 Grad und Sonne...

    Wichtig ist, dass dein Hund mit Maulkorb noch hecheln kann. Also dass es ein "Korb" ist und keine Schlaufe. Du müsstest auch etwas Zeit investieren, deinen Hund positiv an den Maulkorb zu gewöhnen.

    Wie groß ist denn dein Hund? Auch mit Maulkorb kann ein größerer Hund anderen Hunden Schaden zufügen. Abgesehen davon, wenn dein Hund sich auf einen anderen Hund stürzt (egal ob mit ohne Maulkorb), könnte der andere Hund auf die Idee kommen, sich zu wehren. Das könnte dann unschön für deinen Hund ausgehen.
    Ich persönlich würde es unter Anleitung eines kompetentes Trainers, der Hundeverhalten gut einschätzen kann und mit einem absoluten souveränen anderen Rüden probieren. Aber nicht Maulkorb drauf und einfach mal ausprobieren, was passiert.

    Vielen Dank Terry!!

    Ich glaube, ein Problem ist bei mir im Moment, dass ich bei Vielem nicht wirklich begreife, sondern nur versuche.

    Wenn ich das lese:

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    Schade aber auch. Dein Hund bittet um Hilfe und du verwehrst sie ihm. Deine Gemeinschaft ist wichtig. Sie steht an erster Stelle. Und um die musst du dich kümmern. Du musst freundliche Hunde ja nicht gleich vertreiben. Aber durch ein dazwischen stellen kann man erst einmal Abstand signalisieren. Ich schicke meine Hunde nie zu anderen Hunden (gebe sie nicht frei). Denn ich möchte das meine Hunde bei mir bleiben und würde sie mit dem wegschicken ja dazu noch Auffordern wegzugehen.

    … ich komme mir vor, wie der unfähigste Hundehalter überhaupt. Es ist völlig klar und nachvollziehbar, was du schreibst. Und ich mache mal wieder zielsicher das Falsche… Wie kann man nur auf die Idee kommen, seinen Hund wegzuschicken, wenn er um Hilfe bittet?! Na ja, in meinem Fall: ich bin um solche Situationen fast froh: frei laufende Hunde und Besitzer kümmert es nicht. Wie will man erklären, ja der eine Hund hätte gerne Kontakt, aber dem großen Schwarzen hier sollte ihr Hund besser nicht zu nahe kommen… Und wenn sich dann Gelegenheiten wie diese bieten…
    Ich werde das mit dem „Sicherheitsbereich“ beherzigen und Grisu kann sich dann hoffentlich in Zukunft auf mich verlassen. Wegschicken werde ich ihn sicher nicht mehr.

    Ganz kurz zum Hintergrund: Silja (staffy) war so lieb, mich bei einem Spaziergang zu begleiten. Es ging um Hundebegegnungen, vor allem darum, wie ich Lucy vermitteln kann, dass kein Grund besteht, sich aufzuregen. Unabhängig von den Hundebegegnungen fiel auf, dass ich kaum irgendwelche Kommandos gebe, kein Zurechtweisen oder etwas in der Art (wobei das auch nicht nötig war), aber hier und da mal Leckerlie verteile, die ebenfalls nicht nötig gewesen wären… Silja meinte hinterher, es würde helfen, mehr klare Vorgaben zu machen, ein Abbruchkommando zu festigen, mehr Einschränkung, deutlich weniger auf Futter setzen. Kein Umlenken oder Ablenken mehr. Meine Umsetzung, wie bisher beschrieben hier im Thread, ist auf meinem eigenen Mist gewachsen…

    Aber alle Einschränkung der Welt hilft mir ja nicht, wenn ich es nicht schaffe, wirklich für die Hunde da zu sein. Ihnen Sicherheit zu bieten und eben nicht so reagiere, wie oben beschrieben. Ich habe im Moment das Gefühl, ich verlange so viel von ihnen, aber gebe ihnen zu wenig zurück. Gerade das, was du schreibst, für Sicherheit und Wohlgefühl sorgen.
    Ich werde nun, da Grisus Pfote wieder in Ordnung ist, mehr nach Köln fahren, um eben solche Freilaufsituationen zu üben. Ich muss die üben, nicht meine Hunde.

    Wir waren heute im Baumarkt, dann im Gartencenter und die Hunde waren so toll, völlig ruhig und mit den Gedanken bei mir. Die Beiden sind wirklich klasse und ich hoffe, ich bekomme es hin.

    Womit ich ein wirklich gutes Gefühl habe, bei meinen Umstellungen:

    Die kurzen Leinenabschnitte auf den Spaziergängen: Ich gehe betont langsam, die Hunde dürfen nicht überholen. Ich habe das Gefühl, es bringt sehr viel Ruhe in den Spaziergang. Heute im Baumarkt haben sie das selbsttätig umgesetzt. Hinter mir gehen lasse ich sie nur noch an Weggabelungen, an engen oder unübersichtlichen Stellen, eben da, wo es Sinn macht. Mittlerweile nimmt Grisu das auch gut an und hält nicht mehr ewig viel Abstand (Oh Gott, was hat Frauchen bloß, hab ich was falsch gemacht???)

    Kein Bedrängen mehr zulassen bei Lucy: nicht, wenn Grisu den Futterdummy bringt, aber auch kein „an mir kleben“ mehr auf Spaziergängen. Ich habe den Eindruck, Lucy überlegt etwas mehr, statt sich nach Laune wie die Axt im Walde aufzuführen

    Ganz viel Ruhe zu Beginn des Spaziergangs: Lucy wird nun schon im Haus angeleint (langsam und ruhig), geht langsam hinter mir zur Tür raus und läuft den Feldweg von unserem Haus weg hinter mir. Bislang überdrehte sie anfangs gerne mal, das ist so deutlich besser geworden.


    Kein Futter mehr für Grundgehorsam: da sehe ich keine Änderung, bislang. Wobei sich so wahnsinnig viel ja nicht geändert hat. Ich beschränke die Futtergabe zur Zeit rein auf („Jagd“-) Spiele und alle paar Tage eine Art „Superpfiff“, zum „aufladen", falls dies je gebraucht werden sollte.

    Grisu hat am Anfang auf mein vermehrtes Ignorieren und Position zuweisen recht verunsichert reagiert. Das hat sich gegeben und nun scheint es ihm wirklich gut zu gehen damit. Ich merke, er orientiert sich tatsächlich mehr an mir, sein Radius auf Spaziergängen ist kleiner geworden, an der Leine ist er entspannter, auch im Baumarkt wäre er „früher“ hibbeliger gewesen.
    Lucy ist durch mich nicht leicht zu verunsichern und sie macht sich eh viel weniger einen Kopf um alles, sie zeigt auch viel weniger Interesse an ihrer Umwelt, als Grisu. Sie hat einen sehr kleinen Radius bei Spaziergängen, ist im Haus ruhig und unauffällig, eigentlich ziemlich problemlos. Ich muss bei ihr vor allem erreichen, dass sie mir souveräne Führung zutraut, wenn es um Hundebegegnungen geht.

    Mal ein kleines Update von mir :smile:

    Allgemein fällt es mir immer noch unheimlich schwer, zu ignorieren. Es gibt viele Situationen am Tag, da wird kurz gebalgt oder geknuddelt oder gespielt... Vor allem im Haus. Die meiste Zeit des Tages bin ich eh mit anderen Dingen beschäftigt und die Hunde akzeptieren das auch. Aber wenn ich Zeit hab...

    Es gibt neue Regeln, draußen, wie drinnen, aber da bin ich mir nicht sicher, was dies bringt. Lucy nimmt eh alles kommentarlos hin, aber bei ihr denke ich eher, es interessiert sie einfach nicht. Sie möchte ein angenehmes Leben haben und so lange die Grundbedürfnisse gestillt sind, stellt sie eh nichts in Frage. Ob sie nun im Haus an einer bestimmten Stelle liegen soll oder auf dem Spaziergang hinter mir gehen soll oder Abstand halten soll, wenn Grisu den Futterdummy hat... sie macht das, als hätte sie es immer schon getan. Es ist einfach kein Unterschied, finde ich :???:
    Bei Grisu sieht das völlig anders aus. Er ist defenitiv aufmerksamer geworden und orientiert sich noch mehr an mir. Auch die Befürchtung, wenn ich ihn auf Spaziergängen weniger bespaße, entfernt er sich weiter und bespaßt sich selbst, hat sich nicht erfüllt.

    Auf den Spaziergängen fällt es mir deutlich leichter, mehr zu ignorieren und mehr Grenzen zu setzen. Zur Zeit machen wir es so, dass wir einen Spaziergang pro Tag ganz ohne Futter machen, einen mit. Das Futter gibt es für Suchspiele, Hetzspiele, Futterdummy... Bei beiden (Haupt-) Spaziergängen gibt es Phasen mit hinter mir laufen, an der Leine laufen, frei gegeben und Spiel-Abschnitte.

    Ich weiß nicht warum genau, aber Hundebegegnungen sind zur Zeit tatsächlich entspannter. Ob es tatsächlich an allgemeinen Umstellungen liegt, weiß ich nicht. Ich fühle mich sicherer und entspannter. Ich kann klare Anweisungen geben und die Hunde setzen diese um. Es ist natürlich nicht alles perfekt und Lucy weit entfernt von einem Hund, der alle anderen Hunde toll findet, aber meine Anspannung ist größtenteils weg.

    Daneben gibt es aber Dinge, die mir etwas Kopfzerbrechen bereiten. Z.B. der Spaziergang vor ein paar Tagen. Wir kamen an einem SV-Platz vorbei. Recht dicht neben uns sprang ein Schäferhund über eine VPG-Hürde. Grisu blieb stehen und guckte. Und ich dachte, anstatt den Schäferhund anzustarren, sollte er vielleicht mal mich ansehen, was wir nun machen. Etwas später, selber Spaziergang: beide Hunde liefen wunderbar nebeneinander an der Leine "Fuß" (kennen sie so eigentlich nicht, sie laufen sonst meist an verschiedenen Seiten von mir und auch nicht auf Bein-Höhe). Wir üben das "Fuß" an einer Seite erst seit Kurzem. Wie auch immer, wir näherten uns unserem Zuhause und beide Hunde wurden unaufmerksam, strebten nach vorne. Mein erster Gedanke, was soll das jetzt, sie können es doch. Es ging bergauf und mir war warm. Und da ging mir durch den Kopf: wir gehen nun seit gut drei Stunden bei warmem Wetter spazieren und beide haben viel geleistet und waren sehr aufmerksam. Und nun rege ich mich auf, dass sie nicht "funktionieren"??
    Ich habe die Hunde ja nicht "gestraft" oder so, aber alleine meine Gedanken taten mir leid :/ . So etwas hätte ich früher nicht gedacht, dass die Hunde ein bestimmtes Verhalten zeigen sollen, nur weil ich es will, ohne zu überlegen, warum sie sich anders verhalten.
    Das stellt jetzt nicht alles in Frage, sicher nicht. Aber es hat mir den Kopf wieder etwas zurecht gerückt, denke ich. Ich sehe es nun etwas lockerer, meine "Umstellung".

    Heute dann waren wir im Hagener Stadtwald unterwegs, da ich meine Mutter zur Fern-Uni gefahren habe. Wir sind trotz des schlechten Wetters einigen Hunden begegnet, größtenteils unangeleint und größtenteils völlig unabhängig von ihren Besitzern unterwegs. Also völlig anders, als es bei uns Zuhause der Fall ist. Lucy war recht entspannt, das war positiv. Und ich habe es erstmals über mich gebracht, einen fremden Hund im Ansatz zu vertreiben. Dieser umkurvte geschickt den freilaufenden Grisu und hielt weiter auf Lucy zu. Ich machte einen Ausfallschritt auf ihn zu und zu meiner Überraschung machte er einen Satz nach hinten und drehte ab... Und meine Hunde schauten nur, vertrieben aber nicht mit...

    Dann eine Situation, da war ich mir wirklich unsicher, wie ich mich verhalten sollte: Ein Collie und ein etwas kleinerer schwarzer Mix kamen auf uns zu, weit dahinter zwei Menschen, mit sich selbst beschäftigt. Der Mix verbellte, machte auf mich aber keinen "bösen" Eindruck. Der Collie wirkte freundlich-zurückhaltend. Grisu sah die Hunde, kam auf meine Seite (ohne Aufforderung). Es war ihm offensichtlich nicht geheuer, aber ich war mir eigentlich sicher, es geht ok. Das habe ich Grisu gesagt. Er lief dann ein Stück auf die Hunde zu, wieder zu mir... Der Collie blieb unschlüssig stehen, der Mix bellte. Durch Lucy konnte ich mich ja nicht selbst "freudig" den Hunden nähern, sie begutachten oder was auch immer. Letztlich waren wir auf einer Höhe, Grisu hatte die Rute geklemmt (hat er sonst eigentlich nie bei Hundebegegnungen), der Mix bellte in zwei Meter Entfernung, der Collie schnüffelte kurz und ging weiter. Ich hatte den Eindruck, Grisu hätte da mehr von mir erwartet... Hätte ich Grisus Blicke zu mir völlig ignorieren sollen (statt OK zu sagen?). Oder hätte ich die anderen Hunde vertreiben sollen? Auf dem Rückweg sind wir denen noch einmal begegnet. Diesmal war Grisu selbstbewusster, hat den Collie begrüßt, den Mix ignoriert. Letztlich ist ja nichts passiert und ich hatte auch nicht den Eindruck, das was passieren würde. Aber wie kann ich meinen Hunden in einer solchen Situation signalisieren, ich habe es im Griff?

    Ich bin da (leider) auch so. Ich wünsche meinen Hunden einen guten Morgen, erzähle ihnen, die Katze ist nicht gut drauf, macht besser einen Bogen (sie hat noch nicht gefrühstückt). Grisu erwischt unsere Katze dann meistens trotzdem :hust: . Dann erkläre ich ihnen, nein sie können leider nicht mit ins Bad und müssen sich noch etwas gedulden, bis es vor die Tür geht (ich will erst duschen und Kaffe in der Hand halten). Dann tapere ich in die Küche und sage Lucy, dass sie bitte nicht Achten durch meine Beine laufen soll oder doch, immerhin einer, der sich freut, dass ich aufstehe... Anschließend erkläre ich, dass die Katze sicher ihr Futter später noch fressen wird (der Napf ist noch halb voll). Dann erläutere ich, dass sie kurz warten müssen, denn ich weiß nicht, wo die Gummistiefel schon wieder sind. Dann erkläre ich Lucy (die mittlerweile wieder im Schlafzimmer liegt und schläft....), dass ich nun bereit bin und wir raus können... Und das sind nur die ersten 30 Minuten unseres Tages...

    Oh mein Gott :ops: , die armen Hunde...