Beiträge von Lucy_Lou

    Ich denke, deinem Hund ist einfach der Kragen geplatzt und er war selbstbewusst genug, sich auf eine Auseinandersetzung einzulassen.

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    Alle fanden es natürlich toll, dass der kleine Kerl (etwa 10 - 11 kg), es der rabiaten 32kg-Junghündin mal so richtig gezeigt hat. :lachtot:

    Da frag ich mich doch, warum es ein 5 Monate (?) alter Hund schafft, die Hündin in ihre Schranken zu weisen, aber keiner der anwesenden Menschen :???:

    Den tschechichen Wolfshund kenne ich nicht näher, aber den Sarloos. Wenn du den ernsthaft in Erwägung ziehst, lass dir sehr (!) viel Zeit bei der Auswahl des Züchters. Viele Wolfshunde sind tatsächlich relativ menschenscheu und schreckhaft. Es ist extrem wichtig, dass der Welpe schon beim Züchter sehr gut an Umweltreize und Menschen gewöhnt wird. Auch ist der Sarloos eher nicht im klassischen Sinne zu erziehen. Er schließt sich eher seinem Menschen an (statt "zu gehorchen"), wenn dieser wirklich Führungsqualitäten besitzt. Wenn du so einsam wohnst und vor hast, den Hund jemals mit in die Stadt oder in den Urlaub zu nehmen, gewöhne ihn von Welpe an daran, sonst ist es zu spät. Schutztrieb oder Wachtrieb haben Sarloos in aller Regel nicht, sie ergreifen im Zweifelsfall eher die Flucht oder hoffen, dass sich andere um die Gefahr kümmern. Das ist ein großer Unterschied zum Schäferhund und erst Recht zum Kangal. Daher die Frage: willst du Wachtrieb?
    Der Sarloos hat eine sehr ausgeprägte Körpersprache und ein deutliches Minenspiel, so sollte er recht gut zu lesen sein, falls man sich mit "Hundesprache" auskennt. Er ist sensibel, allem neuen gegenüber sehr zurückhaltend. Seinen Menschen schließt er sich aber absolut an und bleibt ausgesprochen ungern alleine. Er will immer sein Rudel um sich, mehr, als viele andere Rassen. Zu erwähnen ist auch der recht starke Jagdtrieb.

    Der Kangal ist ein extrem eigenständiger Hund, nicht unbedingt sportlich, dafür mit sehr großem territorialen Schutzinstinkt. Ich weiß beim besten Willen, warum du denkst, diese Rasse könnte zu dir passen? Welche Wesensmerkmale sprechen dich denn da an?

    Vielleicht passen auch der Airedale Terrier, der Dalmatiner, Collie oder Großpudel? Aber diese Rassen sprechen dich vermutlich optisch weniger an?!

    Prinzipiell klingt das alles nicht schlecht und toll, wie viele Gedanken du dir machst :D . Ich schreibe jetzt dennoch ein paar Dinge auf, klingt nach Schwarzmalerei, muss auch nicht so kommen. Nur zum Nachdenken :smile:

    Die 8 Stunden alleine sein können klappen, müssen aber nicht. Viele Hunde haben nicht unerhebliche Probleme damit. Bei einem Tierheimhund ist es halt schwer zu sagen. Selbst wenn der in seinem früheren Zuhause problemlos alleine bleiben konnte, heißt das nicht, dass er das in neuer Umgebung auch kann. Zumal so ein Zwingerleben auch traumatisieren kann in der Hinsicht. Bei einem Hund "von privat" kann dir sonst was erzählt werden, wenn die jetzigen Besitzer ihn nur loswerden wollen. Und ein Welpe passt sicher nicht in dein Leben. Ich rate dir nicht von einem Hund ab und es gibt sicher eine Reihe von Hunden, die prima mit deinem Tagesablauf klar kämen. Nur hast du da kaum eine Sicherheit. Was ist, wenn dein Hund nach den drei Wochen, die du Zuause bist, nicht alleine bleiben kann? Nur am bellen, jaulen ist oder die Wohnung zerlegt? Das heißt, ich würde mir an deiner Stelle einen Plan B überlegen :smile:

    Das Bellen führt zu meinem nächsten Punkt: am besten keinen bellfreudigen Hund nehmen und keinen Hund mit (starkem) Wachtrieb. Das wird auch dem nettesten Nachbarn irgendwann zu viel. Terrier (da du einen vorgeschlagen hast im ersten Post) können durchaus sehr bellfreudig sein, vor allem, wenn sie außer anschlagen gerade nix zu tun haben.

    Ein Einjähriger Hund ist auch so eine Sache... Viele Hunde stecken da gerade mitten in der Pubertät, testen aus, was das Zeug hält, sdind so aktiv, wie zu keinem anderen Zeitpunkt in ihrem Leben und entdecken gerade erst Wachtrieb und Jagdtrieb. Das heißt, dir kann ein 12 Monate alter Hund als "ohne Jagdtrieb, ohne Wachtrieb, verträglich mit anderen Hunden" vermittelt werden und 2 Monate später sieht das dann ganz anders aus. Vor allem sehr interessant, wenn der Hund bislang nie Grenzen und Gehorsam kennen gelernt hat. Dann hast du mehrere, teils völlig unerwartete, Baustellen auf einmal. Muss natürlich nicht sein, ist nur ein Denkanstoß. Ich persönlich würde in deiner Situation einen älteren Hund nehmen, der charakterlich gefestigt ist und auch schon etwas ruhiger ist. Kleinhunde werden in der Regel sehr alt, da hast du auch noch sehr viel von deinem Hund, wenn du z.B. einen 5-Jährigen aufnimmst.

    Ich schließe mich da erst mal Sleipnir an, was die Einschränkungen an der Schlepp angeht und auch dem hier:

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    Naja...ich würd mal einfach behaupten, dass die wenigsten Hundehalter ihre Hunde im Freilauf so stark reglementieren, dass sie immer in einem 10-Meter-Radius um ihren Menschen bleiben und NIE die Wege verlassen dürfen...ich mache das bspw. nicht und da ist der Unterschied zu einem Spaziergang an der Schleppleine in meinen Augen schon enorm!

    Die Ausgangsfrage war ja, ob es den Hund nicht genau so einschränkt (Tierquälerei ist), wenn er im Freilauf einen fest vorgegebenen Radius, mit Einschränkungen bezüglich Wald/Wiese betreten etc. hat, als wenn er an der Schlepp wäre.
    Meine Hunde laufen nicht an der Schlepp, haben aber einen relativ fest vorgegebenen Radius und auch Beschränkungen, was sie betreten dürfen. Die Frage ist meiner Meinung nach, wofür braucht der Hund den Radius? Lucy z.B. entfernt sich selten weiter als 5 Meter von mir, freiwillig, ohne dass ich sie je darum gebeten hätte. Ihr fällt da kein Grund ein, warum sie das tun sollte, denke ich. An allen interessanten Schnüffelstellen kommt sie auch vorbei, wenn sie neben mir her zockelt, Kaninchen jagen darf sie eh nicht, rennen um des Rennens Willen mag sie nicht (faules Stück...). Grisu rennt und spielt gerne, wenn er einen Spielpartner hat. Er hätte auch abgesehen davon einen größeren Radius, würde ich ihn nicht einschränken. Den würde er nutzen, um schneller an den interessanten Orten zu sein. Z.B. schon mal schauen, ob hinter der nächsten Wegbiegung nicht doch mal ein anderer Hund in Sicht kommt. Das heißt, auch Grisu rennt nicht "sinnfrei" durch die Gegend. Alles, was er normalerweise auf einem Spaziergang so tut, kann er genau so gut in 15 Meter Umkreis um mich herum tun.
    Falls wir aber jemanden treffen zum Spielen oder Lucy sich doch mal aufrafft, dürfen sie gerne rennen und sich auch weiter entfernen (in Sichtweite zumindest). Worauf ich hinaus will: ich sehe bei meinen Hunden keinen Grund, warum sie sich nicht "normalerweise" in meinem Umkreis aufhalten sollen. Sie haben keinen Nachteil dadurch.

    Danke Silja, das nimmt mir etwas das Grübeln…


    Terry: mein erster Gedanke war, das klappt bei Lucy eh nicht. Mein zweiter Gedanke war: bei Grisu ist das eine prima Idee, gerade wenn ich mir unsicher bin, ob ich Kontakt zulassen soll (ob es gut geht) oder nicht. Ich denke, das funktioniert gut bei ihm. Wobei das in belebterer Gegend sicher besser funktioniert, als hier bei mir. Ich habe das Problem, mich entscheiden zu müssen: meist ist es so, wenn ich Lucy anleine oder auch nur Beide sichtbar unter Kommando stelle, kommt die Nachfrage, ob Kontakt erwünscht ist. Hm, ja… Schwierig, darauf eine Antwort zu geben… Heute lief es gut: eine Hundebegegnung, ich leinte Lucy an, die entgegen kommenden stutzten kurz, ließen aber weiter laufen. Grisu und deren Hunde begrüßten sich, Lucy blieb bei mir, alles entspannt. Das ist aber eher die Ausnahme hier.

    Der erste Satz: bei Lucy klappt das eh nicht… das liegt auch an mir. Grisu hat schon wesentlich öfter einen auf den Deckel bekommen, als Lucy, und Grisu ist auch deutlich aufbrausender und war auch schon öfter in Raufereien verwickelt, als Lucy. Bei Lucy ist da eine ganz tief sitzende Angst in mir. Nicht von Welpe an, sondern seitdem sie etwa 1,5 Jahre alt ist und herausgefunden hat, sie kann sich wehren. Es liegt nicht an ihr. Silja habe ich ja die Entwicklung (und das Ende) einiger ihrer Verwandten erzählt. Und ich glaube Silja, dass es nicht angeboren ist, sondern da sehr viel schief lief. Und dennoch ist das tief in mir drin, ich werde das nicht los. Es gab eine Situation, da war Grisu etwa 4 Monate alt, wir waren in einem Industrie-Gebiet Abends spazieren. Lucy lief frei. Dicht vor uns kam ein Schäferhund um die Ecke, und kam knurrend auf uns zu gestürzt. Lucy war mit einem Satz hinter mir, Grisu vor mir und streckte vorsichtig schnüffelnd die Nase Richtung fletschenden Schäferhund. Der Besitzer des Schäferhundes kam halb panisch angestürmt und stürzte sich auf seinen Hund unter vielen Entschuldigungen. Und ich war nur erleichtert, Lucy ist hinter mir. An Grisu habe ich keinen Gedanken verschwendet, obwohl er mir nicht weniger bedeutet, als Lucy. Im Prinzip ist das so geblieben. Grisu lasse ich machen, ich schicke ihn schauen, ich gehe davon aus, dass schon irgendwie alles gut wird. Sobald Lucy im Spiel ist…

    Silja wird bestätigen können, dass ich nicht völlig am Rad drehe, wenn ein anderer Hund auftaucht und Lucy auch nicht. Nicht dass das hier falsch rüber kommt.

    Meine Anspannung besteht aus zwei Komponenten: zum einen die Angst, Lucy könnte beschließen, dass Angriff wirklich die beste Verteidigung ist und mit Verletzungsabsicht nach Vorne gehen, zum andern, sie könnte angegriffen werden und aus ihrem Desinteresse und ihrer Skepsis anderen Hunden gegenüber, wird Angst/Angriff.

    Ich sehe ja, sie kann sich verständigen, sie ist kein „Monster“, nicht auf Konfrontation aus, sie will bloß ihre Ruhe. Ich sehe auch, was für einen großen Einfluss ich habe und wie viel sich schon positiv verändert hat, in den letzten Wochen. In Köln lief sie frei unter all den Hunden vor ein paar Tagen und es klappte problemlos. Vielleicht muss ich einfach mehr Erfahrungen in der Richtung sammeln, dass es eben klappt und Lucy auch „verlässlich“ ist.

    Ich staune in letzter Zeit immer wieder, wie leicht die Umstellung meinen Hunden zu fallen scheint. Ich falle so leicht in vertraute Verhaltensmuster, mein Verstand versagt, obwohl ich es besser weiß, ich reagiere überbesorgt… Und von meinen Hunden verlange ich mal eben eine Verhaltensänderung…

    Ich würde meinem Hund überhaupt nicht zeigen, wo sein Schlafplatz ist. Wenn der Hund lieber auf den nackten Fliesen oder unter dem Bett liegen will, bitte sehr. Würde mein Hund aufs Bett springen, würde er umgehend mit einem Knurrer meinerseits wieder runter fliegen. Mit Bitten würde ich mich da nicht aufhalten.

    Es muss ja nicht mal sein, dass er sich als Rudelführer sieht. Es kann sein, dass er einfach merkt, du kümmerst dich in bestimmten Situationen nicht so, dass er sich wohlfült, also muss er in diesen Situationen selbst agieren. In einem Rudel haben auch Rangniedere ihre Aufgaben oder übernehmen Jobs, die eben gerade zu übernehmen sind. Es ist ja nicht so, dass der Rudelführer alles tut und seine Untertanen lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen...

    Schau es dir an ;)

    Am besten, du gehst ohne Hund zum Training und schaust zu. Kannst du dir vorstellen, selbst so zu trainieren? Was erwartest du von der Hundeschule? Ausbildung, Training im Alltag (außerhalb des Hundeplatzes), Sozialkontakte zu Artgenossen, Beschäftigungskurse...?

    Wie wirken die Hund-Halter-Teams, die dort trainieren? Entspannt, motiviert oder eher angespannt? Was für ein Ton herrscht? Wie groß sind die Gruppen? Gibt es Theorie-Stunden, Themen-Abende (möchtest du das überhaupt)? Wird nach Schema F gearbeitet oder individuell auf die Teams eingegangen? Darf man Fragen stellen, diskutieren, zumindest vor oder nach der Stunde? Man soll den Trainer nicht immer kritisieren, aber es muss möglich sein, nachzufragen, wenn man einen Schritt, eine Vorgehensweise nicht verstanden hat.

    Ich persönlich würde von deinen genannten Hundeschulen die Harmonie-Hundeschule zum einen interessanter finden, zum anderen doch recht kritisch betrachten. Wer ohne Futter-/Spiel-Belohnung, aber auch ohne größere negative Einwirkung arbeitet... kann ein Mensch sein, der sehr viel Hundeerfahrung hat, sehr gut kommunizieren kann mit Hunden, kann aber auch eine Mogelpackung sein und es steckt sehr viel mehr Zwang dahinter, als es vordergründig scheint. Zumal mich solche Sätze wie "...ablehnen nicht funktionierender Modeströme..." doch auch nicht wirklich überzeugen. Klingt für mich eher etwas dogmatisch. Ich bin gut, weil alles andere eh Müll ist. Wie gesagt, wenn es aber gut umgesetzt ist, sicher eine sehr interessante Hundeschule, bei der man viel lernen kann.
    An der anderen Hundeschule gefällt mir, dass die Erziehungsstunden zum Großteil außerhalb des Platzes im normalen Leben stattfinden. Es scheint über positive Verstärkung zu laufen (was bei den meisten Hunden wunderbar zum erreichen der Alltagstauglichkeit funktioniert) und es findet viel Spiel zwischen den Hunden statt. Das wäre widerum nicht Meins, aber das ist Geschmackssache.

    Wie gesagt, schau sie dir an.

    Danke für die Antworten, ich habe es nicht eher geschafft, zu schreiben.

    Sorry, ist wieder furchtbar lang geworden :ops:

    Vorgestern waren wir in Köln unterwegs, gestern in Hagen, heute ist mal Ruhetag :D . Es lief sehr gut und entspannt mit Beiden, mit recht vielen Hundebegegnungen.

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    Ansonsten: Versuche, dir das Szenario, das du befürchtest, nicht so sehr auszumalen, denn die Hunde reagieren ja auch auf deine "Erwartungen".

    Das stimmt, da neige ich zu. Die Situationen, die richtig gut laufen im Moment, sind die, in denen ich nicht nachdenke und auch nicht denke, sonst wie handeln zu müssen. Wir waren vorgestern in Köln und es gab genau eine Hundebegegnung, die „stressig“ war. Das war am Ende unseres Spaziergangs im Wildpark (Dünnwald), da halten sich die meisten Hundebesitzer eigentlich an die Leinenpflicht. Nun stand da ein fremder großer Hund auf dem Weg, ohne Leine, daneben ein vielleicht 7 Jahre alter Junge. Ich stutzte, wurde langsamer, der andere Hund sah uns, machte ein paar Schritte auf uns zu, blieb dann wieder stehen und schaute uns an. Junge guckte nur, wobei ich mir dachte, der kann den Hund doch eh nicht halten, meine Hunde sind an der Leine, der fremde Hund zeigt Interesse… Lucys Nackenfell ging hoch… Da kam eine Stimme aus einem Blockhäuschen: sollen wir den Hund festhalten? Ich bejahte und der Junge legte dem Hund die Hand auf den Rücken, das war alles. Ich habe da in dem Moment überhaupt nicht drüber nachgedacht, ich war nur erleichtert, da sind doch irgendwo Erwachsene, der Hund ist „fest“ und bin locker vorbei gegangen mit einer völlig entspannten Lucy… Etwa 100 Meter weiter ging mir dann auf, was eigentlich passiert ist: es hatte sich im Prinzip nichts (!) an der Situation geändert, außer meiner Anspannung

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    Das oberste Gebot ist immer Ruhe bewahren, die eigenen Hunde bei sich behalten und je nach Möglichkeiten stehen bleiben und warten, bis der andere seinen Hund eingesammelt hat (kann manchmal dauern :roll:), elegant den Rückweg antreten, oder einfach weiter, ruhig, souverän und den Hunden die Wahl lassen - bei mir bleiben oder hingehen.

    So versuche ich es. Es fällt mir aber manchmal schwer, den „richtigen“ Weg zu wählen. Beispielsweise, wenn der fremde freilaufende Hund, der uns entgegen kommt, ein stürmischer Rüde ist. Grisu ist prinzipiell auch mit Rüden verträglich, lässt sich bei Rüden aber eher „provozieren“, bzw. beäugt deren Handlungen etwas kritischer und lässt sich auch durchaus auf Auseinandersetzungen ein. Es ist nun auch leider so, dass die meisten Rüden deutlich mehr Interesse an Lucy zeigen, als an Grisu. Es kann auch wunderbar laufen. Vorgestern in Köln hat Grisu ausgelassen mit einem Rüden gespielt, letzten Sonntag auf dem Treffen waren fast nur Rüden (bis auf Lucy und die Welpette), da gab es keinerlei Probleme. Aber bei jedem fremden Rüden komme ich halt ins grübeln.
    Oder auch vorgestern in Köln: ein Wolfsspitz an der Leine, enger Weg. Der Wolfsspitz fixierte uns, aber der Halter wirkte völlig entspannt und die Leine war lang. Lucy trottete hinter mir her, mit Grisu nahm ich Blickkontakt auf. Da war ein Gefühl in mir, der andere Hund könnte gleich lospoltern, aber ich dachte mir, ich mach mich nur wieder selbst verrückt und lauf da jetzt ruhig vorbei, statt einen Bogen durch den Wald zu gehen. Grisu habe ich dennoch aufgefordert, mich anzusehen, um den anderen Hund nicht zu provozieren. Der ging dann aber doch ab und wurde vielleicht 20cm neben Grisu von der Leine gestoppt. Grisu machte einen erschrockenen Satz zur Seite (immerhin hat er nicht in Erwägung gezogen, zurück zu pöbeln :smile: ). Da hätte ich mich dann vielleicht doch besser auf mein Gefühl verlassen…

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    Was jetzt in deiner Sitation besser gewesen wäre ... was wäre, wenn du bei Grisu geblieben wärst, abgewartet hättest, wie Lucy die Sitation meistert ? Vielleicht wäre alles ruhiger verlaufen, vielleicht wäre genau dies eskalliert ?

    Es wäre sicher nicht schlimmer ausgegangen, wenn ich Lucy hätte machen lassen. Nur das möchte ich nicht. Ich denke, das wäre ein sicherer Weg, Lucy wieder dahin zu bringen, dass sie bei jedem fremden Hund denkt, sie müsste dafür sorgen, dass der auf Abstand bleibt. Den Punkt hatten wir schon mal und ich bin mehr als froh, dass Lucy es mittlerweile anderen überlässt (Grisu oder mir). Freundlichen Kontakt möchte sie eh nicht. Das heißt, wenn ich es ihr überlasse, gibt es 2 Möglichkeiten: entweder der andere Hund versteht ein subtile Warnung und verschwindet oder Lucy wird deutlicher.


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    ich versuche, die Hunde bei Sichtung eines Hundes hinter mich zu bringen. Damit ich vorne als "Aufräumer" tätig werden kann (wenn ich den Kontakt nicht wünschte).

    Dies wirkt durchaus bei meinen Hunden, ich muss nur etwas durchsetzungsfähiger und souveräner beim "aufräumen" werden :)
    Wobei ich mich da halt frage, ob das nicht ähnlich ist, wie die Hunde absitzen zu lassen und mich vor sie zu stellen, wenn ein Hund auftaucht. Ob ich nicht irgendwie mehr aus der Situation mache, als da eigentlich ist. Es funktioniert, keine Frage und eigentlich zeigt es den Hunden ja auch, ich mache etwas, ich agiere, ich mache Vorgaben. Vor einer Woche etwa tauchte kurz vor uns ein Pudel im Wald auf und blieb stehen, als er uns sah. Ich habe meinen Hunden bedeutet, an den Wegrand zu gehen, da Besitzer des Pudels noch nicht um die Ecke waren, uns nicht sahen und ich nicht wusste, ob der Kontakt von deren Seite aus in Ordnung geht. Das war völlig entspannt: Pudel tauchte auf, ich zeigte auf den Wegrand und sagte "warte", Hunde standen dort entspannt, 2 Sekunden später kam der Besitzer und nahm den Pudel auf den Arm (warum auch immer). Da hatte ich schon den Eindruck, ich war entspannt, die Hunde waren entspannt... Ich hätte Grisu auch laufen lassen können, wäre vermutlich das Gleiche gewesen. Aber ich hatte nicht den Eindruck, ich habe es "schlimmer" gemacht.
    Gestern in Hagen waren wir anfangs im Stadtpark, sind von einem Nebenweg auf den Hauptweg zu. Ich habe die Hunde hinter mir gehen lassen, da ich ja nicht wusste, was sich da auf dem Hauptweg gerade so tummelt. Da tauchte auch tatsächlich in dem Moment ein frei laufender Hund auf, sah uns, bellte auf und ab springend. Besitzer erklärte, der hat Angst, weil ihre größer sind. Meine standen entspannt hinter mir.

    Aber wie ich schon schrieb: dieses hinter mich sortieren, am Wegrand warten lassen... ist das nicht wieder "umlenken", wie auch immer, anstatt dass ich Lucy signalisiere, dass man in Nichtbeachtung ohne zu zögern vorbei laufen kann. Bei Silja klang das so an...

    Bei Lucy weiß ich es nicht mehr genau. Sie ist jetzt 3 Jahre alt und nahezu 100% leinenführig (so nahe an 100%, wie ein Lebewesen halt sein kann...). Sie war es ähnlich auch schon mit 1,5 Jahren, da ist Grisu eingezogen, daher weiß ich das. Eigentlich denke ich, sie hätte schon sehr früh leinenführig sein können, das scheiterte eher an mir: fast nur Freilauf und an der Leine nicht wirklich konsequent... Irgendwann wurde sie dann älter und stärker und mir ging auf, das Üben doch mal eine gute Idee wäre :roll: . Wir haben über ein paar Wochen hinweg verschiedene Methoden angetestet, als wir dann die "richtige" für uns gefunden hatten, ging es schnell. Ja und dann war es halt ein langsamer Prozess: ohne große Ablenkung fluppte es, der Rest kam mit der Zeit. Ich schätze, es dauerte insgesamt etwa 6 Monate (vielleicht als Lucy so 8 - 14 Monate alt war), bis es dann auch unter stärkerer Ablenkung klappte.

    Mit Grisu habe ich von Anfang an konsequent geübt, dennoch hat er es mir schwerer gemacht. Ohne starke Ablenkung ging es schnell, bzw. da kamen wir nie an den Punkt, dass er gezogen hätte. Aber in der Innenstadt oder wenn Hunde aufgetaucht sind... das dauerte! Er ist jetzt 2 Jahre und selbst heute noch kommt es vor, dass ich in der Innenstadt erst mal 2 Minuten Pause mache, bis er ruhig ist, bevor ich los laufe. Oder er je nach Hund, der uns begegnet, daran erinnert werden muss, dass er doch eigentlich leinenführig ist...