Falls dein Hund wirklich sehr starken Jagdtrieb hat, ist es eh fraglich, ob du es so einfach in den Griff bekommst. Du musst bedenken, der Wolf musste jagen, um zu überleben und bei vielen Hunderassen hat der Mensch noch mal extra Wert drauf gelegt, dass der Jagdtrieb stark erhalten bleibt. Das heißt, der Jagdtrieb ist sehr tief im Hund verwurzelt und nicht mal eben über wiederholten pfeifen oder Ball werfen in den Griff zu bekommen. Der Jagdtrieb ist Teil deines Hundes, nicht auszuradieren. So kannst du probieren, ob du über viel Übung, positiven Aufbau, Steigerung der Anforderungen (im Prinzip, wie bisher beschrieben) zum Ziel kommst. Eine Absicherung kann in diesem Schema natürlich auch erfolgen. Mein Rüde hat es so als Welpe gelernt: Wild nähern = Ärger, zu Frauchen kommen = Party. Mit Kommandos funktioniert das ähnlich: hören = Party, ignorieren = Ärger. Das setzt voraus, dass die Party toll genug ist und/oder der Ärger stark genug. Bei jagdlich stark ambitionierten Hunden wird man über dieses Prinzip, ohne wirklich starken Zwang, nicht weit kommen. Die Frage ist, ob du Starkzwang anwenden willst...
Wenn du meinst, dein Hund hat sehr starken Jagdtrieb, würde ich empfehlen, mit dem Trieb zu arbeiten, nicht gegen ihn. Denn der Trieb ist da und wird auch nicht verschwinden. Das bedeutet, ein durchdachtes Antijagdtraining zu machen und den Hund alternativ auszulasten. Bücher zu dem Thema wären z.B. "Antijagdtraining: Wie man Hunde vom Jagen abhält" oder "Jagdhund ohne Jagdschein"