Kann Stress sein, muss aber nicht.
Lucy hat sich als Junghund in der Innenstadt auch nicht immer optimal verhalten
, vor allem das mit dem Staubsauger spielen, Menschen begrüßen
. Bei ihr lag es an folgenden Dingen: 1. ich war abgelenkter, also sah sie größere Chancen, mit ihrem Verhalten durchzukommen und 2. es gab viel mehr Verlockungen, sie wusste, da lassen sich zig leckere Sachen und zig nette Menschen finden, also war sie in entsprechender Erwartungshaltung, sobald sie merkte, wir sind dort und 3. ich habe kein klares Abbruchkommando gegeben, Unsicherheit meinerseits, die meisten Menschen fanden sie ja ganz drollig 
Keine Ahnung, ob du deinen Hund darin wieder findest...
Bei Lucy hat geholfen: Wir sind so lange in der Stadt an sämtlichen leckeren Sachen vorbei gelaufen, also z.B. 15x an einem weggeworfenen Brötchen, bis sie es dann beim 16. mal aufgegeben hat, zu versuchen, daran zu kommen. Dann bin ich nur zum üben in die Stadt, nicht mit Freunden, nicht zum shoppen..., einfach mit 100% Aufmerksamkeit bei Lucy. So habe ich im Ansatz gesehen, wenn sie wieder einen besonders tollen Menschen oder was auch immer entdeckt hat und konnte sofort eingreifen. Irgendwann hat sie es dann aufgegeben...
Bei Grisu war es anders, der hatte tatsächlich Stress. Das äußerte sich aber eher darin, dass er nie wusste, wo zuerst hingucken, was zuerst begutachten, alles potentiell gefährlich oder zumindest so, dass es im Blick behalten werden sollte... Und halt viel zu viel, als dass er tatsächlich alles gleichzeitig im Auge hätte behalten können. Bei ihm war es so, dass er die ersten 30 Minuten nur am hibbeln war und danach mehr oder weniger "in sich versank". Dann ging nix mehr. Mit Grisu habe ich lange Abschalttraining versucht und eben dann in die Stadt, wenn wenig los ist. Bis ich dann ein wenig umgedacht habe. Aus völlig anderen Gründen habe ich den Hunden beigebracht, hinter mir zu laufen wenn ich das will, dann dass Kommandos immer gelten, auch völlig ohne die Hoffnung auf Belohnung (ja, ich weiß
), und dass ich durchaus in der Lage bin, Umweltreize einzuschätzen. Oder ganz allgemein: ich war bemüht, mehr Führung zu übernehmen. Das galt eigentlich Lucy, aber den Erfolg hat es bei Grisu gebracht. Er hat von sich aus (!) angefangen in der Stadt hinter mir zu laufen, wenn es ihm zu stressig wurde und entspannte dabei. Er hält seitdem deutlich mehr Rücksprache mit mir, in ganz verschiedenen Situationen. Und in der Stadt kommt er jetzt auch mit zum shoppen, läuft entspannt mit, legt sich hin und döst, wenn ich stehen bleibe... ein ganz anderer Hund diesbezüglich 