Länger ignorieren, anleinen... bringt meist nicht viel, weil der Hund nicht sieht, warum. Ich denke, Hunde verstehen das gesamte Konzept nicht. Bei Hunden gibt es eher eine ganz klare Ansage, punktgenau, und dann ist auch alles wieder gut.
Und ich verstehe Cleo gut. Wenn ich die Wahl hätte, ich würde auch zusehen, immer das für mich beste mitzunehmen. Hunde leben da völlig im Hier und Jetzt. Jetzt ist genau das das Verhalten, was sich gut anfühlt (und wirklich doofe Konsequenzen hat es ja auch nicht), also wird es gemacht. Sehr ehrlich, authentisch, ohne Hintergedanken, Hund eben.
Und dann gibt es eben die Hunde, die wollen sich einbringen, es recht machen, "dem Rudel nutzen" und reagieren sehr sensibel auf Zustimmung und Ablehnung (Lob und Strafe) und solche, die schauen halt jeweils, was für sie rausspringt. Bei ersteren brauchst du eigentlich kein Leckerlie und bei zweiteren nutzt es dir nicht viel... Gut, Futter hat zudem eine unterschiedliche Wertigkeit für Hunde und durch strikte Handfütterung kannst du die Wertigkeit erhöhen. Oder dir überlegen, was deinen Hund sonst so anspornt. Oder deinem Hund vermitteln, dass es bei gewissen Dingen einfach nichts zu diskutieren gibt.
Die Grundfrage ist, versteht Cleo tatsächlich, was du von ihr willst? Oder hat sie eher gelernt, es sind so grobe Verhaltensvorschläge und: magst du grad das Leckerlie lieber oder doch mit dem anderen Hund spielen...?!
Die Frage ist auch immer, was vermittelt man dem Hund gerade? Der Hund reagiert ja nicht (unbedingt) in erster Linie aufs Kommando, sondern auf deine Körpersprache, Tonlage, Gerüche... Da hilft es ungemein, genau zu hinterfragen und zu beobachten, was will ich dem Hund gerade kommunizieren und was kommt beim Hund eigentlich an?!
Ok, das war alles nicht deine Frage... Du möchtest deinem Hund vermitteln, dass du die Entscheidungen triffst und dass sie nicht im Mittelpunkt steht. Der Punkt sollte so schwer nicht sein, ob er alleine hilft?! Im Mittelpunkt stehen bedeutet, dein Hund möchte etwas und bekommt zumindest Aufmerksamkeit. Das kann auch schimpfen sein, ein Blick... Im Umkehrschluss: ignorier sie halt häufiger mal, rede nur mit ihr, wenn du ihr wirklich was zu sagen hast, spiele nur mit ihr, wenn du das wirklich willst, mach ihr in der Wohnung einfach mal die Tür vor der Nase zu, nimm die Leine vom Haken und geh ohne sie raus, schicke sie auf ihren Platz, wenn sie nervt (oder ignorier sie, heißt: kein Blickkontakt, kein schimpfen), spiel/schmuse mit Maja und wenn Cleo sich dazwischen drängt, setz sie vor die Tür (in den Flur...)
Entscheidungen treffen: du kannst einfach etwas unberechenbarer werden: Jetzt gehst du mal hinter mir, heute ist diese Wiese Tabu-Zone, heute bleibst du in der Freilaufzone angeleint, heute füll ich dir den Futternapf und dann gehen wir erst spazieren, heute sind bestimmte Räume tabu...
Ich würde raten, Impulskontrolle zu üben. Du näherst dich mit ihr Futter/Lieblingsspielzeug/liebstem Hundefreund und es geht nur näher, wenn sie an dir orientiert ist. Oder es fliegt Lieblingsspielzeug und sie muss bei dir bleiben oder auf dem Weg dahin Platz machen. Oder du legst Lieblings-Futter aus, ihr lauft Slalom drumherum und sie darf nicht ran. Du legst sie 10 Minuten ab (sie muss Platz machen) und du tobst währenddessen mit Maja um sie herum. Ich habe keine Ahnung, worauf dein Hund reagiert, aber da wird man sicher passende Ansätze finden.